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Das Versprechen

Author: Pretty
last update publish date: 2026-09-19 16:26:01

Der Mann stand in der Tür, als würde er hierhergehören.

Lena bekam keine Luft. Ihre Lungen schienen sich zu verschließen.

Sie kannte dieses Gesicht. Nicht von dem Foto auf dem Tisch. Nicht von heute Abend. Von vor fünf Jahren, als der Regen gegen die Fenster im Büro ihres Vaters prasselte und ein dunkles Auto mit ausgeschalteten Scheinwerfern am Straßenrand stand.

Dieselbe Stimme, tief und beinahe sanft.

Du hast nichts gesehen.

Ihre Finger gruben sich so fest in Adrians Ärmel, dass sie ihm verm
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  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Die verborgene Tür

    Glas explodierte durch das nächstgelegene Fenster nach innen.Lenas Schrei entrang sich ihrer Kehle, als sie hart auf die Dielen fiel.„Runter!“Adrians Hand packte ihre Schulter und zog sie gerade noch hinter das Sofa, als eine weitere Kugel durch die Wand über ihren Köpfen schlug und sie mit Putzstaub überschüttete.Der Fremde bewegte sich, als hätte er jeden einzelnen Schritt längst geplant. Er stieß die Metallbox vom Tisch. Sie rutschte und drehte sich über den Boden, während der Deckel klappernd aufsprang.„Los!“Adrian riss den Kopf zu ihm herum.„Du wusstest, dass sie kommen.“„Ich habe dir gesagt, dass sie hier sind.“Ein weiterer Schuss krachte. Irgendwo nahe der Decke splitterte Holz.Adrians Finger schlossen sich um Lenas Handgelenk.„Hintertür. Jetzt.“Sie stolperte hinter ihm her, blieb dann aber abrupt stehen, als sie den Schlüssel sah, der neben dem Tischbein auf dem Boden lag.„Mein Schlüssel—“„Lass ihn liegen.“„Nein.“Sie riss sich los.Adrian packte sie erneut, sei

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Das Versprechen

    Der Mann stand in der Tür, als würde er hierhergehören.Lena bekam keine Luft. Ihre Lungen schienen sich zu verschließen.Sie kannte dieses Gesicht. Nicht von dem Foto auf dem Tisch. Nicht von heute Abend. Von vor fünf Jahren, als der Regen gegen die Fenster im Büro ihres Vaters prasselte und ein dunkles Auto mit ausgeschalteten Scheinwerfern am Straßenrand stand.Dieselbe Stimme, tief und beinahe sanft.Du hast nichts gesehen.Ihre Finger gruben sich so fest in Adrians Ärmel, dass sie ihm vermutlich Spuren hinterlassen würde.„Du.“Seine Mundwinkel hoben sich. Kein richtiges Lächeln. Etwas Älteres.Adrian stellte sich instinktiv vor sie, sein Körper eine feste Barriere.„Bleib hinter mir.“Der Blick des Fremden glitt über ihn, beinahe amüsiert.„Du warst schon immer so beschützend, wenn es um sie ging.“Adrian erstarrte. Diese Art von Bewegungslosigkeit, die kurz davor war, etwas zerbrechen zu lassen.„Du solltest nicht hier sein.“„Du auch nicht.“Lena konnte den Blick nicht von ihm

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Der Mann an der Tür

    Kapitel Fünf — Der Mann an der TürDie Stimme kam erneut, und diesmal konnte Lena sich überhaupt nicht mehr rühren.„Sag Adrian, was dein Vater dich versprechen ließ.”Sie kannte diese Stimme. Nicht von heute Nacht — von vor fünf Jahren, aus der Nacht, in der alles schiefgegangen war, einer Nacht, die sie ein halbes Jahrzehnt lang davon überzeugt hatte, sich nie vollständig daran erinnern zu müssen.„Papa?” Das Wort entkam ihr, bevor sie es aufhalten konnte.Adrians Hand fand ihre im Dunkeln und zog sie vom Fenster zurück. „Beweg dich nicht.”Das Haus war still geworden. Keine Schritte, kein Atmen. Dann zerbrach etwas in der Küche, und Lena zuckte zusammen. Adrian stand bereits zwischen ihr und dem Geräusch.„Bleib hinter mir.”„Wer war das?”Er antwortete nicht.„Adrian—”„Ruhig.”Ein zweiter Krach ertönte von der anderen Seite des Raumes. Das Licht flackerte, einmal, zweimal, dann stabilisierte es sich wieder. Das Fenster stand leer. Was auch immer sie beobachtet hatte, war verschwu

