Share

8

Author: J. C. Veyra
last update publish date: 2026-11-04 10:49:31

KAPITEL 8: Die Erschütterung des Fundaments

Das dumpfe Echo des Schlags hing noch immer in der sterilen, von Glas und Marmor dominierten Weite des Foyers, als sich die Angestellten wie in Zeitlupe wieder zu rühren begannen. Einige der menschlichen Mitarbeiter flüchteten panisch Richtung Aufzüge oder suchten Schutz hinter den massiven Säulen, während andere verstört und mit weit aufgerissenen Augen auf den am Boden liegenden Abgesandten starrten. Kael hustete schwer, spuckte eine blutige Speiche
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Deine Luna? Nein Danke!   10

    KAPITEL 10: Die Bücher der MachtDer Weg von der privaten Penthousesuite hinunter in den verglasten Konferenzsaal der Chefetage glich dem Gang durch eine langsam enger werdende Kammer der Kompression. Jeder einzelne Schritt auf dem dicken, schallschluckenden Teppichboden klang in meinen Ohren wie das Ticken einer unsichtbaren Uhr. Neben mir schritt Victor Sterling Jr. Seine Präsenz war eine physische Wand aus kompromissloser Entschlossenheit. Er hatte kein Wort mehr gesprochen, seit wir das Penthouse verlassen hatten, aber das dunkle, hasserfüllte Aufleuchten in seinen stahlblauen Augen sprach Bände. Er war bereit, dieses Gebäude notfalls in Schutt und Asche zu legen, ehe er auch nur einen Zentimeter von seiner Position abwich.Als wir uns dem Konferenzsaal näherten, spürten wir die Veränderung der Atmosphäre lange bevor wir die Türen erreichten.Die menschlichen Angestellten im Großraumbüro duckten sich hinter ihren Monitoren, die Hände erstarrt auf den Tastaturen. Die Luft war schwe

  • Deine Luna? Nein Danke!   9

    KAPITEL 9: Die nackte WahrheitDas flackernde Licht des offenen Kamins warf tanzende, goldene Schatten an die dunklen Holzwände des Penthouses, während draußen das endlose Lichtermeer der Metropole wie ein technisches Sternenzelt pulsierte. Die Luft hier oben war anders als im Rest des Gebäudes – schwerer, gesättigt von der unverkennbaren, dominanten Note von Zedernholz, kühlem Kiefernharz und der elektrischen, ungeduldigen Aura eines Alphas, der seine Beute im geschützten Raum wusste.Ich stand da, die Hände leicht zu Fäusten geballt in den Taschen meines Hosenanzugs, und hielt seinem brennenden Blick stand. Seine Worte – „Erzähl mir, wer dich gejagt hat... und warum du glaubst, dass du vor mir sicherer bist als im Wald“ – hingen wie eine schwere, unsichtbare Last im Raum.Ein kurzes, trockenes Lachen entkam meiner Kehle. Es klang kalt, fast hohler, als ich es beabsichtigt hatte.„Sicher?“ Ich schüttelte langsam den Kopf und machte zwei langsame, gezielte Schritte auf ihn zu, bis das

  • Deine Luna? Nein Danke!   8

    KAPITEL 8: Die Erschütterung des FundamentsDas dumpfe Echo des Schlags hing noch immer in der sterilen, von Glas und Marmor dominierten Weite des Foyers, als sich die Angestellten wie in Zeitlupe wieder zu rühren begannen. Einige der menschlichen Mitarbeiter flüchteten panisch Richtung Aufzüge oder suchten Schutz hinter den massiven Säulen, während andere verstört und mit weit aufgerissenen Augen auf den am Boden liegenden Abgesandten starrten. Kael hustete schwer, spuckte eine blutige Speichelwolke auf den glänzenden Boden und versuchte mit zitternden Händen, sich aufzurichten. Seine bernsteinfarbenen Augen brannten vor Schmerz und bodenloser Wut, doch als sein Blick auf Victor Sterling Jr. fiel, gefror jede Regung von Gegenwehr in seinem Gesicht.Er hatte gemerkt, mit wem er sich angelegt hatte. Ein Alpha von Kaels Format war in seinem eigenen Revier ein gefürchteter Jäger, aber hier, im Herzen von Sterling Global, war er nichts weiter als ein Eindringling, der gerade gnadenlos in

