LOGINHeute Morgen ist einfach alles von vorne bis hinten falsch.
Warum? Ich erzähle es dir.
Erstens bin ich zu spät aufgewacht, weil mein Wecker offenbar beschlossen hatte, seinen eigenen Streik einzulegen. Zweitens: Da mein Wohnheim gefühlt in einer anderen Zeitzone liegt als die Hörsäle, heißt das für mich: Entweder Jade fährt mich, oder ich nehme den Campus-Shuttle.
Da Jade letzte Nacht aber gar nicht erst nach Hause gekommen ist, war ich dem VSU-Nahverkehr ausgeliefert. Und da wird aus schlecht ganz schnell Chaos.
Ich stand so lange an der Shuttle-Haltestelle, dass ich schon eine Karriere als Statuen-Modell in Erwägung zog. Zum Glück bequemte sich in letzter Minute doch noch ein Bus heran. Ganz ehrlich, es würde mich nicht einmal wundern, wenn die Fahrer sich einfach den Tag frei genommen hätten; man kann die Leute, die tatsächlich den Campus-Shuttle nutzen, praktisch an einer Hand abzählen.
Die VSU wimmelt nur so von unverschämt reichen Kids, die irrsinnige Autos fahren. Ich gehöre allerdings ganz offensichtlich nicht dazu. Ich bin Stipendiatin, jongliere zwei Nebenjobs, um irgendwie zu überleben und Geld für Mamas Behandlung nach Hause zu schicken.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Kurs, zu dem ich gerade sprinte, Abnormale Psychologie ist. Sprich: die elendsten drei Stunden meiner Woche, unterrichtet von Professor Adams – dem Typen, der das Durchfallenlassen von Studenten als Hobby betreibt.
Es ist ein „Wahlfach“. Neben Einführung in die Musik, Einführung ins Kochen und Einführung in die Gartenarbeit. Dank meiner verspäteten Stipendienunterlagen waren die einfachen Fächer schnell ausgebucht. Also bin ich bei Prof. Adams hängengeblieben.
Oh, und habe ich erwähnt, dass er Unpünktlichkeit zutiefst verabscheut? Aber irgendwie, wirklich irgendwie, schaffe ich es jedes Mal, zu spät zu seinem Unterricht zu kommen.
Ich schwitze wie verrückt, meine Lunge brennt, als ich durch das Psychologie-Gebäude hetze. Die Leute halten tatsächlich inne und starren mich an, als hätten sie noch nie einen Menschen gesehen – und ganz ehrlich, ich kann es ihnen nicht einmal verübeln. Wenn ich einen panischen Chihuahua im Oversized-Jumpsuit durch die Flure brettern sehen würde, würde ich auch starren.
Als ich endlich den Hörsaal erreiche, stoße ich die Türen mit schwerem Atem auf. Vorhersehbar hüllt Stille den Raum ein und alle Augen richten sich auf mich.
Vorne legt Professor Adams langsam seinen Folienstift ab. „Ah, Miss Thompson. Wie schön, dass Sie sich endlich dazu entschlossen haben, sich uns anzuschließen. Was ist es diesmal für eine Ausrede? Mal sehen … wir hatten bereits den kaputten Fahrstuhl, die Bibliothekstüren, die mysteriöserweise von außen verschlossen waren, und den Klassiker 'mein Wecker hatte einen lokal begrenzten Stromausfall'. Welches kreative Schreibthema erkunden wir heute?“
Oh, kommen Sie schon, die waren alle völlig echt! Aber zu versuchen, das einem Mann zu erklären, der aussieht, als würde er Lehrplan-Richtlinien zum Frühstück fressen, ist ein aussichtsloser Kampf.
„Es tut mir so, so leid, Professor“, greife ich die Träger meines Rucksacks fest. „Der Campus-Shuttle hat heute ewig gebraucht, und ich habe wirklich versucht, pünktlich hier zu sein, und es wird nicht wieder vorkommen. Ich schwöre es.“
„Richtig. Weil ich das ja bestimmt noch nie gehört habe.“ Seufzend winkt er mit einer abwertenden Handbewegung in Richtung der ansteigenden Sitzreihen. „Setzen Sie sich, Miss Thompson.“
„Danke“, piepse ich, bevor ich die Treppe hochhurte und direkt auf die Reihe zusteuere, in der meine lilahaarige beste Freundin und Informatik-Studentin sitzt, die irgendwie auch in diesem Wahlfach gelandet ist.
