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DIE HOCHZEITSNACHT

Author: Debby
last update publish date: 2026-09-25 19:56:46

Als ich aus dem Bad kam, war das Schlafzimmer leer.

Ich hielt inne und umklammerte den Kragen des flauschigen Seidenbademantels, den ich hinter der Tür gefunden hatte. Vielleicht ist er gegangen.

Ein kleiner, verzweifelter Atemzug der Erleichterung entwich meiner Brust. Ich wusste, was an einer Hochzeitsnacht traditionell erwartet wurde, aber die Wirklichkeit, es mit einem Mann zu vollziehen, der mich ansah wie einen Gegenstand, war grauenhaft.

Während ich nach etwas Passendem zum Anziehen suchte, bemerkte ich eine Tür, die mir zuvor nicht aufgefallen war. Die Neugier war stärker, ich ging hinüber und drehte den Griff.

Ich schnappte leise nach Luft.

Es war ein riesiger begehbarer Kleiderschrank, hell erleuchtet und mit maßgefertigten Regalen ausgestattet. Die linke Seite war gefüllt mit maßgeschneiderten Herrenanzügen und Mänteln; die rechte Seite war ganz mit Designerkleidung für Frauen bestückt, alles exakt auf meine Größe geschneidert.

Ich ging den Gang entlang, gesäumt von Nachtwäsche, und mein Blick blieb an zwei Satin-Nachthemden hängen: einem pfirsichfarbenen und einem schwarzen. Ich griff nach dem pfirsichfarbenen und ließ den Bademantel von meinen Schultern gleiten.

Plötzlich legten sich von hinten zwei warme, schwere Hände auf meine nackte Brust.

Ich schrie auf und sprang vor Entsetzen nach vorn. Ich fuhr herum und fand Damian direkt hinter mir stehen, mit nacktem Oberkörper und dunklen Augen. Ich hatte keinen einzigen Schritt gehört.

Ich versuchte hastig, den Bademantel vom Boden aufzuheben, um mich zu bedecken, aber er beugte sich hinab, riss ihn mir aus den Händen und warf ihn achtlos beiseite.

„Mach es nicht schwerer, als es sein muss, Frauchen", sagte er, seine Stimme gefährlich glatt.

Die Erkenntnis traf mich.

„Bitte", stammelte ich und wich zurück, bis meine Beinrückseiten gegen ein Regal stießen. „Tu das nicht. Bitte."

Damians Miene wurde keine Sekunde weicher. „Kathrine, du hast mich geheiratet. So ist die Ehe."

„Nein, nein, bitte", flehte ich, meine Stimme brach, Tränen verschleierten meine Sicht. „Wir können darüber reden. Wir können einen Weg finden, wie das funktioniert. Eine echte Vereinbarung …"

„Es gibt kein ‚wir'", unterbrach er mich, trat näher und drängte mich gegen die Regale. „Es gibt dich, es gibt mich, und es gibt einen Geschäftsvertrag. Ein Teil dieses Deals verlangt innerhalb des ersten Jahres einen Erben. Mein Vater hat es angeordnet, und es sind genau die Bedingungen, denen dein Vater zugestimmt hat."

Bevor ich schreien konnte, griff er nach meinem Arm und riss mich brutal an seine Brust.

Er presste seinen Mund auf meinen und küsste mich mit einer harten, aggressiven Wucht, die mir den Kopf schwindeln ließ. Ich schmeckte etwas Metallisches, Scharfes: Blut. Er hatte mir in die Lippe gebissen.

Seine Hände wanderten ohne einen Funken Wärme über meinen Körper. Ich erstarrte in absolutem Entsetzen, gelähmt, während er raue Küsse über meinen Kiefer zog, sein Gesicht in meine Halsbeuge drückte und fest in meine Haut biss.

Ein scharfer Schmerzensschrei entfuhr meiner Kehle. Er schob mich rückwärts aus dem Schrank und ins Schlafzimmer, bis mein Rücken neben dem Bett gegen die Wand prallte. Er ließ mich nur so lange los, um seine Hose zu öffnen, und drängte mit dem Knie gewaltsam meine Beine auseinander.

„Ah! Bitte, Damian!", schluchzte ich und wehrte mich gegen sein Gewicht. „Ich flehe dich an, hör auf!"

Er ignorierte mein Flehen vollständig, hielt meinen Oberkörper mit einem schweren Arm fest und drückte mit brutalem Druck, um mich gefangen zu halten.

