เข้าสู่ระบบAutumns POV
„Warum sollte ich mir überhaupt dein bestes Stück ansehen wollen?“ stotterte ich und kniff die Augen fest zusammen, als könnte ich ihn so aus der Existenz löschen. Stille folgte. Zu viel Stille. Die Minuten zogen sich dahin, schwer und beunruhigend. Ich öffnete zuerst mein linkes Auge einen Spalt, während ich das rechte fest geschlossen hielt – nur für den Fall. Das Zimmer war leer. Ich atmete scharf aus. „Puh.“ Dann runzelte ich die Stirn. „Was ist das bitte für ein Dämon?“ Nichts davon fühlte sich echt an. Zwei Tage. Nur zwei verdammte Tage, und mein Leben war auseinandergerissen, falsch wieder zusammengenäht und einem Fremden mit einer Waffe und einem Gottkomplex übergeben worden. Arabella. Mein Kiefer spannte sich bei dem Gedanken an sie an. Ich hoffe, du zeigst mir nie wieder dein hässliches Gesicht, dachte ich bitter. Sonst. Ich lachte humorlos. „Ich kann nicht glauben, dass meine eigene Zwillingsschwester mich verraten hat. Lächerlich.“ Das Wort schmeckte bitter. Ich wandte mich vom Spiegel ab, nahm ein schlichtes Nachthemd aus dem Kleiderschrank und warf es aufs Bett. Auf keinen Fall würde ich noch länger in diesem verfluchten Hochzeitskleid bleiben. Dann hielt ich inne. Elvian könnte nackt hereinplatzen. Allein der Gedanke ließ mir die Haut kribbeln. „Ich vertraue ihm nicht“, murmelte ich, griff nach meinem Handy und wählte Arabellas Nummer, gefühlt zum hundertsten Mal. Direkt die Mailbox. Schon wieder. „Verdammt!“, schrie ich und schleuderte das Handy quer durch den Raum. Es krachte laut gegen die Wand und fiel zu Boden. Das Display zersprang. Ich fuhr mir mit den Händen durchs Haar, atmete schwer und lief wie ein eingesperrtes Tier auf und ab. „Was soll der Lärm?“ Seine Stimme. Ich erstarrte. Meine Augen schnellten nach oben, als Elvian das Zimmer betrat und sich einen schwarzen Bademantel locker um die Hüfte band. Sein Haar war noch feucht, Tropfen liefen seinen Hals hinunter, seine Brust war teilweise entblößt— Ich schüttelte heftig den Kopf und verdrängte den Gedanken. Nein. Nein. Konzentrier dich. Sein Blick glitt zu dem kaputten Handy auf dem Boden und dann langsam zurück zu mir. Prüfend. Abwägend. Seine dunklen Augen waren unlesbar. Ich trug immer noch mein Hochzeitskleid. Zerknittert. Verschmutzt. Elend. Ich musste aussehen wie die Hölle. „Wir müssen ein paar Regeln aufstellen“, platzte ich heraus, bevor mich mein Mut verließ. Eine Augenbraue hob sich. Belustigt. Er ging gelassen herüber und setzte sich auf das Sofa mir gegenüber. Er lehnte sich zurück, als würde ihm selbst die Luft gehören, die ich atmete. Sein Ärmel rutschte hoch und gab Tätowierungen frei – in Tinte verewigte Macht, Bedrohung in seine Haut gezeichnet. Ich schluckte, blieb aber standhaft. „Erste Regel“, sagte ich mit angespannter Stimme und fest aufeinandergepressten Lippen. „Du wirst mich nicht anfassen.“ Sein Mundwinkel zuckte. „Ich habe dem hier zugestimmt—“ Ich deutete vage um mich, während die Wut erneut aufflammte. „—wegen meiner Schwester. Weil du mich bedroht hast. Nicht weil ich dich wollte.“ Ich richtete mich auf. „Ich bin nicht dein Haustier. Du bestimmst nicht über mein Leben.