Share

Kapitel 4

Author: Chloe Jewels
last update publish date: 2026-08-12 13:52:00

Tom McCarthy

Ich saß im gläsernen Büro im zweiundvierzigsten Stock in New York City.

Die neue App war fast fertig. Es fehlte nur noch eine letzte Runde Bugfixes, dann würden wir sie den Investoren vorstellen. Ein Schritt, der mich zum Milliardär machen würde… Und ich würde endlich Saras Firma zurückkaufen – als unser Jahrestagsgeschenk.

Ich erinnerte mich, wie sie und ihre Mutter sie ohne nachzudenken verkauft hatten, nur um meine Firma zu retten. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich bankrott gegangen wäre. Das Vermächtnis meiner Familie wäre zerstört worden. Ich schuldete Sara und ihrer Mutter die beste Fürsorge der Welt.

Ich war seit zwei Wochen auf dieser Reise, schlief vier Stunden pro Nacht und lebte von Kaffee, den ich kaum mochte. Ich vermisste Saras Kaffee.

Der Computerbildschirm leuchtete mit Codezeilen. Ich tippte, löschte und tippte wieder – stundenlang, wie es mir vorkam.

Die Tür öffnete sich, ohne dass geklopft wurde.

Ich sah hoch, genervt. Ich mochte es nicht, gestört zu werden. Nur Sara oder mein persönlicher Assistent Mike Johnson durften jederzeit hereinkommen.

Mir stockte der Atem.

Emily Madrigo, das Mädchen, das ich seit der Kindheit so tief geliebt hatte, bis sie abgereist war, um ihre Modelkarriere voranzutreiben… Sie stand da in einem cremefarbenen Mantel, ihr langes rotes Haar ordentlich gestylt.

Sie hatte dasselbe Lächeln, an das ich mich aus dem College erinnerte. Ich hatte sie jahrelang nicht persönlich gesehen, nur über Videoanrufe und Fotos in Covermagazinen. Sie sah noch besser aus als in meiner Erinnerung.

„Emily?“ Ich stand auf, der Stuhl schabte. „Was zum Teufel—wie hast du mich hier gefunden?“

Sie lachte leise, trat ein und schloss die Tür. „Überraschung, Darling. Ich habe mich umgehört. Du bist nicht gerade unsichtbar, Mr. Tom McCarthy, der berühmte App-Tech-Genie.“

Ich überquerte den Raum in drei Schritten und zog sie in eine Umarmung. Sie roch nach Vanille und teurem Parfüm, so wie immer. Für einen Moment vergaß ich den Code und die Deadline für meinen frühen Rückflug, mit dem ich meine Frau an unserem Jahrestag überraschen wollte.

„Ich freue mich so, dich zu sehen… Du bist erwachsen geworden“, sagte ich und löste mich aus der Umarmung. „Setz dich.“

„Ich bleibe nicht lange.“ Sie zog sich zurück, ihre großen haselnussbraunen Augen funkelten. „Setz dich.“

Ich deutete auf den Stuhl gegenüber meinem Schreibtisch. Sie schüttelte den Kopf.

„Nein, danke. Es wird nicht lange dauern.“ Sie lächelte leicht.

„Dann Kaffee?“ bot ich an und deutete auf die Kaffeemaschine. Ich hatte von Sara gelernt, wie man sie bedient.

Sie lächelte wieder und umklammerte ihre Handtasche auf eine sehr niedliche Weise. „Nein. Ich muss dich nur etwas fragen.“

Ich lehnte mich an den Schreibtisch, die Arme verschränkt. „Nur zu.“

Sie senkte die Stimme. „Bist du immer noch mit Sara verheiratet?“

Die Frage landete wie ein Stein in stilles Wasser. Ich atmete aus. „Ja. Warum?“

Emily griff in ihre Tasche, holte ihr Handy heraus, entsperrte es mit einem schnellen Wisch und drehte den Bildschirm zu mir.

Ich starrte darauf. Es war ein Video. Zuerst körnig.

Ich keuchte, als ich meine Sara nackt auf meinem Bett sah, mit einem nackten Mann über ihr.

