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Kapitel 3

Penulis: Moore
Dante erstarrte kurz und stieß dann hörbar die Luft aus. Sichtlich erleichtert entspannte sich sein Gesicht.

„Ich wusste, dass du Verständnis hast, Cece. Livia ist noch jung. Lass ihr einfach ein bisschen ihren Willen.“

Dann eilte er schon zur Tür.

„Ich lasse mir gleich die neuesten Modelle der nächsten Saison reservieren. Dieses Mal hole ich dir ganz bestimmt dein Lieblingsstück!“

Sobald Dante weg war, verschwand Livias jämmerlicher Ausdruck schlagartig. Mit selbstgefälliger Miene schwenkte sie die Geschenkbox in der Hand und sah mich verächtlich an.

„Na, merkst du es jetzt? Die Person, die Dante am wichtigsten ist, bist längst nicht mehr du. Weißt du eigentlich, warum er all die Jahre hintereinander kein Glückslos gezogen hat? Nicht, weil er Pech hatte. Dante hat die Lose absichtlich austauschen lassen. Wegen mir. Die Frau, die er heiraten will, bin ich. Nicht du. Er wartet nur darauf, dass ich erwachsen werde!“

Obwohl ich die Wahrheit längst kannte, bohrten sich Livias Worte wie Nadeln in mein Herz.

Als sie mein blasses Gesicht sah, wurde ihr Lächeln noch breiter. Sie beugte sich dicht zu mir und flüsterte mir ins Ohr:

„Celia Moretti, was genau lässt dich glauben, du könntest mit mir konkurrieren? Dante verdankt meinem Vater sein Leben. Wegen dieser Verbindung wird er mir niemals entkommen.

Sag schon. Wen glaubst du, trägt er unter diesen Umständen im Herzen? Dich oder mich?“

Noch bevor ich reagieren konnte, packte sie mich und riss uns beide gegen das bodentiefe Fenster neben uns.

Das laute Krachen von splitterndem Glas schreckte alle auf. Zwischen Livias schrillen Schreien stürmte Dante wie besessen zurück ins Café. Als er das zerborstene Fenster sah, wurde sein Gesicht kreidebleich, und er schrie Livias Namen mit heiserer Stimme.

„Livia!“

Er rannte zu ihr. Ohne auf die scharfen Glasscherben zu achten, zog er Livia mit bloßen Händen aus dem Haufen Splitter, hob sie auf seinen Rücken und lief hinaus, ohne sich ein einziges Mal umzudrehen.

Ich lag kaum einen halben Meter entfernt, blutüberströmt auf dem Boden, und sah ihm mit letzter Kraft hinterher.

Früher hatte Dante nur Augen für mich gehabt.

Jetzt lag ich verletzt direkt vor ihm, und trotzdem sah er mich nicht.

In seinen Augen war nur noch eine andere Frau.

...

Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Krankenhausbett, umgeben vom beißenden Geruch nach Desinfektionsmittel.

„Du bist wach?“

Dante saß irgendwann an meinem Bett. Mit finsterem Gesicht sah er auf mich hinab.

Ich bewegte mich leicht, und sofort zerrte es an meinen Wunden. Vor Schmerz wich alle Farbe aus meinem Gesicht.

Dante seufzte leise. In seiner Stimme lag kaum hörbarer Vorwurf.

„Es war doch nur eine Tasche, Cece. Musst du wirklich so ein Theater machen? Wenn du es ihr nicht geben willst, kannst du das doch einfach sagen. Warum musst du Livia verletzen? Und jetzt sieh dich an. Du hast dir auch noch selbst wehgetan.“

Ungläubig starrte ich ihn an. Meine Augen weiteten sich.

Dante drehte den Kopf weg und sah mich nicht mehr an.

„Livia hat mir alles erzählt. Du warst wütend, weil sie deine Tasche genommen hat. Ihr habt euch darum gestritten und seid gegen das Glas geprallt.

Cece, wenn du so verwöhnt bist, wie willst du dann jemals deine Rolle als meine Frau ausfüllen? Wir verschieben die Hochzeit um weitere zwei Jahre.“

Mein Hals schnürte sich zu. Ich holte mehrmals tief Luft und brachte trotzdem kein einziges Wort des Widerspruchs heraus.

In meinem Herzen schrie und fluchte ich.

Ich wollte Dante Livias wahres, boshaftes Gesicht zeigen. Ich wollte ihm vorwerfen, dass er längst sein Herz verloren hatte und mich trotzdem weiter belog.

Doch am Ende verwandelten sich all meine heftigen Gefühle nur in Tränen, die lautlos über meine Schläfen liefen.

Ich schloss die Augen und sagte schließlich:

„Das ist nicht nötig. In drei Tagen werde ich heiraten.“

Dante erstarrte. Dann brach er plötzlich in lautes Gelächter aus.

„Cece, was soll das denn für ein Witz sein? Du liebst mich doch so sehr. Wie sollst du da einen anderen Mann heiraten?

Du denkst dir Lügen aus, nur weil du dich nicht bei Livia entschuldigen willst. Cece, ich bin wirklich enttäuscht von dir.“

Er stand auf und blickte von oben auf mich herab.

„Offenbar habe ich dich früher zu sehr verwöhnt. Deshalb bist du jetzt so arrogant geworden. Ich werde dir nicht länger alles durchgehen lassen. Wenn du dich dieses Mal nicht bei Livia entschuldigst, dann überlasse ich ihr die Position meiner Ehefrau!“

Er schnaubte kalt und verließ das Krankenzimmer, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Ich sah ihm still nach.

Mein Herz war völlig taub geworden.

Dante glaubte, ich würde nur trotzig reagieren. Aber er wusste nicht, dass Elder Giuseppe meine Ehe längst mit dem Erben der Familie Orsini in Sacily arrangiert hatte.

Während der zwei Tage, die ich im Krankenhaus verbrachte, kam Dante kein einziges Mal zu mir.

Dafür war Livias Social Media voller Spuren von ihm.

Er wechselte ihr die Verbände. Er stand zwei Stunden lang an, um ihr Lieblingsessen zu kaufen. Und er engagierte für viel Geld den angesehensten Schönheitschirurgen, damit Livia eine Narbenentfernung bekam.

All das bedeutete mir längst nichts mehr.

Am Morgen des dritten Tages erledigte ich meine Entlassung.

Unter dem Schutz der Leibwächter, die Elder Giuseppe für mich organisiert hatte, stieg ich in das Flugzeug nach Sacily.

Ohne ein einziges Mal zurückzusehen.

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