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Kapitel 3

Penulis: Peachy
Bianca schnappte entzückt nach Luft und hielt sich die Hand vor den Mund. „Massimo, du bist viel zu gut zu mir!“

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

Im Wohnzimmer wurde es schlagartig still.

Massimo wich einen Schritt zurück. Es wirkte fast unbeholfen. „Bianca ist nur ... aufgeregt“, erklärte er und sah mich dabei an. „Wir sind zusammen aufgewachsen. Sie war schon immer anhänglicher. Sie hat gerade ein Baby bekommen und hat keinen Mann an ihrer Seite ... versuch, ein bisschen Verständnis zu haben, Arabella.“

Verständnis?

Ich sah Biancas kokettes Lächeln und mir drehte sich der Magen um.

„Massimo hat recht“, säuselte Bianca und strich mit den Fingern über das teure Leder. „Du warst immer der Einzige, der gut zu mir war.“

Ihre Fingerspitzen glitten über Massimos Handrücken. Diese Berührung war so intim, dass sie sich wie eine offene Provokation anfühlte.

Als sie meinen Blick auffing, griff Bianca sich plötzlich an die Stirn. Sie schwankte, als würde sie jeden Moment ohnmächtig werden, und sank direkt in Massimos Arme.

„Mir ... Mir ist auf einmal so schwindelig. Ich bin so müde. Kannst du mich nach oben bringen, damit ich mich hinlege?“

Massimos Arme schnellten instinktiv nach vorn, um sie aufzufangen. In der Hast rammte sein Ellbogen mir hart in die Seite.

„Ah...“

Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte schwer auf den Teppich. Ein brennender Schmerz fuhr durch meine kaum verheilte Operationswunde.

Doch Massimo sah mich nicht einmal an.

Seine Augen waren voller Panik. Aber sie galten nur Bianca.

„Schatz, was ist los?“

„Mir ... ist schwindelig“, flüsterte Bianca schwach an seiner Brust.

„Okay. Alles gut. Ich bringe dich nach oben. Du musst dich ausruhen.“

Er hob sie auf seine Arme. Wie eine Prinzessin. Dann verschwand er mit ihr die Treppe hinauf, ohne auch nur ein einziges Mal zurückzusehen.

Ich lag auf dem Boden und sah ihnen hinterher.

Von Anfang bis Ende hatte er mich nicht ein einziges Mal angesehen.

Als wäre ich gar nicht da.

„Seht sie euch an. Unsere ,Donna‘“, troff Marias Stimme vor Verachtung.

„Nicht mal auf den eigenen Beinen kann sie stehen. Was für eine Blamage.“

Unter den anderen Familienmitgliedern begann sofort das Tuscheln.

„Kein Wunder, dass Massimo für Bianca etwas übrig hat.“

„Eben. Wozu ist die hier denn gut, außer hübsch auszusehen?“

„Dieses ganze Gerede von ihrem ,künstlerischen Talent‘ und davon, dass sie das Kunstgeschäft der Familie voranbringen würde ... Sie ist dem eigentlichen Geschäft doch nie auch nur nahegekommen.“

Maria verzog höhnisch den Mund.

„Massimo hat sie nur aus Mitleid geheiratet. Jetzt, wo Bianca zurück ist, hat er endlich wieder eine richtige Frau an seiner Seite.“

Ich kämpfte mich hoch. Meine Beine zitterten.

Ich durfte hier nicht zusammenbrechen.

Ich würde nicht zulassen, dass sie mich weinen sahen.

Hinkend ging ich auf Massimos Arbeitszimmer zu und klammerte mich an die Scheidungspapiere, die ich längst vorbereitet hatte.

Auf dem Absatz im zweiten Stock blieb ich abrupt stehen.

Ich hörte sie, noch bevor ich sie sah.

Stöhnen.

Es kam aus dem Arbeitszimmer.

Ich schlich zur Tür und spähte durch den Spalt.

Was ich dort sah, ließ in mir alles aufschreien.

Bianca saß auf Massimos Schoß und öffnete langsam ihr Kleid.