Ihr Gesicht war teilweise unscharf, aber ich erkannte ihre Züge. Das kleine Muttermal auf ihrer linken Wange. Das würde ich nie verwechseln.

Ihre Beine waren in der Luft gespreizt und empfingen den eindringenden Schwanz. Ihre Stöhner füllten den winzigen Lautsprecher, roh und ungezügelt. Die Stöße waren tief, gnadenlos, als wolle er etwas aufbrechen. Sie wölbte den Rücken jedes Mal, wenn er tiefer stieß, ihre manikürten Finger klammerten sich an die Laken, der Kopf nach hinten geworfen.

Ich schaute ungläubig zu. Tränen stiegen auf.

Ich konnte nicht wegsehen. Ich spürte einen scharfen Stich in meinem Herzen, meine Brust verdrehte sich in unangenehmen Knoten.

Mein Magen krampfte sich bei dem Anblick zusammen, ich spürte, wie mir die Galle in die Kehle stieg.

Ich taumelte rückwärts und meine Schulter traf die Wand. Das Handy spielte weiter. Die Geräusche kamen weiter.

„Sie hat dich betrogen“, sagte Emily leise. „Die ganze Zeit dachtest du, sie sei die gute Ehefrau, die ergebene. Während du draußen ein Imperium für sie aufgebaut hast, hat sie die Beine für einen anderen Mann gespreizt.“

Ich presste die Handfläche auf meine Brust. Mein Herz hämmerte, als wolle es heraus. „Nein. Sara würde nicht—“

„Hat sie.“ Emily trat näher. „Schau noch einmal. Sieh, wie sehr sie es genossen hat.“

Ich musste nicht noch einmal hinschauen. Das Bild war hinter meinen Lidern eingebrannt.

All die Nächte, in denen ich spät und erschöpft nach Hause gekommen war und sie mit Abendessen, mit einem Lächeln, mit offenen Armen gewartet hatte. Ich hatte gedacht, es sei Liebe. Ich hatte gedacht, sie gehöre mir.

Und die ganze Zeit hatte Sara hinter meinem Rücken gelacht.

Emilys Finger streiften mein Hemd und öffneten langsam den obersten Knopf. „Du verdienst Besseres, Tom. Du verdienst jemanden, der nur dich will.“

Das Video lief in der Schleife. Saras Stöhnen hallte erneut wider.

„Warum zeigst du mir das?“ Meine Stimme klang fern und hohl.

„Weil ich nicht will, dass du länger betrogen wirst.“ Sie beugte sich vor, die Lippen nah an meinem Ohr. „Sie ist eine Goldgräberin. Sie hat dich wegen des Geldes, des Status, der Villa geheiratet, und als du zu beschäftigt warst, hat sie sich jemand anderen gesucht, der den Juckreiz stillt.“

Ich schloss die Augen. Wut kochte unter meiner Haut. Ich hatte Sara nie angeschrien. Nie die Hand an sie gelegt, aber in diesem Moment wollte ich etwas zerbrechen. Irgendetwas.

Emilys Hand glitt tiefer. „Lass dich von ihr scheiden. Lass mich dir geben, was sie nie konnte.“

Niemand in der McCarthy-Linie hatte sich jemals scheiden lassen. Es wäre ein Skandal, den sie nie verzeihen würden. Aber das Video spielte weiter. Sara stöhnte weiter.

Emily drückte mir einen Stift und Papier in die Hand. „Schreib ihr einen Brief. Eine SMS ist zu einfach. Sie muss es spüren. Mach ihn so, dass sie ihn immer und immer wieder liest. Mach deinen Anwalt bereit. Ich will nur das Beste für dich.“

Ich starrte auf die leere Seite. Meine Hand zitterte, als ich den Stift hielt. Meine Augen waren voller Tränen, die ich nicht fallen lassen durfte.

Ich schrieb jedes Wort, das Emily vorschlug, jeden Schnitt, den sie flüsterte. Als ich fertig war, nahm sie das Papier, faltete es ordentlich und steckte es in einen Umschlag.

