Home / Werwolf / Das Verbotene Blut / Kapitel 5: Das verbotene Erbe

Share

Kapitel 5: Das verbotene Erbe

Author: Cat Ink
last update publish date: 2026-09-16 14:17:50

POV: Daphne

»Ich bin dein Halbbruder, Daphne.«

Diese Worte hallen unaufhörlich in meinem Kopf wider. Ich beginne, all das zu verarbeiten, was er gerade gesagt hat.

Habe ich also wirklich einen Bruder?

Ja.

Ist mein leiblicher Vater tot?

Ja.

Oh Gott! Das ist völlig verrückt. Wird meine Mutter je die ganze Wahrheit erfahren? Was wird als Nächstes passieren? Unzählige Fragen schwirren durch meinen Kopf. Alles ist so verwirrend. David hat gesagt, dass seine Mutter Sophia hieß, aber meine leibliche Mutter hieß Emily Lawton.

»Du hast vorhin erwähnt, dass deine Mutter Sophia hieß«, sage ich und bemerke sofort einen Hauch von Unsicherheit in seinen Augen. »Aber der Name meiner leiblichen Mutter war Emily.«

»Wenn das so ist, haben wir denselben Vater, aber nicht dieselbe Mutter.« Er setzt sich auf das Bett und sieht mich eindringlich an. »Bevor er deine Mutter traf, hatte mein Vater bereits eine Familie.«

»Du machst wohl Witze? Er hat seine Familie für eine andere verlassen? Ich glaube, Sarah hat dieses kleine Detail vergessen zu erwähnen«, sage ich überrascht.

»Hör zu … Ich will nicht rechtfertigen, was sie getan haben, aber meine Mutter wollte das nie.« Er seufzt tief. »Unsere Eltern wurden von unseren Großeltern zur Hochzeit gezwungen. Bei uns ist es üblich, dass jemand von hohem Rang jemanden aus demselben Stand heiratet. Als sie zusammen waren, war keiner von beiden verliebt, aber wenn man heiratet, hat man die Pflicht, Kinder zu bekommen, um die Blutlinie fortzuführen.« Ich spüre einen kleinen Stich der Erleichterung, als ich das höre. »Ich war der Älteste, und dann kam meine Schwester Seline.« Er fährt fort: »Als ich acht Jahre alt war, fanden wir heraus, dass Vater eine andere Frau hatte. Wenn man seinem Seelenverwandten begegnet, entsteht ein Band zwischen beiden, das unmöglich zu trennen ist. Deshalb ist mein Vater gegangen.«

»Und was ist mit meiner Mutter?«

»Sie hat ihm geholfen«, sagt er und lächelt schwach, »aber dann brach das Chaos aus.«

»Warum?«, frage ich zögernd.

»Warum? Weil die Vampire und Werwölfe die Situation ausnutzten, um uns anzugreifen. Mein Vater war der Einzige, der uns beschützen konnte. Einige von uns starben, und diejenigen, die überlebten, versteckten sich.«

»Aber warum führen sie überhaupt diesen Krieg zwischen den Clans?«

Davids von Zorn erfüllter Gesichtsausdruck überrascht mich.

»Jahrhundertelang wurde versucht, einen Waffenstillstand zwischen allen Clans zu schließen. Aber der Alpha eines Rudels weigerte sich, und die Vampire taten es ihm gleich«, murmelt er. »Da brach das Chaos aus. Die Vampire griffen ohne Unterschied an, und eines Nachts fielen sie bei uns ein. Es gab Tote: Männer, Frauen und sogar Kinder«, fährt er fort, wobei seine Stimme lauter wird. »Der Oberste Hexenmeister verlor in dieser Nacht seine gesamte Familie. Der Schmerz war so tief, dass er jede Menschlichkeit in sich auslöschte. Deshalb befahl er, die Familien beider Clans zu töten – und der Krieg zwischen Vampiren, Werwölfen und Hexenmeistern begann. Als das geschah, schloss dieser mächtige, uralte Hexenmeister namens Klaus einen Pakt mit den Jägern. Es wurde vereinbart, dass die Jäger die Werwölfe und Vampire jagen und töten würden. Im Gegenzug würde Klaus sie beschützen, und wenn Menschen starben, würde er sie ins Leben zurückholen.«

