ログインKAPITEL 15
Gabriel duschte schnell und zog einen schwarzen Anzug an. Anschließend ging er nach unten und setzte sich ins Wohnzimmer, um auf Nicole zu warten. Während die Minuten vergingen, warf er einen Blick auf die Uhr und beschloss, anzurufen.
Er rief Daniel an, einen sehr bekannten Koch in New York und Freund von ihm. Gabriels Baufirma hatte Daniels Restaurant gebaut, und seitdem hatte Daniel immer wieder betont, Gabriel sei ein Ehrengast, der jederzeit ohne Voranmeldung vor
KAPITEL 24Nicole erwachte von leisen Geräuschen um sich herum. Noch halb im Traum blinzelte sie und bemerkte das leise Schlurfen von Schritten, die ins Zimmer hinein- und hinausgingen. Im Morgenlicht kniff sie die Augen zusammen und sah Dienstmädchen, die Kleidung in den Händen trugen und sie vorsichtig von einem Ort zum anderen bewegten. Ihre Augen weiteten sich, als sie die Kleidungsstücke, die Farben, die Texturen, die vertrauten Stoffe genauer betrachtete.Ihr Herz setzte einen Schlag aus.Das waren ihre Kleider.Sie sprang sofort aus dem Bett, ihre nackten Füße streiften über den Boden, Adrenalin ersetzte ihre morgendliche Benommenheit.„Was ist hier los?“, fragte sie, ihre Stimme schrill vor Verwirrung und aufsteigender Panik.„Gnädige Frau, die Mutter des Chefs hat uns befohlen, Ihre Sachen in dieses Zimmer zu bringen“, erklärte eines der Dienstmädchen höflich.Nicoles Gedanken rasten. „Was! Warum?“, fragte sie, ihre Stimme nu
KAPITEL 23Es war Zeit fürs Abendessen, also gingen alle gemeinsam ins Esszimmer. Der lange Esstisch war sorgfältig gedeckt, und darauf standen ordentlich angerichtet Teller mit gegrilltem Hähnchen, perfekt sautiertem Saisongemüse, Hähnchen-Caesar-Salat und zum Nachtisch ein mit Schokolade gefüllter Bananenkuchen, der einfach zu verlockend aussah, um ihn zu ignorieren.Nicole verspürte sofort Hunger, als sie die verschiedenen Gerichte vor sich sah. Ihr Magen meldete sich, noch bevor ihr Verstand es richtig realisieren konnte. Alle nahmen Platz und begannen schweigend zu essen; das leise Klirren des Bestecks auf den Tellern erfüllte den sonst so ruhigen Raum.„Also …“, begann Helen plötzlich und durchbrach die Stille viel zu leicht. „Wann heiratet ihr beiden denn endlich, damit ihr Kinder bekommen könnt?“Nicole verschluckte sich sofort an ihrem Salat und hustete leicht, als die Worte sie völlig unerwartet trafen. Sie griff nach ihrem Glas, die Verlegenhei
KAPITEL 22Gabriel ging die Treppe hinunter und entdeckte seine Eltern sofort im Wohnzimmer. Der vertraute Anblick löste etwas in ihm aus – eine Mischung aus Geborgenheit und Unbehagen. Es war schon eine Weile her, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte, und ihr plötzliches Erscheinen hatte ihn überrascht.„Hallo Mama. Hallo Papa“, begrüßte er die beiden, als er ganz ins Zimmer trat.„Hallo, mein Sohn“, erwiderte sein Vater ruhig, sein Tonfall wie immer warm, aber zurückhaltend.„Oh mein Schatz, wie geht es dir?“, rief seine Mutter aus und sprang rasch von ihrem Platz auf. Ihr Blick musterte ihn von Kopf bis Fuß, und die Aufregung wich schnell der Sorge. „Mein Gott, Gabriel, du hast ja abgenommen!“„Mama, mir geht’s gut“, antwortete Gabriel, trat näher und zog sie in eine Umarmung. Sie hielt ihn fest, ihre Hände ruhten auf seinem Rücken, als könnte sie ihn noch immer vor der Welt beschützen. Und er hielt sie etwas länger als sonst und ließ sie si
