LOGINDeviana – Giftige Worte und ein stiller Versprecher»Ich frage mich, warum Devianas Ideen in letzter Zeit immer so gelobt werden?«Sintas Stimme klang laut in der Teeküche, und ihre Kaffeetasse klapperte hart auf den Tisch, als wollte sie ihren Worten Nachdruck verleihen.»Na, ganz offensichtlich hat sie ihre eigenen Tricks«, antwortete Ratna, die scharfzüngige Seniorin. Sie blickte zur Tür, um sich zu vergewissern, dass Deviana nicht in der Nähe war. »Wenn man hübsch, liebenswert ist und zu bezaubern weiß, geht alles viel leichter.«Einige Kollegen kicherten, während andere den Kopf senkten und sich nicht einmischen wollten.Nicht weit entfernt stand Deviana erstarrt vor dem Wasserspender, ihre Flasche noch immer leer. Die Worte drangen unbarmherzig an ihre Ohren. Sie schluckte schwer, tat so, als hätte sie nichts gehört, und trat dann leise zurück – bevor die anderen merkten, dass sie da war.Am Nachmittag waren die Flüstereien im Großraumbüro nicht mehr leise.»Ich bin mir sicher,
Deviana – Blüten, Flüstern und Schatten»Deviana, schon wieder Blumen?«Der fröhliche, doch spöttische Ton schallte durch den Raum. Vom gegenüberliegenden Schreibtisch musterte Sinta den frischen Rosenstrauß, der eben geliefert wurde und nun auf Devianas Tisch stand.Deviana erstarrte, ihr Bleistift schwebte über dem Skizzenbuch. Der Duft der blassrosa Rosen erfüllte die Luft. Sie atmete tief ein und versuchte, die Wärme zu verbergen, die in ihre Wangen stieg. »Es ist nur… ein Glückwunschgeschenk für das Projekt gestern«, murmelte sie – halb Lüge, halb Verteidigung.»Glückwunsch? Hm. Und wer ist so großzügig, frage ich mich?«, kicherte Sinta, und ihre Stimme triefte mehr vor Neugierde auf Neuigkeiten als vor echter Interesse.Wenig später traf eine weitere Lieferung ein – eine luxuriöse Lunchbox, direkt auf Devianas Schreibtisch gestellt. »Bestellung für Fräulein Deviana.«Sofort drehten sich alle Köpfe. Einige männliche Kollegen pfiffen, während mehrere Frauen sich wissende Blicke zu
Deviana – Im Atelier der Träume und ZweifelDas Kreativstudio des berühmten Modeunternehmens summte vor chaotischer Betriebsamkeit. Über Schreibtische lagen verstreute Entwurfsblätter, farbenprächtige Stoffrollen türmten sich hoch, und Laptops leuchteten mit Moodboards und drohenden Fristen.Deviana saß an ihrem Platz, ihre Augen blutunterlaufen von schlaflosen Nächten. Mit schnellen Strichen huschte ihr Bleistift über das Papier. Ihr Atem ging schwer, und immer wieder biss sie sich auf die Lippe, um die aufsteigende Panik zu bezwingen.»Dev, bist du sicher, dass du das rechtzeitig schaffst?«, fragte ihre Kollegin Rani, während sie Stoffe in die Ecke des Schreibtisches stapelte.»Ich muss«, antwortete Deviana knapp. »Das ist ein großes Projekt, Rani. Wenn mein Konzept angenommen wird, kann ich mich hier endlich beweisen.«Doch hinter der Entschiedenheit in ihrer Stimme zitterte ihr Körper. Die Frist lief in nur zwei Tagen ab – und ihr Chef war bekannt dafür, bis ins Letzte perfektioni
DevianaDevianas Tage im Modehaus Étoile waren bis zum Rand gefüllt. Sie stürzte sich in die Vorbereitungen für die Herbstkollektion, arbeitete bis spät in die Nacht und trug oft ihre Entwürfe mit in ihre kleine Wohnung. Die Modewelt war hart, doch ihre brennende Leidenschaft verwandelte Erschöpfung in eine seltsame Zufriedenheit.Doch was sie nicht wusste: Jemand leistete ihr aus der Ferne leise Gesellschaft.Adrian.Anders als früher blieb er nicht mehr vor ihrem Büro stehen oder bestand darauf, sie abzuholen. Diesmal wählte er einen sanfteren Weg – geduldig und unauffällig.An jenem Morgen fand Deviana einen Blumenstrauß weißer Rosen auf ihrem Schreibtisch, als sie ankam. Kein Name war daran – nur eine kleine, sauber geschriebene Notiz:Für einen langen Tag – möge dein Geist niemals erlöschen.Deviana erstarrte. Sie blickte die Blumen lange an und kämpfte gegen das Lächeln, das sich auf ihre Lippen schlich. Ihre Finger streiften die kleine Notiz, als könnte sie den Menschen spüren,
Dieser Morgen war für Deviana wie kein anderer. Sie stand vor einem hohen Gebäude, das mit einem edlen Schriftzug geschmückt war: Modeschule Étoile – eines der renommiertesten Modeunternehmen, das sie schon seit langem bewunderte. Ihr Herz schlug schneller – nicht nur vor Aufregung, sondern vor Hoffnung und Entschlossenheit, die in ihr aufstiegen wie ein loderndes Feuer.Heute begann ein neuer Abschnitt ihres Lebens.Tief durchatmend trat sie ein. Die Empfangshalle war schlicht und modern: gläserne Wände, die wie in einem Regenbogenschimmer funkelten, Schaufensterpuppen in edlen Roben und der zarte Duft frischer Blumen erfüllten den Raum. Eine Empfangsdame begrüßte sie freundlich und führte sie in den achten Stock – das Reich des Kreativteams.Als sich die Aufzugstüren öffneten, tat sich ein großer Raum in Weiß- und Grautönen vor ihr auf. An den vielen Schreibtischen türmten sich Entwürfe, farbenprächtige Stoffe und Collagen voller Bilder. Das war die Welt, von der Deviana schon so la
Das Geräusch eiliger Schritte hallte auf dem Bürgersteig vor einem hoch aufragenden Bürogebäude wider. An jenem Nachmittag hing der Himmel voller schwerer Wolken, die jeden Augenblick Regen verhießen. Ein glattes schwarzes Auto hielt vor dem Haupteingang, das Fenster senkte sich langsam.»Deviana!«, ertönte eine tiefe Stimme, erfüllt von Sehnsucht.Deviana drehte sich um, ihr Körper versteifte sich augenblicklich. Adrian – der Mann, den sie einst zutiefst geliebt hatte, derselbe Mann, der ihr Herz in tausend Stücke gerissen hatte.»Was suchst du wieder hier?« Ihr Ton war eiskalt, jedes Wort stach wie eine Klinge.Adrian stieg aus dem Auto, seine Schritte schnell. »Ich wollte dich nur abholen. Es ist spät, du musst müde sein. Lass mich dich wenigstens nach Hause fahren.«Deviana stieß ein verächtliches Schnauben aus und ging an ihm vorbei. »Ich brauche dich nicht. Lass mich nicht wie eine Frau dastehen, die nicht allein nach Hause findet.«Doch Adrian gab nicht auf. Er passte seinen Sc







