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Beansprucht vom Mafia-Paten
Beansprucht vom Mafia-Paten
작가: JacqueAuthor

Kapitel 1

작가: JacqueAuthor
Ich kam wieder zu spät zur Arbeit. Es war nicht leicht, mit einem vierjährigen Kind.

Heute Morgen wachte Leon krank auf. Er hatte hohes Fieber. Ich konnte ihn weder in die Kita bringen noch ihn einfach allein lassen. Also musste ich meine Nachbarin Tracy um Hilfe bitten. Sie war einverstanden. Ich versprach, sie dafür von meinem Trinkgeld zu bezahlen. Ich gab ihr etwas Geld. Dann warf ich Leon einen letzten besorgten Blick zu. Ich gab ihm einen Kuss und rannte zur Tür hinaus.

In dem Moment, als ich das Restaurant betrat, wusste ich, dass heute etwas anders war. Es lag eine Anspannung in der Luft. Eine Unruhe, die ich nicht recht einordnen konnte. Ich schaffte es kaum in den Hinterraum, um mich umzuziehen. Da tauchte auch schon der Manager auf.

„Wo warst du, Ariella?“, bellte er.

Er schrie sonst nie. Er war immer beherrscht, selbst unter Druck. Aber heute wirkte er aufgewühlt. Sogar nervös.

Ich schluckte schwer.

Es war nicht einfach, diesen Job zu bekommen. Dies war nicht einfach irgendein Restaurant. Es war ein exklusives, nobles Lokal. In ein solches kam man fast unmöglich hinein. Der einzige Grund, warum ich hier war, war Damien. Ich war ihm unter schwierigen Umständen begegnet. Ich hatte ihn eines Tages auf der Straße gerettet. Als er fragte, was er als Gegenleistung tun könne, bat ich um einen Job.

Ich schloss nur die Highschool ab. Ich studierte kaum eineinhalb Jahre an der Uni. Dann musste ich abbrechen. Also musste ich jede Arbeit annehmen, die ich finden konnte. Zwei, manchmal drei Jobs am Tag. Nur um für Leon zu sorgen.

Es stimmte, was man sagte: vom Reichtum in die Armut. Das war die Definition meiner Geschichte.

Und deshalb konnte ich es mir nicht leisten, diesen Job zu verlieren.

„Beeil dich, Ariella. Heute ist wichtig. Wir können uns keine Fehler erlauben“, sagte Damien. Sein Ton war scharf. „Ich brauche dich in meinem Büro. Sofort.“

„Ja, Damien. Ich verspreche, ich bin schnell.“

„Und sieh anständig aus“, fügte er hinzu. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und ging weg.

Ich zog mich in Rekordzeit um. Ich fuhr mir mit den Fingern durchs Haar. Ich legte gerade genug Make-up auf, um gepflegt auszusehen. Dann eilte ich in sein Büro. Mein Herz hämmerte.

Als ich eintrat, fand ich ihn in ein tiefes Gespräch vertieft. Bei ihm waren zwei Männer. Ich hatte sie noch nie zuvor gesehen. Ihre Gesichter waren unlesbar. Sie wechselten noch ein paar letzte Worte. Dann nickten sie Damien zu und gingen.

Kaum waren sie verschwunden, da wies er mich an: „Schließ die Tür.“

Ich tat, was er sagte. Er kam direkt zur Sache. „Ich brauche dich, um den VIP-Raum oben zu bedienen.“

Meine Brauen zogen sich zusammen. Ich arbeitete lange genug hier. Aber ich war noch nie dort oben erlaubt gewesen. „Den exklusiven VIP-Raum?“

„Ja“, sagte er knapp, „und bevor du fragst – frag nichts weiter. Mach einfach deinen Job.“

Etwas an seiner Stimme war seltsam. Aufgewühlt. Gehetzt. „Die Leute scheinen heute angespannt zu sein“, bemerkte ich.

„Das geht dich nichts an. Ich brauche dich, um dich zu konzentrieren. Du bist gut in dem, was du tust. Du arbeitest lange genug hier. Du wirkst, als gehörst du genau hierher. Und du hast das Rückgrat. Aber hör mir gut zu, Ariella“, senkte seine Stimme sich, „wenn du da hoch gehst, bist du eine Statue. Ein Geist.“

Ein Schauer lief mir über den Rücken.

„Du hörst nicht zu, was sie sagen. Du stellst keinen Augenkontakt her. Du siehst niemanden. Du hörst nichts. Du nimmst Bestellungen auf. Du servierst. Du gehst. Verstehst du?“

Ich schluckte schwer. „Ja, Damien. Ich habe verstanden.“

„Gut. Gina hat sich darum gekümmert. Aber sie hatte einen Nervenzusammenbruch. Also wirst du sie vertreten.“ Sein Blick war fest. „Sei stark, Ariella.“

Ich nickte und ging hinaus. Meine Nervosität spannte sich mit jedem Schritt in Richtung VIP-Raum an.

Als ich die Tür öffnete, stockte mir der Atem.

