登入Nachdem Elena Taylors Schwester an ihrem Hochzeitstag verschwunden ist und nur eine Nachricht sowie gebrochene Versprechen hinterlassen hat, ist Elena gezwungen, als Ersatzbraut für Lucas Moretti, ihren Chef, einzuspringen, dessen Herz durch den Verrat verhärtet ist. Elena findet sich in einer Ehe gefangen, die auf Groll, Geheimnissen und Herzschmerz beruht. Doch als verborgene Wahrheiten ans Licht kommen, muss Lucas entscheiden, ob er weiterhin der Frau nachlaufen will, die ihn verlassen hat, oder ob er um die Frau kämpfen will, die ihn nie verlassen hat.
查看更多Elenas Perspektive
Ich scrollte durch mein Handy, auf dem die Glückwünsche nur so hereinströmten. Von meinen Kollegen, meinen Freunden und Bekannten.
Ein sanftes Lächeln huschte über mein Gesicht, das mit dezentem Make-up geschminkt war. Ich stand vor meinem Spiegel und betrachtete mein Spiegelbild voller Bewunderung. Ich sah atemberaubend schön aus, mit meinen langen Haaren, die für diesen besonderen Anlass gelockt waren.
Valerie hatte mein Outfit ganz allein ausgesucht: ein maßgeschneidertes weinrotes Abendkleid aus luxuriösem Seidensatin. Das One-Shoulder-Design war mit einem mit Edelsteinen besetzten Träger verziert, der wie Diamanten funkelte.
Das eng anliegende Oberteil betonte meine Taille, bevor es in einen dramatischen A-Linien-Rock mit einem gewagten Seitenschlitz überging – ein krasser Gegensatz zu meinen „langweiligen Klamotten“, wie sie sie nennen würde.
Heute ist der Tag, an dem sie Lucas Moretti das Ja-Wort geben würde.
Mein Chef
Und meine Güte, die beiden sind so verliebt.
Das einzige Mal, dass ich einen Ausdruck auf dem Gesicht meines Chefs sah, war, wenn meine Schwester zu Besuch kam. Dann strahlte sein Gesicht wie die Sonne an einem kühlen Morgen, und seine Augen funkelten wie die Sterne.
Jedes Mal, wenn ich sah, wie süß und harmonisch sie miteinander umgingen, betete ich um eine Liebe wie diese.
Einen Mann, der mich wie einen kostbaren Edelstein schätzen würde.
Ich war noch immer in meinen Fantasien versunken, als meine Mutter in mein Zimmer stürmte. Ich runzelte genervt die Stirn,
doch die Worte blieben mir im Hals stecken, als ich ihre geröteten Augen sah und wie ihr die Tränen über die Wangen liefen.
Ich eilte zu ihr, als ich sah, dass sie fast zu Boden fiel, und meine Augen waren schwer vor Sorge. Ihr einst so elegantes Make-up war nun durch ihre überfließenden Tränen völlig verschmiert.
Meine Brust zog sich zusammen, als mich ein ungutes Gefühl überkam. Das letzte Mal, als ich meine Mutter so zusammenbrechen sah, war beim Tod ihrer Schwester
„Mama …“, sagte ich zitternd
„Ist Valerie etwas zugestoßen?“
Das war das Einzige, was mir einfiel, und als hätte ich genau den richtigen Punkt getroffen, sprang sie auf, hätte dabei fast den Stuhl umgeworfen, und packte mich am Arm.
„Weißt du, wo sie ist?“ Sie verstärkte ihren Griff um meinen Arm. Ihre Augen suchten in meinen nach Antworten.
Ich taumelte zurück und klammerte mich an meinen Schminktisch, um das Gleichgewicht zu halten.
Meine Brust zog sich zusammen, während ich nach Luft rang.
Mein Vater kam herein, die Hände an den Seiten zu Fäusten geballt. Seine Augenbrauen waren vor Wut zusammengezogen. Ich sah ihn an, Tränen drohten mir aus den Augen zu laufen.
„Deine Schwester ist weg, Lena; sie ist weggelaufen. Wir haben keine Ahnung, wohin sie gegangen ist, ihr Handy ist ausgeschaltet, und wir haben das hier gefunden“, sagte er und reichte mir ein zerknülltes Blatt Papier.
Ich riss es ihm aus den Händen.
Und ich starrte auf die perfekte Handschrift meiner Schwester, die die Worte enthielt, die mir das Herz zerreißen ließen.
