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Kapitel 2

ผู้เขียน: Peachy
Der Bildschirm leuchtete auf. Eine Nachricht von Bianca. Sie war vor zwei Wochen abgeschickt worden:

„Meine Liebe, der Ultraschall heute war perfekt. Dem Baby geht es wunderbar. Der Sonnenuntergang in Miami ist wunderschön. Ich wünschte, du wärst hier und würdest ihn mit mir ansehen.“

Miami?

Ich scrollte nach oben. Jede einzelne Nachricht bohrte sich wie ein Messer in mein Herz.

Seit acht Monaten hatte Massimo mir erzählt, er sei in Kolumbien und regle Geschäfte.

Lügen. Alles war gelogen.

Er war mit Bianca auf seiner Privatinsel in Miami und wartete dort auf die Geburt ihres Kindes.

Es gab Fotos. Eins nach dem anderen.

Massimo brachte Bianca das Schießen bei. Seine Hand lag auf ihrer und korrigierte ihre Haltung.

Massimo malte ihr Porträt und ließ sie darauf wie eine Göttin aussehen.

Massimo schälte Trauben für sie und fütterte sie Stück für Stück.

Ein Killer mit Blut an den Händen schälte Trauben für seine Hure.

Und ich?

Ich saß zu Hause und wartete ganz allein. Jeden einzelnen Tag machte ich mir Sorgen um ihn.

Jedes Mal, wenn er anrief und mir ein „Update zu den Geschäften“ gab, konnte ich vor Angst kaum schlafen.

Ich hatte in der Kirche sogar Kerzen für ihn angezündet und für seine Sicherheit gebetet.

Was für eine Närrin ich gewesen war.

Ich erinnerte mich an meine erste Begegnung mit Bianca. Es war Thanksgiving gewesen, vor zwei Jahren. Massimos Mutter Maria hielt sie im Arm und weinte.

„Bianca, mein armes Mädchen, du hast so viel durchgemacht. Deine Mutter hat mich auf dem Sterbebett gebeten, auf dich aufzupassen. Und genau das werde ich tun.“

Maria hatte mir erzählt, Bianca sei die Tochter ihrer verstorbenen besten Freundin. Sie und Massimo seien Jugendlieben gewesen, doch dann habe sie einen englischen Adligen geheiratet. Ihr Mann sei letztes Jahr bei einem Autounfall gestorben. Danach sei sie schwanger und völlig allein zurückgeblieben und deshalb nach Chicago zurückgekehrt.

Ich hatte Mitleid mit ihr gehabt.

Was für ein schlechter Witz.

Diese ganze hilflose, bemitleidenswerte Fassade war nichts weiter als ein Schauspiel.

Wahrscheinlich war ihr Mann nicht einmal tot.

Vielleicht hatte es ihn nie gegeben.

Ich scrollte weiter und sah plötzlich eine Adresse, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.

1247 Oak Street, am Ufer des Michigansees.

Mein Herz setzte aus.

Das war die Adresse des Glasateliers, das Massimo für mich hatte bauen wollen. Mein Rückzugsort. Mein Traum. Der Ort, an dem ich als Kunstrestauratorin arbeiten wollte.

„Sobald das Baby da ist, baue ich dir ein Atelier direkt am See“, hatte er mir versprochen. „Mit Glaswänden rundherum, damit du beim Arbeiten aufs Wasser schauen kannst.“

Mit zitternder Hand klickte ich auf eine Videodatei.

Das Bild wackelte. Es war aus Massimos Perspektive gefilmt.

Er führte Bianca durch das Atelier. Durch genau das Atelier, von dem ich jahrelang geträumt hatte.

„Gefällt es dir?“ Massimos Stimme klang sanft aus dem Handy. „Ich habe es nur für dich gebaut. Mein Atelier. Meine Bianca.“

Bianca lachte kokett, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn auf die Lippen.

„Ich liebe es, Massimo. Genauso sehr wie ich dich liebe.“

An den Wänden hingen ihre Gemälde.

Jedes einzelne zeigte Massimo.

Und mitten im Raum, auf genau der Staffelei, die ich selbst ausgesucht und aus Italien hatte liefern lassen, stand ein unfertiges Bild.