„Schick ihn“, sagte sie. „Jetzt.“

Emily zog mich in eine enge Umarmung, als würde sie mich vor dem Schmerz der Welt schützen.

Was Tom nicht wusste, war, dass er in eine Falle getappt war – eine Falle, die seine Ehe auf eine Weise zerstören würde, von der er sich wahrscheinlich nie erholen würde.

Emily hatte das Video gefälscht. Es war so bearbeitet, dass selbst Experten den Unterschied nicht hätten erkennen können. Mit Hilfe von Lucy Summers, Saras bester Freundin, dem technischen Genie… hatten sie den Plan geschmiedet.

Lucy hatte immer Neid auf Saras glückliches Eheleben empfunden. Tom war als Mann aufgetreten, der sich kümmerte, Rechnungen bezahlte, ihr alles gab, während sie einfach nur hübsch blieb und seinen kostbaren Schwanz empfing.

Lucy wollte, dass Sara litt. Also hatte sie in Saras Leben mit Tom gegraben und Emily gefunden, die selbst Schwierigkeiten hatte zu akzeptieren, dass ihr Freund sie mit einer Geschlechtskrankheit zurückgelassen und spurlos verschwunden war.

Emily wollte nicht allein enden, also erinnerte sie sich an Toms kindische Schwärmerei aus Kindertagen. Sie plante, sie zu ihrem Vorteil zu nutzen. Immerhin wusste sie, dass er sie nie vergessen würde. Oder das dachte sie zumindest.

*****

*(Zurück in die Gegenwart)*

Sara stand da in meinem Foyer, im zerknitterten Kleid, Mascara verschmiert, und bettelte um meine Hilfe.

„Warte… ich werde die Papiere unterschreiben und gehen. Aber nur, wenn du meiner Mutter hilfst und mich auch noch einen Monat bleiben lässt. Bis dahin werde ich wenigstens einen Job haben. Ich werde dir nicht im Weg sein. Das verspreche ich.“

Ich sah sie an. Tränen liefen über ihr Gesicht, ihre kleinen vollen Lippen zitterten – dasselbe Gesicht, das ich früher zum Gutenachtkuss geküsst hatte.

Ein Teil von mir, der sie nie traurig oder in Schmerz sehen wollte, wollte diese Tränen wegwischen, sie an mich ziehen und sagen, es sei alles ein Fehler gewesen… etwas, das wir mit Paartherapie durchstehen könnten.

Aber das Video war immer noch in meinem Kopf. Die Stöhner, wie sie ihn wieder hineinschob, als er herausrutschte. Die Hände des Fremden an ihrem Körper. Der Verrat war unverzeihlich. Wenn das bedeutete, dass ich ein paar Versprechen brechen musste – so sei es. Sie verdiente mich nicht.

Emily trat vor, hakte ihren Arm unter meinen und presste ihren Körper an mich.

Ich sah Saras Tränen und zwang mich, Emily anzulächeln. Ich zwang mich, einen Arm um ihre Taille zu legen und sie näher zu ziehen. Ich zwang mich, mich hinunterzubeugen und ihre Schläfe direkt vor Sara zu küssen. Nur um sie zu verletzen.

Sara zuckte zusammen, als hätte ich sie geschlagen.

Beinahe hätte ich es getan. Stattdessen sagte ich mit flacher Stimme: „Du willst Geld für deine Mutter?“

Sara nickte, Hoffnung flackerte in ihren Augen.

Ich ließ Emily los, ging an Sara vorbei und blieb am Fuß der Treppe stehen.

„Koch Emily etwas zu essen. Was immer sie will. Dann lass ihr ein Bad ein. Mach es heiß. Benutz die guten Öle.“

Sara starrte mich an. „Tom—“

„Und während du das tust“, fuhr ich fort und drehte mich bereits zur Tür, „gehe ich ins Krankenhaus und bezahle jeden Cent, den sie für die Operation deiner Mutter brauchen. Alles.“

Ihr Atem stockte. „Du wirst es?“

Ich sah sie kalt und distanziert an, den gebrochenen Teil von mir dort eingeschlossen, wo sie ihn nicht erreichen konnte.

