LOGINKapitel 4
Am nächsten Tag stand Elena stolz und mit erhobenem Kopf vor dem Standesamt. Ihre Hände umklammerten fest ihre kleine Tasche, während Damian arrogant neben ihr stand.
Ein Beamter trat mit zwei Scheidungsurkunden heran und überreichte sie nacheinander.
„Das ist die Scheidungsurkunde, Mein Herr, Meine Dame. Sie sind nun offiziell geschieden“, sagte der Beamte förmlich.
Elena nahm das Dokument mit einem schwachen Lächeln entgegen. Damian hingegen stieß nur einen langen Seufzer aus und schob die Scheidungsurkunde in seinen Mantel, ohne sie noch einmal anzusehen.
„Glaubst du wirklich, dass du ohne mich überleben kannst?“, sprach Damian in einem spöttischen Tonfall.
Elena drehte den Kopf und zog eine Augenbraue hoch. „Selbstverständlich.“
Damian lachte leise und verschränkte die Arme vor der Brust. „Sei nicht lächerlich, Elena. Ohne mein Geld wirst du nicht überleben. Du hättest die Abfindung, die ich dir angeboten habe, nicht ablehnen sollen.“
Elena lächelte sarkastisch. „Oh, machst du dir etwa jetzt Sorgen?“
Damian schüttelte langsam den Kopf, als verspüre er Mitleid. „Ich denke nur realistisch. Du hast niemanden, keinen ordentlichen Job. Glaubst du wirklich, dass die Welt auf deiner Seite sein wird?“
Elena lachte kurz auf und blickte den Mann dann mit einem Blick voller Selbstbewusstsein an. „Ich brauche nicht die Welt auf meiner Seite. Ich brauche nur die Gewissheit, dass ich ohne dein Geld auf eigenen Beinen stehen kann, Herr Damian!“
Damian kniff die Augen zusammen. „Interessant. Ich möchte zu gern sehen, wie lange du ohne meine Abfindung durchhältst.“
Elena verschränkte die Arme vor der Brust. Sie gab keine Antwort auf die Worte ihres Ex-Mannes.
Der Mann lachte erneut leise, diesmal noch herablassender. „Und glaubst du etwa, dass dich nach all dem noch irgendein Mann haben will?“
Elena unterdrückte ein Lachen. „Und warum sollte mich das kümmern?“
Damian trat näher, seine Stimme wurde leiser, aber schärfer. „Du bist nicht mehr attraktiv, Elena. Du kannst nicht auf dich selbst achten. Du hast zugenommen, du bist nicht mehr so schön wie früher, und was am wichtigsten ist: Du kannst mir keinen Sohn schenken.“
Elena lächelte weiter, ihr Blick wurde noch kälter. „Sie sind wirklich amüsant, Herr Damian! Sie sprechen so, als wollte ich immer noch Ihre Aufmerksamkeit erregen.“
Damians Gesicht verhärtete sich.
Elena fuhr fort, ihre Stimme war ruhig, aber tödlich: „Hören Sie zu, Herr Damian. Es ist mir völlig egal, was Sie von mir halten. Ich brauche keine Bestätigung von einem Mann, der seine Ehe verraten hat, nur weil er besessen von dem Gedanken an einen Sohn war. Glauben Sie etwa, ich werde weinen und Sie anbetteln? Da irren Sie sich gewaltig, Mein Herr. Im Gegenteil, ich bin wirklich dankbar.“
„Dankbar?“, wiederholte Damian mit spöttischem Unterton. „Du bist dankbar dafür, alles verloren zu haben?“
Elena lachte leise, aber voller Selbstvertrauen. „Ich bin dankbar, weil ich endlich frei von einem Mann bin, der seine Frau nie zu schätzen wusste. Glauben Sie, ich werde daran zerbrechen? Oh nein, Herr Damian, ich bin tatsächlich sehr glücklich, Sie los zu sein. Die ganze Zeit haben Sie mich mit so vielen Forderungen unter Druck gesetzt. Ich musste schön bleiben, ich musste mich perfekt um mich selbst kümmern. Und Sie haben mir nicht einmal ein Kindermädchen eingestellt, das mir mit den Kindern hilft! Sie haben mich nur angefasst, um mich schnell wieder schwanger zu machen, in der Hoffnung auf einen Sohn. Und als Sie herausfanden, dass das Baby, das ich trug, ein Mädchen war, haben Sie mich weggeworfen.“
Der Mann funkelte sie scharf an. Elenas Worte kümmerten ihn nicht.
