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Kapitel 87

Author: Ein Glücksfischchen
Sie steckte nur kurz den Kopf zur Tür herein und zog ihn sofort wieder zurück.

„Ich sehe mal nach.“ Sebastian stand auf und ging hinaus.

Draußen stand Charlotte mit einem Blumenstrauß in den Armen. Sie wirkte vorsichtig, beinahe schüchtern. „Sebastian … Wie geht es Klara? Ich wollte sie eigentlich besuchen, aber ich hatte Angst, dass sie mich gar nicht sehen möchte …“

„Es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Sie braucht vor allem Ruhe.“ Sebastian dachte daran, wie sehr Klara Charlotte ablehn
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  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 291

    Klara hatte den ganzen Tag wie benommen verbracht. Erst jetzt kam sie ein wenig zu sich und begriff sofort, was Benjamin meinte.„Warum entschuldigst du dich? Oma und ich haben euch schon so viele Umstände gemacht. Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, mich richtig bei dir zu bedanken.“Benjamin lächelte nur gequält. Oma durfte nichts passiert sein!Julian klopfte ihm auf die Schulter. „Wir sind dir und deiner Familie wirklich sehr dankbar. Danke, dass du dich diesen Monat so gut um Klara gekümmert hast.“Benjamins Augen röteten sich, doch er schwieg. Sollte er jetzt etwa erklären, dass er sich schuldig fühlte, weil er eben nicht gut genug auf sie aufgepasst hatte? Dann mussten sie am Ende auch noch ihn trösten.„Wir finden Oma. Gemeinsam!“Er hatte bereits zu Hause angerufen, und zwar direkt bei seinem Vater. Der wollte nun ebenfalls alle Hebel in Bewegung setzen.„Ja. Oma ist bestimmt nichts passiert. Ruh dich erst einmal aus. Bis bald.“Nachdem sie sich von Benjamin verabsch

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 290

    Benjamin sah zu den beiden Cousins hinüber. Er wusste, dass dieser Gedanke gerade unangebracht war, und doch beneidete er Julian unwillkürlich. Er durfte Klara ganz offen auf dem Rücken tragen und sie trösten.Noch nie hatte Klara in Gegenwart eines anderen Menschen so hemmungslos geweint.Ihre Eltern hatten ihr keine Liebe gegeben. Also hatte sie vor ihnen auch kein Recht auf Tränen gehabt. Vor ihrer Großmutter weinte sie erst recht nicht, weil sie ihr keine Sorgen bereiten wollte.Während ihrer fünfjährigen Ehe mit Sebastian hatte sie sich ebenfalls nicht getraut zu weinen. Sie hatte Angst, ihn zu verärgern oder mit ihren Gefühlen zu belasten. Ihr einziger Wunsch war gewesen, ihn glücklich zu machen.Als sie die Polizeiwache erreichten, hatte sie sich wieder vollkommen gefasst.Sie schilderte den Beamten den gesamten Ablauf und erklärte, dass ihre Großmutter nachweislich mit ihren Eltern nach Hamburg zurückgekehrt war.Ein wenig fürchtete sie noch immer, dass die Polizei keinen

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 289

    Nach der Landung fuhren sie deshalb als Erstes zur Untersuchungshaftanstalt. Klara erklärte lediglich, dass sie Hans Winters Tochter war, und fragte, ob sie ihn besuchen durfte.Wie erwartet teilte der Beamte ihr mit, dass Hans bereits gegen Kaution freigekommen war.Klara wirkte ausgesprochen besorgt. „Entschuldigung, ich komme gerade aus dem Ausland zurück. Wissen Sie, wer die Freilassung meines Vaters veranlasst hat?“Ein Anwalt.Die Familie hatte einen Anwalt für Hans beauftragt und die Kaution hinterlegt.Mit genügend Geld und der Bereitschaft ihrer Mutter oder ihres Bruders, es dafür auszugeben, war seine Freilassung schon viel früher möglich gewesen. Bisher hatten sie weder einen Anwalt eingeschaltet noch die Kaution bezahlt. Entweder fehlte das Geld, oder ihre Mutter wollte es nicht ausgeben.Also hatte jemand anderes bezahlt.„Ich weiß, an wen ich mich wenden muss.“Klara hockte vor dem Eingang der Haftanstalt. Plötzlich wirkte sie völlig mutlos.„Sebastian?“, vermute