Eine Träne lief über meine Wange, heiß und brennend. Panik verdrängte den Schock. Ich durfte mich nicht einfach von ihm brechen lassen.

Ich tastete hektisch mit der Hand hinter mir über den Nachttisch, suchte nach irgendetwas, womit ich mich verteidigen konnte. Meine Finger schlossen sich um einen schweren dekorativen Metallgegenstand. Ohne nachzudenken schwang ich ihn mit allem, was ich noch hatte, und traf ihn seitlich am Kopf.

Damian zuckte zusammen, stöhnte auf, wich zurück und fasste sich instinktiv an die Schläfe.

Sobald sein Griff sich lockerte, hastete ich zur Schlafzimmertür. Doch ich schaffte nicht einmal drei Schritte, bevor sich seine Hand um meinen Knöchel schloss und mich rückwärts über den Boden zog. Er hob mich mühelos hoch und warf mich aufs Bett.

„Du bist eine bemerkenswert ungehorsame Ehefrau", knurrte er, das Gesicht wutverzerrt. „Jetzt muss ich dafür sorgen, dass du stillhältst."

Mein Verstand schrillte Alarm. Ich versuchte, zur anderen Seite des Bettes zu robben, aber er stürzte sich auf mich und nagelte meine Beine mit seinem Oberkörper fest. Er griff in die oberste Schublade des Nachttischs, eine Schublade, die bereits bestückt war.

Bevor ich mich wehren konnte, schloss sich kaltes Metall um mein Handgelenk und verankerte mich am schweren Kopfteil. Er nahm eine Seidenschärpe und stopfte sie mir in den Mund, um mich zu knebeln, dann fesselte er meine Knöchel mit einer dünnen dekorativen Kette aus dem Nachttisch an die Eckpfosten des Bettes.

Das war nicht spontan, dämmerte mir mit schrecklicher Klarheit. Er hatte das alles vorbereitet, bevor ich überhaupt einen Fuß in dieses Haus gesetzt hatte.

Das schiere Grauen zerschmetterte, was an Fassung noch in mir war. Die Tränen strömten mir ungehemmt übers Gesicht und tränkten den Knebel.

„Schsch, Liebes", flüsterte Damian, beugte sich mit einem dunklen, zufriedenen Lächeln über mich. „Wir fangen gerade erst an. Wobei ich zugeben muss … du siehst umwerfend aus, wenn du weinst."

Kalte Furcht setzte sich tief in meinem Magen fest. Die Gerüchte waren ihm nicht gerecht geworden. Er war nicht bloß ein kalter Geschäftsmann; er war der Teufel persönlich.

Er stieg aufs Bett, ignorierte mein gedämpftes Schluchzen und drängte sich über mich. Er packte meine Schenkel grob, verlagerte sein Gewicht zwischen meine Knie und drang mit unerbittlicher, qualvoller Gewalt in mich ein.

Ich stieß einen erstickten Schrei gegen den Seidenknebel aus, doch er wurde nicht langsamer. Er sah nicht nach, ob ich blutete, und die Tränen, die mir ins Haar liefen, kümmerten ihn nicht. Er benutzte meinen Körper wie einen Gegenstand, wie einen Besitz, den zu brechen er sich berechtigt fühlte.

Er beugte sich hinab und vergrub das Gesicht an meiner Brust, während er kam, und stieß einen dunklen, rauen Atemzug gegen meine Haut aus.

Er zog sich zurück, richtete seine Kleidung und sah mit ausdruckslosen Augen auf mich herab. „Gut. Bei diesem Tempo bist du in ein paar Wochen schwanger."

Er stieg vom Bett, hob seine abgelegte Kleidung vom Boden auf und nahm sein Handy von der Frisierkommode. Am Bettrand hielt er inne, betrachtete meinen zitternden Körper einen langen Moment und beugte sich hinunter, um die Handschellen zu öffnen und den Knebel zu lösen.

Ohne ein Wort drehte er sich um und verließ die Hauptsuite; die schwere Tür klickte ins Schloss.

Meine Glieder waren zerschunden und wund, meine Kehle rau, mein Gesicht klebrig von getrockneten Tränen.

Ich lag vollkommen reglos auf den kalten Laken, lauschte dem leisen Zirpen der Grillen durch die Glaswände, lauschte meinem eigenen rasselnden Atem und lauschte dem Geräusch, wie etwas Lebenswichtiges in mir in Stücke zerbrach.

Ich rührte mich nicht. Ich konnte nicht.

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