„Es reicht, Elena. Es gibt keinen Grund, weiter darüber zu reden! Ich kann es kaum erwarten, dich scheitern zu sehen“, murmelte er kalt.
Elena zuckte mit den Schultern. „Und ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie Sie es bereuen, mich unterschätzt zu haben!“
Ohne länger zu warten, drehte sich Elena um und ging mit festen Schritten davon.
Draußen vor dem Standesamt ging Elena ruhig auf ein Taxi zu. In ihrem Herzen hatte sie bereits eine große Entscheidung getroffen. Es war an der Zeit, zu ihrem früheren Ich zurückzukehren – nicht mehr als Damian Lancasters Ehefrau, die nur im Schatten dieses Bastards lebte.
Rasch griff sie nach ihrem Telefon und wählte eine Nummer, die sie schon lange nicht mehr angerufen hatte. Es dauerte nicht lange, bis die Verbindung stand.
„Elena?“, die Stimme am anderen Ende klang überrascht.
Elena lächelte schwach. „Hallo, Tamara.“
Es folgte ein kurzes Schweigen, ehe eine hysterische Stimme zu hören war: „OH MEIN GOTT! ELENA! BIST DU DAS WIRKLICH?!“
Elena lachte leise. „Natürlich bin ich das.“
„Wo warst du bloß?! Fünf Jahre ohne ein einziges Lebenszeichen! Ich dachte schon, du wärst für immer verschwunden!“
Elena seufzte. „Ich bin nicht verschwunden, Tamara. Ich war nur beschäftigt mit meinem Leben als Ehefrau und Mutter.“
Tamara schnaubte. „Was für eine Ehe bringt bitte eine Queen Elisabeth dazu, einfach so aus der Modewelt zu verschwinden?! Weißt du eigentlich, wie viele Leute nach dir gesucht haben?! Du bist eine Legende! Alle fragen sich immer noch, wohin die mysteriöse Designerin gegangen ist!“
Elena lächelte schwach. „Ich komme zurück, Tamara.“
Tamara schwieg für einige Sekunden, bevor sie schließlich schrie: „IST DAS DEIN ERNST?! ELENA, KOMMST DU WIRKLICH ZURÜCK?!“
Elena nickte, obwohl Tamara es nicht sehen konnte. „Ja, ich will wieder ins Geschäft einsteigen. Ich will mir meinen Platz zurückholen.“
„Oh mein Gott ... du machst keine Witze, oder, Elena?“, Tamaras Stimme war voller Aufregung. „Warte kurz, kehrst du unter deinem echten Namen zurück oder behältst du dein Pseudonym?“
Elena überlegte einen Moment, bevor sie selbstbewusst antwortete: „Vorerst bleibe ich Queen Elisabeth. Ich will, dass die Welt sich daran erinnert, wer ich bin, bevor sie erfahren, wer ich wirklich bin.“
Tamara kicherte. „Gefällt mir, wie du denkst. Gut, wie sieht also der Plan aus?“
Elena lehnte sich im Sitz des Taxis zurück. „Ich möchte mit einer neuen Kollektion beginnen. Ich war fünf Jahre lang untätig; ich brauche etwas, das für einen echten Durchbruch sorgt. Ich will, dass jeder erfährt, dass Queen Elisabeth zurück ist.“
Tamara lachte voller Freude. „Oh, das ist fantastisch, Elena! Du wirst die Modewelt wirklich wieder erschüttern! Ich kann es kaum erwarten!“
Elena lächelte. „Ich brauche deine Hilfe, Tamara. Ich brauche das beste Team, ich brauche Ressourcen, und was am wichtigsten ist: Ich will, dass das Interesse der Welt wieder mir gilt.“
Tamara holte tief Luft, sie klang überaus begeistert. „Elena, überlass alles mir. Ich werde alles organisieren. Sag mir einfach, wann du bereit bist, und ich kontaktiere unsere Leute.“
Elena blickte geradeaus, ihre Augen voller Entschlossenheit. „Ich bin bereit, Tamara. Ich bin bereit, mir zurückzuholen, was rechtmäßig mir gehört.“
Tamara lachte vor Begeisterung. „Dann mach dich bereit, Queen Elisabeth! Die Welt wird erfahren, dass du zurück bist!“
Elena lächelte zuversichtlich. Dies war der Anfang von allem. Keine Frauen mehr, die unterdrückt wurden. Keine Ehefrauen mehr, die als nutzlos behandelt wurden.
