MasukAnastasia:
Meine Finger flogen über den Bildschirm meines Handys, während ich das Gerät tief unten auf meinem Schoß hielt. Chloe tippte bereits zurück.
Anastasia: Chloe, SOS. Ich werde gerade auf dem Rücksitz eines SUV von einem riesigen, besitzergreifenden Alpha gefangen gehalten.
Chloe: STASE OMG, BIST DU NOCH AM LEBEN?! Bist du von der Gala entkommen?!
Anastasia: Nein. Er hat mich buchstäblich wie einen Sack Kartoffeln hinausgetragen. Die Hochzeit mit Elena abgesagt und meinen Eltern mitgeteilt, dass er stattdessen MICH heiratet.
Chloe: ER WAS?! Er hat die Schwestern ausgetauscht?! Mädchen, ist das hier eine echte W*****d-Geschichte oder was?!
Anastasia: Es ist ein Albtraum. Meine Mutter hätte beinahe einen Schlaganfall bekommen. Jetzt bringt er mich zu seinem Rudelhaus. Ich sitze fest.
Chloe: Kannst du bei einer roten Ampel einfach rausspringen?!
Anastasia: Hinter uns fahren vier gepanzerte Sicherheitsfahrzeuge und die Türen haben Kindersicherungen. Außerdem fängt mein Magen gerade an, sich komisch zu drehen … Ich glaube, der Stress schlägt mir auf den Magen.
Chloe: Oh nein. Reisekrankheit?
Ich kam nicht dazu, zurückzuschreiben.
Eine plötzliche, heftige Übelkeitswelle stieg aus meinem Magen direkt in meinen Hals.
Die Luft im Wagen fühlte sich plötzlich erstickend dick an, erfüllt vom intensiven Geruch des Leders und Nicholas’ Aura, die nach Zedernholz und Regen roch. Mein Atem stockte. Jede Farbe wich aus meinem Gesicht.
„Anastasia?“, fragte Nicholas. Seine scharfen grünen Augen richteten sich in der Dunkelheit auf mich. Das arrogante, triumphierende Grinsen, das er bis eben noch getragen hatte, war augenblicklich verschwunden.
„Was ist los?“
Ich antwortete nicht. Ich konnte nicht.
Ich presste beide Hände auf meinen Mund und riss panisch die Augen auf.
„Warte …“, begann Nicholas und streckte eine Hand nach mir aus.
Würg.
Bevor er reagieren konnte, gewann die Übelkeit die Oberhand.
Ich beugte mich ruckartig nach vorn und erbrach mich direkt auf den makellos geschnittenen Designeranzug und das Revers von Nicholas’ tadellos sitzendem Sakko.
Die Stille, die daraufhin im Wagen herrschte, war absolut, erschreckend und beinahe schon grotesk.
Die Augen des Fahrers wurden im Rückspiegel tellergroß. Er sah aus, als würde er jeden Moment aus dem fahrenden Wagen springen, nur um sein eigenes Leben zu retten.
Nicholas saß vollkommen regungslos da.
Der hochmütige Hohe Alpha von Rom, ein Mann, den politische Rivalen und abtrünnige Wölfe gleichermaßen fürchteten, starrte mit purem, unverfälschtem Schock auf seinen ruinierten Anzug.
„Halten Sie den Wagen an“, sagte Nicholas mit gefährlich tiefer Stimme.
Der Fahrer trat so hart auf die Bremse, dass die Reifen kreischend über den Asphalt rutschten. Die gesamte Eskorte hinter uns kam abrupt zum Stillstand.
Nicholas entriegelte die Tür, stieg in die kühle Nachtluft hinaus und zog sofort sein ruiniertes Sakko aus. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, warf er es auf den Asphalt.
Er öffnete die obersten Knöpfe seines weißen Hemdes, nahm eine kalte Wasserflasche aus der Mittelkonsole des Fahrers und öffnete meine Tür.„Komm schon, lass mich das sauber machen“, sagte er mit überraschend leiser Stimme.
Ich stolperte auf den Straßenrand hinaus, meine Knie zitterten.
Er schraubte die Wasserflasche auf, goss sich Wasser über die Hände und legte mir vorsichtig eine Hand in den Nacken. Mit einem feuchten Seidentaschentuch wischte er behutsam meinen Mund ab und reinigte mein Gesicht.
Ich lehnte mich gegen die Seite des Wagens, atmete schwer und sah durch meine von Müdigkeit verschleierten Wimpern zu ihm auf.
„Also …“, krächzte ich und zwang ein schwaches, blasses Lächeln auf meine Lippen. „Lässt du mich jetzt gehen? Wie du siehst … du kommst damit offensichtlich nicht klar.“
Nicholas hielt inne. Sein Daumen strich leicht das kalte Wasser von meiner Wange.
