Compartilhar

Chapter 3

Autor: Edith Tay
last update Data de publicação: 2026-08-27 18:59:20

Wir gingen durch einen dunklen Tunnel, der in einen langen Korridor führte. Doch das war nicht einfach nur ein Korridor, das hier war ein Schloss.

Goldene Kronleuchter hingen hoch oben, ihr Licht spiegelte sich auf den glänzenden Marmorböden. Alte Symbole waren in die Wände gemeißelt, und goldene Statuen von Mond-Soldaten standen stolz auf beiden Seiten. Die Luft war erfüllt von Macht, kostbar und rein.

War das … unser Rudel?

Es sah völlig anders aus, wiederaufgebaut, prächtig, lebendig.

Mein Blick glitt staunend über die leuchtende Halle, bis sich etwas veränderte. Die Luft wurde angespannt, schwer. Meine Wölfin regte sich in mir, ihre Stimme hallte leise in meinem Kopf wider.

„Jemand beobachtet uns.“

Ich erstarrte, blickte über meine Schulter und suchte die Schatten ab. Nichts. Der Korridor war leer, nur ich, Sucy und die fremde Frau, die uns führte.

Trotzdem konnte ich es spüren, Augen, verborgen, die jede unserer Bewegungen beobachteten.

Sucy blieb plötzlich vor einer großen Tür stehen. Die fremde Frau sah sie an, und Sucy nickte leicht.

Die Tür war mit einem alten Eisenschlüssel verschlossen, dem längsten Schlüssel, den ich je gesehen hatte. Die Frau hatte einige Sekunden lang Mühe, ihn zu drehen, doch schließlich gelang es ihr. Ich erwartete ein Zimmer, vielleicht sogar Freiheit … doch es war ein weiterer Tunnel.

Mein Herz sank. Was ging hier vor?

Nach gefühlten drei endlosen Minuten erreichten wir eine weitere Tür. Dieses Mal sah die Frau Sucy nicht einmal an, bevor sie sie aufschloss. Als sie sie aufstieß, machte ich mich auf einen weiteren Tunnel gefasst, doch nein.

Was vor mir lag, raubte mir den Atem.

Ein Schlosszimmer – lebendig, golden, prächtig. Die Wände schimmerten in sanftem Licht, die goldenen Möbel glänzten unter den Lampen, und das Bett sah aus wie aus einer königlichen Fantasie.

Mir blieb der Mund offen stehen.

Das … das war der Ort, an dem Sucy gelebt hatte? Wie eine Prinzessin, während ich wegen Sünden, die ich nicht einmal begangen hatte, in einem Kerker vor mich hin vegetierte?

„Das wird dein Zimmer sein“, sagte Sucy emotionslos. „Du wirst vorerst hier bleiben. Mach dich sauber und pflege dich.“

Ich nickte schweigend und bemerkte erst jetzt eine Frau, die in der Ecke stand. Ich hatte sie nicht einmal gespürt, bis Sucy auf sie deutete.

„Sie wird deine Wächterin sein“, fügte Sucy hinzu.

Mein Blick fiel auf sie, und mein Herz setzte einen Schlag aus. Sie sah nicht wie eine gewöhnliche Wölfin aus. Ihre Aura war eine Mischung, halb Wölfin, halb Hexe. Eine Hybride.

„Das ist Anastasia“, fuhr Sucy fort. „Sie wird dir alles beibringen, was der Alpha mag und was er nicht mag. Sie wird jede deiner Bewegungen überwachen. Mach keine Fehler.“

Ihre Stimme war leise und bedrohlich. Ich nickte gehorsam wie die perfekte kleine Marionette, die sie aus mir machen wollte. Doch tief in mir wusste ich, dass das nicht lange anhalten würde.

Ohne ein weiteres Wort drehte Sucy sich um und ging.

„Jetzt“, sagte Anastasia, ihr Ton scharf und kalt, „musst du baden. Danach gibt es etwas Wichtiges, das du tun musst.“

Sie führte mich zu einem kleinen Becken, aus dem warmer Dampf aufstieg. Die Ränder waren mit Blütenblättern gesäumt, und das Wasser schimmerte leicht. Langsam stieg ich hinein. Die Wärme umfing mich und legte sich um meine schmerzenden Muskeln. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte ich mich … lebendig.