Jetzt würde die Welt sie an der Spitze stehen sehen – unter ihrem eigenen Namen.
„Damian! Du wirst es bereuen, mich unterschätzt zu haben! Und ich werde das Kind in meinem Bauch behalten“, sagte Elena zu sich selbst.
Kapitel 60„Warum sind die Überwachungskameras plötzlich ausgefallen?!“, Elenas Stimme hallte durch das stille Lehrerzimmer.Ein IT-Mitarbeiter der Schule blickte nervös zu Boden. „Ich weiß es auch nicht, Frau Elena. Heute Morgen hat noch alles ganz normal funktioniert. Aber heute Nachmittag war das Material vom Schultor plötzlich nicht mehr lesbar. Es scheint ein Systemfehler zu sein.“„Ein Systemfehler?“, Elena seufzte frustriert. „Die einzige Spur dazu, wer mein Kind mitgenommen hat, ist also weg?“Alvas Lehrerin versuchte Elena zu beruhigen: „Es tut uns wirklich aufrichtig leid, Frau Elena. Aber wir dachten, der Mann sei von Ihnen geschickt worden, um Alva abzuholen.“„Vergessen Sie das!“, schnauzte Elena sie an, während ihre Augen rot anzulaufen begannen. „Tun Sie das nie wieder! Ich bin sicher, dass das eine Entführung ist! EINE ENTFÜHRUNG!“Mit blassem Gesicht rannte Elena aus dem Lehrerzimmer. Ihre Hände zitterten, als sie ihr Handy aus der Tasche zog. Elena wählte sofort Tama
Kapitel 59Elenas Auto bahnte sich langsam seinen Weg durch den Abendverkehr. Ein klassisches Lied erklang leise aus den Autolautsprechern und beruhigte ihren Verstand, während sie sich Alvas Gesicht vorstellte. Heute hatte Elena versprochen, ihren Sohn persönlich abzuholen – etwas, das sie in letzter Zeit wegen ihres vollen Terminkalenders in der Boutique nur noch selten tat.„Alva wird sich so freuen, von mir abgeholt zu werden“, flüsterte Elena mit einem Lächeln.Elena warf einen Blick auf die Uhr auf dem Armaturenbrett. Es verblieben noch zehn Minuten, bis die Schulglocke läutete. Elena beschleunigte das Auto leicht und versuchte, nicht zu spät zu kommen.Plötzlich überquerte von der Seite des Bürgersteigs eine alte Frau mit Plastikeinkaufstüten die Straße, ohne nach links oder rechts zu schauen. Elena trat reflexartig voll auf die Bremse.Quieeetsch!Das Auto kam nur wenige Zentimeter vor dem Körper der alten Frau zum Stehen.„Um Himmels willen!“, Elena öffnete die Tür und stieg
Kapitel 58Isabella warf ihre Sonnenbrille auf den Boden des Zimmers, woraufhin das Glas zersprang. Ihr Atem ging unregelmäßig, ihr Gesicht war rot vor Zorn, der noch immer nicht verflogen war.„Wie kann Damian es wagen, mich zu ohrfeigen! Noch dazu vor dieser Schlampe!“, murmelte sie durch zusammengebissene Zähne.Sie ging im Zimmer auf und ab und zerzauste ihr halb fertig gestyltes Haar. Scham, Zorn und Verletztheit vermischten sich in ihrer Brust. Damians Stimme hallte in ihrem Kopf nach, wie er sie verteidigt hatte ... aber nicht für sie. Für Elena.„Er zieht diese Frau vor ... nur weil Elena den Lancaster-Erben geboren hat?!“Isabella hielt die Tränen zurück, die aufzusteigen drohten, als ihr Blick plötzlich auf den Bildschirm ihres Handys auf dem Tisch fiel. Sie hob es rasch auf, öffnete die Kontakte und drückte auf einen Namen, den sie schon lange nicht mehr angerufen hatte.Die Verbindung stand.„Ja?“, antwortete die schwere Stimme am anderen Ende.„Ich habe einen Auftrag für