Für den Bruchteil einer Sekunde wurde sein Blick weicher, bevor sich diese sture, unnachgiebige Mauer wieder vor seine Augen schob.
„Netter Versuch, süße Füchsin“, murmelte er und warf das Taschentuch beiseite. „Du kommst trotzdem mit mir.“
Da der Rücksitz des ersten SUV offiziell ruiniert war, gab Nicholas dem Begleitteam hinter uns ein Zeichen. Die Sicherheitsleute aus dem zweiten SUV stiegen sofort aus und wechselten hastig in ein anderes Fahrzeug, damit ihr Alpha und ich ihres übernehmen konnten.
Als wir schließlich durch die gewaltigen Eisentore des Laurent-Rudelhauses fuhren, war ich völlig erschöpft. Das Adrenalin, der Streit und das Erbrechen hatten mich vollkommen ausgelaugt.
Der SUV hielt vor den Stufen eines gewaltigen, von Licht erhellten Anwesens aus Marmor. Die Doppeltüren standen weit offen, und auf beiden Seiten des prächtigen Eingangs standen lange Reihen von Hausmädchen stramm.
In dem Moment, in dem Nicholas mich aus dem Wagen und die Stufen hinaufgeleitete, verbeugten sich die Dienstmädchen gleichzeitig und senkten in tiefer Ehrerbietung die Köpfe.
Eine ältere Frau in einer eleganten, streng geschnittenen Hausdamenuniform trat vor und verbeugte sich anmutig.
„Willkommen zu Hause, Luna. Ich bin Mrs. Gable, die Haushälterin. Wir haben alles für Ihre Ankunft vorbereitet.“
Ich stieß einen tiefen, erschöpften Seufzer aus und rieb mir die schmerzenden Schläfen.
„Danke … aber ich bin keine Luna. Nennen Sie mich nicht so“, murmelte ich, wobei ich kaum noch die Kraft hatte, aufrecht zu stehen.
Mrs. Gable schenkte mir ein höfliches, wissendes Lächeln. Sie widersprach mir nicht, sondern deutete sanft auf die prächtige Treppe.
„Folgen Sie mir, meine Lady. Wir sorgen dafür, dass Sie sich frisch machen und ins Bett kommen.“
Ich warf Nicholas keinen Blick zu. Er stand am Fuß der Treppe und beobachtete mich mit einem schweren, unergründlichen Blick.
Ich wollte einfach nur ein Bett, einen Eimer und Schlaf.
Anastasia:Meine Finger flogen über den Bildschirm meines Handys, während ich das Gerät tief unten auf meinem Schoß hielt. Chloe tippte bereits zurück.Anastasia: Chloe, SOS. Ich werde gerade auf dem Rücksitz eines SUV von einem riesigen, besitzergreifenden Alpha gefangen gehalten.Chloe: STASE OMG, BIST DU NOCH AM LEBEN?! Bist du von der Gala entkommen?!Anastasia: Nein. Er hat mich buchstäblich wie einen Sack Kartoffeln hinausgetragen. Die Hochzeit mit Elena abgesagt und meinen Eltern mitgeteilt, dass er stattdessen MICH heiratet.Chloe: ER WAS?! Er hat die Schwestern ausgetauscht?! Mädchen, ist das hier eine echte Wattpad-Geschichte oder was?!Anastasia: Es ist ein Albtraum. Meine Mutter hätte beinahe einen Schlaganfall bekommen. Jetzt bringt er mich zu seinem Rudelhaus. Ich sitze fest.Chloe: Kannst du bei einer roten Ampel einfach rausspringen?!Anastasia: Hinter uns fahren vier gepanzerte Sicherheitsfahrzeuge und die Türen haben Kindersicherungen. Außerdem fängt mein Magen gerad
Anastasia:Mama stand wie erstarrt da. Ihr Mund stand leicht offen, während ihre Augen hektisch zwischen Nicholas’ schwer auf meiner Taille ruhendem Arm und meinem Gesicht hin und her sprangen.„Ich … ich bitte um Verzeihung, Alpha?“, brachte sie schließlich piepsend hervor. Ihre Stimme war um drei Oktaven nach oben gerutscht, während sie eine Hand auf ihre zitternde Brust presste.„Was … was hast du gesagt? Das muss ein Missverständnis sein, Mylord. Anastasia ist doch gerade erst aus …“„Er macht nur Spaß“, platzte ich sofort heraus und setzte ein angespanntes, wütendes Lächeln auf, während ich meinen Ellbogen mit aller Kraft, die ich aufbringen konnte, direkt in Nicholas’ Rippen rammte.Es war, als würde ich gegen massives Titan schlagen.Er zuckte nicht einmal mit der Wimper. Sein Arm blieb wie ein eiserner Riegel um meine Hüfte geschlungen.„Er hat einen ziemlich bizarren, schwarzen Humor, Mama. Er hat nur …“„Über meine Blutlinie mache ich keine Scherze“, unterbrach Nicholas mich