Ich tauchte meinen Kopf unter und ließ die Wärme mich reinigen. Fünf Jahre voller Schmutz, Schmerz und Verzweiflung wurden fortgespült.

Als ich schließlich herausstieg und ein sauberes weißes Handtuch um meinen Körper wickelte, sah ich Anastasia warten. Auf dem Bett lag ein rotes königliches Kleid, das unter den Lichtern leicht schimmerte. Daneben lag eine Schere.

Sie half mir beim Anziehen und versprühte einen zarten Rosenduft über mich. Dann setzte sie mich vor einen Spiegel.

„Da du Luna Sucys Ersatz sein wirst“, sagte sie, ihre Stimme wie Seide, die Stahl umhüllte, „musst du genauso aussehen wie sie. Das betrifft deine Haare, deine Haltung … alles.“

Ich starrte auf mein Spiegelbild. Mein Gesicht sah blass und erschöpft aus, aber nicht unkenntlich. Unter der Erschöpfung sah ich immer noch aus wie ich und wie sie.

„Ich verstehe“, murmelte ich, obwohl ich es nicht wirklich tat.

Anastasia hob die Schere und begann, mein Haar zu schneiden. Mein Magen verkrampfte sich. Ich wollte protestieren, aber dann erinnerte ich mich daran, dass Sucys Haare kürzer waren als meine. Sie musste mich identisch aussehen lassen.

Als sie fertig war, erkannte ich die Frau im Spiegel kaum wieder. Ich, aber nicht ich.

Anastasia reichte mir ein großes Buch. Der Einband war schlicht, schwer und alt. Ich runzelte die Stirn. „Was ist das?“

„Das“, sagte sie, „ist das Gesetz, dem du folgen wirst. Alles über Alpha Nidoran, seine Gewohnheiten, seine Launen und darüber, wie du ihm gefällst. Wenn du überleben willst, musst du ihn genauso verführen, wie Luna Sucy es tut.“

Meine Brust zog sich zusammen. Ihn verführen? Auf keinen Fall.

Ich blätterte durch die Seiten und erstarrte. Regeln. Dutzende davon. Detailliert, verdreht, erdrückend. Also so hatte Sucy all diese Jahre gelebt?

Nun, ich nicht. Die Dinge würden sich ändern. Ich würde mich nicht daran halten, nicht jetzt und niemals.

Tage vergingen ruhig. Anastasia war die Einzige, die ich sah. Sie fütterte mich, behandelte die Narben an meinen Handgelenken und Beinen mit Kräutermischungen, und langsam … verblassten sie. Meine Haut heilte. Meine Kraft kehrte zurück.

Dann stürmte sie eines Morgens in den Raum, ihr Gesicht angespannt.

„Lucy, mach dich fertig“, sagte sie scharf. „Ich hoffe, du hast alles aus dem Buch auswendig gelernt.“

Sie packte meine Schultern fest. „Du wirst das nicht vermasseln, oder?“

Ich runzelte die Stirn. „Ja, das habe ich. Aber was passiert?“

Ihre Augen wurden dunkler. „Alpha Nidoran“, sagte sie schlicht.

Mein Herz blieb stehen.

Allein der Name ließ meine Lunge sich zusammenziehen. Ich hatte mir geschworen, nicht zu zittern, wenn ich ihn hörte, aber ich konnte nichts dagegen tun. Der Mann, der mein Leben zerstört hatte. Der Mann, der alles zerstört hatte, was ich liebte.

Jetzt würde ich ihm gegenübertreten.

Und dieses Mal … würde ich nicht zerbrechen.

Ich wandte mich ihr zu, und mein Herz wurde augenblicklich kalt. „Was will er von mir?“, fragte ich langsam, jedes Wort zitterte vor der Wut, die durch meine Adern pulsierte.

Die Frau zögerte, ihre Augen glitten über mein Gesicht. Ich konnte erkennen, dass sie die Wut sah, die in mir brannte. „Ich weiß, dass du nach allem, was passiert ist, wütend bist“, sagte sie vorsichtig. „Aber bitte, lass nicht zu, dass deine Wut alles ruiniert. Wenn du es tust, werden wir alle sterben.“

Sterben? Was, wenn ich sterben will? Was, wenn ich dieses endlose Leiden, das mich Tag und Nacht verfolgt, satt habe? Frieden fühlt sich wie ein Geist an, der mich jagt, nicht wie etwas, das mich rettet. Und jetzt will sie, dass ich mich beruhige?

