로그인Als Kayden davonging, spürte er ihre Blicke auf sich gerichtet, brennend vor Neugier und Verurteilung. Auch wenn ihm bewusst war, dass sie ihn alle beobachteten, wusste er nur zu gut, dass in diesen Blicken keinerlei Wärme lag – nur Gleichgültigkeit.
Seit 27 Jahren lebte er damit, und er wusste, dass er das Abscheuliche war, das in der Familie Hunt niemals hätte existieren dürfen. Old Master Hunt wandte sich an seinen Sohn und sagte: „Komm, lass uns einen privaten Ort suchen und uns den Inhalt anhören.“ „Vater, bitte lassen Sie auch mich dabei sein; es sind beide meine Söhne. Bitte schließen Sie mich nicht aus“, sagte Mrs. Audrey. Der alte Meister zögerte einen kurzen Moment, bevor er schließlich zustimmte. „Gut, du kannst auch kommen.“ Die Familie versammelte sich im Büro von Dr. William, und der alte Meister nickte Robert zu, die Aufnahme abzuspielen. „Bruder“, erklang Jaydens Stimme aus dem Aufnahmegerät und erfüllte den Raum. Die Stimmen der Zwillinge ähnelten sich, und doch trug jede ihren ganz eigenen Klang. In Jaydens Stimme lag eine gewisse Heiterkeit, während Kaydens Stimme kühl und distanziert wirkte. Allein am Klang ihrer Stimmen konnte man erkennen, dass Jayden in einem Umfeld voller Liebe und Verwöhnung aufgewachsen war, während Kayden isoliert aufgewachsen war und selten sprach, was seiner Stimme jede Emotion nahm und sie hart und steif klingen ließ. „Sag, was du zu sagen hast; du musst mich nicht umarmen“, sagte Kayden mechanisch. --- Früher an diesem Tag … Kayden hatte einen Anruf von Jayden erhalten, der mit ihm über etwas Wichtiges sprechen wollte. Zunächst hatte er die Einladung ablehnen wollen, doch da es besser war zu wissen, was seinem Bruder durch den Kopf ging, entschied er sich schließlich, doch hinzugehen. Kayden hatte gerade die Tür des privaten Zimmers erreicht und wollte klopfen, als er Jaydens Stimme hörte. „Ich werde versuchen, ihn so lange wie möglich hier bei mir zu behalten. Erledigt den Auftrag sofort. Ihr habt nur zehn Minuten, und sorgt dafür, dass es sauber abläuft und keine Spuren zurückbleiben“, sagte Jayden zu jemandem am Telefon. Kayden konnte nicht anders, als das Gefühl zu haben, dass er selbst das Gesprächsthema war. Da er wusste, dass sein Bruder etwas im Schilde führen könnte, beschloss er, ihr Gespräch aufzuzeichnen. Er plante, es später zu verwenden, falls sich seine Vermutungen bestätigten. Um seinen Bruder unvorbereitet zu treffen, klopfte er nicht erneut, sondern stieß die Tür direkt auf. Für einen kurzen Moment blitzte Panik in Jaydens Augen auf, bevor sie wieder zu ihrer gewohnten Verspieltheit zurückkehrten. „Bruder“, rief Jayden und stand von seinem Stuhl auf, um ihn zu umarmen. Kayden hob die Hände, um die Geste zu stoppen, und sagte: „Sag, was du sagen willst; du musst mich nicht umarmen.“ „Du bist echt kein Spaß“, sagte Jayden in spielerischem Ton, um die angespannte Atmosphäre zu lockern, und fügte hinzu: „Ich weiß, es ist zu spät für das, was ich jetzt sagen werde.“ Jaydens Blick wirkte reumütig, und er sah Kayden an, als würde er zögern. Eine lange Stille legte sich zwischen sie, bevor er schließlich sprach. „Es tut mir leid … Damals hätte ich dich nicht für mich die Schuld tragen lassen dürfen; ich hätte dir auch nicht deine Frau wegnehmen dürfen. Großvater will, dass du der neue CEO der Hunt Corporation wirst, und ich denke, du hast es verdient. Du bist schließlich der beste Kandidat.“ „Warum erzählst du mir das? Jayden, warum sollte ich dir glauben? Glaubst du, ich wüsste nicht, dass du versucht hast, mich im Gefängnis umbringen zu lassen? Und was für eine Seifenoper spielst du jetzt?“ knurrte Kayden, seine Stimme tief und eisig. „Bruder, das würde ich niemals tun …“ „Oh, nenn mich nicht ‚Bruder‘, Jayden. Ich habe Beweise, und der Gefängniswärter ist bereit auszusagen, also glaub nicht, du könntest mich mit deiner gespielten Reue täuschen“, schnitt Kayden ihm das Wort ab. „Es tut mir leid … wirklich. Bitte glaub mir“, sagte Jayden mit gespielter Aufrichtigkeit und fügte hinzu: „Ich gebe zu, ich war für einen Moment verrückt und wollte dich loswerden, aber später habe ich es mir anders überlegt … Siehst du, seit diesem einen Mal ist niemand mehr hinter dir her gewesen, oder?