  • Deine Luna? Nein Danke!   7

    KAPITEL 7: Die Maske brichtDas helle Neonlicht des Flurs schien plötzlich zu flackern, als die Worte des älteren Sterling wie ein Hammerschlag in der Luft hängen blieben. Ein hochrangiger Abgesandter aus meinem alten Rudel stand unten im Foyer und forderte meine Personalakte an. Sie hatten mich nicht nur durch eine vage Drohung aufgespürt; sie nutzten die offiziellen, brutal harten Kanäle der Wandler-Hierarchie, um mich direkt aus diesem Glaspalast herauszuzerren.In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken mit rasender Geschwindigkeit. Wenn diese Akte geöffnet wurde, wenn mein echter Name und meine Herkunft ans Licht kamen, war mein Leben hier in Sekundenschnelle vorbei. Sterling Global war zwar ein von Wölfen geführtes Unternehmen, aber gegenüber traditionellen, territorialen Rudeln galten alte Gesetze. Abtrünnige Wölfe – besonders solche, die sich der Autorität eines Alphas entzogen hatten – besuchten im System der Rudel keinen Arbeitsmarkt. Sie wurden als Eigentum oder Ausgesto

  • Deine Luna? Nein Danke!   6

    KAPITEL 6: Das Netz zieht sich zuDer Abend nach der Vorstandssitzung hüllte die Metropole in ein schweres, feuchtes Grau, als ich das Gebäude von Sterling Global verließ. Der Triumph über den Restrukturierungsplan schmeckte süß, doch das dumpfe Pochen im Hinterkopf wollte nicht weichen. Der Zettel mit der kryptischen Warnung – „Man kann die Vergangenheit nicht wegrechnen, Elena“ – lag sicher verschlossen in meiner Schreibtischschublade, doch seine Botschaft hatte sich wie ein unsichtbarer Schatten in mein Bewusstsein eingebrannt. Jemand suchte nach mir. Und schlimmer noch: Jemand im innersten Kreis dieses Unternehmens schien die Türen für diesen mysteriösen Kurier geöffnet zu haben.Ich fuhr zu meiner kleinen Einzimmerwohnung im vierten Stock, schloss die Tür ab, schob den massiven Riegel vor das Schloss und zog die Vorhänge zu. Mein Verstand schaltete in den Krisenmodus. Wenn meine alte Welt anfing, ihre Fühler nach mir auszustrecken, reichte es nicht mehr aus, sich hinter gefälscht

  • Deine Luna? Nein Danke!   5

    KAPITEL 5: Die Zahlen der NachtDas grelle Blaulicht meines Laptops war die einzige Lichtquelle in meiner winzigen, fensterlosen Wohnung, während draußen der kalte Nieselregen der Metropole unablässig gegen die Fensterscheibe peitschte. Es war kurz nach Mitternacht. Auf dem Holztisch lag der zerknüllte Zettel vom Anlieferungsbereich ausgebreitet, beschwert von einer kalten Tasse Kaffee. Die klobige Handschrift schien mich aus dem Halbdunkel zu verhöhnen.„Man kann die Vergangenheit nicht wegrechnen, Elena. Die Bücher werden bald ausgeglichen.“Ich starrte auf die Zeilen, bis die Tinte vor meinen müden Augen zu verschwimmen schien. Wer auch immer diesen Zettel hinterlegt hatte, besass einen unheimlichen Einblick in mein Leben. Im alten Rudel hatte man mich stets auf meine Zahlenblindheit oder angebliche Wertlosigkeit reduziert – niemand dort hatte mich jemals mit Bilanzen oder dem Ausgleichen von Büchern in Verbindung gebracht. Diese Metapher stammte aus meiner neuen Welt. Aus der Welt

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status