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Die Fotografie

    Kapitel Vier — Die FotografieLena starrte auf das Foto, bis ihre Augen schmerzten.„Nein.”Adrian warf ihr einen Blick zu. „Was?”Sie zoomte in das Bild hinein. Die Spiegelung im Autofenster war unscharf, aber das Gesicht war vertraut. Zu vertraut.„Ich kenne diese Person.”Sein Ausdruck veränderte sich. „Wer?”„Daniel. Mias Verlobter.”Adrian wurde langsamer. „Bist du sicher?”„Ich kenne ihn seit drei Jahren. Das ist er.”Er nahm das Telefon und betrachtete die Spiegelung länger, als sie erwartet hatte. „Du bist dir sicher.”„Ich stand heute Abend neben ihm.”„Das macht ihn nicht automatisch zu einem Beteiligten.”„Dann erklär mir, warum er Fotos von uns gemacht hat.”Er gab ihr das Telefon zurück, ohne zu antworten, was ihr mehr sagte als jede Antwort es getan hätte.Daniel war ihr gegenüber immer freundlich gewesen, hatte Mia durch schwere Zeiten geholfen, Lena wie Familie behandelt. Der Gedanke, dass er daran beteiligt sein könnte, verkrampfte ihren Magen.„Wir müssen zurück.”„N

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Das Geheimnis im Umschlag

    Kapitel Drei — Das Geheimnis im UmschlagDas schwarze Auto hinter ihnen kam näher. Lenas Finger krallten sich in den Sitz.„Adrian.”„Ich sehe es.”„Warum tust du dann nichts?”„Weil ich wissen muss, wer sie sind, bevor ich entscheide, was ich mit ihnen mache.”„Vielleicht könnten wir das herausfinden, während sie nicht direkt hinter uns fahren.”Er warf ihr einen Blick zu, seine Mundwinkel zuckten. „Immer noch sarkastisch, wenn du Angst hast.”„Immer noch nervig, wenn du dir Sorgen machst”, schoss sie zurück, und für einen kurzen Moment ließ die Anspannung im Auto nach.Dann beschleunigte das Auto hinter ihnen, und was auch immer sich in seinem Gesicht gelöst hatte, verschloss sich wieder.„Halt dich fest.”Er bog scharf in eine andere Straße ein, und Lena klammerte sich ans Armaturenbrett.„Du musst wirklich aufhören, das zu tun.”„Notiert. Abgelegt unter Dinge, über die ich später nachdenke.”„Du lächelst.”„Ich konzentriere mich. Das sieht nur so aus wie Lächeln.”„Wäre dir veräng

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Flucht

    Kapitel Zwei — FluchtDrei Sekunden lang konnte Lena sich nicht rühren. Der Ballsaal war im Chaos versunken, Menschen schrien, Stühle kratzten über den Boden, irgendwo in der Nähe kippte ein Tisch um, Gläser zersplitterten auf den Fliesen. Mitten in all dem blieb Adrians Hand fest um ihre geschlossen.„Lass nicht los”, sagte er.„Adrian, was ist hier los?”„Später.”„Das ist keine Antwort.”„Es ist die einzige, die ich gerade habe.”Ein weiterer Krach ertönte hinter ihnen, und Adrian zog sie zum Seitenausgang. Lena stolperte hinter ihm her, halb rennend, um mitzuhalten.„Langsamer!”„Wenn ich langsamer werde, schaffen wir es vielleicht nicht raus.”Das reichte, um sie zum Schweigen zu bringen.Sie erreichten den Flur, wo die Notbeleuchtung eingesprungen war und alles in ein trübes, unruhiges Rot tauchte. Lena warf einen Blick zurück. Der Eingang zum Ballsaal war bereits voller Menschen, die sich nach draußen drängten.„Wo ist Mia?”„Ich hole sie.”„Nein.” Adrian blieb stehen, und Lena

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