LOGINVivian aus ihrer Perspektive
Mein Herz schlug wie wild, als ich mich zu den anderen gesellte, und ich zuckte zusammen, als sich mein Blick mit Chloes finsterem Blick kreuzte. Sie presste die Lippen zusammen, bevor sie zu demselben Alpha eilte, der mich gerettet hatte und der in einer Ecke stand und zusah. Aus irgendeinem Grund schlossen sich ihr viele andere Mädchen an. Ich stand abseits und fummelte nervös mit den Fingern herum, als der Priester mit dem Ritual begann. Meine Gedanken schweiften ab, Panik ergriff mich, als ich immer mehr Zweifel verspürte. Vielleicht war das ein Fehler. Zu Hause zu bleiben war weniger beschämend, als hierherzukommen, nur um dann keinen Partner zu finden. Dann sah ich das Bild von Chloes triumphierendem Lächeln vor mir, nachdem sie mich weggesperrt hatte, und ich wusste, dass es die richtige Entscheidung war, zu bleiben. Die einzige Entscheidung. „Entspannt eure Gedanken. Lasst die Bindungen sich vollständig schmieden. Möge die Mondgöttin euch heute Nacht alle mit euren anderen Hälften segnen!“, verkündete der Priester. Fast augenblicklich begannen diejenigen, die nach vorne getreten waren, sich zu verwandeln und paarten sich. Sie sahen alle verwirrt aus, aber das war etwas, das ich schon oft miterlebt hatte. Seit drei Jahren. Und nun lastete dasselbe Gefühl der Leere schwer auf meiner Brust. Ich spürte nichts. Kein Ziehen, keine Verbindung und schon gar keinen Partner. Tränen brannten in meinen Augen, als ich meinen Blick zu Chloe hob, die schamlos vor dem Alpha stand. Er sah sie jedoch nicht an. Sein Blick war quer durch den Raum auf mich gerichtet. Ich spürte, wie sich meine Kehle zuschnürte, zu trocken, um schlucken zu können. Seine Füße bewegten sich und machten vorsichtige, zögerliche Schritte auf mich zu. Chloes Augen weiteten sich. Sie musste dasselbe vermutet haben wie ich. Der Alpha kam weiter auf mich zu und schob die frisch gepaarten Paare aus dem Weg. Und dann spürte ich es. Ein winziges Ziehen in meiner Brust, das mich zu ihm hinzog. Mit jedem Schritt, den er auf mich zu machte, wuchs die Verbindung in meiner Brust, zusammen mit einem Funken Hoffnung, den ich mir seit Jahren nicht mehr zuzulassen gewagt hatte. Er blieb ein paar Fuß von mir entfernt stehen und starrte mit einem unlesbaren, verhärteten Gesichtsausdruck auf meine rundliche Gestalt hinab. „Alpha …“ Seine Hand schoss hoch und brachte mich zum Schweigen, noch bevor sich ein Satz vollständig formen konnte. „Was soll das bedeuten?“ Ich stotterte und blickte verwirrt umher. Chloe stand daneben, wütend und verwirrt zugleich. Das Gemurmel setzte ein, doch meine Aufmerksamkeit konnte sich nicht von dem Mann vor mir abwenden. „Ich glaube … ich glaube, du bist mein Partner.“ Ich konnte es nicht unterdrücken – bei der Erinnerung daran, wie er mich verteidigt hatte, zuckte mein Mundwinkel nach oben. Das Lächeln erstarrte jedoch auf meinem Gesicht und zerbrach in dem Moment, als er den Kopf in den Nacken legte und lachte. „Du bist wirklich eine Komikerin, Mädchen. Mein Partner? Ist das irgendein Witz?“ Er lachte erneut, laut genug, um weitere Blicke auf uns zu ziehen. Ich schluckte und versuchte, mir einen Reim darauf zu machen, was gerade geschah. „Du spürst die Verbindung doch auch, oder? So funktioniert das doch, oder? Wenn wir verbunden sind, dann bist du mein Partner.