Mag-log inDas Mondgöttinnenfest rückte schneller näher als erwartet. Überall um sie herum herrschte im Rudel gespannte Erwartung.
Geschmückte Bäume und Häuser zierten die Wände, und die Menschen schienen die große Feier des Abends zu genießen. Das Fest war schon immer ein riesiges Ereignis für das Rudel gewesen, eine jahrhundertealte Tradition. Es sollte die Mondgöttin und ihren Schutz der Wölfe ehren, insbesondere in Partnerfragen. Doch für Lily hatte dieser Abend eine viel düsterere Bedeutung. Es war Zeit für ihre Flucht, der Tag, auf den sie jahrelang gewartet hatte, der Tag, an dem sie endlich gehen würde. Niemand im Rudel hatte sich für ihren Geburtstag interessiert; niemand hatte ihn auch nur erwähnt, wahrscheinlich hatten sie ihn vergessen. Alles, was sie interessierte, war das Partnerritual der Alpha-Zwillinge. Aber das spielte keine Rolle. Sie brauchte ihre Glückwünsche nicht. Was sie brauchte, war Freiheit. Bei dem Gedanken an Lucas und Liam ballte sie die Fäuste. All die Jahre hatten sie sie unerbittlich gequält und ihr das Leben zur Hölle gemacht. Und nun sollten sie die Rolle der Alpha-Anführer übernehmen. Das Rudel verehrte sie, vergötterte sie. Niemand außer ihr kannte die wahren Monster, die sie waren. Aber nach dieser Nacht würden sie nicht mehr ihr Problem sein. Sie musste an ihrem Plan festhalten. Sie wollte warten, bis das Fest begonnen hatte und niemand mehr ihre Anwesenheit bemerkte, dann würde sie unbemerkt verschwinden. Sie hatte einen Pfad durch den Wald ausfindig gemacht, der aus dem Territorium des Rudels herausführte. Von dort aus würde sie dem Fluss zur nächsten Stadt folgen. Es war riskant, aber es war ihre einzige Möglichkeit. Sie konnte nicht länger hierbleiben. Nicht nach allem, was sie ertragen musste. Lily holte tief Luft, schnappte sich ihre Tasche und warf sie sich über die Schulter. Sie ging die Treppe hinunter; das Haus war wie immer leer. Ihre Mutter war schon vor Stunden aufgebrochen, um bei den Festivalvorbereitungen zu helfen – nicht, dass sie ihre Abwesenheit überhaupt bemerkt hätte. Sie war für sie praktisch unsichtbar, eine Außenseiterin in ihrer eigenen Familie. Als sie hinaustrat, sah sie sich um, um sicherzugehen, dass sie niemand beobachtete. Sie hielt den Kopf gesenkt und ging schnell an der Menge vorbei, wobei sie jeden Blickkontakt vermied, der sie erkennen könnte. Am Waldrand angekommen, zögerte Lily einen Moment und blickte zurück zur Stadt. Das war es. Sobald sie die Grenze überschritten hatte, gab es kein Zurück mehr. „Auf Wiedersehen, Hölle“, sagte sie. Sie betrat den Wald und ging den Weg entlang. Der Weg, den sie sich in ihrem Kopf ausgemalt hatte, war klar, und sie bewegte sich schnell, ihre Sinne auf höchster Alarmbereitschaft. Sie wusste, dass sie erst in Sicherheit war, wenn sie die Grenze erfolgreich überquert hatte. Das war von größter Wichtigkeit. Lily war erst etwa fünfzehn Minuten unterwegs, als sie es hörte – ein Rascheln hinter sich. Sie erstarrte, ihr Herz setzte einen Schlag aus. Langsam drehte sie sich um und blickte zu den Bäumen, doch da war nichts. Nur der Wind, redete sie sich ein. Nur der Wind. Doch als sie weiterging, war das Geräusch wieder da, diesmal lauter. Schritte. Jemand folgte ihr. Panik durchfuhr Lily, sie beschleunigte ihre Schritte und suchte den Wald ab. Sie spürte die Anwesenheit hinter sich, die jeden ihrer Schritte verfolgte. Wer auch immer es war, er war nah, zu nah. Plötzlich trat jemand aus dem Schatten und versperrte ihr den Weg. Lilys Herz raste, als sie ihn sofort erkannte. Lucas. Er stand da, die Arme vor der Brust verschränkt, ein spöttisches Grinsen auf den Lippen. „Gehst du irgendwohin?