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Kapitel 4

last update Fecha de publicación: 2026-01-06 20:58:58

Aria stieg hastig aus dem Auto, sobald sie den Parkplatz erreicht hatten, ohne darauf zu warten, dass der Fahrer ihr die Tür öffnete. 

Die sonst so geschäftige Lobby wirkte nun ruhig, da es bereits nach 20 Uhr war und die meisten Angestellten Feierabend gemacht hatten. Aria ging auf den Empfangstresen zu, hinter dem sich noch eine Rezeptionistin befand, da aufgrund einiger Abteilungen, die rund um die Uhr arbeiteten, ein 24-Stunden-Dienst eingerichtet war.

50 % der Abteilungen der Hunt Corporation arbeiteten im Schichtbetrieb rund um die Uhr, weshalb sich auch abends noch Menschen im Gebäude aufhielten. Aus diesem Grund war selbst am Abend stets eine Rezeptionistin gemeinsam mit Sicherheitspersonal in der Lobby anwesend.

„Guten Abend. Ist Mr. Jayden Hunt noch in seinem Büro? Können Sie ihm bitte ausrichten, dass Mrs. Ariana Gray Hunt, seine Ehefrau, hier ist und ihn sehen möchte?“ begrüßte Aria die Rezeptionistin und kam direkt zur Sache.

Die Rezeptionistin musterte Aria einen Moment lang, bevor sie ihr ein falsches Lächeln schenkte.

Wer kannte sie nicht – die Cinderella von Manhattan? Sie war ständig in den Nachrichten, mit einem strahlenden Lächeln auf ihrem engelsgleichen Gesicht, das perfekt zu den teuflisch attraktiven Zügen des Bosses passte.

Wenn man nicht wüsste, dass diese Frau eine Goldgräberin war, könnte man glauben, sie und der Boss seien füreinander geschaffen, höhnte die Rezeptionistin innerlich neidisch. Dennoch wusste sie, dass sie einer Frau, die einen so mächtigen Mann um den Finger gewickelt hatte, keinen Respektlosigkeit zeigen durfte, und schenkte Aria ein entschuldigendes Lächeln.

„Es tut mir leid, Ma’am, aber der Boss ist derzeit nicht im Büro“, sagte sie.

„Wann ist er gegangen? Erinnern Sie sich an die genaue Uhrzeit?“ fragte Aria, Besorgnis schwang in ihrer Stimme mit.

Wenn er schon gegangen war, warum war er dann nicht zu Hause? Warum war sein Telefon nicht erreichbar? Und warum zum Teufel hatte sie Scheidungspapiere mit seiner Unterschrift darauf erhalten? Diese Fragen schossen Aria durch den Kopf, und sie hatte das Gefühl, ihr Kopf würde vor lauter Grübeln explodieren.

„Der CEO ist gegen 10 Uhr morgens gegangen und seitdem nicht zurückgekehrt“, antwortete die Rezeptionistin, und Arias Herz erzitterte.

Wo sollte sie ihn finden, wenn er das Unternehmen schon so lange verlassen hatte?

„Danke. Das ist meine Nummer … Können Sie mich bitte anrufen, sobald Sie ihn sehen? Sein Telefon ist ausgeschaltet, und ich mache mir Sorgen, weil er noch nicht zu Hause ist“, sagte Ariana und schob der Rezeptionistin ihre Karte hin.

„Natürlich, Ma’am, das werde ich tun“, sagte die Frau und nickte respektvoll.

Aria eilte zurück zum Auto, ohne sich ein einziges Mal umzudrehen und den höhnischen Blick der Rezeptionistin zu bemerken, die ihr hinterhersah. Kaum war Aria außer Sicht, zerknüllte die Frau die Karte und warf sie in den Mülleimer.

Warum sollte ich dich anrufen? Bist du etwa mein Boss? spottete sie innerlich.

Aria stieg wieder ins Auto, und der Fahrer hielt ihr die Tür auf.

„Fahren Sie mich zum Hauptanwesen der Familie Hunt. Jayden muss dort sein“, sagte Aria, worauf der Fahrer nickte und antwortete: „Ja, Ma’am.“

Das Auto verließ den Parkplatz der Hunt Corporation, und Arias Herz begann wild in ihrer Brust zu schlagen.

Sie hatte sich immer davor gefürchtet, das Hauptanwesen zu betreten, hauptsächlich wegen ihrer Schwiegermutter. Diese Frau hasste sie aus tiefstem Herzen und nannte sie eine Goldgräberin. Sie duldete Aria nur, weil sie Jayden über alles liebte und ihm alles erlaubte, was er wollte – selbst, wenn es ein armes Mädchen aus den Slums wie sie war.

Wenn Jayden sich im Hauptanwesen befand, würde das erklären, warum er nicht erreichbar war – besonders dann, wenn ihre Schwiegermutter ihm wieder ihre berüchtigte „Kein-Telefon“-Regel auferlegt hatte.

Die Frau tat praktisch alles, um sicherzustellen, dass Jayden den Kontakt zu Aria auf ein Minimum beschränkte, sobald er sich im Hauptanwesen aufhielt.

Aria hoffte inständig, dass es nicht so schlimm werden würde. Innerlich betete sie.

---

Zurück im Krankenhaus war Jayden bereits in sein VIP-Zimmer verlegt worden, und er hatte inzwischen eine ungefähre Vorstellung davon, was mit ihm nicht stimmte.