„Mama, Papa, es tut mir leid. Ich kann Lucas nicht heiraten; ich liebe ihn nicht. Eines Tages werdet ihr es verstehen, und bitte sucht mich nicht. Es tut mir leid, Lena.“
„Nein“, flüsterte ich. „Sie waren verliebt; ich habe es mit eigenen Augen gesehen.“
„Sie war glücklich, sie hat mir immer gesagt, dass sie das glücklichste Mädchen der Welt sei, weil sie ihren Traummann heiraten würde."
„Valerie, sie –“ Ich brach in Tränen aus und rang nach Worten. Was würde mit meiner Chefin geschehen?
„Der Hochzeitszug ist schon da, und wir können nicht einfach ohne Braut gehen“, murmelte mein Vater.
Ich drehte mich ruckartig zu ihm um.
„Was meinst du damit? Es gibt keine Braut; meine Schwester ist weggelaufen! “, rief ich
„Schatz“, rief meine Mutter und trat näher, um mich zu umarmen
Ich zuckte zusammen und wich zurück, als würde ihre Berührung brennen. Meine Augen weiteten sich vor Entsetzen, als mir klar wurde, was vor sich ging
„Du wirst deine Schwester am Altar ersetzen“, fuhr sie fort, ihre Stimme fest, ohne Raum für Widerrede.
„Die Morettis sind ohnehin schon vor Wut außer sich und können es sich nicht leisten, bloßgestellt zu werden, wenn die Braut nicht erscheint“, fügte mein Vater hinzu, im gleichen Tonfall wie meine Mutter
„Papa! Ich kann nicht _“
„Denk an deinen Chef“, unterbrach er mich. An seinen Ruf, an seine Gefühle. Er holte tief Luft, und ich konnte den Schmerz in seinen Augen sehen. Auch er hatte damit zu kämpfen.
Tränen liefen mir über die Wangen
Ich würde meine Zukunft für meine egoistische ältere Schwester opfern, die ihren Bräutigam am Altar mit gebrochenem Herzen und voller Verzweiflung zurückgelassen hat, während sie selbst ein gutes Leben in einem fernen Land führt.
Ein paar Minuten später saß ich im Auto und war auf dem Weg zur Kirche. Mein maßgeschneidertes Kleid war nun irgendwo in meinem Kleiderschrank verstaut.
Ich trug das Hochzeitskleid meiner Schwester, doch das Make-up konnte meine leblosen Augen nicht verbergen.
Das Auto hielt vor der Kirche an, und mein Vater nahm mich bei den Armen und führte mich den Gang hinunter.
Die Hochzeitsglocken läuteten.
Ich ignorierte das Raunen und Flüstern der Menge und richtete meinen Blick auf den Mann im maßgeschneiderten Anzug, der dicht neben dem Priester stand, dessen Gesicht einen ausdruckslosen Gesichtsausdruck zeigte.
Mein zukünftiger Ehemann. Die Worte schmeckten bitter in meinem Mund.
Er nahm mir, wie es der Brauch vorschreibt, mit einer Verbeugung die Arme aus der Umarmung meines Vaters, und wir wandten uns dem Priester zu
„Willst du, Elena Taylor, Lucas Moretti zu deinem rechtmäßigen Ehemann nehmen, in Krankheit und Gesundheit, in Reichtum und Armut, bis dass der Tod euch scheidet?“ Der Priester wandte sich mir zu
Jetzt war es soweit
„Ja, ich will“, flüsterte ich, während meine Hände schweißnass wurden
Dann wandte er sich an Lucas. „Nimmst du Elena Taylor zur rechtmäßigen Ehefrau, um sie zu lieben und zu ehren, in Krankheit und Gesundheit, bis_“
„Ja, ich will“, unterbrach er den Priester mit einer kalten Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagte.
„Ich erkläre euch hiermit zu Mann und Frau, ihr dürft die Braut nun küssen“, verkündete der Priester.
Mein Herz pochte in meiner Brust, als mein Blick auf seinen ernsten Gesichtsausdruck fiel.
Lucas beugte sich vor. So nah, dass sein heißer Atem mein Gesicht streifte.
So nah, dass er mein pochendes Herz hören konnte.
Beifall brandete aus der Menge auf; sie dachten, wir hätten uns geküsst, aber Lucas war nicht einmal in die Nähe gekommen. Er trat von mir zurück und ging schnurstracks zur Tür.
Ich machte einen Schritt nach vorne, um ihm zu folgen, als ich über mein Kleid stolperte, gegen die Blumenvase prallte und mir den Arm aufschürfte.
„Ah!“, entfuhr es mir in einem gedämpften Schrei. Ich blickte gerade noch rechtzeitig auf, um zu sehen, wie Lucas davonrannte.