“ Wieder Stille. Aber dieses Mal war sie nicht leer. Sie war gefährlich. Seine Augen wurden dunkler, die Belustigung verschwand und machte Platz für etwas Schärferes, Schwereres. Er beugte sich nach vorn, stützte die Ellbogen auf die Knie und fixierte mich mit einem Blick, der sich wie eine zuschnappende Falle anfühlte. „Sei vorsichtig, kleines Kätzchen“, sagte er ruhig. Zu ruhig. „Regeln funktionieren nur, wenn beide Seiten Druckmittel haben.“ Mein Herz hämmerte, aber ich sah nicht weg. Ich weigerte mich. Denn wenn ich es täte, hätte ich bereits verloren. Seine Worte hingen wie eine geladene Waffe zwischen uns. Ich blinzelte nicht. Ich atmete auch nicht richtig – aber ich weigerte mich, nachzugeben. „Und welches Druckmittel glaubst du gegen mich zu haben?“, fragte ich und zwang das Zittern aus meiner Stimme. „Du hast mir bereits alles genommen.“ Ein langsames Lächeln umspielte seine Lippen. Nicht warm. Nicht belustigt. Berechnend. „Du atmest“, sagte er schlicht. „Deine Geschwister atmen. Das ist Druckmittel.“ Da war sie. Keine Theatralik. Keine erhobene Stimme. Nur die Wahrheit, klar und grausam ausgesprochen. Da spürte ich es – diesen schmerzhaften Druck hinter meinen Rippen. Wut. Angst. Demütigung. Alles ineinander verschlungen wie Stacheldraht. „Ich hasse dich“, sagte ich leise. Er lehnte sich wieder zurück, vollkommen unbeeindruckt. „Gut.“ Ich schnaubte. „Du genießt das wirklich, oder? Den Dämonenkönig zu spielen, nur weil du ein Mafioso mit Waffen bist.“ Seine Augen flackerten – nur ein einziges Mal. Hätte ich ihn nicht beobachtet, als hinge mein Leben davon ab, hätte ich es verpasst. „Du redest zu viel“, sagte er und stand auf. Er überbrückte die Entfernung zwischen uns mit drei ruhigen Schritten. Ich blieb wie angewurzelt stehen, obwohl mein Puls mich anschrie wegzulaufen. Er blieb nur wenige Zentimeter vor mir stehen. Nah genug, dass ich ihn riechen konnte – Seife, Schießpulver, etwas Dunkles und Teures. „Ich brauche deinen Gehorsam heute Nacht nicht“, fuhr er fort. „Ich brauche nur, dass du still bist.“ Ich lachte kurz, scharf und gebrochen. „Still? Du hast mich mit vorgehaltener Waffe zur Ehe gezwungen.“ „Und trotzdem“, murmelte er, während sein Blick kurz auf meine Lippen fiel und dann wieder zu meinem Gesicht zurückkehrte, „stehst du immer noch.“ Ich ballte die Fäuste. „Sag, was du sagen willst, und verschwinde. Ich muss mich umziehen.“ Einen Moment lang musterte er mich. Nicht wie Beute. Nicht wie Eigentum. Sondern wie etwas, das ich nicht begreifen konnte. „Du schläfst heute Nacht im Bett“, sagte er. „Ich nehme das Sofa.“ Das schockierte mich mehr als alles andere, was heute passiert war. Ich runzelte die Stirn. „Was?“ „Ich habe kein Interesse daran, dich wie ein Dieb im Dunkeln anzufassen“, sagte er kühl. „Wenn ich mir etwas nehme, Autumn, dann tue ich es offen.“ Mein Magen zog sich zusammen. „Das war nicht gerade beruhigend“, murmelte ich. „Das sollte es auch nicht sein.“ Er drehte sich um, streifte den Bademantel ab und warf ihn über den Stuhl. Er blieb mit dem Rücken zu mir stehen, während er ein Hemd aus dem Kleiderschrank nahm und es anzog. Ich atmete langsam aus. „Verwechsle das nicht mit Freundlichkeit“, fügte er hinzu. „Diese Ehe ist ein Vertrag. Du bist das Pfand. Lern das Haus kennen, lern die Regeln.“ Er blieb an der Tür stehen und blickte über die Schulter zurück. „Und noch etwas, kleines Kätzchen.