Se connecter—ELARA—Das Radiance Hotel war auf die Art prachtvoll, wie Orte dieser Art es immer zu sein versuchten – und irgendwie schaffte es das tatsächlich. Prunk stapelte sich auf Luxus, bis das Gebäude selbst wie eine einzige Machtdemonstration wirkte. Es ragte über die Skyline empor, mit elegantem Glas und klaren Linien, während die Fassade die Lichter der Stadt jedem entgegenwarf, der nach oben sah.Im Inneren öffnete sich die Lobby zu einer Welt aus Marmor und Gold. Kronleuchter hingen von den hohen Decken und fingen jedes bisschen Licht ein, das sie erreichen konnten. Tiefe, weiche Sitzmöbel standen in satten Farben da, warm genug, um die gewaltigen Ausmaße des Raumes etwas abzumildern. Frische Blumen erfüllten die Luft mit ihrem Duft. Irgendwo in einer Ecke murmelte ein Flügel leise unter dem Lärm der ankommenden Gäste, und der gesamte Ort versank in dieser ganz besonderen Art eleganter Ruhe, die man sich mit Geld kaufen konnte.Sieben Sterne. Eine Auszeichnung, die ein Hotel nur dann f
Ich erhob mich aus dem Stuhl und schob beide Hände in meine Hosentaschen.„Es gibt keinen Grund für mich, deine Anrufe anzunehmen, Vivian.“ Meine Stimme blieb fest. „Nach allem, was du getan hast, und nach dieser Nummer, die du abgezogen hast, ist das wohl mehr als verständlich.“Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Die Wimperntusche begann zu verlaufen, und die ganze Show ließ sie noch erbärmlicher aussehen als zuvor.Es hatte eine Zeit gegeben, in der ich zu ihr gegangen wäre. Nach den letzten Wochen war jedes Mitgefühl verschwunden. Die Tränen erreichten mich nicht. Sie zeigten nur noch deutlicher, wie sie funktionierte.„Du verstehst das nicht.“ Die Worte brachen in ein Schluchzen über, das nach Mitleid verlangte. „Ich habe das alles getan, weil ich dich liebe.“Mir entwich ein spöttisches Schnauben. Etwas Bitteres lag direkt dahinter, beinahe wie ein Lachen.Sie hätte Elara niemals das angetan, was sie getan hatte. Sie hätte mich niemals verraten. Nicht, wenn ihre Gefühle auch nur
ADRIAN–Ich runzelte die Stirn und versuchte, die Enttäuschung so gut wie möglich aus meiner Stimme herauszuhalten. Elara war am anderen Ende der Leitung und entschuldigte sich bereits, klang schon so, als würde sie das genauso sehr hassen wie ich.„Es ist einfach so frustrierend“, seufzte sie. „Ich hatte mich wirklich darauf gefreut, dich zu sehen.“„Ich weiß.“ Ich versuchte, beruhigend zu klingen. „Du kannst nichts dafür. Es liegt an deiner verdammten Firma.“In dem Moment, in dem sie Dominics Namen erwähnte, kippte meine Stimmung. Der Tag würde noch schiefgehen. Ich konnte es förmlich schmecken.Ich wusste nicht, was er von ihr wollte. Ich hatte Vermutungen. Als ich auf der Party beobachtet hatte, wie er ihr nähergekommen war, war die Eifersucht so scharf gewesen, dass ich seine Hände am liebsten mit Gewalt von ihr entfernt hätte. Es war nicht nur Eifersucht. Es war besitzergreifend, hässlich und so heiß, dass das Blut unter meiner Haut zu kochen schien.Ich hatte schon früher Gesc
Das Meeting zog an mir vorbei wie im Nebel. Die eine Hälfte von mir saß im Raum und folgte den Worten. Die andere Hälfte war noch immer in diesem Auto und spielte Dominics Stimme wieder und wieder in meinem Kopf ab, bis sie sich wie Schleifpapier anfühlte. Ich hatte die Nervosität nicht abschütteln können, seit ich aus dem schwarzen Rolls-Royce Phantom gestiegen war. Sie saß unter meinen Rippen und weigerte sich, sich zu beruhigen.Wir betraten das Gebäude gemeinsam. Sofort richteten sich Blicke auf uns. Ich konnte sie spüren, neugierig und heiß, so wie man die Hitze eines Feuers spürt, bevor man die Flamme überhaupt sieht. Flüstern folgte uns den Flur entlang. Ich musste die Worte nicht hören, um zu wissen, welche Fragen sich hinter diesen Blicken bildeten.In dem Moment, in dem ich konnte, löste ich mich von ihm. Meine Absätze klackten hart auf dem polierten Boden, während ich so schnell Abstand zwischen uns brachte, wie meine Beine es zuließen.Es hielt