Jayden war von so viel Qual und Wut erfüllt, dass er kaum über das nachdenken konnte, was nun aus ihm werden würde. Sein ganzer Körper fühlte sich taub an, er spürte überhaupt nichts – doch das war nicht der Grund für seine Wut. Warum war er derjenige, der hier im Bett lag, und nicht sein verfluchter Bruder?

Kayden war derjenige, der tot auf diesem Bett hätte liegen sollen, damit er sich als sein Bruder ausgeben konnte und nicht gezwungen wäre, New York zu verlassen. Warum hatte dieser verfluchte Bruder so viel Glück?

„Ihre Familie ist draußen und möchte Sie sehen. Ich werde sie hereinbitten“, sagte Dr. William, doch Jayden schüttelte hastig den Kopf.

„M—Mein Sekretär, James. Ich will ihn zuerst sehen“, verlangte Jayden mit vor Zorn bebender Stimme.

„In Ordnung, ich werde ihn holen“, sagte Dr. William und fügte hinzu:

„Ich weiß, dass Sie wütend und traurig sind wegen dem, was Sie gerade durchmachen, aber ich verspreche Ihnen, wir werden alles tun, um Sie wieder zu Ihrem früheren Zustand zurückzubringen. Bitte versuchen Sie, sich zu beruhigen.“

„Warum tauschen Sie nicht einfach mit mir den Platz und sehen dann, wie ruhig Sie bleiben?“ erwiderte Jayden noch wütender.

Dr. William seufzte und wandte sich zum Gehen. „Ich sage James, dass Sie ihn sehen wollen.“

Draußen auf dem Flur teilte Dr. William der Familie Hunt mit, dass Jayden zuerst James sehen wolle, und alle wirkten verwirrt.

„Sind Sie sicher? Vielleicht ist es die Medikation, die ihn verwirrt. Lassen Sie mich zuerst zu ihm“, sagte Mrs. Audrey und betrat dennoch das Zimmer.

Old Master Hunt und Austin folgten ebenfalls, da sie nicht einfach im Flur warten konnten.

„Jayden, mein Sohn, wie fühlst du dich? Die Köchin ist unterwegs mit ein paar gesunden Gerichten für dich. Was ist passiert? Wie konnte dein Auto plötzlich einen so schweren Unfall verursachen?“ fragte Mrs. Audrey.

Jayden schloss die Augen, um sich zu beruhigen, als er merkte, dass nicht James durch diese Tür gekommen war.

Die Worte seiner Mutter drangen zu ihm durch, und er hätte sie beinahe angeknurrt, dass er das selbst auch wissen wollte.

Er wollte auch verdammt noch mal wissen, was passiert war, schrie er innerlich.

„Mom, ich bin müde. Ich will schlafen. Ich wollte James nur ein paar Anweisungen geben, deshalb wollte ich ihn zuerst sehen. Bitte, ich möchte allein sein“, sagte er und sah seinen Vater und seinen Großvater an, die ebenfalls im Raum waren.

„Oh, mein Sohn, ich habe mir den ganzen Tag Sorgen um dich gemacht. Kann ich wenigstens bei dir bleiben? Ich werde erst ruhig sein, wenn ich dich mit eigenen Augen sehe. Lass Mommy bei dir bleiben, ja?“ sagte Mrs. Audrey.

„Mom, bitte … kannst du mich wenigstens dieses eine Mal in Ruhe lassen?“ sagte Jayden und hielt seine Wut nur mühsam zurück.

„Jayden, deine Mutter hat sich Sorgen gemacht …“

„Mom, Dad, Großvater, bitte … Ich will allein sein … Lasst mich in Ruhe, verdammt noch mal!“ platzte es schließlich aus Jayden heraus.

Der alte Meister warf allen einen Blick zu, und sie verließen gemeinsam den Raum.

„Dr. William sagte, seine Verletzung werde seine Stimmung beeinflussen. Nehmen Sie es sich nicht zu Herzen“, sagte der alte Meister zu seiner Schwiegertochter, die geistesabwesend nickte, während ihr Herz um ihr Baby blutete.

„James, geh hinein. Er will dich sehen“, sagte Mr. Austin zu James, der respektvoll nickte und sich auf den Weg machte – erfüllt von einem unguten Gefühl bei dem Gedanken daran, was sein unberechenbarer Boss ihm in diesem wütenden Zustand wohl befehlen würde.

„B—Boss, w—wie fühlen Sie sich?“ stotterte James, als er den mörderischen Blick seines Chefs sah, obwohl dieser regungslos in einem Krankenhausbett lag, der ganze Körper in Verbände gehüllt, als hätte er nur knapp den Tod überlebt.

„Wie glauben Sie, fühle ich mich? Ich hoffe, Sie haben eine Erklärung dafür, warum ich hier liege und nicht er“, presste Jayden zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Es lag am Automodell … Das Auto Ihres Bruders war dasselbe Modell wie Ihres, und … und ich … ich habe vergessen, es genau zu spezifizieren, also hat der Mann, den wir angeheuert haben, die … die Bremsen Ihres Autos manipuliert statt seiner“, stammelte James unaufhörlich.

„Und ich habe mich geweigert, Sie fahren zu lassen, weil ich allein fahren wollte, also hat der Lkw-Fahrer auch mich ins Visier genommen …“

Jaydens Stimme verstummte, als die Erkenntnis ihn traf.

„Ja, Boss“, bestätigte James leise.

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