Als ich mich dem Platz nähere, den sie immer für mich freihält, fällt mir etwas Merkwürdiges auf: Jade tut alles Menschenmögliche, um jeden Augenkontakt mit mir zu vermeiden. Sie ist plötzlich übermäßig fasziniert von ihren polierten Fingernägeln.
Ich lasse mich neben sie gleiten, aber sie sieht immer noch nicht auf.
Erst als ich mich räuspere, dreht sie sich schließlich mit einem quälend aufgesetzten Lächeln zu mir um. „Oh! Hey, Süße! Hab dich gar nicht bemerkt. Wann … äh, wann bist du denn gekommen?“
Ich starre sie nur mit einem meiner tödlichsten, unbeeindrucktesten Blicke an und warte darauf, dass sie mit dem Schwachsinn aufhört.
Innerhalb von fünf Sekunden bricht die Intensität meines Blickes sie.
„Okay, okay! Es tut mir so leid!“, platzt es in einem hektischen Flüstern aus ihr heraus, während sie das Gesicht in den Händen vergräbt. „Ich bin die schlechteste Freundin auf diesem Planeten! Es tut mir so unglaublich leid, dass ich dich gestern Abend auf der Lagerfeuer-Party versetzt habe. Ich bin ein scheußlicher, schrecklicher Mensch.“
„Meinst du?“
„Ich weiß selbst nicht, was passiert ist! Es war, als hätte sie mich verzaubert, Sky. Direkt nach unserer Knutschsession hat sie mich praktisch auf der Stelle in ihr Wohnheim gezerrt. Aber ich weiß, ich weiß! Das ist absolut kein gültiger Grund, meine beste Freundin mitten im Wald stehen zu lassen.“
„Ich musste auf einer zweirädrigen Todesmaschine nach Hause fahren, Jade.“
„Ich will es wieder gutmachen! Bitte lass es mich wieder gutmachen.“ Sie presst die Handflächen zusammen und macht ihren berühmten Dackelblick.
Mist. Der zieht bei mir immer. „Ugh, na gut. Du kaufst mir für die nächsten zwei Wochen meine Iced Matcha Lattes und das Gebäck von Buns & Hots. Deal?“
„Deal! Doppel-Deal! Millionenfacher Deal!“
Zufrieden hole ich mein Notizbuch heraus und versuche, mich tatsächlich auf das zu konzentrieren, was Prof. Adams da vorne über Persönlichkeitsstörungen schwafelt.
Aber ich kann mich nicht konzentrieren, denn jetzt spüre ich, wie Jade Löcher direkt in meine Gesichtshälfte bohrt.
Es wird so intensiv, dass ich schließlich genervt den Kopf zu ihr drehe. „Was? Habe ich irgendwas im Gesicht? Ernsthaft, alle glotzen mich an, als wäre ich ein–“
„Warum hast du mir nichts erzählt?“
Wie bitte? „Was erzahlt?“
„Äh … hallo? Von dir und VSUs Star-Quarterback?“ Zischend rückt sie näher, bis sich unsere Schultern berühren. „Mr. 'Ich-bring-jeden-um-der-meiner-Privatsphäre-auf-einen-Zentimeter-nahe-kommt'? Mädel, warum zur Hölle hast du mir nicht erzählt, dass du und Trey Parker zusammen seid?!“
Oh Gott, nicht das schon wieder. „Ich habe es dir nicht erzählt, weil wir nicht zusammen sind“, flüstere ich hektisch und versuche, meine Stimme leise zu halten.
Der Blick auf ihrem Gesicht verrät mir, dass sie absolut nicht überzeugt ist. „Skylar Jamie Thompson. Wie lange kennen wir uns schon?“
„Drei Jahre?“
„Und wie lange sind wir schon Mitbewohnerinnen?“
„Seit dem ersten Semester.“
„Ganz genau! Warum zum Teufel meinst du also, mir ins Gesicht lügen zu müssen, wenn es ein verdammtes Video von dir und Mr. Düster-und-Gefährlich gibt, wie ihr eine kochend heiße Knutschsession habt, das gerade viral geht?!“
Meine Augen werden tellergroß. „Was?“
„Ja. Warte kurz.“ Sie zieht ihr Handy vom Tisch, tippt rasch auf dem Bildschirm herum und hält es mir vors Gesicht. „Wie nennst du das?“
Mir stockt der Atem bei dem Anblick, der sich mir bietet. Es ist in der Tat ein kristallklares Video von mir, wie ich mich auf Trey Parker stürze und unsere Lippen unter den Lichterketten des Lagerfeuers miteinander verschmolzen sind. Und es ist ganz oben auf dem beliebtesten Blog der Uni angepinnt – VSU: Very Spicy Update. Stilvoll, ich weiß.