»Ist … ist so etwas überhaupt möglich?«

»Natürlich, aber nur er konnte das tun, denn es erforderte immense Macht …« Er hält inne und fügt hinzu: »Sie willigten ohne Zögern ein. Man brachte ihnen alles bei. So fingen sie an, die Werwölfe und Vampire einen nach dem anderen zu jagen, sie wollten keinem von ihnen mehr begegnen. Die Jahre vergingen, und auch die Werwölfe und Vampire begannen, sich zu verstecken.«

»Doch nach einigen Jahren tötete ein uralter Alpha Klaus. Wenn ein Hexenmeister stirbt, gibt es einen Zweiten – den Mächtigsten des Clans –, der seinen Platz einnimmt. Dieser Zweite war mein Vater. Er wurde ausgewählt, Klaus’ Nachfolge anzutreten, auch wenn er nicht ganz so mächtig war wie Klaus; dennoch war er mächtiger als wir alle und beherrschte die Magie wie kein anderer …«

»Und dann hat er meine Mutter getroffen«, murmle ich.

»Ja. Später erfuhren wir, dass deine Mutter starb, als sie dich beschützte. Mein Vater kehrte zurück, um seinen Platz wieder einzunehmen, aber die anderen Hexenmeister akzeptierten ihn nicht mehr. Sie weigerten sich, seine Autorität anzuerkennen.«

»Er wusste, dass sie nicht bereit waren, und trotzdem ist er mit einer Wölfin fortgegangen.«

»Wir dachten, er würde nie wiederkommen. Aber die Werwölfe und die Vampire hörten nie auf – jeden Tag, jede Woche, jeden Monat griffen immer mehr von ihnen uns an. Und anstatt uns zu helfen, blieb er an deiner Seite. Als wäre es ihm völlig egal, was die anderen dachten, als hätte nur er das Recht zu leben.«

Er schließt für einen Moment die Augen, als würde er sich an jenen Tag erinnern.

»Er war nicht mehr derselbe. Der Tod deiner Mutter hatte ihn so tief getroffen, dass er begann, die Kinder des gegnerischen Clans nacheinander zu töten, bis kaum noch welche übrig waren. Er kannte keine Gnade mehr. Zuerst tötete er ihre Kinder, damit sie denselben Schmerz spürten, von ihren eigenen Kindern getrennt zu sein, dann ihre Gefährten und schließlich sie selbst. Aber er hat nicht alles vernichtet; ihm blieb noch eine Seele zu töten: Samuel Lawton, der älteste Alpha der Welt, über 800 Jahre alt.«

»Mein Großvater …«

Er nickt stumm.

»Egal wie alt er wird, er stirbt einfach nicht. Die Jahre vergehen, und nichts ändert sich. Aber auf der anderen Seite haben die Werwölfe und Vampire aufgehört, uns zu jagen. Wir dagegen suchen sie weiter und töten sie. Mein Vater war beruhigt, weil er wusste, dass sie dich nicht finden würden; er wusste, dass du in Sicherheit warst.«

»Wie ist er gestorben?«

Ich bemerke, wie er erneut die Fäuste ballt und den Blick senkt.

»Eines Tages drangen Wölfe in unser Territorium ein und fingen an, jeden zu töten. Ein Mitglied unseres Clans hatte versehentlich den Sohn eines Alphas verschont, und dieser suchte Rache für den Mord an seiner Familie. Samuel schloss sich ihm an. Vater kämpfte, aber es waren einfach zu viele – und sie töteten ihn. Wir flohen so schnell, wie wir konnten, als wir begriffen, was geschah. Meine Nanny rannte los, und ich schnappte mir Seline und meine Mutter, aber einer von ihnen stürzte sich auf uns«, sagt er mit zitternder Stimme. »Ich ließ Seline los, um zu kämpfen und meiner Mutter zu helfen. Ich nahm sie in die Arme, und als ich mich umdrehte, hatten sie meine Schwester verschleppt. Ich hielt meine Mutter, aber sie war bereits fort … Es war zu spät.« Seine Stimme ist voller Trauer. »Ihre letzten Worte vor ihrem Tod waren, dass ich dich finden soll. Du bist die Einzige, die mir helfen kann, das wieder in Ordnung zu bringen.«

»Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie wissen, dass du am Leben bist. Deshalb wollen sie dich, weil du die Tochter des Hexenmeisters bist, der ihre Familien getötet hat, und weil du eine Hexe bist, die alle Elemente beherrscht – genau wie Klaus.«

»Zumindest hat diese verdammte Serena das behauptet.«

»Serena? Wer ist das?«

»Pff, nur eine Hexe, die die Zukunft sehen kann, und sie hat dich gesehen. Aber sie hat uns verraten. Sie hat dem Alpha alles erzählt, und jetzt jagen sie dich. Manche wollen Rache, andere wollen deine Kräfte ausnutzen.«

Meine Hände zittern; ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Die einen wollen mich tot sehen, die anderen wollen nur meine Macht – und ich weiß noch nicht einmal, wie ich sie benutzen soll!

