Se connecterIch wickelte mein Haar in ein Handtuch und nahm ein weiteres um mich, als ich aus der Dusche stieg. Ich fand die Kunst, ein Handtuch perfekt um sich zu wickeln und sich dabei frei bewegen zu können, schon immer sehr faszinierend. Ich bekam es nie richtig hin. Stattdessen hielt ich das Ende der Wicklung unter meinem Arm fest. Dadurch war im Grunde ein Arm für mich unbrauchbar.
Ich machte mich auf den Weg in den Wohnbereich meiner kleinen Wohnung. Mit einem Arm hielt ich das um mich gewickelte Handtuch fest, während ich mit der anderen Hand mein Haar mit einem kleineren Handtuch trocknete. „Hallo, Raya.“ Ich erschrak, als ich jemanden im Wohnbereich hörte. Ich sah schnell auf und stellte fest, dass Mr. David vor mir stand. Ich bemerkte, dass er mich nicht ansah. Ich folgte seinem Blick und stellte fest, dass ich mein Handtuch unbewusst losgelassen hatte und es auf dem Boden lag. Er starrte auf meinen völlig nackten Körper. „Ich… es tut mir leid.“ Ich griff hektisch nach meinem Handtuch und wickelte es wieder um mich. Ich konnte spüren, wie mir Tränen in die Augen stiegen, als ich auf meine Füße sah. „Nein, Raya, es tut mir leid.“ Er antwortete sofort. „Ich habe ein paar Mal geklopft, aber es kam keine Antwort. Ich bemerkte, dass die Tür nicht abgeschlossen war, also bin ich einfach hereingekommen.“ Ich brachte es nicht über mich, ihn anzusehen. Wenn sich doch nur der Boden auftun und mich verschlucken könnte. „Es… es ist okay.“ Ich stotterte. Es war nicht okay. Ich wollte meine Augen schließen und verschwinden. „Bist du sicher? Es tut mir wirklich leid.“ Ich nahm all meinen Mut zusammen, hob den Kopf und sah ihn an. Er sah wirklich reumütig aus. Das ließ mich ein wenig besser fühlen. „Ja.“ Ich murmelte und nickte leicht. „Ich warte im Auto. Es steht gleich unten.“ Ich nickte erneut und er ging langsam hinaus. Sofort ließ ich mich auf meinen Hintern fallen. Ich saß auf dem Boden, das Gesicht in meinen Händen vergraben. Ich wollte laut schreien. Mein Kopf spielte die Situation immer wieder ab. Plötzlich nahm ich mein Gesicht aus den Händen. Warum hatte er weggesehen? Er hatte mich weiterhin angestarrt, bis ich mich bedeckt hatte. Die Erkenntnis jagte mir einen Schauer über den Rücken. --- Die Autofahrt zum Krankenhaus war für mich sehr unangenehm. Er saß mir in der Limousine gegenüber und sah auf das MacBook, das auf seinen Beinen lag. Mein Blick wanderte gelegentlich zu ihm, aber ich war mir nicht sicher, warum. Ich wünschte, wir wären nicht nur zu zweit im Fahrzeug. Als er anbot, meine Schwester zu besuchen, dachte ich nicht, dass er es ernst meinte. Ich bemerkte eine Einkaufstüte ganz rechts neben seinem Sitz. Ich wusste, dass sie für sie war, und ich fand die Geste wirklich aufmerksam. Ich stieß einen tiefen Atemzug aus, als wir endlich im Krankenhaus ankamen. Einen erleichterten Seufzer. Während der gesamten Fahrt war er in sein MacBook vertieft gewesen. Kein einziges Mal hatte er mich angesehen oder mit mir gesprochen. Ich konnte nicht anders, als zu denken, dass der Vorfall in meiner Wohnung etwas damit zu tun hatte. Als wir durch die Flure zu Annas Zimmer gingen, konnte ich nicht anders, als die Blicke zu bemerken, die er auf sich zog. Er war ein sehr attraktiver Mann, der wusste, wie man sich kleidet. Ein echter Magnet für Blicke, genau wie sein Sohn. Wir kamen schließlich zu Annas Zimmer und er flüsterte der Krankenschwester zu, sie solle den Arzt rufen. „Raya!“ Annas Augen leuchteten auf, sobald sie mich durch die Tür kommen sah. „Hi, Anna.“ Ich ging zu ihrem Bett und ließ mich langsam in ihre Umarmung sinken. