LOGINLily stand schweigend da, die Last der Entscheidung der Mondgöttin lastete schwer auf ihr.
Es fühlte sich unwirklich an, zur Gefährtin von Lucas und Liam auserwählt zu werden, ausgerechnet von den Zwillingen, die ihr Leben in einen Albtraum verwandelt hatten. Wut durchströmte sie, und dem kalten Ausdruck in ihren Gesichtern nach zu urteilen, war klar, dass auch sie die Vorstellung, an sie gebunden zu sein, verabscheuten. „Das kann nicht wahr sein“, murmelte sie und schüttelte ungläubig den Kopf. „Ihr seid beide krank, wenn ihr auch nur glaubt, ich würde das akzeptieren.“ Liam trat vor, die Arme verschränkt, und verdrehte die Augen. Er fand, sie übertrieb es. Jedes Mädchen würde alles dafür geben, als Gefährtin auserwählt zu werden, aber Lily benahm sich, als hätte sie nicht gerade im Lotto gewonnen. „Aber die Göttin hat dich auserwählt, Lily. Du hast da nichts mitzureden. Das ist Schicksal“, erwiderte er. „Schicksal?“ Lily spuckte aus, ihre Stimme wurde lauter. „Das Schicksal besteht nicht darin, zu einer Beziehung mit zwei Tyrannen gezwungen zu werden! Glaubst du, ich würde nach allem, was du getan hast, jemals mit dir zusammen sein wollen?“ „Hör zu, Lily“, sagte Lucas, dessen Geduld mit Lilys Verhalten bereits am Ende war. „Du wirst lernen, diese Verbindung zu akzeptieren. Es ist zum Wohl des Rudels. Du könntest eine großartige Luna abgeben, aber mir ist nur wichtig, dass du nicht wegläufst und das Rudel dem Zorn der Mondgöttin aussetzt, den sie für ihren Ungehorsam ertragen muss.“ „Eine großartige Luna?“, wiederholte sie. Sie machten doch nur Witze. „Du spinnst wohl! Du hasst mich schon seit Jahren, seit ich zehn bin. Wie kannst du erwarten, dass ich das einfach so hinnehme?“ Die Zwillinge wechselten Blicke, ihre Gesichtsausdrücke wechselten von Belustigung zu Verärgerung. Lucas beugte sich näher zu ihr, seine Stimme senkte sich zu einem bedrohlichen Flüstern. „Du verstehst nicht, wie stark diese Verbindung ist. Wir sind jetzt verbunden. Du kannst dich nicht einfach davon lösen“, sagte er streng. „Ich werde alles tun, um diesem Rudel und deinen verdrehten Plänen zu entkommen!“, entgegnete sie mit rasendem Herzen. „Ich will nicht deine Gefährtin sein. Lieber bin ich allein, als diesen Albtraum zu ertragen!“ Liam trat näher, ein gefährliches Funkeln in seinen Augen. „Du machst es dir nur unnötig schwer, Lily. Wir könnten dein Leben so viel einfacher machen, wenn du einfach deinen Platz akzeptieren würdest“, fügte er hinzu. „Einfacher?“, lachte Lily bitter auf. „Nennst du das Mobbing? Mein Leben zur Hölle machen? Das werde ich niemals akzeptieren. Du kannst mich nicht zwingen, mit dir zusammen zu sein!“ „Warte nur ab“, erwiderte Lucas, sein Lächeln kehrte zurück, doch es fehlte ihm jede Wärme. „Wir haben unsere Methoden, dich gefügig zu machen.“ Bei dieser Andeutung lief ihr ein Schauer über den Rücken. „Ihr glaubt, ihr könnt mich einschüchtern und unterwerfen? Da irrt ihr euch gewaltig! Ich werde euch bis zum Äußersten bekämpfen!“ Lily versuchte verzweifelt, sich aus ihrem Griff zu befreien, doch sie waren viel stärker als sie. „Dann erwartet dich eine harte Zeit“, sagte Liam mit tiefer, kalter Stimme. „Du glaubst, du bist stark genug, uns zu widerstehen? Das Rudel wird dich nicht unterstützen, wenn du dich weigerst, dein Schicksal anzunehmen.“ „Gut!