“, fragte er mit höhnischer Stimme. Lily erstarrte vor Entsetzen. Wie hatte er sie gefunden? Sie hatte ihn nirgends am Waldrand gesehen. War er ihr die ganze Zeit gefolgt? „Was machst du hier?“, fragte sie mit zitternder Stimme, obwohl sie sich alle Mühe gab, ruhig zu bleiben. „Solltest du nicht beim Mondgöttinnenfest sein?“ Lucas trat näher, seine Augen funkelten vor Belustigung. „Das könnte ich dich auch fragen. Aber ich kenne die Antwort schon“, sagte er. Lily ballte die Fäuste, ihre Gedanken rasten. Sie musste sich etwas einfallen lassen, einen Weg, an ihm vorbeizukommen. Aber Lucas war schnell, stärker als sie, und sie wusste, dass er sie nicht so einfach gehen lassen würde. „Ich gehe“, sagte sie, ihre Stimme klang selbstbewusster, als sie sich fühlte. „Mir ist egal, was du oder irgendjemand anderes aus diesem Rudel von mir denkt. Ich lasse mich nicht länger von dir herumschubsen.“ Lucas hob eine Augenbraue, fast beeindruckt von ihrem Trotz. „Glaubst du, es ist so einfach? Dass du einfach so gehen kannst?“, fragte er. „Mir ist egal, ob es einfach ist“, schnauzte Lily. „Ich bleibe keinen Tag länger hier.“ Einen Moment lang antwortete Lucas nicht. Er starrte sie nur an, seine Augen verengten sich. Dann, ohne Vorwarnung, stürzte er sich auf sie und packte ihren Arm. Lily keuchte auf und versuchte, sich loszureißen, doch sein Griff war eisern. „Du gehst nirgendwo hin“, knurrte er mit tiefer, bedrohlicher Stimme. „Nicht heute Nacht.“ Angst ergriff Lily, als sie sich gegen ihn wehrte, doch Lucas hielt sie fest, seine Kraft war ihr überlegen. „Lass mich los!“, schrie sie, ihre Stimme hallte durch die Bäume. Lucas’ Gesichtsausdruck verfinsterte sich, und einen Moment lang dachte sie, er würde ihr tatsächlich wehtun. Doch dann veränderte sich etwas in seinem Blick. Das Grinsen verschwand und wurde durch einen kälteren, ernsteren Ausdruck ersetzt. „Du verstehst es nicht, oder?“, sagte er leise, sein Griff lockerte sich etwas. „Du kannst nicht gehen. Nicht jetzt.“ Lilys Herz hämmerte in ihrer Brust. „Warum? Was geht dich das an?“, fragte sie. Lucas lachte humorlos auf und schüttelte den Kopf. „Denn überraschenderweise bist du wichtig, ob du es willst oder nicht“, erwiderte er. Lily blinzelte immer wieder und versuchte zu verstehen, was er ihr sagte. „Wovon redest du?“, fragte sie. Doch bevor Lucas antworten konnte, durchbrach eine andere Stimme die Stille. „Sie hat ein Recht darauf, es zu erfahren, Lucas.“ Lily drehte sich um und sah Liam hinter einem Baum hervortreten. Sein Gesichtsausdruck war undurchschaubar. Er ging auf sie zu und fixierte Lily mit seinen Augen. „Du bist unsere Gefährtin“, sagte Liam mit fester, aber wütender Stimme. „Die Mondgöttin hat dich auserwählt, Lily.“ Die Worte trafen sie wie ein Schlag in die Magengrube. Gefährtin? Ihr Kopf war wie leergefegt, ihr Körper wie betäubt. Das musste ein grausamer Scherz sein. Die Zwillinge, ihre Gefährten? Ausgerechnet dieselben Jungen, die sie jahrelang gequält hatten? Sie schüttelte den Kopf, wich zurück, ihr Herz raste. „Nein“, flüsterte sie. „Das kann nicht wahr sein.