“ „Das liegt daran, dass ich mir im Gefängnis Verbündete gesucht habe, die mich beschützt haben. Selbst wenn du es noch einmal versucht hättest, hätten deine Handlanger dir gemeldet, dass ich unantastbar bin“, spie Kayden aus. „Kayden, glaub mir, es tut mir wirklich leid wegen allem, was passiert ist. Sieh her, ich lasse Aria frei“, sagte Jayden und holte die Scheidungspapiere mit seiner Unterschrift hervor. „Du lässt dich von ihr scheiden?“ Kaydens Stimme war noch kälter und verbarg seine Überraschung. „Großvater will, dass ich nach Afrika gehe und über meine Taten nachdenke, und ich denke, er hat recht. Aber ich kann Aria nicht mitnehmen. Bitte, ich überlasse sie dir. Bitte kümmere dich um sie“, sagte Jayden. „Was ist sie für dich? Ein Gegenstand, den man zwischen uns hin- und herschiebt? Du wusstest, dass sie das einzige Licht in meiner dunklen Welt war, aber du hast sie manipuliert und mir weggenommen, und jetzt was? Jetzt willst du sie mir zurückgeben? Was stimmt verdammt noch mal nicht mit dir?“ knurrte Kayden, die Wut in seiner Stimme greifbar. „Kayden, Bruder, es tut mir leid, okay? Was soll ich denn tun? Ohne jegliche Unterstützung der Familie Hunt nach Afrika zu gehen, wäre schwierig. Ich glaube nicht, dass Aria mit so einem Leben zurechtkäme“, sagte Jayden. „Dann hast du sie nie gekannt. Wenn sie sich für dich entschieden hat, dann wäre sie bei dir geblieben – in guten wie in schlechten Zeiten. Wenn du sonst nichts mehr zu sagen hast, gehe ich jetzt“, sagte Kayden und verließ den Raum, ohne sich umzusehen. Er brauchte Aria nicht; sie war der Fluch seiner Existenz. Sie und Jayden verdienten einander, sagte Kayden sich selbst. --- Die Aufnahme endete, und nachdem alle den Inhalt des Gesprächs gehört hatten, sahen sie sich schweigend und in tiefe Gedanken versunken an. Old Master Hunt und sein Sohn Austin Hunt sahen einander an, und eine stille Botschaft wechselte zwischen ihren Blicken. Jayden hatte nicht ernst gemeint, was er zu seinem Bruder gesagt hatte. Bevor die beiden Brüder sich trafen, war Jayden noch bei ihnen im Haupthaus der Familie gewesen, und sein Verhalten sowie seine Worte waren völlig anders gewesen als seine angeblich reumütige Rede gegenüber seinem Bruder. --- Bevor die Brüder sich trafen – Old Master Hunts Arbeitszimmer … „Deine Verbrechen häufen sich, und ich werde dich nicht länger decken und zulassen, dass du das Vermächtnis unserer Familie zerstörst. Wage es nicht, noch einmal das Hauptquartier zu betreten. Dein Bruder ist nun der neue CEO. Geh nach Afrika und denke über dich selbst nach. Ich werde dich zurückrufen, wenn sich die Lage beruhigt hat“, sagte Old Master Hunt mit strenger, aber schmerzvoller Stimme. „Vater, sprich mit Großvater. Er wirft mich aus der Familie Hunt, nur weil er mich durch diesen Bastard ersetzen will. Er ist der Verfluchte, er ist der mit der Unheilsprophezeiung. Warum zwingst du ihn nicht, meinen Platz vor dem Rat einzunehmen, um sie zu besänftigen? Dafür wurde er doch geboren“, sagte Jayden unvernünftig und wandte sich an seinen Vater, um Fürsprache zu erhalten. Die Augen des alten Meisters verdunkelten sich. „Ich bin immer noch dein Ältester und das Oberhaupt der Familie Hunt. Achte auf deine Worte, und meine Entscheidung ist endgültig!“ knurrte Old Master Hunt und strahlte trotz seines hohen Alters eine mächtige Aura aus. Jayden schwieg widerwillig, doch innerlich schmiedete er bereits seinen nächsten Plan. „Aber Großvater, deine Strafe ist viel zu hart. Wie soll ich einfach wie irgendein reicher Junge in Afrika leben, nur weil ich diesen Bastard getötet habe? Außerdem sind wir die Familie Hunt; sie haben sich vor uns zu verbeugen. Dieser uneheliche Sohn der Familie Smith hat sich an mein Mädchen herangemacht. Ich habe ihm nur eine Lektion erteilt. Wer hätte gedacht, dass er so schwach ist und einfach stirbt?