»Das darf nicht wahr sein! Vor ein paar Tagen war ich noch ein ganz normales Mädchen, und jetzt will mich plötzlich jeder tot sehen!«

»Ich werde dir bei allem helfen. Aber ich brauche deine Hilfe, um meine Schwester wiederzufinden.« Er schüttelt den Kopf. »Ich weiß, dass du Angst hast, glaub mir, ich auch. Aber wir müssen den Tod unseres Vaters rächen und sie jagen. Allein schaffe ich das jedoch nicht.«

»Entschuldige, wenn ich das so frage, aber … woher weißt du überhaupt, dass sie noch lebt? Wenn sie Rache wollen, glaubst du nicht, dass sie sie längst getötet hätten?«

»Nein. Sie ist nicht tot, und ich weiß das, weil ich sie spüren kann.«

»Was meinst du mit ›spüren‹?«

»Bevor all das passierte, hat Vater einen Zauber gewirkt, damit wir miteinander verbunden bleiben. Ich fühle, was die andere Person fühlt – und ich spüre sie noch immer. Sie hat Angst, und ich weiß, dass sie lebt. Ich würde sie nicht mehr spüren, wenn sie tot wäre.«

»Das ist verrückt! Weißt du denn, wo sie ist?« Er nickt. »Und warum hast du niemanden sonst um Hilfe gebeten?«

»Ich habe es getan, wieder und wieder, aber sie sind alle Lämmer und Feiglinge. Keiner von uns hat je einen Alpha getötet; das hat nur Vater getan. Wenn wir jagten, kümmerte sich Vater um die Alphas und wir uns nur um das Rudel. Ein Alpha ist viel mächtiger als ein gewöhnlicher Hexenmeister, aber Vater war anders. Ich habe nicht genug Macht, um es alleine mit ihnen aufzunehmen«, gesteht er sichtbar frustriert. »Aber du schon. Ich werde dir helfen, deine Kräfte zu beherrschen und zu kämpfen, aber du musst mir im Gegenzug helfen, ich bitte dich.«

Ich seufze tief. So sehr ich auch versuche, das alles zu begreifen, es ist schier unmöglich. Natürlich bin ich wütend auf sie, aber das sind Kreaturen, von deren Existenz ich bis vor Kurzem nicht einmal geahnt habe.

Mein Gott! Diese Wölfe sind größer als ein Pferd; sie würden mich ohne Zögern lebendig auffressen.

Was für ein Albtraum!

»Ich … ich weiß nicht, David. Das alles macht mir solche Angst …«

»Ich weiß, aber ich werde dir beistehen. Bitte, Daphne, hilf mir, sie zurückzuholen.«

»Bist du sicher, dass sie sie haben?«

»Ja«, antwortet David langsam. »Wir müssen etwas tun, Daphne. Willst du denn nicht rächen, was sie unserem Vater angetan haben?«

Mein Körper zittert bei der Erinnerung an die schrecklichen Bilder.

Ich sage nichts; ich bleibe stumm. Ich weiß, dass er recht hat. Ich kann nicht einfach tatenlos zusehen. Sie haben mir das Kostbarste genommen, das ich besaß. Vielleicht ist es eine überstürzte Entscheidung, aber ich habe keine Wahl. Mein Vater ist tot, und sie jagen mich.

Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu kämpfen.

»Wir werden das schaffen«, murmle ich leise.

»Danke, Daphne. Ich verspreche dir, dir so gut zu helfen, wie ich nur kann.«

»Wo wir gerade davon sprechen, ich brauche ein Versprechen von dir …« Er runzelt die Stirn. »Du wirst niemandem sagen, was ich wirklich bin. Nicht meiner Nanny und ganz besonders nicht meiner Mutter. Es wäre zu gefährlich für uns alle. Sie glauben, dass ich eine einfache Hexe bin, und dabei soll es auch bleiben. Wenn sie die Wahrheit herausfinden, wird es nur noch schlimmer für uns beide.«

»Natürlich, dein Geheimnis ist bei mir sicher.«

»Könntest du mir helfen, meine Wölfin zu verbergen? Ich habe Mama von einem Zauber sprechen hören, mit dem man seine Kräfte verbergen kann. Mein Vater Anderson hat ihn benutzt. Ich weiß, dass er ein Magier war und mehr Macht hatte, aber du kannst mir sicher dabei helfen, oder?«

»Selbstverständlich helfe ich dir, wo ich kann. Du bist meine Familie. Ich verspreche es dir: Ich werde kein Wort sagen. Deine Mutter ist gestorben, um dich zu beschützen, und ich werde dasselbe tun: Ich werde an deiner Seite stehen und auf dich aufpassen.«

»Danke«, flüstere ich.