“ Lucas’ Griff um ihren Arm verstärkte sich erneut. „Doch, Lily. Du kannst hier nicht weglaufen“, sagte er. „Wenn du es tust, wird das ganze Rudel ins Chaos gestürzt, und du wirst am Ende tot sein.“ Lilys Welt geriet aus den Fugen. Alles, was sie geplant hatte, jede Hoffnung auf Flucht, zerbrach in einem Augenblick. Wie hatte die Mondgöttin ihr das antun können? Wie konnte sie sie an genau die Menschen binden, die ihr das Leben zur Hölle gemacht hatten? Ihre Knie versagten, doch bevor sie fallen konnte, fing Lucas sie auf und stützte sie. Sie fühlte sich gefangen, erstickt von der Realität, die über sie hereinbrach. „Ich … ich kann nicht …“, stammelte sie, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Aber es spielte keine Rolle mehr. Es gab kein Entkommen mehr.Die Umkleidekabine brummte vor Energie, die Luft war voller Parfüm und Aufregung.Reihen von Spiegeln säumten die Wände und spiegelten das Bild von Lily und Maya wider, als sie nebeneinander standen und ihrem Look für den Mondlichttanz den letzten Schliff gaben.Sie lächelten alle, als sie sich Zeit nahmen, um sicherzustellen, dass sie schöner aussahen, als sie es das ganze Jahr über waren.Dies sollte ein ganz besonderer Tag für beide werden und sie wollten die Rolle sehen.Lily trug ein fließendes, tiefrotes Kleid, das ihre Figur perfekt umarmte, der Stoff schimmerte unter den Lichtern der Umkleidekabine.Ihre langen, dunklen Locken fielen ihr über den Rücken, und die zarte silberne Halskette um ihren Hals fügte den letzten Hauch von Eleganz hinzu.Maya, die neben ihr stand, sah in einem saphirblauen Kleid genauso umwerfend aus, die schulterfreien Ärmel gaben ihr ein königliches Aussehen.Ihr kurzes, dunkles Haar war in lockeren Wellen gestylt, und ihr Make-up war atemberaubend.Lil
Als Lily qmd Maya der Boutique näher kam, sorgten sie dafür, dass sie Abstand hielten, während sie ihre Ziele überwachten.Die Boutique war mit sanfter klassischer Musik gefüllt, der Duft von teurem Parfüm lag in der Luft.Reihen eleganter Kleider säumten die Wände, ihre Pailletten- und Satinstoffe schimmerten unter den hellen Kronleuchtern.Lily und Maya standen direkt vor dem Laden, gegen eine dekorative Säule gedrückt, und spähten hinein wie ein Detektivpaar auf einer Absteckung."Okay, das ist lächerlich", flüsterte Maya und passte ihre Haltung an, um eine bessere Sicht zu bekommen. "Aber ich kann nicht lügen, ich liebe es irgendwie.""Psst!" Lily stupste sie an. "Wir müssen ruhig sein, wenn wir herausfinden wollen, was los ist."In der Boutique stand Lucian neben dem mysteriösen Mädchen, seine Arme verschränkt, als sie ein tiefes smaragdgrünes Kleid hochhielt und es gegen sich drückte. Er nickte zustimmend, und das Mädchen strahlte. Sie schauten weiter durch andere Kleidung, lach
Das leise Summen des Motors erfüllte das Auto, als Lily aus dem Fenster schaute und die belebten Straßen vorbeigehen sah.Das größte Einkaufszentrum der Stadt stand direkt vor Ihnen, seine Glasfenster spiegelten die helle Nachmittagssonne wider. Im Inneren strömten unzählige Käufer umherum, ihr aufgeregtes Geschwätz vermischte sich mit dem schwachen Klang von Hintergrundmusik, die aus den Geschäften gespielt wurde.Maya, die neben ihr saß, tippte auf ihr Telefon."Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir endlich unsere Kleider für den Moonlight Dance bekommen. Es fühlt sich jetzt so echt an."Lily drehte sich zu ihr um, ein kleines Lächeln zog an ihren Lippen."Ich weiß. Es ist wie das letzte Teil des Puzzles.""Genau!" Maya grinste. "Und ich habe bereits eine Vision für mein Kleid. Elegant, sexy, aber auch gerade genug Glanz, um Graham den Verstand zu verlieren."Lily kicherte."Du bist wirklich aufgeregt darüber, nicht wahr?""Duh!" Maya warf ihr Telefon in ihre Tasche. "Es ist n