Ich weigerte mich einzusteigen. Meine Finger schlossen sich so fest um den Riemen meiner Handtasche, dass das Leder in meine Handfläche schnitt. „Ich nehme ein Taxi. Ich komme schon klar.“Dominic bewegte das Auto nicht. Sein Mund verzog sich, das lockere Grinsen wurde schmaler und etwas Gemeineres trat an seine Stelle. „Du erinnerst dich noch an den Vertrag, oder hast du es bereits geschafft, ihn zu vergessen?“ Die Worte kamen langsam, triefend vor jenem herablassenden Ton, den er benutzte, wenn er wollte, dass ich mich klein fühlte.Der Vertrag. Dieses verdammte, bindende Stück Papier. Wie hätte ich ihn vergessen können? Er lastete jeden Tag auf mir, eine Last, die ich nicht ablegen konnte, ein Schatten, der mir in jeden Raum folgte. Er beobachtete mein Gesicht und grinste, als hätte er den Gedanken direkt daraus abgelesen. Seine Augen glänzten vor einer Art von Belustigung, in der nichts Freundliches lag.„Steig in das Auto, Elara, oder es wird Konsequenzen geben.“Ruhig. Beiläufig
ELARA–Ich wachte auf, weil das Telefon mich anschrie, derselbe schrille Klingelton immer und immer wieder. Meine Augen blieben fest geschlossen. Ich war noch nicht bereit für all das. Trotzdem rollte ich mich zum Nachttisch hinüber, und das Geräusch verstummte gerade lange genug, um mir vorzugaukeln, dass ich vielleicht noch eine Stunde schlafen könnte. Dann begann es wieder. Mir blieb keine Wahl. Mit kaum geöffneten Augen tastete ich nach dem Telefon, nahm es vom Holz und krächzte etwas, das vielleicht als „Hallo“ durchgehen konnte.Zaras Stimme traf auf der anderen Seite der Leitung ein und riss mich sofort in die Höhe. Ich setzte mich schnell auf und fuhr mir mit einer Hand übers Gesicht, damit ich nicht so klang, als wäre ich bewusstlos gewesen. „Guten Morgen, Zara. Was ist so wichtig, dass du so früh anrufst?“Sie erzählte mir von einem Projekt, das heute anstand, etwas Großes, und dass ich um Punkt neun Uhr in der Firma sein musste. „Das ist eine große Sache, Elara“, sagte sie,
„…was hast du im Krankenhaus gemacht? Was für ein Abbruch?“ Moms Stimme zitterte so sehr, dass sie mein ganzes Ohr ausfüllte.„Mom, beruhig dich. Ich erkläre dir alles, das verspreche ich. Ich sag’s dir heute Abend, wenn ich zum Essen vorbeikomme.“„Du weißt wirklich, wie man mir einen Herzinfarkt
Ich sah den Kindern zu, wie sie über das Feld tobten und dem Fußball hinterherjagten, als wäre er das Wichtigste auf der Welt. Ihre Rufe und ihr Lachen erfüllten die Luft, und etwas daran wärmte mich von innen. Allein der Anblick ihrer riesigen Grinser und das pure Glück darin ließen mich automatis
Ich blinzelte heftig und versuchte, den Nebel aus meinen Augen zu vertreiben. Ich flüsterte Jacksons Namen ein letztes Mal, doch es kam keine Antwort. Der Mann vor mir wirkte größer, als ich ihn in Erinnerung hatte, und er atmete schwer, fast keuchend. Sein Gesicht blieb im Schatten verborgen – das
ELARAPositiv.Diese beiden kleinen roten Linien starrten mich vom Teststäbchen aus an. Ich war schwanger. Meine Hand zitterte, als ich das Testkit hielt, und ich blinzelte es nur an, als könnte ich die Linien zum Verschwinden bringen, wenn ich lange genug starrte. „Das kann nicht passieren“, flüst