“ Sein Gesichtsausdruck wurde plötzlich hart, die Belustigung wich der Verärgerung. „Wenn dir das Wort ‚Partner‘ noch einmal über die Lippen kommt, schneide ich sie dir ab.“ Ich machte einen vorsichtigen Schritt zurück, während meine Aufmerksamkeit einem leisen Lachen zuwandte, das von der Seite kam. Chloe lachte sich kaputt und schien sich nicht einmal darum zu kümmern, dass sie selbst noch keinen Partner gefunden hatte. Tränen stachen mir in den Augen, aber ich machte weiter und versuchte, das zu retten, was von der Situation noch übrig war. Ich hatte nicht drei Jahre auf einen Partner gewartet, nur damit er mich so behandelt. „Ich habe dich nicht ausgewählt. Die Mondgöttin hat es getan.“ „Sie hat sich geirrt“, schnauzte er. „Streck deine Hand aus.“ Mein Körper erstarrte, meine Augen wanderten langsam zu seinen. „Was?“ „Du hast mich gehört“, wiederholte er und zog einen Dolch hervor. „Ich werde dich zurückweisen. Durch Blut sind wir verbunden, und durch Blut wird diese Verbindung auch wieder gelöst, nicht wahr?“ Ich zog meine Handfläche hinter mein Kleid, meine Lippen öffneten sich vor Schreck. „Das kannst du nicht!“ Er schien jetzt noch gereizter zu sein. „Streck deine Hand aus. Du willst mich nicht als Partner, und ich will auch niemanden wie dich. Lass uns das einfach beenden und aufhören, meine Zeit zu verschwenden.“ Meine Zunge strich über meine Lippen, mein nächstes Argument formte sich bereits, doch dann erhob sich Chloes Stimme über all das andere Gemurmel, spöttisch und klar. „Ja, streck deine Hand aus, Vivian. Selbst mit der Bindung klammerst du dich immer noch an einen Partner. Du bist wirklich nur ein hässliches Schwein!“ Ihre Worte brachten die anwesenden Rudelmitglieder zum Lachen. Die Aufmerksamkeit hatte sich nun fast vollständig auf uns gerichtet. Der Alpha presste die Kiefer aufeinander, neigte den Kopf in Chloes Richtung, während in seinen Augen etwas Gefährliches aufblitzte. Für einen Moment dachte ich fast, er würde mich wieder verteidigen. Das tat er jedoch nicht. Ich spürte, wie die erbärmliche Scham in Wut überging, und meine Faust ballte sich, bevor ich sie ausstreckte und ihm meine Handfläche entgegenstreckte. „Tu es.“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich – er war schockiert, dass ich so plötzlich zugestimmt hatte –, aber er unternahm keinen Versuch, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Ich biss mir auf die Innenseite meiner Wange und bereitete mich auf den Schmerz vor, als die Spitze des Dolches in meine Handfläche eindrang. Er tat sich dasselbe an, hinterließ identische Schnitte auf unseren Handflächen, bevor er sie aneinanderpresste. Ich kannte seinen Namen nicht, sprach aber trotzdem als Erste. Wenn ich schon ohne meinen Partner gehen musste, konnte ich ihn genauso gut selbst zurückweisen. „Ich, Vivian Maxwell vom Ashmoon-Rudel, weise dich als meinen Partner zurück.