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last update publish date: 2026-07-27 13:52:22

Dominic stand schweigend am Fußende des Bettes – sein Blick war auf das weiße Laken gerichtet, auf dem nun eine schwache rote Spur zu sehen war. Das Morgenlicht drang nur spärlich durch die Vorhänge und zeichnete blasse Streifen an die Wand, doch es reichte nicht aus, um die Anspannung zu mildern, die seine Gesichtszüge verhärtete.

Renata saß am Fußende des Bettes und wagte kaum zu atmen. Ihr Körper war steif, und die Decke, die sie fest an ihre Brust drückte, fühlte sich wie der letzte zerbrechliche Schutz an, der ihr geblieben war. Sie wusste, dass gleich etwas Schreckliches geschehen würde – sie spürte es an Dominics Blick: kalt, undurchdringlich und beängstigend ruhig.

„Ich verstehe das nicht“, sagte Dominic leise, seine Stimme hallte durch die erdrückende Stille. „Du … warst Jungfrau?“

Renata senkte den Blick und drehte nervös an der Decke. Ihre Stimme kam nur als Flüstern über ihre Lippen.

„Ich … ich wollte es nicht vor Ihnen verheimlichen, Sir. Ich wollte nur –“

„Du wusstest es also“, unterbrach er sie scharf. Seine Stimme wurde eine Oktave tiefer und bebte vor Wut, die er nur mit Mühe unter Kontrolle hielt. „Du wusstest es und hast mich trotzdem so mit dir umgehen lassen –“

Er brach ab. Sein Kiefer verspannte sich. Eine Hand ballte sich zur Faust und drückte sich gegen seine Stirn, als könnte er seine Wut allein durch diese Bewegung unter Kontrolle halten.

Renata hob den Kopf, Tränen verschleierten ihren Blick. „Ich hatte Angst, Sir. Ich hatte Angst, dass Sie, wenn ich Ihnen die Wahrheit sage, –“

„– dir nicht mehr helfen würden?“ unterbrach Dominic sie erneut, seine Stimme wurde lauter. „Also hast du dich entschieden, mich stattdessen anzulügen?“

Schweigen legte sich über den Raum. Nur ihre unregelmäßigen Atemzüge waren zu hören – zwei Menschen, die im selben Sturm zu ertrinken drohten und sich dennoch weigerten, nach einander zu greifen.

Schließlich wandte Dominic sich ab. Er schaffte kaum zwei Schritte, bevor er mit der Faust gegen die Wand schlug. Der dumpfe Knall hallte durch den Raum und ließ Renata zusammenzucken.

„Über so etwas zu lügen …“ Seine Stimme klang rau, beinahe gebrochen. „Glaubst du wirklich, das wäre eine Kleinigkeit? Ich weiß nicht einmal, ob ich auf dich oder auf mich selbst wütend sein soll.“

Renata rutschte hastig vom Bett, ihre Knie waren schwach. „Bitte, Sir … ich wollte Sie nicht täuschen. Ich wollte nur, dass es meiner Schwester besser geht. Ich konnte Ihre Hilfe nicht verlieren, ich –“

Dominic sah sie an. Seine Augen waren inzwischen gerötet. Es war nicht nur Wut, die darin lag, sondern auch Enttäuschung – tief und unverfälscht.

„Hör auf zu reden.“

Der einzelne Befehl schnitt durch die Luft. Renata verstummte, ihre Lippen zitterten.

Dominic senkte den Blick. Sein Atem ging schwer und unregelmäßig, als würde er gegen eine Last ankämpfen, die schwerer war als seine Wut. „Du verstehst nicht einmal, was Vertrauen bedeutet, Renata. Ich bin kein guter Mensch – aber ich verdiene es nicht, dass man so mit mir spielt.“

Tränen tropften von Renatas Kinn auf den Marmorboden.

„Es tut mir leid …“, flüsterte sie mit dünner, gebrochener Stimme. „Ich wusste nicht, was ich sonst tun sollte.“

Dominic sagte nichts. Sein Blick glitt zurück zu der roten Spur auf dem Laken. Er holte tief Luft, bevor er mit leiser, beinahe erschöpfter Stimme sprach.

„Du hast sogar dafür gesorgt, dass ich mich schuldig fühlte, weil ich dich berührt habe.“

Die Worte trafen härter als jeder Schrei.