KAPITEL 21Sie kamen an der Villa an, und zu Nicoles Überraschung überkam sie fast augenblicklich ein seltsames Gefühl der Vertrautheit. Es fühlte sich an wie nach Hause kommen . Ein Gedanke, der sie so sehr erschreckte, dass sie ihn sofort verdrängte. Sie hatte kein Recht, so zu fühlen. Dieser Ort war nicht ihr Zuhause, und das war er auch nie wirklich gewesen. Sobald Gabriels Eltern weg waren, würde sie die Villa endgültig verlassen. Sich das immer wieder vor Augen zu führen, war notwendig, auch wenn es schmerzte.Kaum waren sie im Haus, steuerte Gabriel direkt auf die Küche zu, vermutlich um sein Versprechen einzulösen. Nicole sah ihm nach, wie er verschwand, und ging dann in ihr Schlafzimmer. Sie hatte es mehr vermisst, als sie zugeben wollte. Dieses Zimmer war ihr Zufluchtsort geworden, ihre kleine Oase der Ruhe in einem Haus, das ihr oft zu groß und zu still vorkam.Sie öffnete die Tür und hielt inne. Alles war blitzsauber, genau so, wie sie es verlassen h
KAPITEL 20Nicole stand vor dem Spiegel und betrachtete ihr Spiegelbild länger als sonst. Sie sah blasser aus als früher, ihre Haut hatte ihren gewohnten Glanz verloren, und sie merkte, dass sie abgenommen hatte. Ihre Kleidung saß nicht mehr so eng wie früher.Wie war sie an diesen Punkt gelangt?, fragte sie sich leise.Sie griff nach ihrem Make-up und trug es sorgfältig unter ihren Augen auf, um die anhaltende Erschöpfung zu kaschieren. Anschließend schlüpfte sie in ein braunes Crop-Top und weiße Jeggings und kombinierte dazu ihre Gladiator-Sandalen. Sie band ihre Haare zu einem ordentlichen Pferdeschwanz zusammen und betrachtete sich ein letztes Mal im Spiegel, bevor sie ihre braune Jacke und ihr Handy vom Bett nahm.Ohne eine weitere Pause verließ sie ihre Wohnung.Nicole ging in ein nahegelegenes Café und bestellte Cupcakes und Kaffee. Erst als der erste Bissen ihre Zunge berührte, merkte sie, wie sehr sie eine richtige Mahlzeit vermisst hatte.
KAPITEL 19Nicole rannte in ihr Schlafzimmer und knallte die Tür hinter sich zu. Sobald sie das Bett erreichte, verließen sie die Kraft, und sie sank darauf zusammen, das Gesicht im Kissen vergraben, während ihr die Tränen über die Wangen strömten. Das war ein Fehler gewesen. Ein schrecklicher Fehler. Sie hätte diesem Angebot niemals zustimmen dürfen. Die Erkenntnis traf sie mit voller Wucht, und sie weinte noch heftiger, während ihre Schultern unkontrolliert zitterten.Sie hatte wirklich geglaubt, er sei anders. Irgendwann hatte sie begonnen, eine sanftere Seite an ihm zu entdecken , kleine Anzeichen von Freundlichkeit, die ihr Hoffnung gaben. Doch sie hatte sich geirrt. Egal, wie sehr sie sich bemühte, ihm zu vertrauen, egal, wie sehr sie ihm beistand und ihn pflegte, selbst während seiner Krankheit, er sah in ihr immer noch nicht mehr als einen Teil einer Vereinbarung. Nicht einmal eine Freundin.Wie konnte sie nur so dumm sein? Wie konnte sie nur so starke G