“ sagte Jayden selbstgerecht. „Erstens hast du dich herumgetrieben, obwohl du verheiratet warst. Kayden hat drei Jahre im Gefängnis für dich gesessen. Er hat drei Jahre seines Lebens für einen Mord bezahlt, den er nicht begangen hat. Verdammt noch mal, er ist gerade erst aus dem Gefängnis gekommen, und du willst, dass er wegen deiner Selbstsucht etwas erlebt, das schlimmer ist als das Gefängnis? Wann bist du zu so einem Monster geworden, dass du bereit bist, deinen eigenen Blutsbruder zu opfern, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken?“ sprach Mr. Austin Hunt zum ersten Mal während der Familienbesprechung. „Ich gebe deiner Mutter die Schuld, dass sie dich glauben ließ, du könntest tun, was immer du willst, und ungestraft davonkommen. Wegen dir hängt der Pakt, der die vier großen Familien von New York im Gleichgewicht hält, am seidenen Faden. Aber da du keinerlei Reue für deine Taten zeigst, bist du von nun an auf dich allein gestellt. Das hast du selbst verschuldet, und du musst die Verantwortung für dein Handeln tragen“, fügte Mr. Austin hinzu, bevor er sich an seinen Vater wandte. „Vater, es tut mir leid, ein solches Schandmal großgezogen zu haben. Ich werde mich nicht einmischen; du kannst ihn fortschicken.“ „Jayden, triff Vorbereitungen. Du musst Manhattan in drei Tagen verlassen. Du solltest gehen, bevor das nächste Treffen der vier Familienoberhäupter stattfindet. Ich werde Robert sagen, er soll dir bei allem helfen, was du für die Reise brauchst. Betrachte es als Urlaub und nutze die Zeit, um über dich selbst nachzudenken“, sagte Old Master Hunt. „Warum hört mir hier niemand zu? Ich habe bereits gesagt, dass ich New York nicht verlassen will, und ihr könnt mich nicht dazu zwingen!“ fauchte Jayden und stürmte aus dem Arbeitszimmer, wobei er die Tür hinter sich laut zuschlug.27Damian richtete einen eisigen, messerscharfen Blick auf Jake und gab nur einen einzigen, leisen Befehl.„Verschwinde.“„Ja, Boss!“, quietschte Jake, stellte die riesige Papiertüte auf der Konsole im Eingangsbereich ab und warf sich anschließend förmlich in den Aufzug.Die Türen glitten mit einem leisen Signalton zu und ließen Damian und mich allein in dem stillen, widerhallenden Flur zurück.Ich brachte kein einziges Wort heraus.Ich war vollkommen gedemütigt. Mein Gesicht brannte vor unerträglicher Hitze.Ich hatte seine Absichten völlig und auf spektakuläre Weise missverstanden.„Eine Geliebte?“, wiederholte Damian langsam und ließ das Wort beinahe genüsslich auf seiner Zunge zergehen, als würde er seinen Klang prüfen. „Es klingt erstaunlich interessant, wenn es aus deinem Mund kommt.“Ein unergründlicher, gefährlicher Funke lag in seinen grauen Augen.Sie wirkten dunkler als sonst. Schwer, intensiv und halb verschattet.Sein Blick glitt langsam von meinen Augen hinab und blieb e
Ich hielt meinen Blick starr auf das Beifahrerfenster gerichtet und vermied verzweifelt seinen schweren, konzentrierten Blick.„Gefällt es dir wirklich so sehr, die Skyline der Stadt anzusehen?“, fragte Damian mit samtiger, amüsierter Stimme. „Oder bin ich etwa wirklich so furchteinflößend?“„Es ist eine Stadt voller schmerzhafter Erinnerungen“, erwiderte ich leise, meine Stimme vorsichtig. „Warum sollte ich sie mögen?“Damian ignorierte bewusst den düsteren Unterton in meinen Worten und ließ ein leises Lachen hören.„Also hältst du mich nicht für furchteinflößend?“„Das habe ich nicht gesagt ...“Der Rest meines Satzes blieb mir im Hals stecken, als ich merkte, dass ich in seine Falle getappt war.Indem ich sagte, dass ich die Stadt nicht mochte, hatte ich seine Ja-oder-Nein-Frage indirekt beantwortet.Er war also nicht derjenige, vor dem ich Angst hatte.Ein kaum merkliches Lächeln breitete sich auf Damians Gesicht aus, als er meinen verlegenen Ausdruck bemerkte.„Warum nutzt du das