Sie sollte dankbar sein, denn ich habe nicht vor, irgendetwas zu vermasseln. Ich plane meine Rache. Nidoran wird bezahlen.

„Nun“, sagte sie schließlich, ihre Stimme sank zu einem Flüstern. „Mach dich fertig. Du wirst ihn nicht nur treffen, du wirst ihn auch sexuell befriedigen müssen …“

Continue a ler este livro gratuitamente
Escaneie o código para baixar o App

Último capítulo

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Daniels Druck

    Lucys SichtWer glaubte er eigentlich zu sein, so mit mir zu reden?Was genau hatte er von mir erwartet? Dass ich ihn wie eine verliebte Närrin anlächle und so tue, als wäre alles in bester Ordnung?Ach, er dachte also, er hätte jetzt irgendeine Macht über mich?Ich lachte bitter auf.Diese Dreistigkeit!Du musst morgen mit mir an den königlichen Hof kommen.Ich äffte seine befehlende Stimme in Gedanken nach und verdrehte die Augen so heftig, dass es fast wehtat.Wer glaubte er eigentlich zu sein? Mich herumzukommandieren, als wäre ich eine seiner Bediensteten?Ich hatte schon genug durchgemacht. Ich war müde, frustriert und gefährlich nah daran, den Verstand zu verlieren.„Unglaublich!“, murmelte ich und stampfte wütend mit dem Fuß auf den Boden. „Absolut unglaublich!“Ich ging den Korridor entlang und grummelte vor mich hin wie jemand, der endlich den letzten Rest seines Verstandes verloren hatte.Was hatte ich getan, um all das zu verdienen?„Hallo, hallo, meine wunderschöne Luna!“

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Der Verdacht des Alphas 2

    Beim Mittagessen hatte ich mich beinahe damit abgefunden, die Sache ruhen zu lassen.Beinahe.Ich hatte ein Königreich zu regieren, Streitigkeiten zu schlichten, und die Berichte von den Nordgrenzen verlangten meine Aufmerksamkeit. Ich konnte es mir nicht leisten, den ganzen Tag darüber zu grübeln, warum meine Luna sich plötzlich wie eine Fremde benahm.Und doch hörte ich mich, als ein Wächter mir meldete, sie sei mit mehreren Dienern in die westlichen Gärten gegangen, fragen, wie lange sie schon dort sei.Die Frage verließ meinen Mund, bevor ich sie aufhalten konnte.Der Wächter antwortete ohne Argwohn.„Ungefähr eine halbe Stunde, Alpha.“„Sehr gut.“Ich entließ ihn und kehrte zu meiner Arbeit zurück.Zehn Minuten später verließ ich mein Arbeitszimmer.Ich redete mir ein, ich brauchte frische Luft.Nichts weiter.Die westlichen Gärten lagen still da, im Schatten hoher Bäume und umgeben von blühenden Sträuchern. Sonnenlicht fiel durch die Äste und malte Muster auf die steinernen Pfade

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Der Verdacht des Alphas

    Nidorans PerspektiveIch beobachtete sie noch lange, nachdem Albert den Raum verlassen hatte.Sie hatte ihr Essen schon wieder nicht angerührt.Ihre Finger lagen immer noch um den Rand ihrer Tasse, aber ihr Blick haftete irgendwo jenseits des Tisches, als versuchte sie, sich einzureden, dass nichts geschehen war.Ich erkannte Angst, wenn ich sie sah.Den größten Teil meines Lebens war ich von Menschen umgeben gewesen, die mich fürchteten. Krieger, Gefangene, rivalisierende Alphas, sogar Mitglieder meines eigenen Hofes. Manche versuchten, es hinter falschem Lächeln und zitterndem Lachen zu verbergen, andere senkten den Kopf, sobald ich einen Raum betrat.Aber meine Luna war anders.Zumindest sollte sie es sein.Die Frau, die seit fünf Jahren mein Bett teilte, hatte nie Angst vor Albert gehabt. Im Gegenteil: Es hatte ihr eher Spaß gemacht, ihm das Leben schwer zu machen. Sie wusste genau, wie sie ihn provozieren konnte, wie sie ihn beleidigen konnte, ohne es offen zu tun, und wie sie se

