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Kapitel 3

Author: Vivian
last update publish date: 2026-07-02 04:08:13

Ezras Augen waren groß wie Untertassen, als er seine neue Frau anstarrte. Sie war mutiger, als er erwartet hatte. Er hatte sogar erwartet, dass sie sehr gefügig sein würde, da sie bereits abgelehnt worden war. Es war sehr wahrscheinlich, dass sie nie wieder mit jemandem eine Verbindung eingehen würde, und kein Werwolf wollte sein ganzes Leben ohne Gefährten verbringen. Nur bei sehr seltenen Gelegenheiten bekamen sie eine zweite Chance auf einen Gefährten.

„Es tut mir leid.“ Nina entschuldigte sich. Sie wollte einfach nur aus seiner Gegenwart heraus und aus dem Hochzeitskleid heraus. Sie machte Anstalten, an ihm vorbeizugehen, aber er packte ihren Arm und zog sie zurück.

„Ich habe dich nicht gebeten zu gehen.“

„Verzeih mir, Alpha, aber dieses Kleid ist unbequem.“ Ihre Augen glitten dann über die Länge seines Körpers. Er hatte seinen Anzug ausgezogen, trug aber immer noch ein weißes Hemd und eine Anzughose. „Willst du dich nicht umziehen? Oder kleidest du dich in deinem Haus immer so formell?“

Ezra konnte nicht leugnen, dass er von ihrer beiläufigen Sorge um seine Kleidung überrascht war. Er hatte erwartet, dass sie mehr besorgt sein würde, dass er durch ihren Respektlosigkeit beleidigt war.

„Wünschst du, dass man sich mit dir beschäftigt, Nina?“

Sie schüttelte den Kopf. „Ich möchte baden, mich umziehen und mich ausruhen.“

„Es wird für dich kein Ausruhen geben, liebe Frau. Hast du vergessen, dass wir frisch verheiratet sind?“

Sie neigte den Kopf zur Seite, während sie ihn anstarrte und seine Gesichtszüge aufnahm. Er war groß und schlank, mit breiter Brust und einem gut trainierten Oberkörper. Auch wenn er bekleidet war, war es durch die Enge des Hemdes offensichtlich. Als sie zu seinem Gesicht kam, bemerkte sie seine bernsteinfarbenen Augen und die scharfen Kieferlinien mit einem ordentlich gestutzten Bartansatz. Sein dunkles Haar war zerzaust, einige Strähnen fielen ihm ins Gesicht. Er war ein attraktiver Mann, aber mit einem hässlichen Charakter.

„Ist das das Einzige, was dir in den Sinn kommt, wenn du mich siehst?“ Sie schenkte ihm ein offensichtlich falsches Lächeln. „Bitte entschuldige mich, Alpha. Ich muss baden und mich umziehen. Ich hoffe, das gefällt dir.“ Dann machte sie eine spöttische Verbeugung, bevor sie an ihm vorbeiging. Diesmal ließ er sie gewähren.

Sie blieb eine Weile dort, bevor sie herauskam. Sie traf ihn auf dem Sofa sitzend an. Er hatte sich in ein navyblaues lockeres T-Shirt und eine andere schwarze Hose umgezogen. Sein Blick folgte ihr, als sie ging.

„Du musst dich nicht drinnen umziehen. Ich bin dein Ehemann, erinnerst du dich?“

„Wie könnte ich das vergessen?“

„Wir sollten nach draußen gehen und einige Leute treffen. Mein Beta würde sich freuen, dich zu sehen.“

Sie musterte ihn misstrauisch. Er, der sich nicht die Mühe gemacht hatte, auf sie zu warten, bis sie aus dem Auto gestiegen war, wollte sie jetzt Leuten vorstellen? Es würde eine Weile dauern, bis sie sich an ihn gewöhnt hatte. Da sie nichts anderes zu tun hatte, stimmte sie zu, mit ihm zu gehen.

Sie stiegen zusammen die Treppe hinunter und gingen am zweiten Stock vorbei.

„Ich dachte, der Beta wohnt hier?“

„Das tut er. Ich habe durch die Gedankenverbindung mit ihm gesprochen. Er ist gerade dabei, das Rudelhaus für einige Geschäfte zu verlassen.“

„Du hast mir noch nichts von deinen Eltern erzählt, Alpha.“ stellte sie fest, und er warf nur einen kurzen Blick auf sie, bevor er sich wieder umdrehte, ohne sich die Mühe zu machen, ihr zu antworten.

Als sie vor das Rudelhaus kamen, bemerkte Nina einen Mann, der vor einem schwarzen Auto stand. Er schien sie nicht zu bemerken, da er die Arme um eine Frau, Claire, geschlungen hatte. Das musste der Beta sein.

Als ob er sie spürte, lockerte sich sein Griff um Claire, und sie stellte sich neben ihn, lehnte aber immer noch ihren Kopf an seine Schulter, und seine Hand lag weiterhin auf ihrem unteren Rücken. Es war offensichtlich, dass sie Schwierigkeiten hatten, sich voneinander zu lösen.