“ Ich zog meine Hand sofort zurück und konnte mich kaum noch aufrecht halten, als mich der Schmerz der Zurückweisung überrollte. Er stöhnte vor Schmerz, zeigte aber ansonsten keine Anzeichen dafür, dass er und ich dieselbe Qual durchlebten. Ich drehte mich um und ging auf die verschlossenen Türen zu, während ich meine Tränen hinunter schluckte. Meine Knie fühlten sich schwach an, bereit, nachzugeben und meinen nutzlosen, fetten Körper im Stich zu lassen. Als ich die Tür erreichte, rief Chloes scharfe, schneidende Stimme: „Du machst dich doch immer nur lächerlich. Hast du wirklich geglaubt, du könntest mit diesem Körper den Alpha-Erben zum Partner gewinnen?“ Meine Füße kamen abrupt zum Stehen, als mir plötzlich alles klar wurde. Der Mann hinter mir … war der zukünftige Anführer dieses Rudels.Vivian aus ihrer Perspektive Lucien war nicht zurückgekommen, um nach mir zu sehen.Dieser Gedanke lastete wie ein schwerer Stein auf mir und verursachte mir ein unangenehmes Kribbeln im Magen.Er hatte mich ins Bett gebracht und war hinausgegangen, um den Kopf frei zu bekommen, und hatte dann stündlich wie ein Uhrwerk nach mir gesehen.Ich hatte so getan, als würde ich schlafen, aber tief in mir freute ich mich trotzdem auf diese Besuche.Der letzte Besuch lag schon weit über zwei Stunden zurück, und obwohl ich wusste, dass es keine große Sache war, konnte ich das unbehagliche Gefühl, das sich gerade in meiner Brust festgesetzt hatte, dennoch nicht abschütteln.Mein Körper versteifte sich, als die Tür endlich quietschend aufging und Schritte auf den Dielen klapperten.Ich wartete auf das schwere Nachgeben der Matratze, wenn er sich darauf niederließ. Wenn er hereingekommen war, dann war er vielleicht bereit, endlich die Nacht einzuläuten.Mir wurde heiß bei dem Gedanken, wie sehnsüc
Luciens Perspektive Es wurde Nacht, und Vivian ging schließlich zu Bett. Ich brachte es jedoch nicht über mich, mich zu ihr zu legen. Nicht, solange ich wusste, dass sich innerhalb dieser Mauern Menschen befanden, die mit dem Feind zusammenarbeiteten. Meine Füße trugen mich schließlich zum Eingang, wo Vivian das erste Mal entführt worden war und wo sich die Attentäter versteckt gehalten hatten, um auf uns zu warten. Ich spürte, wie sich hinter mir etwas bewegte, reagierte aber erst, als die Person sprach. „Was hast du mit ihm vor?“ Wendys Stimme klang ruhiger als erwartet, wenn man bedenkt, dass ihr Bruder nirgends zu sehen war. „Wer?“ „Ich bin keine Närrin, Alpha. Spiel nicht mit mir. Der Attentäter, den du gefoltert hast, um Informationen darüber zu bekommen, wo Vivian war. Ich weiß, dass er noch lebt, und ich weiß, dass du ihn benutzen wirst, um die Spione zu fassen, von denen mir mein Bruder erzählt hat.“ Ich hob eine Augenbraue, als ich mich zu ihr umdrehte. „Kluges Mädc
Vivian aus ihrer PerspektiveWir stürmten aus dem Zimmer.Die Tür zu ihrem Schlafzimmer stand einen Spalt offen, und der Raum selbst war leer. Das Geräusch war aus der Lobby gekommen, zu der wir als Nächstes eilten.Alex stand am Fenster, und dasselbe Messer, mit dem er den Alpha angegriffen hatte, drückte er sich nun an den Hals. „Bleibt weg.“„Alex … was machst du da?“, fragte Wendy mit brüchiger Stimme, wobei der Schmerz fast von der Angst überlagert wurde.„Ich tue das für uns, Wendy. Ich muss zurück. Sie …“, er zeigte auf uns, „… können mich nicht beschützen.“Eric machte einen vorsichtigen Schritt nach vorne, doch Alex drückte das Messer fester gegen seine Kehle. „Noch ein Schritt, und ich schwöre, ich schneide mir die Kehle durch.“Ich hasste es, wie sehr ich wusste, dass er es ernst meinte.Er fummelte eine Weile am Fenster herum, bevor er es endlich aufbekam und hinauskrabbelte.„Auf keinen Fall lässt du ihn wirklich gehen!“, schrie Wendy.Sie sprach jedoch nicht mit mir.Sie
