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Des Mafiabosses Dunkle Obsession
Des Mafiabosses Dunkle Obsession
Author: Michelle Chiemela

1: Kalter Stahl

last update publish date: 2026-06-05 07:12:18

AVERY’S POV

Ich musste fliehen, das war meine Chance. Nur noch ein paar Schritte, und ich wäre frei. Ich musste es einfach nur zu Keisha schaffen. Meine Hände berührten das heiße Metall des Tors, während mein Herz vor Freude raste.

Plötzlich wurde mir kaltes Metall an den Kopf gepresst. Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn.

„Umdrehen.“

Der Befehl war eisig. Ich zitterte vor Angst. Ich gehorchte der Stimme und drehte mich auf zittrigen Beinen um. Vor mir stand meine Stiefmutter und grinste mich hämisch an.

„Du dachtest wirklich, du könntest entkommen, was?“

Das war’s. Mein Leben war vorbei. Ich schlosse die Augen und wünschte mir, das alles wäre nur ein Traum.

EINIGE STUNDEN ZUVOR

„Lass mich los! Lass mich los. Lass mich einfach in Ruhe!“ Sie waren alle weg. Warum zur Hölle war ich gefesselt und hier eingesperrt? Mein Hals schmerzte vom ganzen Schreien; niemand konnte mich hören. „Hilfe! Bitte, irgendjemand.“ Es schien niemand da zu sein, um mir zu helfen. Es fing an zu regnen. Es war seltsam, denn ich war in einem versiegelten Raum ohne Fenster eingesperrt, und trotzdem tropfte ununterbrochen etwas auf mich herab. Wie war das möglich?

Ich öffnete die Augen; es war alles nur ein Traum gewesen. Ich war die ganze Nacht draußen gewesen, und als es heute Morgen zu regnen begann, hatte der Butler mir ins Haus geholfen.

Ich bin Avery Kingston—blond, mit Sommersprossen auf der Nase, hellhäutig und zierlich. Ich bin die Tochter von Vicente Kingston, einem der reichsten Männer New Yorks, aber ich werde hier wie eine Aussätzige behandelt.

Morgen war mein Geburtstag. Jedes Mädchen mit einem normalen Leben und einer liebevollen Familie freut sich auf ihren Geburtstag.

Sie hätten zumindest einen Grund, viel zu lächeln, und würden vielleicht das eine oder andere Geschenk bekommen. Mein Leben war anders—eine einzige Katastrophe, der ich nur zu entkommen hoffen kann.

In der Nacht vor meinem Geburtstag wurde ich gezwungen, wie ein streunender Hund draußen zu schlafen, und mein Vater hat nichts dagegen unternommen. Ich muss einfach einen Weg finden, ihnen zu entkommen. Ich ließ meinen Tränen freien Lauf und flüsterte meiner Mutter zu, obwohl ich wusste, dass sie mich nicht hören konnte.

„Mom, du weißt, dass ich dich genau jetzt brauche. Warum hast du mich verlassen? Wenn du mich doch nur mitgenommen hättest.“ Ich wusste, dass es nicht in ihrer Macht gelegen hatte.

Manchmal rede ich mir gerne ein, sie hätte beschließen können, nicht zu gehen, oder noch besser, sie hätte mir einen besseren Vater aussuchen können, damit es nicht so verdammt wehtut. Ich legte meinen Kopf wieder zurück aufs Kissen.

„Hier, ich habe dir etwas zu essen gebracht“, sagte Herr Brutus leise. Als er meine Überraschung bemerkte, fügte er hinzu: „Du hast die Tür nicht abgeschlossen, also…“

„Nein, es ist völlig in Ordnung. Vielen Dank, Herr Brutus. Ich verhungere fast.“

„Du musst mir nicht danken, mein liebes Kind. Ich wünschte nur, ich könnte mehr für dich tun. Ruh dich erst mal aus.“

Er drehte sich um, um zu gehen, hielt dann aber noch einmal inne.

„Ich hätte es fast vergessen! Alles Gute zum Geburtstag, Miss. Ich hoffe, all Ihre Wünsche gehen in Erfüllung.“ Damit ging er. Ich flüsterte ein Dankeschön hinterher, obwohl ich wusste, dass er es nicht mehr hören konnte.

Das Grollen von Donner brachte mich zurück in die Realität. Ich war mit der Hilfe von Herrn Brutus ins Haus gelangt, und jetzt ließen mich diese dämlichen Träume einfach nicht in Ruhe. Träume ich jetzt etwa schon von Essen? Kurz darauf klopfte es an der Tür. „Wer ist da?“

Ich hatte Angst, dass es meine Stiefmutter war. Hatte sie bemerkt, dass ich mich wieder reingeschlichen hatte?