Anastasia:Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, aber ich weigerte mich, auch nur ein Fünkchen Panik auf meinem Gesicht zu zeigen. Ich stellte mein leeres Glas auf ein vorbeikommendes Tablett und strich mein Kleid glatt, bevor ich mich auf dem Absatz umdrehte, um den Saal durch den Hinterausgang zu verlassen.„Anastasia!“, rief Nathans Stimme hinter mir, doch ich wurde nicht langsamer. Ich schlängelte mich durch das Meer aus Gästen, ignorierte die neugierigen Blicke und gedämpften Gespräche und steuerte direkt auf den Korridor zu, der in den ruhigen, nur schwach beleuchteten Flügel der Villa führte.Ich musste Chloe sofort anrufen.Sie nahm beim zweiten Klingeln ab.„Stase? Bist du gelandet? Wie ist Rom?“„Chloe, hör mir zu“, sagte ich und hielt meine Stimme zu einem Flüstern gedämpft. „Ich bin auf der Gala. Er ist hier.“„Wer ist hier? Dein Vater?“„Der Vater meines Babys.“ Ich legte eine Hand an meine Stirn und lief auf und ab.„Der Typ aus dem Maybach in L.A. Er ist Nicholas Laure
Anastasia:Der Nachmittagsverkehr auf der 405 kroch nur langsam voran, doch in Chloes Wagen hätte es mir nicht gleichgültiger sein können, solange ich meinen Flug nicht verpasste.Ich legte eine Hand auf meinen Bauch. Er war noch vollkommen flach. Ich war gerade einmal fast zwölf Wochen schwanger, doch unter meiner Hand konnte ich diesen schwachen, gleichmäßigen Puls spüren.Ein zweiter Herzschlag.Ein kleines Leben, das zur Hälfte mir gehörte.Chloe behauptet zwar, dass ich überhaupt nichts spüren könne und einfach nur sentimental sei, aber das durfte ich schließlich auch sein.„Du bist für meinen Geschmack viel zu entspannt damit, Stase“, sagte Chloe und umklammerte das Lenkrad, während sie mir einen kurzen Blick zuwarf. Chloe war immer die Dramatische von uns beiden, also sollte sie das ruhig genießen.„Du bist im dritten Monat schwanger mit einem Baby, dessen Vater dich wahrscheinlich für eine Halluzination oder eine Betrügerin hält. Und jetzt fliegst du direkt nach Rom zu einer H
Anastasia:Als meine Sinne endlich wieder in die Realität zurückkehrten, fühlte sich der Wagen plötzlich erdrückend eng an. Chloe würde mich dafür garantiert nicht so schnell davonkommen lassen. Meine Brust hob und senkte sich in abgehackten Atemzügen, während jede einzelne Nervenfaser in meinem Körper noch von den Nachwirkungen kribbelte.Ich strich den Saum meines Kleides glatt und versuchte, meine Fassung wiederzugewinnen.„Das war … gut“, brachte ich schließlich hervor. Meine Stimme klang rauer als sonst.Ohne auf seine Antwort zu warten, griff ich nach dem Türgriff und stieß die Tür auf. Ich spannte mich an und rechnete halb damit, dass seine Hand nach meinem Handgelenk greifen, er mich zurückziehen oder etwas sagen würde.Doch er tat nichts davon.Er lehnte sich einfach wieder gegen das Leder zurück und beobachtete mich schweigend mit seinen dunklen Augen, während die kühle Nachtluft in den Wagen strömte.Die Stille traf mich härter als eine Ohrfeige.Ich schluckte den Kloß der
Anastasia:„Ich gehe heute Abend aus, Chloe, und du kommst mit“, verkündete ich und lehnte mich mit vor der Brust verschränkten Armen an den Türrahmen des Schlafzimmers meiner besten Freundin. „Es ist dein Geburtstagswochenende. Du hast kein Mitspracherecht.“„Nun, Ma'am, ich lehne ganz eindeutig ab. Wir können meinen Geburtstag auch feiern, ohne in einen Club zu gehen. Einige von uns müssen morgen früh arbeiten, Anastasia.“„Die Arbeit kann warten.“Ich ging zu ihrem Kleiderschrank, schob die Türen auf und begann, verschiedene Sachen von den Kleiderbügeln zu ziehen.„Ich suche dein Kleid aus. Und heute Abend trägst du zum ersten Mal seit Jahren wieder Make-up.“„Was? Auf keinen Fall!“Chloe drehte sich auf ihrem Stuhl zu mir um, die Augen vor Panik weit aufgerissen.„Anastasia, wag es nicht …“Bevor sie ihren Protest beenden konnte, schnappte ich mir ein flauschiges Badetuch von ihrem Regal, warf es ihr direkt ins Gesicht, packte sie am Arm und zog sie in Richtung Badezimmer.„Dusche







