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Kapitel 4

last update Tanggal publikasi: 2026-06-08 06:13:02

„Wenn du dich weigerst, stirbt sie.“

Haileys Welt erstarrte, und es fühlte sich an, als würde ihr das Herz herausgerissen. Sie musste wählen, und bei jeder Wahl würde sie etwas verlieren.

Sie blickte zu Riley, die nun von einem Wächter festgehalten wurde, ein Schwert an ihren Hals gedrückt.

Sie spürte einen Stich in der Brust, als sie sah, wie Tränen aus den Augen ihrer besten Freundin, die wie eine Schwester für sie war, rollten.

Ihr Verstand drehte sich im Kreis, und ihre Gedanken flogen zurück zu Jason, dem einzigen Jungen, den sie je geliebt hatte. Wie er sie immer sicher und geliebt fühlen ließ. Sein Lachen hallte tief in ihr wider, diese warmen Augen, Lächeln und Küsse.

Sie musste wählen. Sie wollte beide, aber sie konnte nur einen haben.

Ihre beste Freundin oder den Jungen, den sie liebte.

Hailey schluckte schwer, ihre Handflächen waren schweißnass. „Es tut mir leid, Jason. Du verdienst jemanden Besseren“, murmelte sie leise.

Ihre Augen brannten vor Tränen, als sie Elder Loyd direkt ansah. „Gut“, ihre Stimme zitterte. „Ich werde ihn heiraten.“

„Ich werde euren Alpha heiraten. Verletzt sie nur nicht“, sagte sie.

Der Wächter nahm die Schwertklinge von Rileys Hals.

Riley keuchte auf, doch Elder Loyd lächelte – ein kaltes, stolzes Lächeln, das ihren Magen verdrehte.

„Du hast die richtige Wahl getroffen, Luna“, sagte er, verneigte sich und ging mit den Wächtern hinaus.

Sobald er weg war, fielen Haileys Tränen. Ihre Knie wurden weich, sie sackte weinend zusammen.

Riley blieb an ihrer Stelle und weinte ebenfalls.

~~~~~~~

Kieran saß in dieser Nacht in seinem Zimmer und starrte aus dem Fenster auf den Vollmond. Wassertropfen aus seinen Haaren liefen über seine nackte Brust, zeichneten die Linien seiner Muskeln nach und verschwanden. Sein Unterkörper war in lockere dunkle Leinenhosen gekleidet.

Das Mondlicht strömte in den Raum und erhellte das dunkle Zimmer.

Im Rudel brodelte es weiterhin vor Neuigkeiten über seine Gefährtin. Einige Mitglieder lachten vor Aufregung, andere knurrten missbilligend.

Er konnte die Gedanken jedes Rudelmitglieds durch die Rudelverbindung hören.

„Hailey“, flüsterte er und seufzte, als sich sein Wolf in ihm regte.

Genau in diesem Moment öffnete sich die Tür und Darren trat ein.

„Seid gegrüßt, Alpha“, sagte er und verneigte sich.

„Warum bist du hier?“, fragte Kieran tonlos.

„Elder Loyd hat mir aufgetragen, dir diese Nachricht zu überbringen“, sagte Darren.

„Welche Nachricht?“, fragte Kieran und wirkte eher gelangweilt.

„Sie hat den Titel als deine Luna akzeptiert“, antwortete Darren.

Kieran atmete langsam ein und dann aus.

„Sie ist nur ein Mittel, um das Rudel ruhig zu halten. Sie brauchen dringend eine Luna, und sie ist einfach die passende Kandidatin dafür. Sie ist eher wie eine Ersatzfrau.“

Darren runzelte leicht die Stirn. „Was hast du vor?“

„Ich werde sie wie geplant heiraten, aber solange meine Gefährtin noch lebt, werde ich keine andere markieren“, sagte Kieran.

„Ich muss nur einen guten Grund finden, um die Ältesten des Rates zu überzeugen.“

Darren zögerte. „Als dein Beta und Freund habe ich eine Idee, wie du das angehen kannst.“

Kieran blickte ihn an.

*********

Die Ratskammer war mit Mitgliedern des Rates gefüllt, die eifrig die Zeremonie planten. Elder Loyd saß am Kopfende des Tisches und überwachte alles.

„Die Zeremonie findet morgen Abend statt“, sagte er. „Es darf keine Fehler geben, deshalb habe ich um ein sehr frühes Treffen am Morgen gebeten.“

„Wird das nicht zu schnell sein?“, fragte ein Ältester.

„Wenn der Mond halb und karmesinrot ist, soll die Hochzeit stattfinden – und das ist morgen Abend“, sagte Elder Loyd.

Die Ältesten nickten verstehend.

Elder Loyd nahm eine der Schriftrollen, die auf dem Tisch verstreut lagen, und ein Lächeln spielte um seine Lippen.