„Massimo“, hauchte sie, „es tut so weh. Die Milch ist eingeschossen, aber da ist kein Baby, das trinken kann. Willst du mir nicht ... helfen?“

„Bianca, nein.“ Massimos Stimme klang angespannt. „Du bist noch nicht wiederhergestellt.“

Doch seine Hand lag bereits auf ihrer Taille.

„Ist mir egal“, schmollte Bianca. „Ich will nur dich.“

Sie packte seinen Kopf und zog ihn an ihre Brust.

Massimo leistete kaum Widerstand. Sein Mund sagte nein, doch seine Hände wanderten längst über ihren Körper.

Er schlang die Arme von hinten um sie und küsste ihren Hals.

„Mein Baby...“

Ich konnte nicht länger hinsehen.

Mir stieg die Übelkeit hoch. Ich presste mir die Hand auf den Mund und rannte aus der Villa.

Die Luft brannte in meinen Lungen. Aber selbst sie konnte dieses ekelhafte Bild nicht vertreiben.

Taumelnd lief ich in den Garten hinter dem Anwesen.

Dort war ein ganzes Feld voller Tulpen.

Massimo hatte sie damals eigenhändig für mich gepflanzt.

„Wenn der Frühling kommt, wirst du hier ein ganzes Tulpenfeld sehen“, hatte er mir versprochen. „Rot. So rot wie meine brennende Liebe zu dir.“

Was für eine süße Lüge.

Ich sank zwischen den Blumen auf die Knie und ließ meine Tränen auf die Blüten fallen.

„Du siehst sehr gequält aus.“

Diese süßliche Stimme kam von hinten.

Ich drehte mich um.

Bianca stand geschniegelt auf dem Gartenweg.

Ihre Kleidung saß makellos. Ihr Gesicht war gerötet. Zufrieden. Satt.

„Tut es weh?“, fragte sie und trat näher. „Mich und Massimo zusammen zu sehen? Ach richtig. Daran sollst du inzwischen ja gewöhnt sein.“

Ich ballte die Fäuste und kämpfte gegen den Drang an, ihr das Gesicht zu zerkratzen.

„Weißt du“, sagte Bianca, ging in die Hocke und brachte ihre Lippen dicht an mein Ohr, „wenn ich damals in Europa nicht geheiratet hätte, wäre der Platz an Massimos Seite nie deiner geworden.“

„Er war immer meiner.“ Ihre Stimme war pures Gift. „Du hättest verschwinden sollen, sobald ich zurückkam.“

„Aber dann bist du schwanger geworden.“ Bianca verzog verächtlich die Lippen. „Was für ein Ärgernis. Aber ... Am Ende hast du mir die Mühe erspart, dich selbst loszuwerden.“

Sie machte eine Pause. In ihren Augen glomm etwas Wahnsinniges.

„Willst du wissen, wie dein armseliger kleiner Junge wirklich gestorben ist?“

Mein Herz blieb stehen.

„Ich habe die Hebamme bezahlt. In dem Moment, als er geboren wurde, hat sie ihm einfach ... ein Kissen aufs Gesicht gedrückt, bis er still war. Ich habe deinen Sohn töten lassen, Arabella.“

Das Blut schoss mir in den Kopf.

Ich riss die Hand hoch und schlug nach ihr. Direkt auf dieses selbstgefällige Gesicht.

Doch sie war schneller.

Bianca packte mein Handgelenk. Im nächsten Moment warf sie sich selbst nach hinten.

KRACH!

Ihre Stirn schlug gegen die steinernen Stufen des Gartenwegs.

Sofort schoss Blut aus der Wunde.

„HILFE!“, kreischte Bianca. „ARABELLA HAT MICH GESTOSSEN! SIE WILL MICH UMBRINGEN!“

Im nächsten Augenblick stürmte Massimo aus der Villa.

Er sah Bianca, das blutüberströmte Gesicht, und seine Augen explodierten vor Wut.

Ohne nachzudenken stieß er mich zu Boden. Dann hob er Bianca vorsichtig hoch.

Mit ihr im Arm drehte er sich zu mir um und brüllte: „ARABELLA, BIST DU WAHNSINNIG?!“

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