Masuk♡Astrid♡ Seit der Gala waren einige Tage vergangen, und Adrian und ich waren beide viel zu beschäftigt gewesen, als dass wir uns überhaupt über den Weg gelaufen wären. Entweder war er bereits weg, bevor ich aufwachte, oder ich schlief schon, bevor er zurückkehrte. Den Überblick über meinen Ehemann zu behalten, stand ohnehin nicht gerade ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Wo wir gerade davon sprachen: Jasons Sekretärin hatte sich gemeldet und einen Termin für mich vereinbart, basierend auf Jasons Verfügbarkeit. Ich wusste, dass er einer der größten Namen in der Tech-Welt war. Wenn mir also jemand dabei helfen konnte, mich an meinem Fake-Ehemann zu rächen, dann er. Nur weil ich mich in letzter Zeit ruhig verhalten hatte, hieß das nicht, dass ich keine Pläne schmiedete. Vielleicht würde ich damit anfangen, Adrian arbeitslos und mittellos zu machen. Vielleicht – nur ganz vielleicht – würde er dann zu seinem Vater gekrochen kommen. Aber das reichte noch nicht. Er musste b
♧Adrian♧ Ich behielt Astrid von der anderen Seite des Raumes aus scharf im Auge, selbst während ich Höflichkeiten mit einigen der anwesenden Würdenträger austauschte. Meine Aufmerksamkeit war geteilt – ein Teil von mir war auf sie fokussiert, der andere auf den Mann, dem ich auswich. Meinen Vater. Stattdessen lief ich Drake Herman über den Weg, einem langjährigen Freund von ihm. Drake hob eine Braue und rückte seine Brille zurecht, die auf seiner Nase saß. „Sieht mal an, wen wir denn hier haben – Adrian“, sagte er mit einem leisen Süffisanz. Ich vergrub beide Hände in den Hosentaschen und nahm mir Zeit, ihn einzuschätzen. Genau wie mein Vater war Drake ein Milliardär in der Mobilfunkbranche. Es ergab Sinn, dass die beiden zusammenhielten. Gleich und gleich gesellt sich eben gern. „Mr. Herman“, begrüßte ich ihn förmlich. Für einen Mann über sechzig hatte er sich gut gehalten. „Hast du deinen Vater irgendwo gesehen?“, fragte er. Ich legte den Kopf leicht schief. „Ic
♡Astrid♡ Ich war schon den ganzen Abend angespannt gewesen. Und es trug keineswegs zur Besserung bei, dass ich die nächsten Stunden ausgerechnet mit dem Ursprung meiner Unruhe verbringen musste. Wo wir gerade vom Teufel sprachen: Adrian stieg aus dem Wagen, sobald wir am Veranstaltungsort angekommen waren. Eine schwarze Maske verdeckte einen Teil seines Gesichts, aber seine braunen Augen fixierten die meinen, als er mir seine Hand entgegenstreckte. Ich zögerte und sah mich um. Abgesehen von den Sicherheitskräften am Eingang war sonst niemand hier. Ich ignorierte seine Hand und stieg aus eigener Kraft aus dem Auto. Er richtete sich auf und vergrub die Hände in den Hosentaschen. Ich rückte meine rote Schmetterlingsmaske zurecht, die ich passend zu meinem Kleid ausgewählt hatte. Joan und ich waren vorhin shoppen gewesen, und sie hatte mir geholfen, Kleider auszusuchen, die für eine Gala angemessen waren – einer der Gründe, warum ich nun eine bodenlange, schwarze Robe trug.
♧Adrian♧ Ich fuhr direkt aus dem Büro nach Hause, sobald ich die Einladung erhalten hatte. Eigentlich war das nicht der Plan gewesen, aber es sprach nichts dagegen, mit meiner „Ehefrau“ an meiner Seite auf einer Gala zu erscheinen. Die Wahrscheinlichkeit, meinem Vater über den Weg zu laufen, war hoch, und obwohl ich ihm ausgewichen war, konnte ich nicht ewig davonlaufen. Ich bog in die Einfahrt ein und starrte einfach nur das Haus an. Ich hatte gedacht, das Zusammenleben mit Astrid würde unkompliziert werden. Aber verdammt nein, das war es ganz und gar nicht. In dem Moment, als ich ihr Zimmer betreten hatte, wusste ich auch genau, warum. Ihr Duft, ihr Raum – es zog mich an und brachte meinen Kopf völlig durcheinander. Ich wollte darin eintauchen, während ich sie gleichzeitig hasste. Ich begehrte sie, obwohl ich sie hasste, und ich hatte keine Ahnung, wie das hier enden würde. Wir hatten drei Monate. Drei Monate, bis ich meine Beförderung bekam. Drei Monate, bis wir die
~Astrid~ Ich stöhnte und drehte mich im Bett um, während ich mir das Kissen über den Kopf zog, um das Dröhnen in meinem Schädel auszusperren. Es half nicht. Frustriert schnaufte ich, schob das Kissen zur Seite und blinzelte hinauf zur Decke. Mein Kopf fühlte sich tonnenschwer an, und Gott, er pochte wie verrückt. Ich warf die Bettdecke von mir ab, setzte mich auf und presste die Handflächen gegen meine Schläfen. Oje. So viel würde ich nie wieder trinken. Ich sah mich um und stellte fest, dass ich mich in meinem Zimmer befand – demjenigen, das ich nach meinem Einzug in Adrians Haus offiziell für mich beansprucht hatte. Wie war ich hierhergekommen? Das Letzte, woran ich mich erinnerte, war, wie ich den Club betreten hatte, um Ophelia abzuholen. Danach war alles ein einziger Schleier. Das konnte nur eines bedeuten: Adrian hatte mich nach Hause gebracht. Er war in meinem Zimmer gewesen, hatte mich ins Bett gelegt und mir sogar die Schuhe ausgezogen. Ich wusste nicht so
♧Astrid♧„Fass mich nicht an“, murmelte ich und trat von demjenigen zurück, der hinter mir stand. Ob er mich hörte oder nicht – er tat jedenfalls so, als wäre es nicht der Fall.„Du machst das super, Baby!“, brüllte Ophelia gegen die wummernde Musik an. Ich wusste, dass es ein Fehler gewesen war, hierherzukommen. Es sollte eigentlich nur ein einziger Drink sein, während ich einer offensichtlich betrunkenen Ophelia zuhörte, wie sie ihr Herz ausschüttete.Aber aus diesem einen Drink wurden zwei, dann vier, und jetzt stand ich hier – auf einer überfüllten Tanzfläche, während sich irgendein fremder Typ an mich presste.„Komm schon, Phil, wir müssen gehen. Jetzt.“ Ich griff nach ihrem Handgelenk, aber sie zuckte nur mit den Schultern und warf ihre Haare nach hinten.„Ich glaube nicht“, formte sie stumm mit den Lippen.Und dann spürte ich sie wieder – Hände, rau und unerwünscht, die mich an Stellen berührten, wo sie nichts zu suchen hatten.Ich drehte mich abrupt um. Ein dunkelhaariger Mann