„Ja. Aber verwechsel das nicht mit Vergebung. Das ist Bezahlung. Für geleistete Dienste. Für drei Jahre Lügen. Wir werden uns bald scheiden lassen, und dann, wie vereinbart: Du gehst, sobald du einen Job hast. Aber du wirst ihn nicht mit meinem Namen, meinem Geld oder meinem Ruhm bekommen.“

Continue to read this book for free
Scan code to download App

Latest chapter

  • Das vergessene Versprechen des CEO   Kapitel 12

    Die Aufzugstüren glitten mit einem leisen Klingeln auf der Executive-Etage auf. Köpfe drehten sich sofort. Handys wurden mitten im Scrollen gesenkt. Gespräche verstummten. Emily trat in himmelhohen Absätzen heraus, den cremefarbenen Trenchcoat offen über einem scharlachroten Kleid, das jede Kurve umschmeichelte, als wäre es auf ihre Haut genäht. Ihr rotes Haar fing die Deckenlichter ein und flammte auf.Ein Junior-Analyst erstarrte, den Kaffee auf halbem Weg zum Mund. „Ist das…?“„Emily Madrigo“, flüsterte jemand hinter einer Kubikwand. „Das Model. Heilige Scheiße.“Sie lächelte – langsam, geübt, vernichtend – und der ganze Stock neigte sich zu ihr hin.Eine Marketing-Koordinatorin war die Erste, die brach. „Oh mein Gott, kann ich ein Selfie machen? Meine Schwester ist besessen von dir.“Emily lachte, leicht und großzügig. „Natürlich, Darling. Komm her.“Innerhalb von Sekunden standen fünf Leute um sie herum, dann zehn. Handys draußen. Autogramme gekritzelt auf Notizblöcke, auf die Rü

  • Das vergessene Versprechen des CEO   Kapitel 11

    Carolines Perspektive„Peter!“ schrie ich erneut und riss nutzlos an den Seidenbändern, die meine Handgelenke am Kopfteil festbanden. Der Stoff schnitt bei jedem verzweifelten Zug in meine Haut, hielt aber fest. „Peter, komm zurück! Du kannst mir das nicht antun!“Nur Schweigen antwortete mir.Das Gästezimmer fühlte sich mit jeder vergehenden Minute kleiner, kälter und erdrückender an. Meine Arme schmerzten, weil sie über dem Kopf ausgestreckt waren.Der Stich auf meiner Wange war zu einem pochenden Erinnerungszeichen abgeklungen, doch die Demütigung brannte heißer denn je. Ich wand mich auf dem Bett, versuchte irgendeinen Spielraum in den Knoten zu finden, aber Peter hatte sie zu gut gebunden.Minuten dehnten sich zu dem, was sich wie Stunden anfühlte.Dann hörte ich das leise Klicken des sich drehenden Schlosses.Mein Herz setzte für einen Moment aus, in der Hoffnung, Peter käme zur Vernunft zurück. Doch als die Tür aufging, war es nicht er.Cerene glitt hinein und schloss die Tür l

  • Das vergessene Versprechen des CEO   Kapitel 10

    Sara MichaelsDer nächste Morgen kam zu früh.Ich stand länger unter der Dusche, als ich sollte, und ließ das heiße Wasser auf meine Schultern prasseln, bis die Haut rosa wurde.Die Kälte von gestern lag immer noch in meinen Knochen… wie das Poolwasser, wie Toms Blick, wie Emilys Lachen, das in meinen Ohren nachhallte. Ich schrubbte kräftig, als könne Seife die Demütigung abwaschen, die Erinnerung daran, durchnässt und zitternd dagestanden zu haben, während sie von oben zusahen.Als ich heraustrat, war der Spiegel beschlagen. Ich wischte mit der Handfläche einen Kreis frei und sah mich an.Müde, aber nicht besiegt.Ich öffnete den Kleiderschrank. Meine Sachen… einst ordentlich sortiert, jetzt auf eine Seite geschoben, um Platz für Emilys endlose Designer-Stücke zu machen… fühlten sich fremd an. Ich hatte seit Wochen nichts Schönes mehr angezogen. Wollte es auch nicht. Wozu, wenn sich jeder Tag wie eine Strafe anfühlte?Aber heute… heute war anders. Ich hatte Unterricht.Kingsleys Akad