25Lange Zeit stand ich wie erstarrt mitten im Wohnzimmer. Kein Wort kam über meine Lippen, während mein Blick auf die Doppeltüren geheftet blieb, die Ethan hinter sich zugeschlagen hatte.„W-was soll das heißen?“, flüsterte ich in die zurückgebliebene Stille, ohne mich an jemanden Bestimmten zu wenden.Ethan war doch derjenige gewesen, der behauptet hatte, unsere Ehe sei ein Fehler. Woher kam also plötzlich dieser kindische Widerstand?„Arabella, Liebes“, sagte Caroline sanft, trat näher und nahm meine zitternde Hand in ihre. „Ich glaube, Ethan bekommt gerade Zweifel ... Vielleicht will er dich tief in seinem Inneren doch nicht verlieren.“Ich schloss die Augen und zwang mich, langsam und schmerzhaft ein- und auszuatmen.Zweifel?Nein.Der einzige Grund für Ethans Verhalten war sein aufgeblähtes Ego, das die Tatsache nicht ertragen konnte, dass ausgerechnet ich zuerst gegangen war. Er wollte mich gebrochen sehen, bettelnd und zu seinen Füßen kriechend, nur damit er sich mächtig fühle
24Ethans Gesichtsausdruck war unbezahlbar.Mit meiner Enthüllung wich ihm jegliche Farbe aus dem Gesicht. Seine Haut verfärbte sich in einen gefährlichen Dunkelrotton.„Wer hat sie gekauft?“, stieß er hervor. Seine scharfen Augen verengten sich, während sein Verstand fieberhaft arbeitete und er verzweifelt überlegte, welche einflussreiche Persönlichkeit der Branche mir wohl eine solche Rettungsleine zugeworfen haben könnte.„Warum rätst du nicht einfach?“, erwiderte ich und zwang mir ein ruhiges, provokantes Lächeln ab. „Ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich das Geld innerhalb von drei Tagen auftreiben könnte, wenn ich mich auf dein Niveau herablassen würde.“„Du bist zum erstbesten Mann gerannt, sobald sich dir die Gelegenheit dazu bot?!“, brüllte Ethan.Seine Beherrschung zerbrach vollends. Er stürzte nach vorn und griff mit beiden Händen nach meiner Kehle.Bevor ich überhaupt reagieren oder zurückweichen konnte, packte Damian Ethans Handgelenk, noch ehe dessen Finger mich err
23Arabellas SichtDamian sah auf mich hinab. Sein Blick war dunkel und undurchschaubar.„Was geht hier vor?“, wiederholte er. Seine Stimme war tief und gefährlich ruhig.Bevor ich auch nur einen Satz formulieren konnte, trat Ethan vor und sah seinen Vater verwirrt an.„Dad? Was machst du hier?“Damian beantwortete seine Frage nicht. Stattdessen richtete er seine gesamte Aufmerksamkeit auf seinen Sohn. Seine Präsenz erfüllte den ganzen Raum.„Antworte mir. Was passiert hier? Du hast Arabella betrogen?“Ethan ließ ein abfälliges Lachen hören.„Was? Willst du daraus jetzt auch ein Drama machen? Selbst wenn ich sie betrogen habe, na und? Wenn sie wirklich ‚Ehefrauenmaterial‘ gewesen wäre, hätte sie mich überhaupt erst davon abhalten können, fremdzugehen.“Eine heiße Welle der Scham überrollte mein Gesicht.Bei seinen widerwärtigen Worten verdorrte jede schlagfertige Antwort, die ich mir zurechtgelegt hatte, auf meiner Zunge. An ihre Stelle trat eine dumpfe, erstickende Gefühllosigkeit.„
22„Sie ist seit über einer Stunde in Ethans Haus“, stieß Damian hervor. Seine Stimme sank dabei um eine ganze Oktave. „Und du entscheidest dich erst jetzt, mir das mitzuteilen?“„Ich ... ähm ... ich dachte, Sie wollten keine Informationen über ihren Aufenthaltsort erhalten, Boss, weil Sie Jake ausdrücklich angewiesen hatten, ihr nicht zu folgen“, stammelte Andrew und machte unwillkürlich einen Schritt zurück.Er arbeitete seit über zehn Jahren als Damians persönlicher Assistent.Als er den Job damals angenommen hatte, war er ein ehrgeiziger Vierundzwanzigjähriger gewesen. Doch selbst nach all diesen Jahren konnte die schiere Wucht von Damians Ausstrahlung noch immer dafür sorgen, dass sich seine Lungen zusammenzogen.Wann immer Damian jemandem diesen unverkennbar gnadenlosen Blick zuwarf, löste das einen instinktiven, erschreckenden Drang aus, sich zu unterwerfen. Da blieb kein Raum für Eigenmächtigkeit, Widerspruch oder Fehler.Er besaß jene Art von dominanter Präsenz, bei der Mensc