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich David hinter mir stehen, die Hände in den Taschen. „Anna, lern Mr. David kennen.“ Ich sagte es, als ich mich von ihr löste. Sie sah ihn kurz an, bevor sie mir einen verwirrten Blick zuwarf. Ich wusste, was dieser Blick bedeutete. „Erinnerst du dich an den neuen Job, von dem ich dir erzählt habe?“ Sie nickte als Antwort auf meine Frage. „Er ist der Ehemann meiner Chefin. Er ist ein sehr netter Mann und bestand darauf, dich kennenzulernen, als er von deinem Zustand gehört hat.“ Ich wusste, dass es seltsam klang, aber ich hoffte, dass es für sie Sinn ergab. „Hallo, Anna.“ Er ging auf sie zu und beugte sich langsam zu ihr hinunter, um sie zu umarmen. „Schön, Sie kennenzulernen, Mr. David. Danke, dass Sie mich besuchen gekommen sind.“ Sie antwortete mit einem süßen Lächeln, als sie sich voneinander lösten. „Mr. David.“ In diesem Moment kam der Arzt herein. Er hatte ein breites Grinsen im Gesicht, was darauf schließen ließ, dass er wusste, wer David war. „Dr. Sam.“ Davids Antwort bestätigte meinen Verdacht. Sie kannten sich tatsächlich. Sie gaben sich kurz die Hand und begrüßten sich wie alte Freunde, bevor sie sich wieder voneinander lösten. „Was machst du hier?“ Ich zog einen Stuhl näher an Anna heran, um den beiden Männern beim Gespräch zuzusehen. Sie schienen sich sehr zu freuen, einander zu sehen. Auch sie beobachtete sie interessiert. Wir beide wollten wissen, welche Beziehung zwischen den beiden Männern bestand. „Ich bin gekommen, um Anna zu besuchen.“ David antwortete mit einem kurzen Blick und einer Geste in Richtung meiner Schwester. Er klang, als würde er sie schon seit langer Zeit kennen. „Und du… was machst du hier?“ Er fragte und klopfte dem Arzt spielerisch auf die Schulter. „Ich arbeite hier, Mann. Ich arbeite hier, seit wir unseren Abschluss gemacht haben.“ Jetzt ergab alles Sinn. Sie waren zusammen zur Universität gegangen. „Wirklich? Das ist verrückt. Lass uns eines Tages ein Bier trinken gehen.“ David schlug vor. Der Arzt nickte sofort zustimmend. „Auf jeden Fall, Mann. Wir haben viel nachzuholen.“ Es schien, als wären die beiden Männer in ihrer eigenen Welt und hätten die beiden anderen Personen im Raum, Anna und mich, völlig vergessen. „Anna liegt uns wirklich am Herzen. Bitte kümmere dich um sie, und wenn du irgendetwas brauchst, lass es mich wissen.“ Ich hörte ihn sagen und hatte Mühe, meinen Schock zu verbergen. Ich hatte nur ein einziges Mal von ihr gesprochen, und dies war das erste Mal, dass er sie traf. Warum sprach er mit so viel Nachdruck, als würde er sie seit Jahren kennen? „Sie ist in guten Händen, Dave. Du hast mein Wort.“ Sie gaben sich erneut die Hand, während meine Schwester und ich sie voller Staunen anstarrten. Sie war genauso überrascht wie ich. --- Es war wieder eine stille Autofahrt vom Krankenhaus. Nach dem kurzen Wiedersehen mit dem Arzt sprachen sie über Annas Zustand. Unglaublicherweise zahlte er hunderttausend Dollar als Anzahlung für ihre Krankenhauskosten. Ich war sprachlos. Anna war überglücklich. Ich hatte sie seit langer Zeit nicht mehr so glücklich gesehen. Er reichte Anna die Ledertasche mit Schokolade, Süßigkeiten und allen möglichen anderen Snacks. Sie wollte alles auf einmal essen. Seit unsere Eltern gestorben waren, floss das gesamte Versicherungsgeld in ihre Behandlung. Wir hatten kaum genug zu essen und konnten uns den Luxus, zusätzliche Dinge zu kaufen, nicht leisten. Sie glücklich zu sehen, machte mich überglücklich. Wir kamen schließlich an meiner Wohnung an. Er öffnete die Tür und stieg aus. Ich folgte ihm. „Du musst mich nicht nach oben begleiten.