Es war ein Porträt von Bianca mit einem Baby auf dem Arm, dessen Gesicht noch nicht fertig gemalt war. Massimo stand hinter ihr und hielt sie umfangen.

Das hätte ... unser Familienporträt sein sollen.

Meine Hand zitterte so stark, dass ich das Handy kaum noch halten konnte.

Tränen verschwammen mir die Sicht. Trotzdem zwang ich mich weiterzusehen.

Ich musste wissen, wie tief sein Verrat wirklich ging.

Die letzte Nachricht war vor drei Stunden eingegangen:

„Massimo, unser Sohn vermisst dich. Er hört einfach nicht auf zu weinen. Aber sobald er dein Bild sieht, wird er ruhig.“

Daran hing ein Foto von Bianca mit dem Baby auf dem Arm, das sie mir als meines unterschieben wollten.

Seine großen Augen waren geöffnet. Seine winzige Hand umklammerte ein Bild von Massimo.

Die perfekte kleine Familie.

Und ich?

Ich war nichts weiter als ein Brutkasten. Ein Werkzeug, das man nach Gebrauch wegwerfen konnte.

Ich löschte meinen Verlauf und steckte das Handy sorgfältig zurück in Massimos Jackentasche.

Dann nahm ich mein eigenes Telefon, buchte ein One Way Ticket nach Italien, Abflug in drei Tagen, und traf meine Entscheidung.

Ich würde diesen Ort verlassen.

Und ich würde nie wieder zurückkommen.

Am nächsten Tag wollte Massimo mich zu einem Familientreffen auf dem Anwesen mitnehmen.

„Du solltest die Familie sehen“, sagte er sanft. „Sie machen sich alle Sorgen um dich.“

Sorgen?

Ich hätte beinahe laut aufgelacht.

Als wir ankamen, sah ich genau das, was ich erwartet hatte.

Bianca lag entspannt auf dem Sofa. Sie trug die neueste Valentino Kollektion, während meine Schwiegermutter Maria ihr mit einem Löffel Kaviar fütterte.

„Iss, Bianca, mein Schatz. Du hast gerade ein Baby bekommen und bist verletzt worden. Du musst wieder zu Kräften kommen.“

Verletzt?

Bianca strahlte mehr als je zuvor. Ihre Haut leuchtete. Ihre Figur war bereits wieder makellos.

Sie sah nicht aus wie eine Frau, die gerade durch die Hölle gegangen war.

Und dann war da ich.

Blass. Mit dunklen Schatten unter den Augen. So dünn, dass ich aussah wie ein Gespenst.

„Arabella!“ Meine Schwiegermutter zog die Stirn kraus, als sie mich sah. „Was um Himmels willen hast du denn an?“

„Du bist die Donna der Familie Falcone. Wie kannst du es wagen, in so einem Aufzug zu einem Familientreffen zu erscheinen?“

Ich sah an meinem schlichten schwarzen Kleid hinunter. Es war einfach, aber völlig anständig.

„Sieh dir Bianca an.“ Maria wandte sich wieder ihr zu und lächelte sie voller Zuneigung an. „Selbst nach allem, was sie durchgemacht hat, ist sie immer noch so elegant und wunderschön. So ein braves Mädchen. Immer lieb, immer süß. Seit du deine Mutter verloren hast, werde ich dich eben wie meine eigene Tochter lieben.“

Früher hätte Massimo mich verteidigt.

Heute schwieg er.

Dann holte Maria die Saphirkette hervor, ein Erbstück der Familie. Gerade als sie Bianca die Kette anlegen wollte, sprach Massimo endlich.

„Mama, eine Kette reicht nicht.“

Er tätigte einen Anruf. Wenige Augenblicke später trugen seine Männer Taschen herein.

Hundert Stück.

Hermès, Chanel, Louis Vuitton, Dior...

Jede einzelne war Zehntausende Euro wert.

„Bianca, ich weiß, dass du Taschen liebst“, sagte Massimo mit einem Lächeln. „Die schönsten Juwelen verdienen schließlich auch die schönsten Taschen. Findest du nicht auch?“

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