“ Ich sah trotz allem auf. „Ich mag es nicht, wenn man mir widerspricht. Ich bin nicht nett.“ Die Tür schloss sich hinter ihm mit einem leisen Klicken. Ich blieb noch lange stehen, nachdem er verschwunden war. Meine Brust hob und senkte sich viel zu schnell, und erst jetzt, als ich allein war, begannen meine Hände zu zittern. Ich ließ mich auf die Bettkante sinken und ließ die Wahrheit endlich auf mich wirken. Ich war nicht mit einem Mann verheiratet. Ich war mit einem Monster verheiratet.Elvian’s POV „Die Zwillinge sind verschwunden."Die Worte kamen aus mir heraus, bevor ich vollständig zu Atem gekommen war, meine Brust hob und senkte sich noch immer von dem Lauf durch das Haus.Autumns Gesicht wurde weiß. „Was?"„Raine und Raynell. Fort. Die Sicherheit hat sie vor zwanzig Minuten aus den Augen verloren." Ich zwang mich, meine Stimme ruhig zu halten, obwohl alles in mir schreien wollte. „Ich brauche, dass ihr beide jetzt mitkommt."„Das ist nicht möglich." Autumn war bereits an mir vorbei in Richtung Flur unterwegs. „Sie waren gerade noch hier. Sie haben vor einer Stunde noch Karten mit uns gespielt."„Ich weiß." Ich hielt sie sanft am Arm fest, ich musste, dass sie den Rest hörte, bevor sie blind ins Haus rannte, um zu suchen. „Ich habe jede Wache auf dem Anwesen suchen lassen, seit wir es bemerkt haben. Es gibt kein Zeichen von ihnen, nirgendwo innerhalb des Geländes."„Dann sind sie noch da draußen. Wir suchen weiter—"„Autumn." Meine Stimme brach, härter, als ic
Third person’s POV „Erzähl mir alles", sagte Autumn und lehnte sich auf dem Sofa zurück. „Von Anfang an. Ich will die ganze Geschichte, nicht nur die Teile, die am leichtesten laut auszusprechen sind."Serena holte tief Luft, sammelte sich, ihre Hände drehten sich in ihrem Schoß ineinander, so wie immer, wenn sie wegen etwas nervös war, das größer war, als sie zugeben wollte.„Es begann an dem Tag, an dem ich fast in ihn hineingelaufen bin in der Eingangshalle. Ich dachte ehrlich, es wäre nur eine lustige Geschichte. Ein strenger, stiller Mann, der wie Security aussah und tatsächlich Humor hatte, sobald man hinter die gefasste Fassade kam."„Das klingt nach Adrian." Autumn runzelte leicht die Stirn. „Warte – heißt er Adrian oder Aiden? Ich höre ständig beides."„Aiden. Er war schon immer Aiden." Serenas Mund zuckte trotz allem. „Ich weiß nicht, woher du Adrian hast."„Ehrlich gesagt ich auch nicht. Egal. Erzähl weiter."„Wir sind uns immer öfter über den Weg gelaufen", fuhr Serena fo
Autumn’s Pov Ich führte Serena in den kleinen Leseraum neben der Bibliothek, den kaum jemand sonst benutzte, und schloss die Tür hinter uns.Der Raum roch schwach nach altem Papier und dem Lavendelöl, das Regina gern für die Möbel verwendete, still auf eine Weise, die schwierige Gespräche leichter machte, wie ich in den letzten Monaten festgestellt hatte. Ich bedeutete ihr, sich zu setzen, und sie tat es, setzte sich auf die Kante des Sofas, als müsste sie jeden Moment fliehen können.„Okay", sagte ich und verschränkte die Arme. „Red mit mir. Etwas stimmt seit Tagen nicht mit dir, und ich habe gerade dein Gesicht gesehen. Du wolltest etwas sagen."„Es ist nichts." Die Worte kamen automatisch, wenig überzeugend selbst für ihre eigenen Ohren, das konnte ich erkennen.„Serena."„Gut. Es ist nicht nichts." Sie sank auf das kleine Sofa und schlang die Arme um sich selbst. „Ich weiß nicht einmal, wie ich anfangen soll."„Fang irgendwo an. Ich gehe nirgendwohin, bis du es tust."Sie war ein