“, rief Lily mit geballten Fäusten. „Mir ist es egal, ob sie mich nicht unterstützen! Lieber bin ich allein, als an euch beide gefesselt zu sein.“ Die Zwillinge wechselten erneut Blicke. Es war, als würden sie stillschweigend planen, was sie mit ihr anstellen würden, sollte sie weiterhin so stur bleiben. „Lily“, sagte Lucas mit gespielter Anteilnahme. „Du machst es dir nur selbst schwerer. Du wirst es bereuen, uns zurückgewiesen zu haben. Denk doch mal darüber nach: Willst du wirklich für immer die Ausgestoßene sein?“ Sie spürte, wie Wut in ihr aufstieg. „Lieber bin ich eine Ausgestoßene, als mit euch beiden zusammenzuleben! Glaubt ihr etwa, ich will als die Gefährtin der Zwillinge, die mich gequält haben, vorgeführt werden? Niemals!“, schrie sie ihnen ins Gesicht. „Dann müssen wir euch zeigen, wie ernst es uns ist“, sagte Liam und trat mit scharfem, drohendem Blick vor. Panik ergriff sie. „Was soll das heißen? Ihr könnt mich nicht einfach dazu zwingen!“, sagte sie. „Wartet ab“, wiederholte Lucas mit kalter Stimme. „Wir können euch das Leben zur Hölle machen, wenn ihr euch weiter wehrt.“ „Nein“, sagte Lily und wich einen Schritt zurück. „Ich lasse mich nicht einschüchtern. Ich werde mit keinem von euch zusammen sein, egal was ihr tut.“ Liams Augen verengten sich. „Du machst einen Fehler, Lily. Glaubst du, du kannst einfach so gehen? Das Rudel wird sich gegen dich wenden, und du wirst allein sein.“ Sie richtete sich auf und weigerte sich, nachzugeben. „Lieber allein als mit euch. Ich war jahrelang allein und habe überlebt. Ich schaffe das wieder“, erwiderte sie. Die Zwillinge wechselten einen Blick, der ihr einen Schauer über den Rücken jagte. „Na schön“, sagte Lucas mit eiskalt ruhiger Stimme. „Wenn du glaubst, du seist stark genug, dich zu weigern, werden wir ja sehen, wie lange diese Entschlossenheit anhält.“ Als sich ihr Griff um ihren Arm verstärkte, spürte sie, wie ihr Herz raste. Angst und Entschlossenheit wogten in ihr. Sie würde nicht nachgeben. Sie hatte ihre Qualen zu lange ertragen, um sie jetzt gewinnen zu lassen. „Nein! Hört auf! Ihr tut mir weh!“, schrie sie, aber sie hörten nicht auf. Sie versuchte zu fliehen, Verzweiflung überwältigte sie. „Du kannst deinem Schicksal nicht entkommen, Lily. Du gehörst jetzt uns“, sagte Liam wütend. „Lass mich los!“, schrie sie und versuchte, sich zu befreien, doch er hielt sie fest, sein Griff wie Eisen. „Du besitzt mich noch nicht!“ „Noch nicht“, sagte er und beugte sich näher zu ihr, sein Atem heiß auf ihrer Haut. „Aber das wirst du.“ Mit einem plötzlichen Kraftschub riss sie sich aus seinem Griff los und keuchte, als sie sich befreite. Sie taumelte rückwärts, ihr Herz raste vor Angst und Adrenalin. „Das wirst du bereuen!“, schrie sie und sammelte ihren Mut. „Ich werde nicht deine Gefährtin sein!“ Liams Lachen hallte in der Luft wider, dunkel und höhnisch. „Das werden wir ja sehen, Lily“, sagte er. Als sie sich wieder zur Flucht wandte, raste ihr der Gedanke, wie sie diesem Albtraum entkommen konnte. Gerade als sie die Grenze erreichte, spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrem Handgelenk, als Lucas sie erneut packte. „Du gehst hier nicht weg!“, zischte er und zog sie zurück, bevor sie die Grenze überqueren konnte. „Bitte, hört auf!“, schrie sie, Panik stieg in ihr auf. „Das lasse ich mir nicht gefallen!