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Chapter 5

Autor: Edith Tay
last update Data de publicação: 2026-08-27 19:05:00

Alpha Nidorans Augen glitten langsam über mich von Kopf bis Fuß.  

Ich spürte es – jeden Zentimeter dieses Blicks. Es fühlte sich an, als würde ich ausgezogen, ohne dass ein einziger Finger mich berührte. Seine Augen waren ein blasses, gefährliches Blau, scharf und kalt, und sie verpassten nichts. Nicht die Art, wie ich meine Hände zu fest an den Seiten hielt. Nicht die Art, wie meine Schultern ein wenig zu steif waren. Nicht die Art, wie meine Brust ein wenig zu schnell auf und ab ging.

Er musterte mich schweigend.  

Der Raum wurde schwerer, stiller.

Ich stand wie erstarrt an der Tür, den Rücken fest an die Wand gepresst. Es fühlte sich sicherer an, als könnte Stein mich vor dem Mann vor mir schützen. Vor seiner Macht. Vor der verräterischen Reaktion meines eigenen Körpers auf ihn.

Etwas flackerte in seinen Augen.  

„Das ist seltsam“, murmelte er, fast zu sich selbst. „Du bist… anders.“

Anders.  

Mein Herz schlug heftig gegen meine Rippen.

Er machte einen Schritt näher, und jeder Instinkt in mir schrie, wegzulaufen, zu kämpfen, die Zähne zu fletschen und nach ihm zu kratzen. Aber ich konnte nicht. Ich musste ruhig bleiben. Ich musste am Leben bleiben.

„Geht es dir gut?“, fragte er schließlich, seine Stimme tief, weich und gefährlich.

Ich öffnete den Mund, aber es kam nichts heraus. Meine Kehle war zu eng, mein Kopf zu laut.  

Ich traute meiner Stimme nicht.  

Also nickte ich nur.

Er beobachtete mich noch einen langen Moment. Ich merkte, dass er mir nicht glaubte. Er kannte Sucy – meinen Namen, mein Gesicht, meinen Duft – seit fünf Jahren. Er wusste, wie sie ging, wie sie sprach, wie sie atmete. Ein falscher Schritt und alles würde zusammenbrechen.

Ich versuchte, meine Angst zu verbergen. Ich hielt das Kinn hoch und den Blick fest, genau wie Anastasia es mir beigebracht hatte.  

Aber ich wusste, dass ich nichts versteckte.  

Ich fühlte mich nackt unter diesem Blick.

„Komm her“, sagte Nidoran plötzlich, sein Blick verdunkelte sich. „Zum Bett.“

Mein Herz explodierte in meiner Brust.  

Das Bett.

Meine Beine wurden zu Wasser. Hitze schoss mir in den Nacken und in die Wangen.  

Sucy hatte mir nie gesagt, dass das passieren würde. Nicht so.  

Natürlich nicht, spottete mein Verstand. Warum auch? Du bist für sie nur ein Werkzeug.

Mein Körper zitterte, als ich den ersten Schritt von der Wand weg machte. Jede Bewegung fühlte sich steif und unnatürlich an, wie eine Puppe, die gerade lernt zu gehen. Der Teppich dämpfte meine Schritte, während ich den Raum durchquerte, und die ganze Zeit spürte ich seinen Blick auf mir.  

Scharf. Kalt. Durchdringend.  

Als könnte er geradewegs durch die Haut meiner Verkleidung sehen, durch das Kleid hindurch bis zu dem verängstigten Mädchen darunter.

Ich kann das nicht, dachte ich.  

Ich muss das tun.

Meine Wölfin regte sich, unruhig und verwirrt.  

Gefährte… er will uns, schnurrte sie, halb nervös und halb aufgeregt.

„Halt den Mund!“, zischte ich innerlich. „Er will sie. Nicht uns!“

Ich erreichte das Bett und zögerte.

„Leg dich hin“, sagte er.  

Der Befehl rollte durch mich, schwer von Alpha-Macht. Meine Wölfin sank sofort in sich zusammen, der Körper verbeugte sich innerlich, während ich kämpfte, den Kopf hochzuhalten.  

Ich hasste es, wie mein Körper ohne meine Zustimmung reagierte.

Langsam ließ ich mich auf das Bett nieder, legte mich auf den Rücken auf die weichen Laken. Sein Duft war überall – Kiefer, Rauch und etwas, das ich nicht einordnen konnte und das meine Lungen eng machte und meinen Magen umdrehte.

Ich spürte, wie er näher kam. Die Matratze gab neben mir nach.  

Ich starrte an die Decke und weigerte mich, ihn anzusehen. Wenn ich hinsah, würde ich an das Blut meines Vaters denken. An den Schrei meiner Mutter. An die Flammen. An die Art, wie seine Aura die Nacht mit Schrecken erfüllt hatte.

„Sieh mich an“, sagte er leise.

Ich drehte den Kopf, und unsere Blicke trafen sich.  

Da war es wieder – dieser Sog. Dieses Band. Dieser kranke, verdrehte Faden, der uns gegen meinen Willen miteinander verband.