Kapitel 57„Nathan, bist du vorhin nicht nach Hause gefahren?“, fragte Elena leise, immer noch in den Armen des Mannes. Ihre Stimme war kaum hörbar, geborgen zwischen den Schlägen eines Herzens, das viel zu schnell schlug.Nathan seufzte, löste langsam seine Umarmung und sah Elena sanft an. „Doch. Aber du hast dein Handy in meinem Auto vergessen“, sagte er und deutete auf das Mobiltelefon, das Elena auf dem Beifahrersitz liegen gelassen hatte. „Und irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl.“Elena nickte leicht und griff dann mit zitternden Händen nach ihrem Handy. „Ich danke dir.“Sie sahen sich an. Ein Augenblick fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Die Zeit fror ein.Nathan saß neben ihr und hielt immer noch Abstand. Doch da war etwas in der Luft, das immer dichter wurde – Anspannung, unerträgliche Emotionen und Gefühle, die sie so lange verschwiegen hatten.„Elena ...“, rief Nathan mit tiefer Stimme, fast ein Flüstern. „Weißt du was? Ich kann einfach nicht aufhören, an dich zu denken.“E
Kapitel 56Der Himmel verdunkelte sich bereits, als die Uhr sieben Uhr abends schlug. Die Lichter der Stadt gingen langsam an, und die kühle Nachtluft kroch durch die Fensterspalten herein. Elena hatte gerade Alva gefüttert, während Delya geschäftig mit einem Spielzeug auf dem Boden spielte. Die Türbell klingelte.Elena runzelte die Stirn; sie erwartete um diese Zeit der Nacht keinen Besuch mehr. Sie ging schnell zur Tür und öffnete sie. Nathans Gestalt stand dort – ordentlich, schneidig in einem dunklen Anzug, der seinen Körper perfekt umrahmte.„Hallo“, begrüßte Nathan sie mit jenem charakteristischen Lächeln, das es irgendwie immer schaffte, Elenas Herz schneller schlagen zu lassen.„Nathan?“, Elena war ein wenig überrascht. „Was ist los? Du hast gar nicht gesagt, dass du vorbeikommst.“Nathan hob eine kleine Schachtel hinter seinem Rücken hervor – zusammen mit einem Strauß Lilien und weißer Rosen.„Ich wollte dich zum Abendessen ausführen“, sagte er hoffnungsvoll. „Ich habe bereit
Kapitel 55Elena schwieg noch immer. Ihr Gesicht war tiefrot angelaufen – nicht nur von dem Kuss auf ihre Lippen, sondern auch von dem darauffolgenden Kuss, den Nathan soeben auf ihren Hals gesetzt hatte; heiß, tief und überraschend.„Aahh ...“, der Seufzer entfloh ihren Lippen und entlockte Nathan ein leises Lächeln. Es war das Lächeln eines Mannes, der genau wusste, dass er etwas berührt hatte, das sich nicht mehr leugnen ließ.„Elena“, Nathans Stimme klang heiser, fast wie ein Flüstern. „Ich habe dir ein Liebesmal am Hals hinterlassen. Du gehörst mir, Elena.“Elena drehte rasch den Kopf herum, ihre Augen weiteten sich leicht. „Nathan ...“„Du musst jetzt nicht antworten“, sagte Nathan sanft. „Aber sag mir nicht, dass du es nicht fühlst.“In Elenas Körper stieg eine plötzliche Hitze auf. Ihr Herz schlug so schnell, und ihre Gedanken gerieten völlig in Aufruhr. Die eine Hälfte von ihr wollte erwidern, wollte Nathans Gesicht berühren und mit ihren Lippen seinen Hals nachfahren.Doch E