“ Doch während sie sich gegen ihren Griff wehrte, spürte sie die Wucht ihrer Worte auf sich wirken. Sie waren fest entschlossen, sie zur Unterwerfung zu zwingen, und sie wusste, dass sie schnell einen Ausweg finden musste. Als sie sie zurück ins Rudelgebiet zerrten, traf sie das ganze Ausmaß ihrer schrecklichen neuen Realität wie ein Schlag. Dieser Kampf war noch lange nicht vorbei, und sie würde all ihre Kraft aufbringen müssen, um sich ihnen zu widersetzen. In diesem Moment, als sie sie zurückzerrten, um ihr schreckliches Leben fortzusetzen, schwor sie sich im Stillen: Egal, was sie taten, sie würde diese Bindung niemals akzeptieren. Sie würde mit allem, was sie hatte, zurückschlagen, selbst wenn es bedeutete, den Zorn des Rudels und der Zwillinge zu ertragen. Sie würde nicht kampflos aufgeben. Die Entscheidung lag bei ihr, und sie war entschlossen, ihre Freiheit zurückzuerlangen, koste es, was es wolle.Die Luft war angespannt, als das Auto die verdunkelte Straße hinunterraste, die zu Lucians Villa führte.Lily saß zwischen Lucas und Liam auf dem Rücksitz, ihre Hände fest in ihrem Schoß. Maya saß auf dem Beifahrersitz, ihr Gesicht wurde vom schwachen Schein ihres Telefonbildschirms beleuchtet, während sie geistesabwesend scrollte, obwohl es klar war, dass ihre Gedanken woanders waren.Niemand hatte viel gesprochen, seit sie beschlossen hatten, Lucian und Lexa zu konfrontieren.Das Gewicht von Alex' kryptischer Warnung vor Lucians wahrer Identität hing schwer über ihnen und verdickte die Stille im Auto.Sie trauten seinen Worten nicht, aber sie hatten das Gefühl, dass sie es später bereuen könnten, wenn sie die Wahrheit nicht herausfinden.Lucas brach schließlich die Ruhe.„Sind wir sicher, dass dies der richtige Schritt ist? Lucian so konfrontieren?"„Wir haben keine Wahl“, antwortete Liam und legte die Hände auf das Lenkrad. "Wenn Alex etwas weiß, was wir nicht wissen, können wir un
Der Ball war ein glänzender Erfolg, sehr zu Lilys Erleichterung.Der große Ballsaal war jetzt leer, das Lachen, das Klirren der Gläser und die lebhafte Musik waren nur noch eine Erinnerung, die in der Luft lag.Lily spürte, wie sich die Erschöpfung der Nacht in ihren Knochen festsetzte, als sie die Treppe zu ihrem Zimmer hinaufging, Maya an ihrer Seite. Trotz des ruhigen Äußeren der Nacht war ihr Geist alles andere als friedlich.„Gott sei Dank hat niemand Alex' Ankunft bemerkt“, murmelte Lily und brach die Stille, als sie ihre Tür erreichten. "Ich hatte Angst, dass etwas schief gehen würde, aber es scheint, dass die Gäste nicht klüger waren."„Außer uns“, antwortete Maya, ihr Ton dunkel vor unausgesprochener Sorge. "Und das ist schlimm genug."Lily nickte, schloss die Tür auf und betrat ihr Zimmer. Es war schwach beleuchtet, mit weichem, goldenem Licht, das von den Nachttischlampen ausging. Maya folgte ihr hinein und schloss die Tür hinter ihnen.Lily sank auf die Bettkante, trat von
Der große Ballsaal war lebendig mit dem Murmeln von Gesprächen, Lachen und den sanften Strängen der Musik, die aus dem Live-Orchester trieb.Lucas und Liam standen in der Nähe der Mitte des Raumes und unterhielten sich tief mit einer Gruppe würdiger Gäste, ihre Gesichtsausdrücke waren höflich, aber abgelenkt.Obwohl sie die Fassade von Charme und Engagement aufsetzten, waren ihre Gedanken woanders - hauptsächlich auf Lily und wie sie den Ball verwaltete.Liam beugte sich leicht zu Lucas, als ein anderer Gast eine lange Anekdote über die historischen Allianzen ihres Rudels begann."Es geht ihr großartig, nicht wahr?" Murmelte er leise, seine Augen scannten den Raum.Lucas nickte, sein Kiefer zog sich zusammen.„Das ist sie, aber sie sollte sich darüber keine Sorgen machen müssen. Wir sollten bei ihr sein“, sagte Lucas.Bevor Liam antworten konnte, erschien Breca, ihr Gesicht blass und ihre Augen weiteten sich vor Alarm. Sie zögerte nur eine Sekunde, bevor sie vortrat und dringend flüst