  • Das vergessene Versprechen des CEO   Kapitel 9

    Tom McCarthyDas Büro roch nach frischem Kaffee und Geld, so wie immer an Launch-Morgen.Bodenhohe Glaswände, die Skyline der Stadt blutete Gold durch die Jalousien, mein Team summte leise… hinter matten Trennwänden. Alle bewegten sich schnell – Kopfhörer auf, Finger flogen über Tastaturen, Stimmen leise und dringend. Sie wussten, was der heutige Tag bedeutete.Ein erfolgreicher Launch, und McCarthy Tech würde die Milliarden-Bewertung überschreiten. Ein makelloser Rollout, und die Investoren würden aufhören, mir im Nacken zu sitzen. Eine saubere Ausführung, und ich wäre endlich unantastbar.Ich saß an meinem Schreibtisch, die Ärmel bis zu den Ellbogen hochgekrempelt, und starrte auf den finalen Build auf meinen drei Monitoren. Die App sah perfekt aus – elegantes UI, flüssige Animationen, die Metriken grün über die ganze Linie. Mein Product Lead Marcus stand in der Nähe der Tür, die Arme verschränkt, und wartete auf das Zeichen.„Alles ist gesichert“, sagte er. „Server sind skaliert. B

  • Das vergessene Versprechen des CEO   Kapitel 8

    Kingsley SalvatoreIch wachte auf und hatte Saras Namen bereits im Kopf.Verdammt, ich wusste, dass es seltsam war, weil sie verheiratet ist.Ich lag da und starrte an die Decke, einen Arm über die Augen gelegt, und versuchte, das Bild wegzuschieben. Es funktionierte nicht. Sie war da… klar wie gestern.Diese gletscherblauen Augen, rot vom Weinen, das sie zu verbergen versuchte. Die Art, wie ihre Stimme zitterte, als sie davon sprach, wie leidenschaftlich sie am Programmieren hing, als lerne sie, um sich selbst zu befreien. Die stille Art, wie sie diese Kurskarte hielt, als wäre sie das Einzige, was sie davor bewahrte, auseinanderzufallen.Ich rollte mich auf die Seite, die Laken wickelten sich um meine Beine.Sie sah so verdammt verstört und zerbrechlich und vollkommen gebrochen aus. Unter all dem Schmerz lag etwas Sturres, etwas, das sich weigerte, sich zu beugen. Es erinnerte mich an jemand anderen. Jemand von vor vier Jahren.Die Erinnerung kam so plötzlich, wie sie es immer tat,

  • Das vergessene Versprechen des CEO   Kapitel 7

    Sara MichaelsDas Haus war an diesem Morgen kälter, obwohl die Sonne draußen bereits hochstieg – hinter den dunklen Wolken. Es sah fast so aus, als könnte es regnen.Ich stand in der Küche, die Hände noch feucht vom Abwaschen des Frühstücksgeschirrs, das Emily kaum berührt hatte.Mein Finger pochte unter dem frischen Verband vom Schnitt des Vortags.Jedes kleine Geräusch von oben ließ meine Schultern anspannen… Emilys Lachen, Toms tiefe Stimme, die ihr antwortete, das gelegentliche Knarren der Dielen.Sie waren noch nicht heruntergekommen. Ich sagte mir, dass es so besser war. Besser, sie nicht zusammen zu sehen. Besser, mein Herz nicht wieder vor ihnen bluten zu lassen.Ich wischte langsam die Theke ab und versuchte, meinen Kopf leer zu halten, als die Tür hinter mir aufschwang.Emily kam herein und trug eines von Toms Seidenhemden… mein Lieblingshemd, das blassblaue, das er trug, wenn wir zum Abendessen ausgingen. Als er noch in mich verliebt war.Es hing locker an ihr, die Ärmel ho

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status