Renatas Knie gaben nach, und sie sank auf den kalten Boden. Ihre Schultern bebten heftig. Dominic stand reglos da – wütend, verletzt und von Gefühlen verfolgt, die er selbst nicht benennen konnte.

Sie blieb auf dem Marmorboden knien und bedeckte ihr tränenüberströmtes Gesicht mit beiden Händen. Die Welt schien sich um sie herum zu verengen – kein Geräusch, keine Luft, nur das Dröhnen ihres Herzens und die erdrückende Last ihrer Schuld.

„Bitte, Sir … hören Sie mir zu.“ Ihre Stimme brach, heiser und flehend. „Ich wollte Sie nie täuschen. Ich hatte einfach Angst – Angst, Ihre Hilfe für Alea zu verlieren. Ich weiß, dass das keine Entschuldigung ist, aber –“

„Genug.“ Dominics Ton war scharf, wenn auch weicher als zuvor.

Mit langsamen, bedachten Schritten ging er durch den Raum, bis er direkt vor ihr stand. Seine polierten Schuhe kamen nur wenige Zentimeter vor ihren zitternden Knien zum Stehen.

„Deshalb hast du mich also angelogen?“, fragte er leise. „Du hast etwas verkauft, dessen Bedeutung du selbst nicht einmal verstanden hast?“

Renata schüttelte unter Schluchzen den Kopf. „Ich habe mich nicht verkauft, Sir. Ich dachte nur … es wäre der einzige Weg, Alea zu retten. Ich würde alles ertragen, wenn sie dafür leben könnte.“

„Sieh mich an“, sagte Dominic mit tiefer Stimme.

Sie zögerte, gehorchte dann aber. Seine grauen Augen wirkten nicht mehr wie ein Sturm – jetzt lag etwas Dunkleres darin: Enttäuschung, Mitleid und Erschöpfung, alles miteinander vermischt.

„Es tut dir leid?“, fragte er sanft.

Renata nickte hektisch. „Ja, Sir. Wirklich. Ich weiß nicht, wie ich es wiedergutmachen soll. Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe – ich werde alles tun, um es wieder in Ordnung zu bringen, ich schwöre –“

„Genug.“ Dominics Stimme schnitt ihr das Wort ab. „Ich will keine leeren Versprechen.“

Er ging zum großen Fenster, das einen Blick über die Stadt bot. Als er wieder sprach, war sein Ton flach – doch darin lag eine ruhige Autorität, die keinen Widerspruch duldete.

„Ich denke, unsere Vereinbarung endet hier, Renata.“

Renatas Herz setzte aus. Ihre Beine bewegten sich, noch bevor ihr Verstand nachkam, und trugen sie zu ihm.

„Nein, Mr. Dominic. Bitte nicht.“

„Du hast die Regeln gebrochen“, sagte er, ohne sich umzudrehen. „Ich habe keinen Grund, damit weiterzumachen.“

Ihre Stimme zitterte. „Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe. Aber ich … ich brauche Ihre Hilfe immer noch. Bitte. Ich schwöre, ich werde denselben Fehler nicht noch einmal machen.“

Dominic drehte sich langsam um. Sein Blick traf sie – kontrolliert, kalt und berechnend.

„Du brauchst meine Hilfe immer noch?“, fragte er ruhig, aber mit Nachdruck.

Renata nickte hastig. „Ja. Ich brauche sie. Wirklich.“

Lange sagte er nichts. Er sah sie nur an, während er etwas in Gedanken abwog – Wut, Enttäuschung und den stillen Nervenkitzel, die Kontrolle wieder in seinen Händen zu spüren.

„Du willst, dass ich dir vergebe?“

„Ja“, flüsterte sie. „Alles, nur beenden Sie das nicht.“

Dominic trat näher. Mit jedem Schritt schien die Luft um sie herum dichter zu werden, bis sie kaum noch atmen konnte.

„Gut“, sagte er schließlich mit leiser, schneidender Stimme. „Ich werde dir vergeben. Aber nicht ohne Konsequenzen.“

Renata hob den Blick, ihre Augen glänzten vor Hoffnung. „Was muss ich tun?“

Dominic beugte sich zu ihr, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.

„Morgen“, sagte er gleichmäßig, „gehst du mit einem kurzen Rock zum Campus – ohne etwas darunter.“

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