Mag-log inMia Dawson heiratete einen kaltherzigen CEO, weil sie an die Liebe glaubte, doch neben ihm lebte sie, als wäre sie unsichtbar. Zwei Jahre lang gab Mia ihrem Ehemann alles. Ihre Stärke, ihre Loyalität und sogar das Imperium, das sie still und heimlich mitaufgebaut hatte – nur um mit Gleichgültigkeit, Demütigung und der ständigen Anwesenheit einer anderen Frau belohnt zu werden, die ihm immer wichtiger zu sein schien. Doch alles nimmt eine Wendung, als sie durch einen Zufall herausfindet, dass ihre Schwägerin nicht nur die Stiefschwester ihres Mannes, sondern auch seine Geliebte ist. Zutiefst verletzt und gebrochen überreicht sie ihm die Scheidungspapiere und geht mit dem Schwur, um jeden Preis Rache zu nehmen. Doch manche Herzschmerzen enden nicht mit einem Abschied. Und manche Liebesgeschichten beginnen von Neuem, wenn die Wahrheit endlich ans Licht kommt.
view moreMia
„Herzlichen Glückwunsch, Mrs. Nova. Sie sind schwanger.“
Diese Worte ließen meinen Kopf vollkommen leer werden. Innerhalb der Wände der Firmentoilette blieb nur ein leises Summen zurück.
Schwanger …
„Mrs. Nova?“
„Ja“, antwortete ich, wobei meine Stimme trotz des Blutes, das in meinen Ohren rauschte, unnatürlich ruhig klang. „Entschuldigung. Bitte fahren Sie fort.“
Er sprach noch einige Minuten am anderen Ende der Leitung weiter. Worte wie „Tests“ und „Folsäurepräparate“ drangen an meine Ohren, doch ich konnte nichts von dem, was er sagte, wirklich aufnehmen.
Das Gespräch endete und die Leitung verstummte, aber mein Kopf tat es nicht. Ich ließ die Schwangerschaftsteststreifen auf den Rand des Waschbeckens fallen. Der Marmor jagte einen kalten Schauer über meine Haut.
Ich war schwanger. Laut dem Arzt war ich in der sechsten Woche.
Das war etwas Gutes. Ich sollte glücklich sein. Ich WOLLTE glücklich sein.
Doch ich empfand nichts davon. Nur eine schwere Leere, die sich schmerzhaft in meiner Brust ausbreitete.
Denn ich konnte an nichts anderes denken als daran, wie alles Stück für Stück zerfallen war.
Nach einer Ewigkeit, wie es sich anfühlte, verließ ich die Toilette und kehrte ins Großraumbüro zurück. Um mich herum eilten Männer und Frauen durch den Unternehmensdschungel von NovaTech.
Hier war ich nicht Mia, die Privatperson. Hier war ich Mia, die Projektleiterin und Abteilungsleiterin von NovaTech.
Ich ging in Richtung meines Büros. Als ich dort ankam, stieß ich mit jemandem zusammen. Ich richtete mich wieder auf und erkannte Jenny, meine Sekretärin.
„Ma’am, ich habe nach Ihnen gesucht. Ich …“ Sie blickte nervös um sich, bevor sie sich näher zu mir beugte und ihre Stimme senkte. „Ich sollte Sie informieren. Der Big Boss ist gerade von seiner Reise zurückgekommen. Er möchte Sie sehen, und er sieht nicht glücklich aus.“
Mein Kiefer verspannte sich, während ihre Worte eine Welle der Angst durch meine Brust jagten.
Er war zurück.
Jenny wirkte genauso angespannt. Ich holte tief Luft und zwang mich zu einem beruhigenden Lächeln.
„Danke, Jenny. Ich kümmere mich von hier an darum“, sagte ich mit einem Lächeln, das ich aufrechterhielt, bis sie gegangen war. Erst als sie außer Sichtweite war, ließ ich es verschwinden.
Es dauerte nicht lange, bis ich die oberste Etage des wolkenkratzerähnlichen Gebäudes erreichte, in der sich sein Büro befand. Sobald ich vor seiner Tür stand, atmete ich langsam ein, doch die Schwere in meiner Brust blieb.
Es war nicht schwer zu erraten, warum er mich zu sich bestellt hatte – er tat das nur, wenn es unbedingt nötig war, und in letzter Zeit schon gar nicht. Es konnte nur bedeuten, dass er von dem erfahren hatte, was vor ein paar Tagen passiert war … und von meinem Versagen.
Ich klopfte leise und hörte seine gedämpfte Stimme, die mir erlaubte einzutreten.
Die Tür öffnete sich, und da war er.
Damon.
Der CEO von NovaTech. Mein Vorgesetzter.
Und mein geheimer Ehemann.