“ Ich betete still, dass er einfach wieder in sein Fahrzeug steigen und wegfahren würde. Ich wollte verzweifelt, dass der Tag endlich zu Ende ging, dass ich mich auf mein Bett fallen lassen und mir die Augen aus dem Kopf weinen konnte. So viele Emotionen an einem einzigen Tag zu erleben, war mental erschöpfend. „Ich bestehe darauf.“ Sagte er stattdessen, und ich stieß einen stillen Seufzer aus. Wir gingen schweigend in das Gebäude, wobei er hinter mir folgte. Als wir die Treppen hinaufgingen, konnte ich spüren, wie mein Herz schneller schlug. Warum tat er das? Warum war er so nett zu Anna? Wir erreichten meine Etage und schließlich meine Tür. Ich konnte seine beschützende Präsenz noch immer hinter mir spüren. Langsam drehte ich mich um und traf auf seinen Blick. Seine Augen waren fast so blau wie die seines Sohnes. „Danke für heute. Für Anna. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin.“ Ich meinte die Worte wirklich ernst, als ich sie murmelte. Ich war die Einzige, die für ihre Rechnungen verantwortlich war, und die Anzahlung, die er geleistet hatte, hätte Monate gedauert, bis ich sie zusammenbekommen hätte. „Das ist nichts. Ihr Mädchen habt schon genug durchgemacht.“ Er flüsterte es. Ich hatte keine Ahnung, wie ich darauf antworten sollte, also stand ich einfach still da. Meine Hände begannen zu schwitzen und mein Herz hämmerte lauter in meinen Ohren. „Raya.“ Ich hörte ihn flüstern. Ich schluckte schwer und sah langsam auf, um seinem durchdringenden Blick zu begegnen. „Hat dir jemals jemand gesagt, dass du einen sehr schönen Körper hast?“ Mein Herz blieb sofort stehen und plötzlich konnte ich nicht mehr atmen.Ich lag in meinem Schlafzimmer, den Rücken aufrecht gegen zwei Kissen gelehnt, die zwischen mir und dem Kopfteil des Bettes platziert waren. Mein Handy in den Händen scrollte ich durch Instagram und wartete auf den versprochenen Besuch meines Arztes. Ich konnte es kaum erwarten, mir diesen weißen Mist um den Kopf entfernen zu lassen. Solange ich ihn tragen musste, weigerte sich David, mir mehr als ein paar tiefe Küsse zu geben, und da Rain weg war, blieb mir entweder er oder gar nichts.Genau in diesem Moment fiel mir ein schreckliches Bild ins Auge. Es war kein Bild von einem verletzten Welpen oder einem sterbenden Kind. Es war ein Bild von Rain und Katy, und für mich war alles an diesem Bild genauso schrecklich wie die zuvor erwähnten Dinge. Meine Augen musterten jeden einzelnen Zentimeter des Instagram-Fotos. Je länger ich hinsah, desto wütender wurde ich, doch ich konnte meinen Blick einfach nicht davon losreißen.Er hatte seinen Arm um ihre Taille gelegt und l
Nachdem ich Rain, der auf der anderen Seite meiner Tür stand, einen schnellen Kuss gegeben hatte, verabschiedete ich mich von ihm. Als er sich zum Gehen umdrehte, schloss ich die Tür.„Oh mein Gott, dein Freund ist so süß!“Das waren die ersten Worte, die ich hörte, als ich mich von der Tür abwandte. Mayas laute Stimme ließ mich leicht zusammenzucken, da ich keine Ahnung gehabt hatte, dass sie überhaupt irgendwo in meiner Nähe war. Als ich ihrem aufgeregten, harmlosen Blick begegnete, entspannten sich meine zusammengepressten Lippen zu einem Lächeln.„Wer hat dir gesagt, dass er mein Freund ist?“Ich fragte neckend, während ich mich auf den Weg in die Küche machte, wo sie sich befand.„Willst du mich verarschen?!“, rief sie mit einem herzhaften Lachen aus. „Von dem Moment an, als er die Wohnung betrat, war er ganz auf dich fixiert, und du warst genauso auf ihn fixiert.“Ich lachte mit ihr und ging zur Kücheninsel, an der sie stan
