LOGINDer Apfelbaum blühte am vierzehnten April.Nicht am vierzehnten genau — Bäume hielten sich nicht an Daten, das war einer der Gründe, warum Mara sie mochte. Aber am Morgen des vierzehnten trat sie in den Garten, wie jeden Morgen, und sah, dass in der Nacht etwas passiert war, das sich nicht angekündigt hatte, oder das sich angekündigt hatte, so lange, dass sie die Ankündigung vergessen hatte: die Knospen waren aufgegangen, die Blütenknospen, nicht alle, aber viele, und der Baum stand in dem Aprilmorgen und blühte, weiß und rosa, die Blüten, die zart waren und die nicht blieben, die kamen und fielen, und das Kommen war jetzt.Sie fotografierte, lange, von verschiedenen Winkeln, im verschiedenen Licht des Morgens, weil das Licht sich veränderte und das Bild sich mit ihm veränderte.Das war der Aprilmonat, der blühende, und dann kam der Mai.Und der Mai war anders als der April — voller, lauter, mit mehr Grün, mit dem vollen Laub, das nun da war, satt und dunkel und überzeugend. Die Blüte
Der April brachte den Frühling, endlich, ohne weiteres Zögern.Es war, als hätte der Frühling dieses Jahr beschlossen, keine halben Sachen zu machen — kein zögerliches Hin-und-Her, kein Tag warm und drei Tage kalt, sondern ein Entschluss, der sich in der Luft zeigte, am Morgen des dritten April, als Mara die Küchentür öffnete und die Wärme hereinkam wie jemand, der schon lange hätte da sein sollen und das wusste.Der Apfelbaum hatte über Nacht begonnen.Das war das Wort: begonnen. Nicht geblüht, noch nicht, das kam noch. Aber die Knospen, die Mara im März fotografiert hatte, die anschwellenden Spitzen, die Versprechen der Versprechen — die hatten sich geöffnet, die Außenhülle aufgegangen, das erste Grün, das erste Zartgrün der jungen Blätter, die noch gefaltet waren, noch nicht ganz da, noch auf dem Weg.Mara stand in dem Türrahmen, ohne Schuhe, die Kacheln der Küche kalt unter den Füßen, und sah.Dann holte sie die Kamera.Das erste Foto des Aprils war das Beste des Morgens — der Bau
Der April brachte den Frühling, endlich, ohne weiteres Zögern.Es war, als hätte der Frühling dieses Jahr beschlossen, keine halben Sachen zu machen — kein zögerliches Hin-und-Her, kein Tag warm und drei Tage kalt, sondern ein Entschluss, der sich in der Luft zeigte, am Morgen des dritten April, als Mara die Küchentür öffnete und die Wärme hereinkam wie jemand, der schon lange hätte da sein sollen und das wusste.Der Apfelbaum hatte über Nacht begonnen.Das war das Wort: begonnen. Nicht geblüht, noch nicht, das kam noch. Aber die Knospen, die Mara im März fotografiert hatte, die anschwellenden Spitzen, die Versprechen der Versprechen — die hatten sich geöffnet, die Außenhülle aufgegangen, das erste Grün, das erste Zartgrün der jungen Blätter, die noch gefaltet waren, noch nicht ganz da, noch auf dem Weg.Mara stand in dem Türrahmen, ohne Schuhe, die Kacheln der Küche kalt unter den Füßen, und sah.Dann holte sie die Kamera.Das erste Foto des Aprils war das Beste des Morgens — der Bau
Der März begann mit Tauwetter, wie der März immer begann, aber dieses Mal hatte das Tauwetter eine andere Qualität als in den Jahren davor.Mara bemerkte es an einem Morgen Anfang des Monats, als sie durch die Küche des Solis-Hauses ging und das Küchenfenster aufmachte, zum ersten Mal seit November, weil die Luft draußen eine Einladung enthielt, die sie annehmen wollte. Die Luft, die hereinkam, roch nach Erde, nach dem Aufwachen von Dingen, die geschlafen hatten, nach dem spezifischen März-Geruch, der kein Frühling war, aber kein Winter mehr, das Dazwischen, das niemanden zufriedenstellte und das trotzdem schön war, weil es überging, weil es auf dem Weg zu etwas war.Sie stand am Fenster und sah in den Garten.Der Apfelbaum, kahl, die Äste noch ohne Blatt, aber — da war etwas. An den Spitzen der Äste, an den äußersten Punkten, wo das Holz am dünnsten war, das erste Anschwellen, noch kein Knospen, noch nicht das, noch die Sekunde davor, die Sekunde der Entscheidung, in der der Baum sic