„Miss, Sie müssen aufmachen. Es ist dringend. Ihre Familie führt irgendetwas im Schilde, ich weiß auch nicht genau.“

„Herr Brutus?“ Ich öffnete sofort die Tür. Er sah furchtbar besorgt aus. „Sie müssen dieses Haus verlassen. Ich habe ein Gespräch zwischen Ihrem Vater und Ihrer Stiefmutter belauscht. Sie haben vor, Sie wegen des Geldes an einen sehr gefährlichen Mann zu verheiraten. Ich kann mich irren, aber Sie sollten sich von hier absetzen.“

Mein Kopf hämmerte, und mein Herz raste. Mich zu demütigen, war ihnen also nicht genug? Wo sollte ich von hier aus überhaupt hin? „Das kann nicht sein…“

Er nahm meine Hand liebevoll in seine, wie ein Vater, der die Hand seiner Tochter hält. In diesem Moment fragte ich mich, wie viel besser mein Leben verlaufen wäre, wenn er mein Vater gewesen wäre. Er drückte mir etwas Geld in die Hand.

„Nehmen Sie das und gehen Sie weit weg von hier, Kind. An einen sichereren Ort. Sie verdienen so viel Besseres als das hier.“

„Das ist zu viel. Ich kann nicht— „

„Doch, das können Sie. Und jetzt beeilen Sie sich.“ Ich machte mir gar nicht erst die Mühe, meine Kleider einzupacken. Ich wollte einfach so schnell wie möglich hier weg.

Gerade als ich auf die Treppe zugehen wollte, sah ich meine Stiefmutter und meine Schwester; sie schienen nach mir zu suchen. Ich versteckte mich augenblicklich in einer Ecke.

„Sie ist nicht draußen; ich habe sie aber auch nicht reingelassen. Wo kann sie nur abgeblieben sein?“

„Vielleicht hat sie sich heimlich reingeschlichen. Mom, mach dir keine Sorgen, wir werden sie schon finden“, versicherte Serena, die von dem Gespräch offensichtlich gelangweilt war.

„Sag mir verdammt noch mal nicht, ich soll mir keine Sorgen machen! Weißt du überhaupt, wer Herr Armstrong ist? Wir sind alle tot, wenn er glaubt, dass wir ein falsches Spiel mit ihm spielen!“

„Ist er wirklich so schlimm? Lass die Leute nach ihr suchen. Hast du Dad schon Bescheid gesagt?“

„Dein Vater bringt mich um, wenn er das herausfindet. Er war eigentlich nicht dafür; er weiß, wie gefährlich Herr Armstrong ist. Ich habe ihm versichert, dass alles nach Plan laufen wird. Ich habe es vermasselt; ich hätte sie letzte Nacht verdammt noch mal nicht draußen schlafen lassen dürfen.“

Was Herr Brutus gesagt hatte, war also wahr… Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Mein eigener Vater hatte dem zugestimmt. Wenn sie solche panische Angst vor diesem Mann hatten, was für ein Monster war er dann? Ich wollte es gar nicht erst herausfinden.

Ich muss fliehen, bevor sie mich finden. Ich schickte sofort eine Nachricht an meine Freundin Keisha. Sie hatte versprochen, mich heute zu besuchen, weil ich Geburtstag hatte.

„Ich brauche deine Hilfe. Hol mich ab; ich versuche zu fliehen.“

Sie antwortete augenblicklich: „Es wird auch verdammt noch mal Zeit! Ich bin auf dem Weg.“

Es gelang mir, unbemerkt aus der Tür nach draußen zu kommen. Ich erblickte Keishas Auto und rannte so schnell ich konnte darauf zu. Ich öffnete das Tor, doch genau in dem Moment spürte ich etwas Kaltes an meinem Hinterkopf.

ZURÜCK IN DER GEGENWART

„Avery!!! Lass sie los, du Bastard!“ Meine Freundin Keisha schrie ununterbrochen, während sie verzweifelt versuchte, zu mir durchzudringen.

„Schnappt euch ihre Freundin auch; sie kommt genau rechtzeitig zur Feier“, befahl meine Stiefmutter eiskalt.

Nein, ich darf nicht zulassen, dass sie Keisha in diesen Schlamassel hineinziehen.