Autumns Perspektive Wir blieben den größten Teil des Morgens im Bett, keiner von uns in Eile, uns dem Rest der Welt zu stellen. Das Licht, das durch die Vorhänge kam, hatte eine Weichheit an sich, die fast absichtlich wirkte, als verstände das Haus selbst, dass wir nach den letzten Tagen eine langsamere Art von Morgen brauchten. Ich lag mit dem Kopf an seiner Brust, hörte zu, wie sein Herzschlag sich zu etwas Beständigem beruhigte, und ließ mich einfach eine Weile in der Stille existieren, bevor einer von uns überhaupt etwas sagte. „Ich denke ständig über das nach, was du gesagt hast", gab Elvian zu, während er langsame Kreise auf meine Schulter zeichnete. „Über die Mauern. Darüber, dass sich Schutz manchmal wie Kontrolle anfühlt statt wie Sicherheit." „Ich habe es nicht gesagt, um dich zu verletzen." „Ich weiß. Genau das hat es so hart treffen lassen." Er war einen Moment still und wählte seine Worte sorgfältig. „Ich habe mein ganzes Leben lang geglaubt, dass es bedeutet, die M
Autumns PerspektiveIch wachte vor ihm auf, so wie ich es in letzter Zeit meistens tat, und lag da, starrte an die Decke, statt aufzustehen.Das Argument von letzter Nacht saß noch immer schwer in meiner Brust, all die Dinge, die wir gesagt und nicht ganz zu Ende gesagt hatten. Ich drehte den Kopf und sah ihn an, noch schlafend, den Kiefer selbst in der Ruhe angespannt, so wie immer, wenn etwas an ihm nagte.Ich dachte daran, darauf zu warten, dass er sich zuerst entschuldigte. Irgendein kleinlicher, müder Teil von mir wollte das, wollte den Beweis, dass er genau verstand, wie sehr seine Verdächtigung Serenas mich gekostet hatte, sie laut aussprechen zu hören.Ich war zu erschöpft, um weiterzukämpfen, nur um zu gewinnen.„Ich weiß, dass du wach bist", sagte ich leise.Seine Augen öffneten sich, begegneten meinen, vorsichtig auf eine Weise, die mir sagte, dass er genauso lange dagelegen hatte wie ich und dasselbe Argument in seinem eigenen Kopf gewälzt hatte.„Ich weiß, dass du auch wa
Elvians PerspektiveIch bemerkte, wie es sich über Tage aufbaute, bevor es schließlich brach.Autumn war nahezu jedem in ihrem Umfeld misstrauisch geworden – Arabella, dem Personal, sogar den Wachen, die Yuri persönlich zweimal überprüft hatte. Ich verstand, woher es kam. Der Code des Berghauses, das Telefon in Arabellas Jacke, Serena, die mitten in der Nacht in diesem Auto verschwand. Genug war in letzter Zeit schiefgegangen, dass Misstrauen als Überlebensinstinkt Sinn ergab.Es zu verstehen machte es nicht leichter, ihr dabei zuzusehen, wie sie es trug.„Du machst es schon wieder", sagte ich eines Abends, als ich sie am Küchenfenster fand, wie sie ins Leere starrte, eine Tasse Tee kalt in ihren Händen.„Was mache ich?"„In deinem eigenen Kopf verschwinden. Jeden katalogisieren, der dich anlügen könnte." Ich stellte mich neben sie. „Du hast diese Woche kaum geschlafen."„Ich habe viel nachzudenken."„Du hast zu viel nachzudenken. Das ist etwas anderes." Ich griff nach ihrer Hand und