Elenas Perspektive Meine Augenlider fühlten sich an, als wären sie aus Blei, als ich versuchte, sie zu öffnen, doch ein helles, weißes Licht durchdrang den dunklen Schleier, der meine Augen bedeckte.Ein Stöhnen entrang sich meiner Kehle. Mein ganzer Körper schmerzte, als wäre ich von einem Lkw überfahren worden; selbst das Atmen fiel mir schwer. Ich versuchte erneut, die Augen zu öffnen, und diesmal blieb mein Blick auf die Decke gerichtet, hell und fremd. Ich drehte meinen Kopf nur ein wenig, und ein stechender Schmerz schoss durch meinen Schädel.Das gleichmäßige Ticken des Herzmonitors und das Summen der Klimaanlage drangen an meine Ohren, dann strömten die Erinnerungen an den Unfall in Wellen über mich herein. Langsam führte ich meine Hand an meinen Kopf, und wie ich vermutet hatte, war er mit einem dicken Verband umwickelt.Mein Blick fiel auf eine Gestalt neben dem Bett, die die Augen geschlossen hatte und deren Kopf auf der Bettkante ruhte, während ihre Hand gefährlich nahe
Lucas’ Perspektive Ich saß hinter meinem Schreibtisch und starrte auf dieselbe Seite, die ich schon seit zehn Minuten las. Frustriert schob ich die Akte beiseite und fuhr mir mit der Hand über das Gesicht.Ein Monat war vergangen, seit ich Elena im Krankenhaus zurückgelassen hatte, und nichts war mehr so wie zuvor. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich vor mir, wie sie mich verletzt angesehen hatte. Ich konnte diesen Anblick nicht loswerden.Sie hatte ihren Job gekündigt; der Schreibtisch gegenüber meinem Büro stand nun leer. Kein Summen und kein morgendlicher Kaffee mehr. Sie hatte nicht nur das Haus verlassen; sie hatte alles entfernt, worauf mein Name stand.Im Krankenhaus hatte ich mir eingeredet, es liege an Valeries Geständnis und daran, dass Matteo dort stand, als hätte er jedes Recht dazu. Ich redete mir ein, es sei eine alte Wunde, die wieder aufgerissen wurde, aber ich hatte mich geirrt. In dem Moment, als ich nach draußen trat und sich die Tür hinter mir schloss,
Elenas Perspektive Sonnenlicht fiel durch die Vorhänge und warf sanfte Lichtflecken auf mein Gesicht, während die Brise aus den offenen Fenstern meine Haut streifte.Es ist nun schon einen Monat her.Einunddreißig Tage, seit Lucas jenes Krankenhauszimmer verlassen hat. Einunddreißig Tage, seit ich meinen Job gekündigt habe und nicht mehr zu ihm nach Hause gehe. Ich habe mich in meinem Ferienhaus aufgehalten, fern von allem, was mich an ihn erinnern würde.Ich rieb meine Handflächen an meinen Knien. Ich sah sein Gesicht noch immer vor mir. Die Art, wie seine Augen Schmerz ausdrückten, wenn er Valerie ansah, als wäre ich gar nicht mehr im Raum. Ich zog meine Beine an die Brust.Vielleicht war das die Wahrheit, der ich nicht ins Auge sehen wollte: dass ein Teil von ihm Valerie nie wirklich verlassen hatte und ich an einem Ort gestanden hatte, der immer jemand anderem gehören würde.Meine Brust fühlte sich eng an, eine Art Engegefühl, das nichts mit dem Atmen zu tun hatte. Was war ich ih
Elenas Perspektive Die Worte drangen nicht sofort zu mir durch. Ich stand einfach nur da und starrte sie an, als wären ihr zwei Köpfe gewachsen.„Er ist dein Mann?“ Meine Stimme klang leise, als gehöre sie jemand anderem. Valerie nickte leicht, ihre Hand ruhte auf Matteo, der sich neben sie gestellt hatte.Meine Hand fand die Rückenlehne des Stuhls und umklammerte sie fest, bis meine Knöchel weiß wurden. Valerie hatte einen Ehemann. Mein Blick fiel auf das Kinderbett. Auf das wunderschöne Bündel, das tief und fest schlief, die winzigen Fäustchen an den Ohren geballt.Jetzt weiß ich, warum der Arzt nach Valerie Vitale gerufen hatte. Es war nicht nur ein Name, den sie sich zufällig ausgesucht hatte, oder ein Name, hinter dem sie sich verstecken wollte. Es war der Name ihres Mannes.Ich hätte mir nie im Leben vorstellen können, dass ich einmal in einem Krankenhauszimmer vor meiner lange verschollenen Schwester stehen würde, zusammen mit einem Ehemann, von dem ich noch nie gehört hatte.











