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Penulis: Wendy
last update Tanggal publikasi: 2026-08-03 02:02:30

„Lust, heute Abend mit mir feiernzugehen?“, fragte Susan ihre Freundin Caroline an diesem Abend, nachdem sie nach Hause zurückgekehrt war.

Sie hatte sich nur widerstrebend von Samuel getrennt, aber er hatte darauf bestanden, dass es ihm gut gehe. Susan glaubte ihm kein Wort, aber sie ging trotzdem, weil sie eigene Pläne hatte – und dieser Plan sah vor, ins The Summit zu gehen. The Summit war der Name des Clubs, der Leo Spencer gehörte, und sie hatte vor, ein ernstes Wort mit ihm über die Lage ihres Bruders zu sprechen. Es war ein hanebüchener, miserabler Plan, und sie hatte keine Ahnung, wie sie ihn in die Tat umsetzen sollte. Doch nachdem sie ihren Bruder so übel zugerichtet gesehen hatte, war sie bereit, das Risiko einzugehen – selbst wenn es bedeutete, dem gruseligsten Mann gegenüberzustehen, den sie in ihrem ganzen Leben getroffen hatte.

Caroline, die nicht die leiseste Ahnung von Susans Vorhaben hatte, stimmte nur zu gerne zu. Caroline liebte es, sich schick zu machen und rauszugehen, für sie war das also die perfekte Gelegenheit. Sie tauchte um punkt 23:30 Uhr in Susans Wohnung auf – eingekleidet in Shorts, ein silbernes Crop-Top und kniehohe Stiefel.

Susan entschied sich schlichtweg für einen schwarzen, rückenfreien Jumpsuit, der sich eng an ihren Körper schmiegte und ihre Kurven betonte. Dazu trug sie rote High Heels, weil sie sich noch genau erinnerte, wie groß Leo Spencer war, und sie dachte, es könnte nicht schaden, sich neben ihm nicht ganz so winzig zu fühlen.

Susan war schon ewig nicht mehr in einem Club gewesen – nicht, weil sie es hasste, sondern weil ihr schlicht die Zeit dafür fehlte. Das The Summit war ein imposanter Laden und schien alles zu bieten, was man für eine gelungene Partynacht brauchte. Doch das war leider nicht der Grund, warum sie hier war. Caroline besorgte ihnen fast umgehend Drinks an der Bar, die Susan dankbar annahm. Sie musste sich zwar nicht betrinken, aber einen kleinen Schwips konnte sie auf jeden Fall gebrauchen, wenn sie dem allmächtigen Leo Spencer entgegentreten wollte.

Vierzig Minuten später war von Leo immer noch weit und breit nichts zu sehen, und Susan hatte es satt, einfach nur herumzustehen. Selbst Caroline hatte es aufgegeben, sie auf die Tanzfläche zu ziehen, und rieb sich stattdessen an irgendeinem Typen, der sie vorhin angesprochen hatte.

Susan sah sich um und bemerkte, dass schon ein paar Mal Leute die Treppe zu einer Art privater Lounge hinaufgegangen waren. Ohne lange nachzudenken und mit dem Drink in der Hand machte sie sich auf den Weg nach oben. Niemand hielt sie auf, und als sie die oberste Stufe erreichte, stellte sie fest, dass sie richtig gelegen hatte. Es war eine private Lounge, und genau dort, mitten im Zentrum, saß der verdammte Leo Spencer – allerdings war er nicht allein. Zwei Männer und eine Frau saßen mit ihm am Tisch, und Susan fragte sich, wie sie eine solche Runde überhaupt unterbrechen sollte.

Ihr erster Impuls war, auf der Stelle umzudrehen und zu fliehen, aber um jetzt noch eine feige Nudel zu sein, war es zu spät. Also blieb sie erst einmal wie angewurzelt stehen. Ein bulliger Mann stand nahe dem Eingang, und kaum dass sie ihren ganzen Mut zusammengenommen hatte und versuchte, an ihm vorbeizugehen, hielt er sie auf. Er starrte sie an, als hätte er ihr bereits eine Frage gestellt und warte nun auf eine Antwort.