Aber warte mal. Ist das– „Eine Million Aufrufe?!“
„Mädel, vergiss die Aufrufe“, flüstert Jade aufgeregt. „Sieht dir mal an, wie das gestaltet ist!“
Ich schaue genauer hin. Unser Video wurde direkt neben das von Shawns und Cherrys Kuss von vorhin gestellt. Über den beiden Clips steht in fett gedruckten Buchstaben: WELCHES VSU-PÄRCHEN BRINGT DIE ECHTE HITZE?
Direkt darunter befindet sich eine aktive Umfrage mit zwei Optionen:
#TeamTreylar
oder
#TeamSherry
.
„Was zum verdammten Teufel?!“, flüster-schreie ich, während mein Gesicht in Flammen aufgeht.
„Jep“, grinst Jade. „Und du solltest erst die Kommentare sehen. Es herrscht absoluter Krieg da drin. Die Leute sind–“
Sie kommt nicht einmal dazu, ihren Satz zu beenden, bevor ich ihr das Handy aus den Händen reiße und mich durch die Kommentarspalte wühle.
Sie hat definitiv nicht gelogen. Die Kommentare sind wild. Ein paar Leute versuchen, Shawn zu unterstützen, werden aber in den Antworten komplett vernichtet.
Ein bestimmter Thread fällt mir ins Auge. Ein User namens
VSU_Football_Fan
schrieb: Cherry und Shawn sind ehrlich gesagt ein echtes Power-Pärchen. Trey ist nur am Brodeln.
Die Antwort darunter hat über 20.000 Likes: Bist du eigentlich komplett blind?! Hast du gesehen, wie Trey unser Mädel im Griff hatte? Er war so sanft und zärtlich zu ihr, ganz im Gegensatz zu Shawn, der aussieht, als würde er versuchen, Cherrys ganzes verdammtes Gesicht wie ein gestörter Staubsauger einzusaugen.
Ein weiterer Kommentar darunter antwortet: Ganz genau! Wie der große Typ sie hochgehalten hat … Nee. Der redet sie definitiv durch jeden Schritt durch. Ugh. Ich bin so neidisch.
Schon beim Lesen ziehen sich meine intimsten Muskeln zusammen, und plötzlich habe ich ein Flashback zu Treys großen Händen an meinem Hintern, die mich an sich hochhalten.
Aber warte mal. Was ist eigentlich seine bisherige Erfahrung mit Intimität? In meinen ganzen drei Jahren an der VSU habe ich Trey Parker noch nie mit einem Mädchen gesehen. Oder einem Typen. Könnte es sein, dass er … in dieser Hinsicht gar nicht aktiv ist?
Mein Gesicht wird noch heißer, sobald mir der Gedanke durch den Kopf geht. Nein. Ganz sicher nicht. Die Anakonda von letzter Nacht hat bewiesen–
„Miss Thompson!“, eine dröhnende Stimme vernichtet meinen skandalösen Tagtraum. Mein Kopf schnellt hoch zu Prof. Adams, der die Arme fest über der Brust verschränkt hat und mich direkt anstarrt. Und wieder einmal richten sich alle Augen auf mich. „Gibt es auf diesem Telefon etwas, das Sie intellektuell stimulierender finden als abnormale Psychologie? Etwas, das Sie gerne mit der gesamten Klasse teilen möchten?“
„N-Nein! Nein, Professor“, schiebe ich Jades Handy schnell unter mein Notizbuch. „Es tut mir leid, ich habe nur–“
„Nein, nein, bitte.“ Er deutet auf die Leinwand des Projektors vorne. „Wenn es fesselnd genug ist, um meinen Unterricht komplett zu ignorieren, dann muss es faszinierend sein. Kommen Sie nach vorne, Miss Thompson. Bringen Sie das Telefon mit. Lassen Sie es uns auf die große Leinwand projizieren, damit wir alle von Ihren Erkenntnissen profitieren können.“
Das ist Jades Auftritt für einen Blick voller entsetztem Mitleid, während ich mit Wackelbeinen aufstehe. Während meine zittrigen Finger das Handy aufheben, rast mein Verstand durch jedes erdenkliche Szenario. Wenn er dieses Video projiziert, muss ich buchstäblich meine Koffer packen, meinen Namen ändern und bis heute Mittag in ein anderes Land ziehen.