Sein Blick wurde für den Bruchteil einer Sekunde weicher, Verwirrung huschte hindurch, dann war sie verschwunden. Das Monster setzte seine Maske wieder auf.

Er beugte sich vor.  

In dem Moment, als seine Lippen meine Haut streiften, wurde mein ganzer Körper steif.

Er begann langsam.  

Zuerst die Ecke meines Kiefers. Ein leichter, verweilender Kuss, der meine Haut brennen ließ. Dann unter meinem Ohr, sein Atem warm an meinem Hals. Er bewegte sich mit absichtlicher Genauigkeit, zeichnete einen Pfad, als besäße er jeden Zentimeter von mir.  

Vielleicht dachte er das.

Mein Verstand schrie, aber mein Körper verriet mich. Jede Stelle, die sein Mund berührte, fühlte sich zu heiß, zu wach an, als würde er kleine Feuer unter meiner Haut entzünden.  

Ich hasste es.  

Ich hasste ihn.  

Ich hasste mich dafür, etwas anderes als Abscheu zu fühlen.

Seine Hand glitt an meiner Seite entlang, nicht zu grob, nicht zu sanft. Kontrolliert. Abgemessen. Als hätte er das schon hundertmal getan. Als wäre mein Körper nur ein weiteres Schlachtfeld, auf dem er jede Schwachstelle kannte.

Er küsste entlang meines Schlüsselbeins, meines Halses, dann tiefer, seine Zunge bewegte sich langsamer, leckte von meinem Hals hinunter zu meinem Dekolleté und nahm sich Zeit, als hätten wir die ganze Nacht.

Ich war hilflos.  

Gefangen unter dem Gewicht seiner Gegenwart, eingeklemmt zwischen meinem Racheplan und der rohen, unerwünschten Elektrizität, die mich bei jeder seiner Berührungen durchfuhr.

Meine Nägel gruben sich in die Laken.  

Das ist für sie, erinnerte ich mich heftig. Für Mutter. Für Vater. Für jeden Wolf, den er abgeschlachtet hat.  

Wenn ich das ertragen musste, um nah genug heranzukommen und ihm eines Tages ein Messer ins Herz zu stoßen, dann sei es so.

Er hob den Kopf leicht, seine Lippen schwebten knapp über meiner Haut. Seine Augen trafen wieder die meinen – suchend, fragend, als würde etwas für ihn immer noch nicht zusammenpassen.

„Du bist heute still“, sagte er leise. „Geht es dir gut?“

Ich schluckte, zwang meinen Ausdruck, ruhig zu bleiben, zwang meine Stimme, wie die Sucy zu klingen, die er kannte.  

„Ich bin nur… müde“, brachte ich heraus.

Sein Blick verweilte lange auf mir, und ich hatte das beunruhigende Gefühl, dass er die Lüge in meinen Worten hörte. Dass er das Brüllen meines Hasses unter der Sanftheit hörte, die ich nachzuahmen versuchte.  

Aber er stellte mich nicht bloß.

Stattdessen senkte er den Kopf wieder.  

Sein Mund streifte meinen Hals, diesmal langsamer, seine Zähne streiften meine Haut gerade so weit, dass meine Wölfin in mir erschauderte.

Gefährte, flüsterte sie wieder, die Augen vor Freude glänzend. Er berührt uns. Er hat uns gewählt.

Wut überflutete mich so heftig, dass meine Augen brannten.  

„Er hat uns nicht gewählt“, schnappte ich innerlich zurück. „Er hat mein Rudel zur Zerstörung gewählt. Er hat meinen Vater zum Töten gewählt. Er hat mein Leben zur Vernichtung gewählt.“

Sie winselte, aber sie zog sich nicht von ihm zurück.  

Und ich auch nicht.  

Weil ich nicht konnte.  

Weil ich gefangen war.  

Weil es nicht nur um Lust oder Qual ging. Das war Strategie. Das war Überleben. Das war ich, die sich freiwillig in die Arme des Wolfes begab, der meine Welt zerrissen hatte –  

damit ich eines Tages, wenn der Mond gnädig war…  

diejenige sein konnte, die seine zerriss.

Er spreizte meine Beine und ließ sich zwischen ihnen nieder, löste langsam die zickzackförmige Korsageschnürung meines Oberteils. Meine Brüste fielen frei und lagen offen vor seinen Augen. Er streichelte sie langsam, dann tauchten seine Lippen in eine. Ein leises Stöhnen entwich mir. Ich konnte das Gefühl nicht länger bekämpfen. Ich begehrte den Mörder meines Vaters – den Mann, der mein Leben zerstört und uns unser Königreich genommen hatte.  

Ich war in diesem Moment tatsächlich schamlos.  

Wie konnte ich es genießen?

Er saugte fest an der anderen und rieb langsam meine andere Brustwarze mit der Hand. Diesmal konnte ich mein Stöhnen nicht länger kontrollieren. Es war laut und leise zugleich und folgte einem Rhythmus.

„Fuck“, flüsterte ich und zog seinen Mund von meiner Brust.

Wie sage ich ihm, dass ich noch Jungfrau bin? Ich konnte nicht riskieren, dass der Plan scheiterte.

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