Der Abend endete, wie gute Abende endeten — langsam, ohne klaren Abschluss, in dem allmählichen Weniger-Werden von Stimmen und Schritten, bis nur noch die blieben, die nicht gehen wollten oder konnten oder sollten.Die Presse war gegangen, die offiziellen Gäste, die Menschen, die Einladungen gehabt hatten und andere Termine nach diesem. Berger hatte sich verabschiedet, mit dem professionellen Handschlag und dem Ausdruck von jemandem, der wusste, dass es gut gelaufen war und der das nicht ausschreien musste, weil es genug war, es zu wissen. Ihre zwei Mitarbeiter räumten leise auf, leere Gläser, Servietten, die kleinen Spuren eines Abends.Was blieb: Mara und Damian, Lena, Rafael, Henrik, der eingeschlafen war auf einem der Stühle im vierten Raum, die Gitarre neben sich abgestellt, den Kopf auf dem Arm, vollständig schlafend mit der Vollständigkeit von Kindern, die entschieden hatten, dass jetzt Schlafenzeit war, und das war so. Hildegard und Ingrid, Reinhardt, Klaus Aldenberg.Sie stan
Berlin war dieses Mal anders als beim ersten Mal.Nicht die Stadt selbst — Berlin blieb Berlin, laut und geschichtig und gleichgültig gegenüber einzelnen Besuchen, weil es zu viele davon gab und weil eine Stadt, die so viel getragen hatte, gelernt hatte, den einzelnen Moment in den größeren Strom einzuordnen. Aber Mara war anders. Das spürte sie, als sie am Bahnhof ankam und aus dem Zug trat in die Berliner Februarkälte, die schärfer war als die Ravenmoors, die Kälte einer Stadt, die auf einer Ebene lag und den Wind nicht aufhielt.Sie war das erste Mal als Besucherin gekommen.Dieses Mal kam sie als jemand, dem etwas gehörte, das in dieser Stadt hing.Das war ein anderes Gewicht.Damian stand neben ihr auf dem Bahnsteig, den Koffer in der Hand, und sah sie an mit dem Blick, der fragte, ohne zu fragen. Mara schüttelte leicht den Kopf — nicht Nein, nur das Zeichen, dass alles in Ordnung war, nur anders, nur groß, nur das, was es war.Lena war einen Tag früher angereist. Sie hatte Berge
Das Notariat Schreiber und Partner befand sich in einem dieser alten Ravenmoor-Gebäude, die aussahen, als hätten sie beschlossen, für immer zu existieren, egal was die Stadt um sie herum tat. Mara saß in einem Ledersessel, der zu groß für den Raum war, hielt eine Tasse Kaffee, den sie nicht bestell
The rain was falling sideways, as always in Ravenmoor in October, and Mara Solis sat in a rented car that looked like it had seen better days, staring at the sign at the town entrance. Welcome to Ravenmoor. As if she had ever been welcome.She turned the windshield wipers up. It didn't help much. T
Ravenmoor schlief nicht gut im Oktober. Das war Maras erste Erkenntnis nach einer Woche, in der sie versucht hatte, die Stadt neu zu lernen wie eine Sprache, die man einmal gesprochen und dann vergessen hatte. Die Wörter kamen zurück, aber die Grammatik stimmte nicht mehr.Am Donnerstag frühmorgens
Zwei Tage nach dem Notartermin kam der Strom zurück ins Solis-Haus, und mit ihm eine Stille, die lauter war als das Dunkel. Mara begann damit, Räume zu inventarisieren. Das war sachlich, praktisch, und ließ keinen Raum für Gefühle, was genau die Intention war.Sie arbeitete von oben nach unten. Das




![GEBONDEN AAN DE MAFFIA BAAS[Boek 1 van de serie ‘Entangled’]](https://www.goodnovel.com/pcdist/src/assets/images/book/43949cad-default_cover.png)