Der Raum war voll. Männer saßen ausgestreckt auf den luxuriösen Sofas. Frauen lehnten sich an sie. Ihre Hände streiften ungeniert umher. Einige unterhielten sich mit gedämpften Stimmen. Einige küssten sich. Die Luft war schwer von etwas, das ich nicht recht benennen konnte.

Ich war einst in ihr gewesen. Und ich hatte geschworen, niemals zurückzukehren.

Ich wiederholte Damiens Anweisungen in meinem Kopf: Du siehst nichts. Du hörst nichts.

Einfach servieren und gehen.

Ich bewegte mich durch den Raum. Ich sammelte leere Flaschen und Gläser ein. Ich ersetzte sie durch frische. Ich stellte keinen Augenkontakt her. Ich verweilte nicht. Aber ich wusste, wer sie waren. Ich erhaschte Blicke auf Tätowierungen. Auf die Anzüge. Auf die Präsenz. Sie strahlten die Mafia aus.

Ich nahm Bestellungen auf. Ich hielt meinen Kopf gesenkt. Ich tat so, als hörte ich das Gemurmel nicht. Auch nicht die Geschäfte, die mit gedämpften Stimmen gemacht wurden.

Dann fühlte ich es. Eine Hand an meinem Hintern.

Es war reiner Instinkt. Ich schlug sie weg, ohne nachzudenken.

Gelächter brach aus. Ich hielt mein Gesicht ausdruckslos. Ich tat so, als wäre es nicht passiert. Ich hatte bereits alle Bestellungen aufgenommen. Also drehte ich mich um, um zu gehen. Bevor ich es konnte, packte eine Hand mein Handgelenk.

„Wohin eilst du so, Süße?“, murmelte eine tiefe Stimme. Sie triefte vor Belustigung. „Willst du keine gute Zeit haben?“

Ich stellte keinen Augenkontakt her. Ich hielt meine Stimme neutral. „Ich hole nur Ihre Bestellungen.“ Ich versuchte, mich loszureißen. Aber sein Griff wurde fester.

Er zog ein Bündel Bargeld heraus. Er löste mehrere Scheine ab. Er warf sie auf meine Brust.

„Dieses Geld könnte dich ein Jahr lang ernähren“, grinste er, „also, was denkst du dazu? Warum nehmen wir das nicht mit auf die Toilette? Bringen wir es schnell hinter uns?“

Mir drehte sich der Magen um. Aber ich zwang meinen Ausdruck, ausdruckslos zu bleiben. Ich brauchte diesen Job. Ich musste das nur ein paar Stunden ertragen.

„Danke, aber ich arbeite jetzt“, sagte ich. Ich bemühte mich, ruhig zu klingen.

Ein anderer Mann packte meinen Arm. Er versuchte, mich auf seinen Schoß zu ziehen. Ich wehrte mich gegen ihn. Mein Puls raste. Gelächter klang in meinen Ohren. Die Luft war dick vor Belustigung über meine Demütigung.

Dann –

„Halt!“

Das einzelne Wort schnitt durch den Lärm. Es war tief und befehlend. Stark.

Der Raum erstarrte. Das Gelächter starb augenblicklich.

Und zum ersten Mal hob ich meine Augen. Sie landeten auf dem Mann am Kopf des Tisches.

Oh mein Gott. Ich erstarrte.

Ich hätte nie gedacht, dass meine Vergangenheit mich einholen würde. Nicht in einer Million Jahren. Dass ich ihn jemals wiedersehen würde. Nicht so bald. Nicht hier.

Aber hier war er.

Ich stand da, gelähmt. Mein Geist war leer. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Was ich sagen sollte.

Der Mann, der mein Handgelenk packte, lachte leise. Er war blind für meine innere Unruhe.

„Was ist los, Pate? Ich habe nur ein bisschen Spaß. Es ist nicht so, dass ich sie zwinge oder so. Sie will es.“

Eine andere Stimme gesellte sich hinzu. Sie war spöttisch. „Ja, was ist das Problem? Ist sie eine deiner Huren oder so?“

Ich zuckte bei dem Wort zusammen.

Und dann –

„Zufälligerweise“, sagte er. Seine Stimme war glatt und kalt. „Ist sie das.“

Mein Atem stockte.

Schock hielt mich fest. Aber er war noch nicht fertig. Er lehnte sich leicht vor. Seine Augen bohrten sich in meine.

„Sie ist mein kleines Spielzeug“, fuhr er fort, „und ich mag es nicht, wenn andere Leute mit meinem Spielzeug spielen.“

Der Griff um mein Handgelenk verschwand. Es war, als wäre ich zu Feuer geworden. Der Mann taumelte zurück. Er hob die Hände. Sein Gesicht erbleichte.

„Es – es tut mir leid, Pate. Es tut mir leid. Es wird nicht wieder vorkommen. Ich wusste nicht –“

Pate.

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Er war der Pate?

Mein Puls dröhnte in meinen Ohren. Wie? Was war mit seinem Vater passiert? Wie war er der Pate geworden?

Ein leises Kichern durchschnitt meine rasenden Gedanken. „Deine hübsche kleine russische Frau würde das nicht mögen.“

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