LOGINGRETAS PERSPEKTIVEIch saß in meinen Gemächern und kämmte mir die Haare, als ein Diener an meine Tür klopfte.„Herein“, sagte ich, und die Tür öffnete sich. Dahinter stand Elara, meine Zofe, mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht.„Meine Herrin“, sagte Elara leise. „Ich habe Neuigkeiten. Wichtige Neuigkeiten.“Ich legte meine Bürste beiseite und wandte mich ihr zu.„Was ist los?“, fragte ich.„Lord Darius ist zum Rudel zurückgekehrt“, sagte Elara. „Er ist heute Morgen angekommen. Und er hat den Alpha um seine Position herausgefordert.“Ich starrte sie einen Moment lang an, um die Worte sacken zu lassen.„Lord Darius?“, wiederholte ich langsam. „Der Mann, der einst Alpha werden wollte? Derjenige, der fortging, nachdem Lucians Vater seinen Sohn auserwählt hatte?“„Ja, meine Herrin“, sagte Elara. „Er ist zurückgekehrt. Und er fordert den Alpha heraus. Der Kampf ist für heute in einer Woche angesetzt.“Ich spürte, wie sich ein Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete, ein Lächeln, das ich
LUCIANS PERSPEKTIVEIch saß in meinem Arbeitszimmer mit einem Stapel Dokumente vor mir und hatte endlich das Gefühl, dass ich die Lage im Griff hatte.Trevor war auf dem Weg, aber ich war bereit für ihn. Ich hatte Beweise für Gretas Verrat und einen Plan, um die beiden auf frischer Tat zu ertappen. Nora war in Sicherheit, Lily war in Sicherheit, und das Rudel war stabil. Zum ersten Mal seit Wochen hatte ich das Gefühl, wieder atmen zu können.Ein Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken, und Jace kam mit einem seltsamen Gesichtsausdruck herein.„Lucian“, sagte er leise. „Da ist jemand am Tor. Ein Besucher.“Ich runzelte tief die Stirn, als ich von meinen Unterlagen aufblickte.„Ein Besucher? Wer?“Jace zögerte einen Moment, dann sagte er: „Lord Darius.“Ich spürte, wie mir augenblicklich das Blut in den Adern gefror.Lord Darius. Der Mann, der einst ein Anwärter auf das Amt des Alphas gewesen war, bevor mein Vater mich auserwählt hatte. Er hatte das Rudel vor Jahren verlassen,
LUCIANS PERSPEKTIVEIch saß in meinem Arbeitszimmer mit einem Stapel Dokumente vor mir und konnte mich auf kein einziges Wort konzentrieren.Nora hatte mir von Trevors Anruf erzählt, davon, wie er gedroht hatte, zum Nightcrest-Rudel zu kommen, und von der gemeinen Bemerkung, die er über ihr Gewicht gemacht hatte. Und ich hatte ihr versprochen, herauszufinden, wer ihm verraten hatte, wo sie sich aufhielt. Ich hatte ihr versprochen, sie zu beschützen. Doch seitdem war ich nicht mehr in der Lage gewesen, mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren.Ich schob die Unterlagen beiseite, stand auf und ging zur Tür. Im Flur traf ich auf Jace, dem ich den Stapel Papiere überreichte.„Kümmere dich in den nächsten Tagen darum“, sagte ich mit fester Stimme. „Ich muss mich um etwas anderes kümmern.“Jace runzelte die Stirn, blickte auf die Unterlagen und dann wieder zu mir.„Lucian, das ist wichtig“, sagte er vorsichtig. „Das Handelsabkommen mit dem nördlichen Rudel, der Grenzstreit mit den östli
GRETAS PERSPEKTIVEIch öffnete die Tür und sah Nora dort stehen – ihr Gesicht war blass und ihre Hände zitterten. Ich verspürte einen Anflug von Überraschung, den ich jedoch schnell hinter einer Maske der Besorgnis verbarg.„Nora“, sagte ich leise und trat einen Schritt zurück, um sie hereinzulassen. „Was machst du denn hier? Es ist schon spät.“Sie ging an mir vorbei in meine Gemächer, und ich schloss die Tür hinter ihr, während mir die Gedanken durch den Kopf rasten. Warum war sie hier? Hatte sie etwas herausgefunden? Hatte ihr jemand etwas erzählt?Doch ich verdrängte diese Gedanken schnell und wandte mich ihr zu, wobei ich meinen Gesichtsausdruck sorgfältig so gestaltete, dass er Besorgnis und Wärme ausstrahlte.„Ist alles in Ordnung?“, fragte ich sanft. „Du siehst aufgeregt aus.“Nora stand in der Mitte des Zimmers, die Arme um sich geschlungen, und sah mich mit diesen warmen braunen Augen an, die von etwas erfüllt waren, das ich nicht ganz deuten konnte.„Ich muss dich etwas fra
NORAS PERSPEKTIVEIch stand in Lucians Gemächern, das Telefon ans Ohr gepresst, und mein Herz hämmerte in meiner Brust – ich konnte einfach nicht glauben, was ich gerade gehört hatte.Tessas Stimme klang scharf, und ich konnte ihre Wut durch das Telefon spüren.„Was ist das denn für eine Frage?“, fragte sie schroff. „Was für eine Beleidigung ist das?“Ich spürte, wie mich Schuldgefühle überkamen, und versuchte schnell, es zu erklären.„Es tut mir so leid“, sagte ich mit zitternder Stimme, „ich wollte dich nicht beleidigen. Es ist nur so, dass Trevor mich angerufen hat, und er wusste, wo ich war, und Lucian dachte, jemand hätte es ihm vielleicht verraten.“Am anderen Ende der Leitung herrschte lange Stille, dann atmete Tessa tief aus.„Trevor hat dich angerufen?“, fragte sie mit harter Stimme. „Diese Schlange hat dich tatsächlich angerufen?“„Ja“, flüsterte ich. „Er sagte, er kommt zum Nightcrest-Rudel, um mich und Lily zu sehen.“Tessa schwieg einen Moment, und als sie wieder sprach,
NORAS PERSPEKTIVEIch stand wie erstarrt im Flur, das Telefon noch immer ans Ohr gepresst, und konnte mich nicht bewegen, konnte nicht atmen und konnte nicht denken.Trevor war auf dem Weg hierher.Trevor, der mich gebrochen hatte. Trevor, der mir das Gefühl gegeben hatte, wertlos zu sein. Trevor, der mich für eine jüngere Frau verlassen und mir deutlich gemacht hatte, dass ich nicht gut genug war. Er war auf dem Weg zum Nightcrest-Rudel, und er kam, um mich und Lily zu sehen.Ich spürte, wie mir das Telefon aus den Fingern glitt und mit lautem Klirren auf den Boden fiel, und ich lehnte mich an die Wand, um mich zu stützen. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich es bis in die Kehle spürte, und meine Hände zitterten so stark, dass ich sie kaum ruhig halten konnte.Ich dachte an seine Stimme, daran, wie er mit mir gesprochen hatte. So sanft. So unecht. Als würde er mit einem verängstigten Tier sprechen, das er verschlingen will, als würde er versuchen, mich in eine Falle zu locken. Und