~~~~~~~~

Im Gästezimmer saß Hailey am Rand des Bettes und umklammerte ihre Hände fest. Ihre Augen waren rot vom vielen Weinen, und Tränen waren auf ihrem Gesicht getrocknet.

Riley kniete neben ihr, ihre Augen ebenfalls rot. Sie legte ihren Kopf in Haileys Schoß.

„Du hättest nicht zustimmen sollen“, flüsterte Riley. „Ich habe dir so viel Schmerz bereitet, dass du weinen musstest.“

Hailey stieß ein gebrochenes Lachen aus. „Glaubst du, ich könnte ertragen, dich sterben zu sehen? Ich könnte mir das nie verzeihen, wenn das passiert wäre.“

Riley schniefte. „Und was ist mit Jason?“

Hailey schwieg einen Moment.

„Ich werde ihn vergessen müssen“, sagte sie. „Ich schätze, wir waren nie füreinander bestimmt.“

Hailey seufzte.

Sie konnte nicht mehr weinen, sie hatte schon so viel geweint. Bei Riley jedoch stiegen frische Tränen in die Augen. Sie wurde des Weinens nie müde.

Genau in diesem Moment quietschte die Tür auf, und eine Dienerin trat ein mit einem blutroten Kleid aus Seide und einem Paar roter Seidenschuhe.

„Elder Loyd hat gesagt, ich soll dir das bringen. Du sollst es zur Zeremonie tragen, Luna“, sagte die Dienerin leise und verneigte sich.

„Danke“, brachte Hailey heraus.

Die Dienerin legte das Kleid und die Schuhe aufs Bett, verneigte sich und ging.

Hailey betrachtete das Kleid. „Es ist wunderschön – und ein Beweis für die Wahl, die ich getroffen habe.“

*******

Am nächsten Abend fand die Zeremonie unter dem halb karmesinroten Mond statt. Das Rudel stand in einem weiten Kreis, gekleidet in dunkle Zeremonienroben.

Riley stand in einiger Entfernung und beobachtete alles mit Tränen, die über ihre Wangen liefen.

In der Mitte des Kreises stand Hailey in dem blutroten Kleid mit Federn und Rosen daran. Kieran stand vor ihr, ganz in Schwarz gekleidet.

„Durch den Erlass der Mondgöttin“, verkündete der Priester, „vereinen wir Alpha Kieran vom Blood Moon Rudel und Hailey Marcus als Gefährten unter dem Mond.“

Die Rudelmitglieder heulten zustimmend, ihre Rufe hallten durch das ganze Rudel und in den Nachthimmel.

Kieran spürte einen Hitzeschwall durch sich hindurchreißen – wild und gewaltsam. Sein Wolf forderte, sie zu beanspruchen und zu markieren.

Hailey? Sie fühlte nichts. Sie hatte sich immer gewünscht, dass ihre Hochzeit magisch wäre mit dem Menschen, den sie liebte, nicht mit einem Haufen Wölfe in Menschengestalt. Es sollte der glücklichste Tag ihres Lebens sein, doch er fühlte sich schrecklich an.

Das Rudel wartete darauf, dass er das Ritual vollendete, indem er sie markierte.

Er beugte sich näher, sein Atem strich über ihren Hals. Hailey verlagerte sich leicht, unwohl. Einen Zentimeter näher an ihrem Hals hielt er inne und widerstand dem Drang seines Wolfes, sie zu markieren.

Er zog den Kopf zurück, dann mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen: „Ich werde sie nicht markieren“, sagte er, seine Stimme leise, aber befehlend.

Keuchen erfüllte die Menge.

„Alpha...“, rief der Priester.

„Nicht, bis sie meinen Wolf akzeptiert“, sagte Kieran und sah Hailey direkt in die Augen.

Sie lächelte ebenfalls spöttisch, ihre Stimme kam entschlossen heraus: „Dann wirst du mich niemals markieren.“

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