Der Mann lächelte charmant, als er sie bemerkte. Er und Claire gingen dann auf sie zu.

„Darf ich vorstellen, mein Beta, Axel. Axel, meine Frau, Nina.“

Axel vollführte eine leichte respektvolle Verbeugung. „Ich freue mich, dich endlich kennenzulernen, Luna. Claire hat mir gerade von dir erzählt. Sie hat deine Schönheit erwähnt, aber ich glaube, ihre Worte werden dir nicht gerecht.“ Dann nahm er ihre rechte Hand und versuchte, sie an seine Lippen zu führen, aber Ezra schlug seine Hand schnell weg und nahm Ninas Hand, wobei er Axel warnend mit verengtem Blick ansah.

Nina war von seiner Reaktion überrascht, sagte aber nichts. Axel und Claire kicherten.

„Es tut mir leid, falls ich die falsche Botschaft übermittelt habe, Alpha, aber ich versuche nicht, dir deine Frau zu stehlen. Ich habe meine eigene.“ Dann zog er Claire spielerisch näher an sich, und Nina vermutete, dass sie immer so miteinander umgingen.

„Ich hoffe, sie bringt etwas Licht in dein dunkles Leben.“ fuhr er fort zu necken. Dann wandte er sich an Nina: „Und wenn er jemals etwas gegen dich tut, kannst du immer zu mir kommen.“

Nina konnte nicht anders, als leise über seine Verspieltheit zu lachen. Der Mann hatte eine hohe Energie und war das genaue Gegenteil des verrückten Alphas, mit dem sie verheiratet war.

„Ich denke, das reicht als Vorstellung für heute.“ sagte Ezra. Dann schlang er seinen Arm um Ninas Taille und ging an dem Paar vorbei.

„Hey Alpha, das ist unhöflich. Ich konnte ihr noch nicht alles über...“ Er schloss den Mund und grinste stattdessen, als Ezra sich zu ihm umdrehte. Ezra beschloss dann, ihr andere Dinge zu zeigen.

„Was würdest du gerne sehen?“

„Wo leben deine Omegas?“

„Fast jedes Haus in diesem Rudel ist von einem Omega bewohnt.“ antwortete er in einem sachlichen Ton, als wäre es etwas, dessen sie sich bewusst sein sollte. „Ist es in deinem Rudel nicht so?“

Sie schüttelte den Kopf. „Omegas wohnen nirgendwo in der Nähe des Rudelhauses. Die Häuser nahe dem Rudelhaus gehören hochrangigen Mitgliedern.“

Sie bemerkte, dass er seine Hand nicht von ihrer Taille nahm, und sie fragte sich, ob er einfach versuchte, sich mit ihrem Körper vertraut zu machen.

„Ich habe ihnen gesagt, dass die Luna-Zeremonie morgen stattfinden wird.“ erklärte Ezra plötzlich, und sie blieb abrupt stehen. Sie löste sich aus seinem Griff und drehte sich zu ihm um.

„Hast du nicht gedacht, dass du mich zuerst informieren solltest, bevor du eine so große Entscheidung triffst, die mich stark betrifft?“

„Ich sehe keine Notwendigkeit, das zu tun.“

„Bist du einfach so begierig darauf, in meine Hose zu kommen?“ fragte sie wütend. Damit sie die Luna-Zeremonie durchführen konnten, mussten sie sich vor dem nächsten Tag verbinden. Und das bedeutete nur, dass sie Sex haben mussten.

„Oh nun ja, du bist jetzt meine Frau, und du hast mir nicht einmal die Chance gegeben, dich nackt zu sehen.“ Als hätten sie nicht erst vor wenigen Stunden geheiratet.

Sie stellte sich vor ihn. Es war ein wenig lustig, wie sie ihm den Weg versperrte, weil er viel größer war als sie. „Hör zu, ich habe nicht gewählt, dich zu heiraten. Ich weiß, dass du denken wirst, du tust mir einen Gefallen, indem du zugestimmt hast, mich zu heiraten, und deshalb erwartest du, dass ich immer genau das tue, was du sagst. Richtig? Du denkst, ich würde alles tun, um dich zufriedenzustellen?“

Nina bemerkte dann jemanden, der aus dem Rudelhaus kam. Sie wusste, dass es kein guter Anblick wäre, wenn man sie beide beim Streiten erwischen würde, wo sie doch gerade erst geheiratet hatten, also trat sie näher an ihn heran und legte ihre Hände auf seine Schultern.

Ezra fehlten die Worte. Zuerst hatte er ihren Ausbruch nicht erwartet und jetzt das?

Sie senkte ihren Kopf auf seine Schulter und bewegte sich dann ganz bis zu seinem Hals und Ohr, ihr heißer Atem strich über seine Haut. „Du musst fair spielen, Alpha, wenn du willst, dass diese Ehe funktioniert.“

Ezras Hand griff instinktiv nach ihrer Taille, da ihre kleine kühne Aktion etwas in ihm weckte. Dann neigte er den Kopf, sodass sein Mund nah an ihrem Ohr war.

„Komm mit mir, kleine Nina.“

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