Der Ball war in vollem Gange, eine schillernde Demonstration von Größe und Eleganz.Kronleuchter funkelten über der Menge im großen Ballsaal, ihr Licht fing die Pailletten und Juwelen von Kleidern und Smokings ein. Musik wirbelte in der Luft, eine bezaubernde Melodie, die jedem das Gefühl gab, in einem Märchen zu sein.Maya stand am Rande des Raumes, ihr Atem stockte, als sie alles aufnahm.Dies war das erste Mal, dass sie zu einem so großartigen Ball eingeladen wurde, und sie genoss die Erfahrung.Sie konnte nicht anders, als die schiere Schönheit und die akribische Planung zu bewundern, die in die Veranstaltung eingegangen war.Von den aufwendig arrangierten floralen Mittelstücken bis hin zur perfekt kuratierten Musik war klar, dass Lily sich selbst gesieden hatte.Sie war so stolz darauf, dass ihre beste Freundin in der Lage war, ein Ereignis zu veranstalten, das sicherlich das Gesprächstum des Rudels sein würde, und sie konnte nicht anders, als zu lächeln, als die Gefühle der Bewu
Die Luft in der Küche fühlte sich schwer an, als ob die Spannung in die Wände eingedrungen wäre.Lilys Atemzüge wurden schnell und flach, ihr Puls raste, als Alex' dunkle Präsenz aufkam. Die Dienstmädchen, die ihr vor wenigen Augenblicken fleißig geholfen hatten, standen jetzt erstarrt da, ihre Augen schossen nervös zwischen Alex und Lily hin und her.„Verlass uns“, befahl Alex, sein Ton war sanft, aber mit Stahl gesät.Die Dienstmädchen tauschten ängstliche Blicke aus, offensichtlich hin- und hergerissen zwischen ihm und dem Bleiben, um Lily zu beschützen.Eine von ihnen, eine kleine Frau namens Breca, trat vor, ihre Hände zitterten, aber ihr Kinn hob sich trotzig.„Nein, Sir“, sagte Breca mit zitternder, aber entschlossener Stimme. „Wir können Luna Lily nicht mit dir allein lassen.“Alex' Gesichtsausdruck blieb ruhig, aber das Flackern der Bedrohung in seinen Augen war unverkennbar."Ich werde mich nicht wiederholen", sagte Alex, seine Stimme streng und seine Augen voller Kraft.Lil
Der große Ballsaal des Herrenhauses funkelte wie ein Traum, beleuchtet von kaskadierenden Kronleuchtern, die mit der Eleganz von tausend funkelnden Sternen zu tanzen schienen.Die Gäste bewegten sich anmutig über den polierten Marmorboden, ihr Lachen und ihre Gespräche verschmolzen harmonisch mit den sanften Strängen klassischer Musik, die vom Live-Orchester gespielt wurde.Lily stand in der Nähe der hoch aufragenden Doppeltüren, ihre Handflächen leicht feucht, als sie jeden Gast mit Lucas und Liam auf beiden Seiten von ihr begrüßte, Alpha Dean und Luna Ariel nur wenige Schritte entfernt.Das Gewicht ihrer Position bohrte sich nach ihr wie nie zuvor.Ihr Kleid, ein fließendes smaragdgrünes Kleid, das ihre leuchtende Haut perfekt ergänzte, fühlte sich schwerer an als zuvor, als ob die Erwartungen der Nacht in den Stoff eingenäht wären.„Willkommen, Alpha Drake“, sagte sie herzlich, ihre Stimme war trotz der Nerven, die sich in ihrem Magen verknoten, ruhig. "Wir fühlen uns so geehrt, da