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 288

    Am Flughafen nahm Klara ein Taxi und fuhr mit Julian direkt zu der Wohnanlage, in der ihre Großmutter untergebracht war.Auch Benjamin und Frau Schneider machten sich Sorgen und stiegen zu ihnen in den Wagen.„Klara, ganz ruhig. Wir sind gleich da“, sagte Frau Schneider sanft, als sie ihre Unruhe bemerkte.„Genau“, fügte Benjamin hinzu. „Meine Schwester hat Oma doch erst gestern besucht.“Klara nickte. Das stimmte. Julia war erst gestern bei ihrer Großmutter gewesen. Am Tag des Abflugs hatte Klara sogar noch mit ihr per Video gesprochen. Trotzdem ließ dieses unerklärliche Gefühl der Angst sie nicht los.Eine Stunde später erreichten sie die Wohnanlage.So schnell sie konnte, eilte Klara zu der Wohnung, in der Oma vorübergehend lebte. Als sie die Tür öffnete, erstarrte sie.Ihre Großmutter war nicht da.Tatsächlich nicht!Und die ganze Wohnung war verwüstet.Auch die anderen waren entsetzt.Sofort teilten sie sich auf.Frau Schneider wandte sich an die Hausverwaltung. Julian

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 287

    Sabine umgab ein zarter Duft. Klara wusste nicht, welches Parfüm sie trug, doch es roch wunderbar. In den Armen ihrer Tante musste sie noch stärker gegen die Tränen ankämpfen. Genau so hatte sie sich als Kind die Umarmung einer Mutter vorgestellt.Was ihre eigene Mutter ihr nie gegeben hatte, fand sie nun bei ihrer Tante, kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag.Sie hatten nur wenige Tage miteinander verbracht, und doch fiel ihr der Abschied bereits schwer.Zum Glück dauerte es nicht lange bis zu ihrem nächsten Wiedersehen. Nur etwas mehr als einen Monat.Zum Abschied beschenkte Julian das gesamte Ensemble. Wirklich jeden Einzelnen. Allen stellte er sich als Klaras großer Cousin vor und bedankte sich dafür, dass sie sich um sie kümmerten.Später kam Lena zu Klara und sagte: „Wow, dein Cousin lässt sich wirklich nicht lumpen! Diese Geschenke waren bestimmt teuer. Und wir sind so viele!“Dabei wusste Klara noch nicht einmal, was Julian beruflich machte. Am Vorabend hatten sie sich nu

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 286

    Schon als Oma auf dem Bildschirm erschien, lächelte sie. Als sie erkannte, wer da vor der Kamera saß, wurde aus ihrem Lächeln freudige Überraschung.„Ach, ihr beiden habt euch getroffen?“„Ja, Oma. Sabine ist extra wegen mir hergekommen.“Bei ihrer Großmutter und ihrer Tante hatte Klara beinahe das Gefühl, endlich wieder Kind sein zu dürfen.„Sabine, schau sie dir mal genau an. Wie geht es ihr? Hat sie abgenommen? Sie sagt immer nur, dass alles gut ist. Langsam glaube ich, sie flunkert mir etwas vor!“, sagte Oma lächelnd.Sabine hatte ihre Nichte längst aufmerksam betrachtet. Trotz ihres verletzten Beins und ihrer schmalen Gestalt steckte Klara voller Lebenskraft.Lächelnd berichtete sie ihrer Mutter: „Keine Sorge, Mama. Ihr geht es wirklich gut. Und wenn sie dir zu dünn ist, dann warte noch einen Monat. Sobald sie zum Studium herkommt und du mitkommst, päppeln wir beide sie gemeinsam auf.“Oma strahlte übers ganze Gesicht. „Na, ob das mit dir allein etwas wird! Wenn ich komme,

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