Ich mache einen Schneckenschritt die Treppe hinunter, aber gerade als mein Fuß die dritte Stufe berühren will, fliegen die Türen zum Hörsaal auf. Die Plötzlichkeit lässt alle augenblicklich kerzengerade dasitzen und herumwirbeln, um zu sehen, wer es wagen würde, den Unterricht von Professor Adams zu stören.
In der Tür steht eine massive Gestalt. Dunkle Lederjacke über einem schwarzen T-Shirt, dunkle Hose, dunkle Stiefel.
Zum allerersten Mal sehe ich Prof. Adams tatsächlich unvorbereitet. „M-Mr. Parker? Was machen Sie denn hier? Soviel ich weiß, sind Sie für diesen Kurs gar nicht eingeschrieben.“
Keine Antwort kommt von Trey. Sein verschleierter Blick gleitet nur über den überfüllten Raum. Erst als seine Augen an meiner erstarrten Gestalt hängen bleiben, ziert ein böses Grinsen seine roten Lippen. „Jetzt schon.“
„Und w-warum sollte ich das tun?!“, stammle ich, während mein Herz in Konkurrenz mit einer Snare-Drum tritt, wer von beiden schneller schlagen kann. Spoiler: Mein Herz gewinnt! „Ich muss dir absolut gar nichts beweisen! Die Tatsache, dass ich es schon abgelehnt habe, dir einen zu blasen, sollte eigentlich Beweis genug sein! Warum bist du also nicht einmal erwachsen und steckst die Niederlage einfach ein? Du solltest einfach akzeptieren, dass du gegen mich verloren hast! Trey verdammter Parker hat tatsächlich ein einziges Mal in seinem Leben verloren! Wie krass ist das denn?!“ Trey hält inne und starrt mich für einen langen Moment in absoluter Stille an, bevor er meint: „Weißt du was? Du hast eigentlich recht.“ Zu sagen, dass mich das unvorbereitet trifft, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. „W-wie bitte?“ „Ich habe gesagt, du hast recht, Schatz“, wiederholt er gelassen. „Du hast tatsächlich gewonnen. Und anstatt solche albernen Taktiken auszupacken, um dich mürbe zu machen, da
Obwohl mir wirklich jeder einzelne Selbsterhaltungstrieb zustreit, die Augen zuzulassen, schaffe ich es irgendwie, meinen Kopf zurück in Treys Richtung zu drehen. Er starrt mich immer noch direkt an. Und nicht nur das – er wichst sich einen in genau derselben aggressiven Geschwindigkeit weiter. „Du machst das so toll, Schatz… aber ich brauche dich ein bisschen schneller. Darf ich bitte deinen Hals ficken?“ Seine tiefe Stimme kommt wieder durch und schickt einen Schauer durch meinen ganzen Körper. So sehr, dass mir schmerzhaft bewusst wird, wie sehr meine Muschi unter der Decke schon tropft. Verdammter Mist. Als ich Michelle nach dem Duschen erzählte, dass ich keine Schlafsachen dabeihatte, hatten sie und der Rest der Mädels aus dem Kappa-Omega-Haus mich praktisch mit Klamotten aus ihren Kleiderschränken überschüttet. Am Ende hatte ich mich für ein sackartiges schwarzes T-Shirt entschieden, das mir bis zur Mitte der Oberschenkel ging und auf dem in verblassten weißen Buchstaben GO
Sofort fahre ich im Bett hoch und fauche in die Dunkelheit: „Jade, kannst du bitte– AHH!“ Ein panischer Schrei entfährt meiner Kehle bei dem Anblick, der sich mir bietet. Es ist nicht Jade, die diese furchtbaren Geräusche macht. Verdammt, diese eiskalten Augen würde ich überall im Dunkeln wiedererkennen. „Trey?!“, ich klammere mich krampfhaft an die Decke vor meiner Brust. „Was zur Hölle machst du so spät in meinem Zimmer?!“ „Es ist nicht dein Zimmer, Schatz“, brummt Treys tiefe Stimme aus den Schatten. Und die merkwürdigen, feuchten Bewegungen gehen ohne eine Sekunde Unterbrechung weiter. „Was meinst du mit, es ist nicht mein– Oh.“ Ich greife nach dem Nachttisch und knipse die Lampe an, woraufhin der Raum sofort in ein warmes, oranges Licht getaucht wird. Es ist definitiv nicht mein Wohnheimzimmer. Bei dem riesigen Himmelbett, den gotischen Mahagonimöbeln und den schwarz-roten Vorhängen kommt die Erinnerung in einer schwindelerregenden Welle zurück. Ich bin im Kappa-Omega-Hau