Der große Speisesaal in der Alpha-Villa war in goldenem Kerzenlicht getaucht, der Duft von gebratenem Fleisch und frischem Brot erfüllte die Luft.Der lange Mahagonitisch war elegant mit Besteck und polierten Platten gedeckt, während die großen Fenster den Schein des Mondes einlassen.Lily saß zwischen Lucas und Liam, gegenüber von Alpha Dean und Luna Ariel.Trotz der warmen Atmosphäre wiederholte ihr Verstand Grahams Worte von früher an diesem Tag."Lucas und Liam glauben nicht, dass sie dich fragen müssen."Ihr Griff um ihre Gabel wurde fester, als sie an ihrem Kartoffelpüree stieß, ihr Appetit ließ nach. Sie konnte nicht glauben, wie ahnungslos sie waren."Also, Lily", Luna Ariels Stimme riss sie aus ihren Gedanken, "du warst den ganzen Abend still. Geht dir etwas im Kopf?"Lily zögerte eine Sekunde, bevor sie entschied, dass jetzt ein so guter Zeitpunkt war wie jeder andere."Ich habe gerade über den Moonlight Dance nachgedacht."Alpha Dean kicherte."Ah, die berühmte Tradition. I
Der Duft von frischen Pflanzen und Herbstblättern erfüllte die Luft, als Lily und Maya den Schulflur entlang gingen und ihre Schuhe rhythmisch gegen die polierten Böden klopften.Sonnenlicht strömte durch die großen Fenster und warf goldene Streifen über die Schließfächer. Lachen und Geschwätz umgaben sie, die Schule brummte vor Aufregung.Seit dem Chaos mit Alex waren Wochen vergangen, und das Leben war endlich wieder normal.Lily atmete tief ein, ein Lächeln streckte sich über ihr Gesicht."Weißt du, ich hätte nie gedacht, dass ich das sagen würde, aber es ist eigentlich schön, wieder einen normalen Tag in der Schule zu haben. Keine Entführungen, keine Schurkenwölfe, keine dramatischen Kämpfe. Nur Klassen und... der Mondlichttanz."Maya grinste und steckte eine streunende Haarsträhne hinter ihr Ohr."Ich weiß, oder? Es ist, als wäre alles wieder auf Kurs. Und jetzt können wir uns auf die wichtigen Dinge konzentrieren - wie das Warten darauf, dass unsere Freunde uns zum Tanz einladen
Eine schwere Stille hing über dem Schlachtfeld, voller Spannung und dem Geruch von Blut.Die Wölfe, die Alex umgaben, starrten ihn heftig an, ihr Knurren war leise und bedrohlich und warteten auf den Befehl ihres Alpha-Dekans.Mondlicht schien über die Straße und warf unheimliche Schatten auf den verwundeten Schurken, der trotz seines ramponierten Körpers standhielt.Alex' Brust hob sich mit rauen Atemzügen, seine Kleidung war zerrissen und blutgetränkt. Doch trotz des Schmerzes, der durch seine Adern floss, war sein Blick immer noch voller Trotz, als er Alpha Deans unnachgiebigem Blick begegnete.Der hoch aufragende Alpha machte einen bewussten Schritt nach vorne, seine Anwesenheit strahlte eine unbestreitbare Autorität aus. Seine silbernen Augen bohrten sich in Alex wie ein Raubtier, das seine Beute bewertet."Alex", Alpha Deans Stimme war tief, ruhig und mit Finalität durchzogen. "Sie werden wegen mehrerer Verbrechen gegen dieses Rudel angeklagt. Entführung, Verschwörung, Gefährdun