„Nein! Lasst Keisha da raus. Ich tue, was immer Sie wollen!“

„Schön. Lasst das Mädchen laufen.“

„Bringt sie durch die Hintertür; Herr Armstrong ist eingetroffen. Serena, sorg dafür, dass sie angezogen wird. Wir wollen Herrn Armstrong nicht warten lassen.“ Genau in diesem Moment sah ich die Wagenkolonne. Er musste stinkreich und wahrscheinlich verdammt skrupellos sein. Meine Stiefmutter würde mir niemals etwas Gutes schenken.

Dreißig Minuten später wurde ich buchstäblich in das Wohnzimmer gezerrt. Zu meiner Überraschung war der gesamte Raum festlich dekoriert worden. Ich hätte schwören können, dass diese Dekoration vor einer halben Stunde noch nicht hier war.

Jeder Schritt, den ich näher auf meinen Vater zumachte, erfüllte mich mit nacktem Entsetzen. Wenn er nicht so breit lächeln würde und wenn er nicht hier anwesend wäre, hätte ich gehofft, er wäre zu meiner Rettung gekommen.

„Komm her, Avery“, befahl mein Vater und streckte mir seine Hand entgegen, damit ich sie ergriff.

„Bewege dich, du kleines Stück Vieh. Du hast Herrn Armstrong schon viel zu lange warten lassen. Je eher du ihn heiratest, desto besser.“

Ich schluckte schwer. Ich blickte in jede einzelne Ecke des Raumes, in der Hoffnung auf ein Wunder—auf einen Fluchtweg oder irgendeinen Retter in der Not.

AIDEN’S POV

Auf meinem Feldzug, um absolut alles an mich zu reißen—das Erbe meines Großvaters, die Hinweise und all die Puzzleteile, die ich für meine Rache brauchte—würde ich vor nichts zurückschrecken. Wenn es bedeutete, dass ich heiraten musste, dann würde ich genau das tun. Das Ergebnis würde das Opfer bei Weitem aufwiegen. Seit dem Tod meines Großvaters hatte ich zusätzliche Verantwortung aufgebürdet bekommen; Pflichten, die ich mehr als bereit war zu tragen.

Das Schlachtfeld roch nach absolutem Sieg. Die Luft war erfüllt vom Gestank von Hitze, Schweiß und frischem Blut. Ein weiterer Triumph, und jeder einzelne brachte mich meinem eigentlichen Ziel ein Stück näher.

Mein Klingelton riss mich abrupt aus den Gedanken. Ich hatte ein Angebot von den Kingstons erhalten.

„Stephan, du weißt, was zu tun ist; verbrenn die Leichen. Sorge dafür, dass keine Spuren bleiben. Simon, finde heraus, wer sie geschickt hat.“

„Ja, Boss.“

„Mach verdammt noch mal schnell, Stephan; du kommst mit mir. Ich habe eine Braut einzufordern.“

Eine jungfräuliche Braut im Austausch gegen Geld. Ich bekomme etwas, das mir Vergnügen bereitet, und löse gleichzeitig mein Problem mit der Erbfolge. Natürlich werde ich heiraten. Ich musste in einer Stunde vor Ort sein.

„Eine Braut, aber— „

„Wag es nicht, meine Entscheidungen zu hinterfragen.“ Ich hasse es wie die Pest, wenn man mir Fragen stellt. Ein einziger dummer Fehler kann dich eine Kugel kosten. Ich fuhr noch einmal mit einem sauberen Tuch über meine Waffe; wunderschön und glänzend.

„Perfekt.“ Dann gab ich dem Lauf einen Kuss und steckte sie zurück in meine Anzugtasche.

„Erledigt, Boss“, sagte Santos, meine rechte Hand, als er hastig zu mir zurückkehrte.

„Gut. Auf zum Kingston-Anwesen, wo auch immer dieser Schuppen liegt. Ruddy, fahr so schnell du verdammt noch mal kannst.“

Wir trafen bei den Kingstons ein.

Man ließ mich eine ganze Weile warten, was absolut nicht Teil der Vereinbarung gewesen war, und ich begann allmählich die Geduld zu verlieren.

Wussten diese Leute eigentlich nicht, dass sie hier mit dem verdammten Feuer spielten? Ich turnede mich um, um meiner rechten Hand ein Zeichen zu geben, als ich bemerkte, dass Mrs. Kingston das Mädchen hereinbrachte. Sie zitterte am ganzen Körper; das konnte ich selbst aus der Entfernung überdeutlich sehen.

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