Rain legte seinen Zeigefinger an die Lippen. Seine Augen glänzten vor Nervosität, die von blankem Entsetzen durchzogen war. Mein Magen brodelte wie ein Topf mit kochendem Wasser, doch ich nickte als Antwort und stimmte zu, still zu sein, obwohl jede Faser meines Körpers dagegen rebellierte.Ich nickte ihm ebenfalls zu und beobachtete, wie er tief Luft holte, bevor er das Handy ans Ohr hielt.„Hi, Baby.“Obwohl ich wusste, dass er nur schauspielerte, brachte es mein Blut zum Kochen, ihn sie mit diesem Kosenamen ansprechen zu hören.„Wo ich bin? Oh, ähm, ich habe zum Mittagessen irgendwo in der Nähe meines Zuhauses angehalten.“Seine Lüge zu hören, hätte mich beinahe zum Kichern gebracht. Genau in diesem Moment kam mir eine brillante Idee. Meine Lippen verzogen sich zu einem Grinsen wie das des Grinch am Weihnachtsabend. Ich schenkte ihm ein dämonisches Lächeln und bemerkte, wie sich seine Augen weiteten, bevor ich mich an seinen Hals schmi
„Sie hat was?!“Als das Echo meiner lauten Stimme zu meinen Ohren zurückkehrte, wurde mir erst bewusst, dass ich geschrien hatte.„Die letzten drei Tage sind so gut gelaufen, dass sie tatsächlich glaubt, was auch immer zwischen uns läuft, würde für immer halten.“Rains Stimme blieb ruhig, obwohl meine Nasenlöcher heiße Luft direkt in sein Gesicht bliesen.„Oh mein Gott“, sang ich in spöttischem Tonfall und brach in lautes Gelächter aus. „Wie verblendet kann diese verrückte Schlampe eigentlich sein?“Ich kämpfte immer noch damit, meine Stimme unter Kontrolle zu halten, gab schließlich einfach auf und ließ mich gehen. Es war schließlich meine Wohnung. Genau in diesem Moment ging Maya an mir vorbei in ihr Schlafzimmer. Das war die Überzeugung, die ich brauchte, um meine Stimme zu senken. Sie war die letzte Person, die erfahren musste, was hier vor sich ging.„Offenbar ziemlich verblendet.“Rains Stimme lenkte meinen Blick v
„Maya! Könntest du bitte die Tür öffnen?“Nur eine Sekunde nach meinem lauten Ruf kam sie aus meinem Schlafzimmer, wo sie gerade Wäsche wusch. Das erkannte ich daran, dass sie sich die Hände an ihrem kurzen, geblümten Kleid abtrocknete, während sie auf die Tür zuging.„Hallo, kann ich Ihnen helfen?“Ich hörte sie fragen, als sich die Tür öffnete. Sofort hob ich den Blick von dem Backblech, auf dem bereits einige Portionen Keksteig lagen, die ich aus dem kleinen Spritzbeutel in meinen Händen gedrückt hatte.„Maya, wer ist da?“Ich war etwas besorgt darüber, wer es sein könnte. Schließlich hatte ich mehr Feinde als Freunde, und ich wollte nicht, dass die Leute meine neue Adresse kannten. Sie drehte sich mit einem verwirrten Blick zu mir um.„Irgendein Typ“, antwortete sie und weckte damit meine Neugier noch mehr. Ich stellte den halb leeren Spritzbeutel auf die Arbeitsfläche.Ich wollte gerade die Küche verlassen, als sie
Meine Augen wanderten durch den gesamten Wohnbereich. Er war genauso groß wie meine frühere Wohnung, vielleicht sogar etwas größer. Während mein Blick durch den Raum schweifte, fiel mir der Sessel aus der alten Wohnung ins Auge. Er war das einzige Möbelstück, das ich wiedererkannte; alles andere war neu. Da der Sessel hellbraun war, hatten auch die anderen Sofas dieselbe Farbe. Ein langes Sofa stand vor dem großen Fernseher, während die beiden einzelnen Sofas, einschließlich meines alten, einander gegenüberstanden. Außerdem bemerkte ich, dass das Ende des Wohnzimmers aus Glasfensterwänden bestand, die natürliches Licht hereinließen und die Schönheit der cremeweißen Wände noch stärker zur Geltung brachten. Es war absolut wunderschön.Rechts bemerkte ich die Küche. Auf den ersten Blick konnte ich erkennen, dass sie ganz in Weiß gehalten war und damit zur Farbgestaltung des Wohnzimmers passte. Die grifflosen Schränke, die oben an der Wand hingen und an den Unterschränken angeb