Er umarmt mich, und in diesem Moment spüre ich es.

Ich spüre, dass er nicht lügt; er sagt die Wahrheit.

Ich habe gemischte Gefühle. Aber will ich das wirklich tun?

Ja.

Ich will mich für das rächen, was sie meinem Vater angetan haben, und ich werde jeden töten, der sich mir in den Weg stellt. Ich werde genauso erbarmungslos sein wie sie – und ich schwöre mir, dafür zu sorgen, dass es nie wieder Wölfe geben wird.

Continue to read this book for free
Scan code to download App

Latest chapter

  • Das Verbotene Blut   Kapitel 34: Ein neuer Funke Hoffnung

    POV: Damon Ich liege auf dem kalten Boden, was mir wie Stunden vorkommt. Ich habe nicht einmal mehr die Kraft aufzustehen. Ich kann nur weinen und in die kalte, dunkle Nacht hinausschreien. Ich knie für einen Moment da, außer Atem, und versuche zu begreifen, was gerade geschehen ist. Ich spüre und höre meinen inneren Wolf nicht mehr. Während ich mich erschöpft und hilflos fühle, durchrollt mich plötzlich eine Welle der Wut. Sie brennt wie ein Waldbrand und verzehrt mein ganzes Wesen. »Ich hätte sie beschützen müssen«, murmle ich in die Dunkelheit. »Ich hätte ...« Mein Atem geht kurz. Warum hast du das getan? Auch wenn ich es nicht wahrhaben will, weiß ich, warum. Sie hat sich für uns alle geopfert. Sie hat nicht einmal einen Augenblick gezögert. Sie hat einfach ihr Leben gegeben. Sie hat es ganz einfach getan. »Es tut mir leid ...«, schluchze ich verzweifelt. Mein Herz rast, als würde der Schmerz mich durchbohren. Meine Brust schmerzt unerträglich. Jeder Atemzug ist ein erstick

  • Das Verbotene Blut   Kapitel 33: Der Verlust meiner Gefährtin

    POV: DamonDer Kampf ist intensiv, und der Geruch von Blut ist unerträglich.Meine Sicht schärft sich und erlaubt es mir, jede Bewegung meiner Gegner wahrzunehmen.Ich werfe mich nach vorn, meine Hinterbeine katapultieren mich in die Schlacht. Meine scharfen Reißzähne schließen sich um den Arm eines Hybriden, und ich reiße ihn ihm mit einem einzigen Biss ab. Sein Körper bricht mit einem Schmerzensschrei zu Boden. Ich beiße ihm in die Kehle, das Geräusch meiner Zähne, die sich in sein Fleisch bohren, klingt wie ein Knacken, und warmes Blut füllt meinen Mund. Ich sehe, wie er leblos zu Boden fällt, sein Körper zuckt krampfhaft, während das Leben aus ihm weicht.Meine Schwester, ebenfalls in eine Wölfin verwandelt, rennt an meiner Seite, ihr Fell blutverschmiert, ihre scharfen Reißzähne bereit zuzuschlagen. Wir bewegen uns in perfekter Synchronisation. Ich sehe das Licht von Davids Magie, das sich von seinen Fingerspitzen ausbreitet und den Wald erhellt.Mein Herz zieht sich beim Anblick

  • Das Verbotene Blut   Kapitel 32: Das letzte Sonderopfer

    POV: DaphneEin seltsames Licht steigt in die Luft empor und projiziert sich auf einige der Hybriden, die uns umringen. Intensiv und blendend ist seine brennende Hitze selbst aus der Entfernung spürbar. Die getroffenen Hybriden stoßen einen Schrei des Schmerzes und der Agonie aus, dann brechen sie verkohlt und leblos auf dem Boden zusammen.Ich sehe mich um.Die Vampire sind angekommen.Der Boden bebt für einige Augenblicke unter meinen Füßen, und ich weiß, dass es Sams Verdienst ist. Ihre Macht ist unglaublich, und ich bin dankbar, sie an meiner Seite zu haben.Eine Welle aus Schreien und Knurren erhebt sich von beiden Seiten, und der Kampf intensiviert sich. Ich beobachte, wie Damon gegen einen der Hybriden kämpft, und weiß, dass das meine Chance ist. Während alle gegeneinander kämpfen, riskiere ich einen Blick zu ihm; sein Gesicht wendet sich mir zu. Für einen Moment kreuzen sich unsere Blicke, und ich kann die Panik in seinen Augen lesen.Ohne eine Sekunde zu verlieren, erscheint