„H-hier ist es!“, quiekt das Goth-Mädchen nervös und zeigt auf eine offene Schlafzimmertür am Ende des Flurs im zweiten Stock. Bevor einer von uns noch etwas sagen kann, dreht sie auf dem Absatz um und rennt den Flur zurück zur Treppe wie vom Hafer gestochen. Sobald ich sicher bin, dass ihre schnellen Schritte im Gang verhallt sind, fange ich wieder an zu zappeln. „Trey, lass mich sofort runter! Ich verlange das!“, schreie ich über seine Schulter und halte mit einer Hand krampfhaft meine Brille fest, damit sie nicht durch die Gegend fliegt und auf den Dielen zerschellt. Wenig überraschend ignoriert Trey meine wütenden Forderungen einfach. Er stößt die Tür auf, tritt sie hinter uns mit dem Stiefel zu und greift nach hinten, um abzuschließen. Er geht ein paar Schritte ins Zimmer und schmeißt mich mit einem unsanften Plumps mitten auf eine weiche Matratze. Ich krabbel rückwärts gegen das Kopfteil des Bettes und richte außer Atem meinen winzigen Faltenrock, während Trey über dem Fußen
Diese Worte schicken einen elektrisierenden Nervenkitzel direkt meine Wirbelsäule hinunter. „Ist das alles?“ Michelle schenkt mir ein fieses Grinsen. „Das ist alles.“ „Kinderspiel.“ Ich gebe ihr ein selbstbewusstes Nicken, und sie schnippt mit den Fingern, was einem der Mädchen hinter Trey das Signal gibt, den Sack von seinem Kopf zu reißen. Ich werde von dem vertrauten Anblick von Treys eisigen Augen begrüßt, die sich im selben Moment in meinen verhaken, als die Haube fällt. „Hey, Mr. Joker.“ Mit einem Schnurren schliche ich mich einen Schritt weiter in den inneren Kreis. „Ich habe eine Überraschung für dich.“ Ich habe keine Ahnung, woher dieser plötzliche Mut kommt, aber ich werde ihn jetzt ganz bestimmt nicht hinterfragen. Trey zieht lediglich eine Braue hoch, sein Ausdruck ein unbeschriebenes Blatt, während er auf meinen nächsten Schritt wartet. Ohne den Blickkontakt zu brechen, greife ich an meinen Hals und öffne den Verschuss des dunkelroten Umhangs, der meinen Körper um
„Bist du … bist du tatsächlich echt?!“ „Was um alles in der Welt hast du da an?!“ „Sind der Entenstrampler und die Schwimmflossen-Hausschuhe so was wie … ein neuer Trend?!“ „Müssen wir uns die auch besorgen, um unsere Treue zu #TeamTreylar zu zeigen?!“ Ich bringe nicht einmal ein einzelnes Wort heraus, weil der gesamte nicht-ohnmächtige Teil des Kappa-Omega-Covens mich wie ein Schwarm manischer, mit Eyeliner geschminkter Krähen umschwärmt. Hände berühren meine übergroßen Fleece-Ärmel, stupsen gegen meine Schwimmflossen-Hausschuhe und greifen nach meinen Haaren. In dem Moment, als das kollektive Todesfee-Gekreische nachließ, stürmte Michelle die Treppe herunter, riss mich am Handgelenk über die Türschwelle und zog mich tief ins Foyer, während ihr Coven mich mit einer Lawine von atemlosen Fragen bombardierte. Es wird schnell so intensiv und erstickend, dass ich tatsächlich spüre, wie meine Lunge blockiert. „Okay. Das reicht jetzt verdammt noch mal“, ertönt Treys tödlicher Tonfall