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Spannung

    Lucys PerspektiveIch folgte Nidoran in den privaten Speisesaal, mein Herz hämmerte noch immer gegen meine Rippen.Die lange Tafel war bereits gedeckt. Weiches Morgenlicht fiel durch die Fenster. Es hätte friedlich wirken sollen, doch das tat es nicht.Er zog mir einen Stuhl heraus. Ich setzte mich. Er nahm den Platz mir gegenüber ein, so nah, dass ich bei jedem Atemzug das Gewicht seiner Aufmerksamkeit spürte.Eine Weile sprach keiner von uns. Diener bewegten sich lautlos durch den Raum und verschwanden dann auf einen einzigen Blick von ihm. Die Stille, die sie zurückließen, war schwerer als jeder Lärm.Nidorans Augen ruhten auf meinem Gesicht.„Du bist mitten in der Nacht gegangen“, sagte er schließlich. Seine Stimme war ruhig. Zu ruhig. „Warum?“Ich hielt meine Miene gleichmäßig. „Ich konnte nicht schlafen. Ich wollte dich nicht stören.“Er musterte mich. Dann stellte er die Frage, vor der ich mich gefürchtet hatte.„Auf dem Laken war Blut.“Mein Magen sackte ab, aber ich zwang mic

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Verstecktes Motiv

    Nidoran's PerspektiveEs sollte eine gewisse Befriedigung damit einhergehen, seine Gefährtin zu finden.Zumindest hatte man mir das immer erzählt.Aber meine zu finden, war nie eine Frage der Liebe gewesen.Nicht am Anfang.Für mich war es um Rache gegangen.Sie sollte denselben Schmerz spüren, den ich jahrelang mit mir getragen hatte. Sie sollte in derselben Dunkelheit sitzen, in der ich gelebt hatte. Sie sollte begreifen, was es hieß, alles zu verlieren – Familie, Heimat, Zukunft – und nur noch die Wut zu haben, die das Herz am Schlagen hielt.Ich wollte, dass sie litt.Ich wollte, dass sie so litt, wie ich gelitten hatte.Deshalb hatte ich sie gebraucht.Deshalb hatte ich in der Nacht, in der ich sie gefangen nahm, geglaubt, dass mir die Befriedigung, nach der ich so lange gejagt hatte, endlich zuteilwerden würde, wenn ich sie zu meiner Gefährtin machte.Doch jetzt …Ich verstand nicht mehr, was mit mir geschah.In den vergangenen Tagen begann der alte Hunger nach ihrem Schmerz jed

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Ein Traum wird wahr

    Ich rannte.Nicht vor jemandem.Nicht dieses Mal.Ich rannte durch ein Feld voller Wildblumen, der Wind peitschte mir das Haar ins Gesicht, und echtes Lachen kam aus meiner Kehle – die Art von Lachen, die ich fast verlernt hatte.„Fang mich, wenn du kannst!“Ich blickte über die Schulter.Nidoran war hinter mir.Und er lächelte.Nicht der kalte, schneidende Ausdruck, an den ich mich gewöhnt hatte, sondern etwas Weicheres. Etwas, das ihn fast menschlich wirken ließ.„Du glaubst wirklich, du kannst mir davonlaufen?“ Seine Stimme trug mühelos über das Feld.Ich lachte und rannte schneller. „Du bist zu langsam!“Er schüttelte den Kopf und verschwand dann.Ich wurde langsamer, der Atem stockte. „Nidoran?“Nichts.„Nidoran?“Plötzlich schlossen sich starke Arme von hinten um meine Taille. Ich schrie auf und brach dann in Lachen aus, als er mich vom Boden hob und im Kreis drehte.„Du hast geschummelt!“„Habe ich nicht.“„Du bist verschwunden und ich konnte dich nicht finden!“„Das ist kein S

Mais capítulos
Explore e leia bons romances gratuitamente
Acesso gratuito a um vasto número de bons romances no app GoodNovel. Baixe os livros que você gosta e leia em qualquer lugar e a qualquer hora.
Leia livros gratuitamente no app
ESCANEIE O CÓDIGO PARA LER NO APP
DMCA.com Protection Status