Er saß hinter seinem Schreibtisch und blätterte mit einer Hand durch einen Stapel Akten, als ich eintrat. In dem Moment, in dem ich den Raum betrat, hielt er inne und hob den Blick.
Sein Blick traf meinen, sein Gesichtsausdruck war kalt und gnadenlos.
Er war nicht glücklich.
„Mr. Thragg hat mich über das informiert, was vor ein paar Tagen passiert ist“, sagte er kalt. „Seiner Darstellung zufolge hast du mitten in den Verhandlungen mit den Callahans plötzlich den Konferenzraum verlassen und bist eine ganze Weile nicht zurückgekommen. Dein Team musste alles ohne dich regeln und sich für dich entschuldigen. Hast du irgendetwas zu deiner Verteidigung zu sagen, Miss Dawson?“
Der Name fühlte sich wie ein eisiger Stich an.
Es war mein Mädchenname, ein Name, den er innerhalb des Unternehmens nur benutzte, um keinen Verdacht zu erregen.
Hier war ich nicht seine Ehefrau.
Ich war lediglich seine Untergebene.
Meine Kehle wurde eng. Genau das hatte ich erwartet.
Ich konnte mich noch immer an jenen Tag erinnern. Mitten in der Besprechung war mir plötzlich übel geworden. In den vergangenen Tagen hatte ich bereits unter leichteren Übelkeitsanfällen gelitten, und obwohl ich nicht wusste, warum mir ständig schlecht war, hatte ich versucht, es zu ignorieren, weil ich glaubte, ich könnte einfach weitermachen.
Doch von Minute zu Minute wurde es schlimmer. Erst als ich beinahe auf den Tisch erbrochen hätte, stürmte ich ohne nachzudenken aus dem Raum und suchte die nächstgelegene Toilette auf.
Die Erinnerungen danach waren verschwommen. Später wachte ich auf dem Badezimmerboden auf und erfuhr, dass der Vertrag abgeschlossen worden war.
Danach konnte ich meinen Kollegen nicht mehr gegenübertreten.
Noch am selben Tag hatte ich einen Termin im Krankenhaus vereinbart. Erst vor wenigen Minuten, als der Arzt mir das Ergebnis mitgeteilt hatte, verstand ich endlich, WARUM.
„Es tut mir leid, Mr. Nova“, sagte ich. „Ich übernehme die volle Verantwortung für den Vorfall. An diesem Tag habe ich tatsächlich …“
„Genug.“
Seine Stimme schnitt durch meine Worte, als er aufstand.
„Miss Dawson, ist Ihnen klar, was uns Ihre Abwesenheit und Ihr Verhalten hätten kosten können? Wenn Ihr Team die Situation nicht unter Kontrolle gebracht hätte, wäre der Deal, für den wir so hart gearbeitet haben, geplatzt. Ich habe darauf vertraut, dass Sie die Dinge wie immer ordnungsgemäß regeln. Sie haben mich wirklich enttäuscht.“
Seine harten Worte legten sich um meine Brust und schnürten sie mit jeder Sekunde enger.
Von Anfang an war Damon immer pragmatisch gewesen. Er führte NovaTech mit einer strengen Präzision und Effizienz, die seine Konkurrenten einschüchterte. Er hatte das Unternehmen an die Spitze geführt und sich in der Branche den Ruf eines rücksichtslosen Geschäftsmannes erworben.
Wenn es um die Arbeit ging, war er mit sich selbst genauso streng wie mit allen anderen. Er kannte keine Nachsicht.
Ich hätte nicht verletzt sein dürfen.
Und doch tat mein Herz weh.
Denn einst war er anders zu mir gewesen.
An meinem ersten Tag im Unternehmen hatte ich ihn zufällig kennengelernt. Monate später begann er heimlich um mich zu werben und gestand mir seine Gefühle.
Anfangs war ich vorsichtig gewesen, doch schließlich durchbrach er mit seinen Taten die Mauern um mein Herz. Egal, wie distanziert er sich in der Öffentlichkeit gab, wenn wir allein waren, war er warmherzig und fürsorglich.
Also sagte ich Ja, als er mich sechs Monate nach Beginn unserer Beziehung bat, ihn zu heiraten.
Das war vor zwei Jahren.
Seit zwei Jahren war ich seine geheime Ehefrau. Ich ertrug alles, während ich Seite an Seite mit Menschen arbeitete, die keine Ahnung hatten, dass ich jeden Abend zu demselben Mann nach Hause ging, den sie ihren Chef nannten.
Trotz der Geheimhaltung störte es mich nicht, solange ich ihn hatte und er mich noch liebte.
Doch nach und nach begann er, sich auch privat von mir zu distanzieren. Egal, wie sehr ich versuchte, ihn zu erreichen, zwischen uns stand eine unsichtbare Barriere.
Und jetzt, während ich in seinem Büro stand, spürte ich sie wieder.
Diese unsichtbare Grenze.