Vivian aus ihrer Perspektive Mein Auge zuckte. „Was?“ „Die Tabletten. Jemand … Alex … hat sie ausgetauscht, als er in dein Zimmer kam.“ Sein Blick schoss nach unten und ruhte auf allem anderen als mir. „Dieser kleine …“ Lucien wollte schon weggehen, doch mein Griff um sein Hemd zwang ihn zum Innehalten. Mein Körper lehnte nun vollständig an ihm. Die zerbrochene Verbindung und die dadurch ausgelöste Hitze forderten bereits ihren Tribut von meinem Körper, und ich wäre fast zu Boden gesunken, hätte sein Gewicht mich nicht gestützt. „Wir sollten dich wieder ins Bett bringen.“ Lucien legte seine Arme wieder um mich und führte mich zurück. „Wie bringen wir das wieder in Ordnung?“ Eric stand immer noch in der Tür und runzelte die Stirn. „Ich glaube nicht, dass wir das sollten.“ „Was? Siehst du nicht, was diese Drogen mit ihr gemacht haben? Sie ist kurz davor, ohnmächtig zu werden, und du glaubst, du hättest hier ein Mitspracherecht.“ Ich fasste Luciens Wange an und umfasste sie san
**Luciens Perspektive**Vivian stürzte fast sofort zu Boden, als ihre Füße ihn berührten. Ich fing sie gerade noch rechtzeitig auf und stützte ihr Gewicht an meiner Brust ab.„Sei vorsichtig, Liebling“, flüsterte ich ihr ins Ohr, während ich ihr half, sich aufzurichten. „Soweit wir wissen, trägst du vielleicht ein Welpenbaby in dir.“Sie schnaubte, und ihr Lächeln verwandelte sich in einen finsteren Blick. Nachdem sie sich von mir abgestoßen hatte, schlug sie mir mit der Hand gegen die Brust. „So läuft eine Schwangerschaft doch gar nicht ab.“Das wusste ich, aber die Vorstellung, dass mir das in Zukunft vielleicht bevorstehen könnte, begeisterte mich.Das Bild einer kleinen, pummeligen Tochter mit grünen Augen und braunen Haaren hatte sich nun in mein Gedächtnis eingebrannt und zwang mich zum Lächeln. „Wir werden sehen.“Als wir uns der Tür näherten, spürte ich, wie sich ihr Körper immer mehr an mich lehnte. „Wie fühlst du dich jetzt? Tut es noch weh?“Sie brummte, gab aber keine weit
**Vivians Perspektive**Mein Körper zitterte, Hitze kribbelte auf meiner Haut, bis ich zu Boden sank.Alex und ich hatten gerade ein Gespräch geführt, doch nun stand er über mir und legte mir sanft die Hand auf die Schulter. „Geht es dir gut?“„Ja, ja, mir geht es gut. Es ist nichts.“Aber es war nicht nichts.Es war unmöglich, so kurz nach der letzten schon wieder eine Hitzewelle zu haben. Aber es war immer noch derselbe vertraute Schmerz in meinem Unterbauch, und er zwang mich regelrecht in die Knie.Die Türen flogen auf, und eine Sekunde später schlangen sich andere Arme um mich, muskulös und vertraut.Luciens kalte, doch panische Stimme drang in meine Ohren. „Vivian? Vivian, was ist los? Hast du Schmerzen?“Eric stand nun neben mir, seine Stimme klang überrascht. „Ist das schon wieder eine Läufigkeit? Ich habe eine Hitzewelle gerochen, als ich in dein Zimmer kam. Wie kann sie schon wieder läufig sein?“„Ich weiß es nicht. Kannst du das in Ordnung bringen? Oder mir wenigstens sagen