„Ich … ich … ich muss sprechen … mit Leo“, stammelte Susan in der Hoffnung, dass er sie trotz der dröhnenden Musik verstehen konnte. Unwillkürlich umklammerte sie ihre Handtasche fester, obwohl sie stark bezweifelte, dass dieser Mann das geringste Interesse an ihren Wertsachen hatte. Die laute Musik machte die Sache nicht gerade besser, und ihr wurde plötzlich ganz schwindelig.

„Geht nicht“, antwortete der Mann schlicht und sagte keinen Muckser mehr, als wäre diese kurze Ansage Grund genug, sie wieder wegzuschicken.

Es zeigte Wirkung, und Susan schickte sich schon an umzudrehen, doch dann dachte sie an Samuel, was ihr neuen Mut verlieh. Langsam wandte sie sich wieder um. Der Mann war jetzt abgelenkt und drehte ihr leicht den Rücken zu, während er mit einem anderen Typen sprach, der von hinten auf ihn zugetreten war. Das war ihre Chance, dachte Susan und eilte nach vorne.

Sie war nah dran. So verdammt nah. Doch dann schlang sich eine riesige Hand um ihre Taille und riss sie grob nach hinten. Susan wehrte sich, aber es war zwecklos. Ihr Drink fiel zu Boden, und das Glas zersprang lautstark. Sie schrie auf, als er begann, sie hinter sich herzuschleifen, wohl wissend, dass sie keine Ahnung hatte, wohin er sie schleppte, und dass sie vermutlich tief in der Klemme steckte.

Beide erstarrten, als von hinten ein lautstarkes „Lass sie los!“ ertönte. Susan atmete erleichtert auf, als er sie auf der Stelle freigab.

Leo Spencer war aufgestanden und schritt nun mit finsterer Miene auf seinem attraktiven Gesicht zielstrebig auf sie zu. Zu Tode erschrocken drehte sich Susan um und rannte davon.

Leo hatte in der Lounge gesessen, umgeben von ein paar seiner Freunde, als ihm eine Frau ins Auge gefallen war, die ihm vage bekannt vorkam. Sie hatte eine ganz bestimmte Ausstrahlung an sich – so, als wäre sie sich nicht sicher, ob sie überhaupt hier sein wollte. Sie wirkte so deplatziert … Und das lag nicht an ihrem Outfit. Ihr Outfit war perfekt … sogar verdammt sexy. Aber sie sah sich pausenlos um und ging beinahe so, als hätte sie Angst zu stolpern. Die Frauen, die sich sonst hier herumtrieben, hatten ein völlig anderes Auftreten: leicht angetrunken, vorlaut, selbstbewusst und laut. Diese hier dagegen sah aus, als hätte sie kaum einen Schluck von dem Drink genommen, den sie reichlich ungeschickt in der Hand hielt. Sie wirkte schüchtern, und obwohl sie bildschön war, sah sie … unsicher aus.

Er hatte sie für einen kurzen Moment ignoriert. Doch als Nächstes gab es einen lauten Knall, und Connor hielt sie fest und zerrte sie mit sich fort. Seine Reaktion folgte auf den Fuß, und er stand auf, um einzugreifen. Als sie sich im Gerangel aufrichtete, erkannte er sie schließlich. Dieses Gesicht hatte er schon einmal gesehen – und diese Haare.

Leo wusste selbst nicht, was ihn geritten hatte, ihr zu Hilfe zu eilen. Genauso wenig verstand er, warum der Drang zu helfen augenblicklich stärker wurde, als er sie wiedererkannte. Aus irgendeinem Grund passte es ihm ganz und gar nicht, wie grob Connor mit ihr umging, und er wollte dem ein Ende setzen. Connor ließ sie sofort los, als er ihn darum bat – doch dann tat sie das Einzige, womit er absolut nicht gerechnet hatte. Sie rannte weg.

Seine Anweisung an Connor war kurz und bündig: „Bring sie mir zurück.“

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