  • Das Verbotene Blut   Kapitel 31: Stunde der Abrechnung

    POV: Daphne Ein ironisches und herausforderndes Lächeln legt sich auf mein Gesicht. Seine Haltung versteift sich augenblicklich, und er kneift die Augen zusammen, während ein dunkles, verärgertes Funkeln auf seinem Gesicht aufblitzt. Er nähert sich mir mit langsamen, gemessenen Schritten. Ich richte mich auf, meine Haltung wirkt entspannt, doch meine Muskeln sind angespannt, bereit, jeden Moment loszuspringen. »So, so ... du bist also endlich in der Lage, aus deinem Versteck zu kommen«, sagt er dehnend. »Das würde ich nicht sagen, Kleines«, sagt Samuel mit seiner tiefen, bedrohlichen Stimme. Ich erzittere leicht, als ich ihn höre, und mein Herz beginnt schneller zu schlagen, doch ich zwinge mich, ruhig zu bleiben, und lasse mir meine Angst nicht im Gesicht anmerken. Samuel macht einen Schritt auf mich zu, sein Blick fest in meinen gebohrt. Ich lese Wut und Grausamkeit in seinen Augen. »Du weißt nicht, was du tust, Kleines.« Ich bleibe standhaft und versuche, meine Angst nicht zu

  • Das Verbotene Blut   Kapitel 30: Die Falle im Schatten

    POV: Daphne Mit rasendem Herzen betrachte ich mich im Spiegel, während ich meine Haare zusammennehme und sie zu einem langen Zopf flechte. Meine Hände zittern leicht, während ich versuche, meine Nerven zu beruhigen. Ich schlüpfe in die Kleidung, die ich bei meiner Ankunft trug, und erinnere mich an den Tag, an dem alles begann. Die kleinen Druckknöpfe an den Seiten des Hemdes schließen sich mit einem unheimlichen Klicken, als würden sie mein Schicksal besiegeln. Schließlich ziehe ich die Kapuze hoch und spüre, wie sie mich mit einem Gefühl der Unausweichlichkeit umhüllt. Ich sehe mich ein letztes Mal im Spiegel an, wohl wissend, dass dies das Ende ist. Als wir aus dem Auto steigen, tauschen Françoise, Samantha und ich einen Blick aus und sehen, dass sich alle auf den Kampf vorbereiten. Die Atmosphäre ist von Spannung und Angst erfüllt. Natürlich sorgt sich Sam wegen Damons Reaktion, wenn er erfährt, was geschehen wird. Ihr Blick trifft meinen, und ich kann die Furcht und Sorge in ihr

  • Das Verbotene Blut   Kapitel 29: Das letzte Geschenk

    POV: Damon »Verdammt!«, stoße ich aus und schlage mit der Faust auf den Schreibtisch. Die Frustration frisst mich. Plötzlich höre ich ein leises Klopfen an der Tür. »Gibt es ein Problem?«, fragt sie und blickt mit einem Lächeln durch den Türspalt. »Nein, es ist alles in Ordnung.« Ich sitze auf dem Stuhl und sehe ihr zu, wie sie sich nähert. Ihre schwarze, ausgeschnittene und an den Armen durchbrochene Bluse schmiegt sich an ihre Kurven, und ihre Beine sehen herrlich aus in dieser schwarzen Lederhose. Ihr weißes Haar ist zu einem hohen Pferdeschwanz zurückgebunden, und ihre Haut glänzt leicht vor Schweiß. Das bedeutet, dass sie Sport getrieben hat. »Du siehst unwiderstehlich aus«, sage ich zu ihr, woraufhin sie leicht errötet. Ich presse die Lippen zusammen, um nicht zu lächeln. »Deine Haare sehen so wunderschön aus, aber ich sehe sie lieber offen.« Sie zuckt mit den Schultern. »Ja, schon, aber es stört mich, wenn wir streiten. Vielleicht solltest du mit mir darüber sprech

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status