MiaIch spürte die Blicke meiner Kollegen, die mir folgten, während ich auf mein Büro zuging. Einige wandten den Blick ab, sobald ich sie ansah. Andere blieben bei mir und schenkten mir ein kleines Lächeln. Doch beide Reaktionen hatten dasselbe gemeinsam.Mitgefühl. Mitleid.Mittlerweile war ich mir sicher, dass die gesamte Firma Bescheid wusste. Ich konnte nichts dagegen tun, außer es zu ignorieren.Zu ignorieren, dass das Einzige, was mein Leben noch über Wasser hielt, mir genommen worden war, als wäre es nichts.Auf dem Flur zu meinem Büro hatte ich gerade erst ein paar Schritte gemacht, als Stimmen aus der Ecke zu mir herüberdrangen.„Ich kann es nicht glauben. Miss Dawson hat so viel für die Firma getan, und das war ihr Projekt. Ihre Idee. Warum würde der Big Boss es jemand anderem geben?“, sagte ein junger Mann ungläubig. „Und Miss Nova? Sie ist buchstäblich gerade erst hier angekommen. Wir wissen nicht einmal, ob sie überhaupt dazu fähig ist.“„Vielleicht ist sie nicht fähig, a
MiaDamons Stimme schnitt klar durch meine Worte. Ich wandte mich ihm zu.Auf seinem normalerweise ausdruckslosen Gesicht lag etwas, das ich nicht deuten konnte, doch vielleicht bildete ich es mir nur ein. Kurz darauf sah er mich streng an.„Sei nicht unvernünftig, Mia“, sagte er. „Athena bleibt. Warum sollte sie gehen, wenn ihre Familie hier ist? Sag nie wieder so etwas Lächerliches. In solchen Angelegenheiten solltest du dich nicht einmischen.“Meine Lippen blieben leicht geöffnet, doch kein Laut kam über sie. Alles, was ich hatte sagen wollen, löste sich lautlos in Luft auf.„Genau“, sagte Mara lächelnd und lehnte sich zufrieden zurück. „Sie war schon lange vor dir Teil dieser Familie. Du solltest besser wissen, wo dein Platz ist.“Damit kehrte die Atmosphäre in ihren vorherigen Zustand zurück. Athena und Mara unterhielten sich unbekümmert weiter, ihr Lachen erfüllte den Raum. Damon wandte den Blick ab und aß weiter. Es war, als wäre alles vollkommen normal.Nur ich blieb wie ersta
MiaEs fühlte sich an, als wäre ich in ein eiskaltes Bad getaucht worden, das meine Knochen bis ins Mark frösteln ließ und mich brutal in die Realität zurückholte. Sie rückte näher an Damon heran, hielt sich an seinem Arm fest und sah mit einem Lächeln zu ihm auf.Doch alles, worauf ich mich konzentrieren konnte, war der Schmuck an ihrem Hals. Die Kette, von der ich geglaubt hatte, dass er sie für mich gekauft hatte.Gelächter erklang und riss mich zurück in die Realität, gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie Mara die junge Frau zu sich zog, deren gesamte Aufmerksamkeit nun ihr galt.„Athena, meine süße Tochter. Ich habe dich so sehr vermisst“, sagte sie warmherzig und betrachtete sie mit unverhohlenem Stolz und Zuneigung.Ich fühlte mich wie betäubt, nahm die Informationen jedoch in mich auf.Das also war Athena. Diejenige, mit der Mara mich immer verglichen hatte und die Damon kaum erwähnte. Als ich ihr Gesicht betrachtete, erkannte ich die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Tochter. At
MiaEin Kloß bildete sich in meinem Hals, als die Worte, die ich sagen wollte – die Wahrheit, die mir auf der Zunge lag – wieder zurückgedrängt wurden. Ich bewahrte einen neutralen Gesichtsausdruck und nickte.„Es tut mir leid, Mr. Nova. Es wird nicht wieder vorkommen.“Minutenlang herrschte Stille, bis ich seine Schritte hörte. Ehe ich mich versah, schlangen sich seine Arme um mich, und ich wurde gegen eine warme, harte Brust gezogen, während der Duft seines Parfüms meine Sinne erfüllte.„Geht es dir gut?“, fragte er mit leiserer Stimme.Der plötzliche Wandel traf mich wie ein Schlag. Ich konnte nur nicken. Er holte tief Luft.„Lass uns heute Abend essen gehen. Ich lade dich ein. Es tut mir leid, dass ich so hart zu dir war. Ich … ich will doch nur das Beste für NovaTech. Du verstehst das, oder?“Die Kälte in seiner Stimme von zuvor war verschwunden. Nun war sie tiefer. Wärmer. Er war nicht mehr der geschäftsmäßige Mr. Nova.Er war Damon, mein Ehemann, der mich in seinem Büro in den











