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Author: Mmeso Writes
last update publish date: 2026-08-19 23:10:15

Divina

Stille erfüllte den gesamten Platz, als alle erstarrten.

Gefährtin?

Mein Verstand hatte Mühe, dieses Wort zu verarbeiten.

Meine Gefährtin war Rowan?

Eine törichte Hoffnung keimte plötzlich in mir auf. Nach all den Jahren, die ich auf dieser Erde verbracht hatte, schien ich immer noch zu vergessen, dass Hoffnung etwas Gefährliches und Dummes war, mit dem ich nicht spielen sollte.

Egal, wie sehr ich versuchte, keine Hoffnung zu haben, ich tat es trotzdem immer wieder.

Und jedes Mal zerbrach sie mich.

Ich fragte mich, ob die Mondgöttin mich endlich gesehen hatte.

Vielleicht war Rowan gar nicht so schlimm, wie er sich immer dargestellt hatte.

Vielleicht würde er mir helfen, hier herauszukommen und verhindern, dass das Rudel mich in die Minen schickte.

Rowan bewegte sich schnell, und innerhalb weniger Sekunden hatte er die Entfernung zwischen uns überbrückt.

Mein Herz hämmerte so heftig, dass es schmerzte.

Er blieb direkt vor mir stehen.

Sein Duft umhüllte mich vollständig. Warm, kraftvoll und überwältigend.

Ich sah mit zitternder Hoffnung zu ihm hinauf, während er auf mich herabblickte.

Das Anspannen seines Kiefers hätte jedes kleinste Fünkchen Hoffnung in mir auslöschen sollen.

Aber nein.

Ich war immer noch töricht genug, mich verzweifelt daran festzuklammern.

Ekel.

Purer Ekel spiegelte sich in seinen Augen wider.

Ich begann innerlich zu zerbrechen.

Nein.

Nein, bitte nicht.

Seine Stimme kam scharf, kalt und erbarmungslos.

„Du?“

Ein einziges Wort.

Mehr brauchte es nicht, um mich zu zerstören und meine Hoffnung endgültig ihre Koffer packen zu lassen.

Sein Gesicht verdunkelte sich.

„Du kannst nicht meine Gefährtin sein.“

Die Art, wie er es sagte, klang wie eine Beleidigung.

Wie ein Fluch.

Meine Brust zog sich zusammen, sodass mir das Atmen schwerfiel.

Rowan lachte auf die grausamste und bitterste Art.

„Die Mondgöttin muss verrückt geworden sein.“

Die Menge blieb still. Alle waren fassungslos über das, was Rowan gerade gesagt hatte, und versuchten noch immer zu begreifen, dass zwischen mir und dem zukünftigen Alpha tatsächlich ein Gefährtenband bestand.

Ich schüttelte langsam den Kopf, denn ich wusste bereits, was als Nächstes kommen würde.

Rowan beugte sich leicht zu mir herunter und brachte sein Gesicht näher an meines.

Seine Stimme sank so weit ab, dass nur die Menschen in unmittelbarer Nähe sie hören konnten.

„Du?“

Hass brannte in seinen Augen.

„Eine wolfslose Omega?“

Jedes einzelne Wort zerquetschte mich ein Stück weiter.

„Du bist schwach.“

Ein Stich in mein Herz.

„Erbärmlich.“

Noch ein Stich.

„Zerbrochen.“

Wieder einer.

Dann kam der letzte Schlag, der mich endgültig zerschmetterte.

Er richtete sich auf und sah mit entschlossener Miene zum Rudel, als hätte er eine Entscheidung getroffen, von der es kein Zurück mehr gab.

„Ich, Rowan Blackwood, zukünftiger Alpha und Erbe des Throns, weise dich, Divina Jade, als meine Gefährtin zurück.“

Meine Welt blieb stehen.

Meine Sicht verschwamm.

Etwas in meinem Herzen zerbrach.

Ich spürte es.

Das Gefährtenband.

Die gerade erst entstandene Verbindung riss auseinander und zerrte durch meine Seele wie Krallen über lebendiges Fleisch.

Ich dachte, ich hätte bereits verschiedene Arten von Schmerz kennengelernt.

Aber dieser hier war anders als alles, was ich jemals erlebt hatte.

Er explodierte in meinem Körper und ließ mich aus voller Kehle schreien.

Diesmal konnte ich mich nicht zurückhalten.

Die Qual verschlang mich vollständig.

Es fühlte sich an, als würde etwas in meinem Inneren herausgerissen, während ich noch lebendig war.

Ich brach vollständig zu Boden, zitternd, weinend, zerbrechend.

Die Menge sah zu.

Einige waren entsetzt.

Doch die meisten amüsierten sich.

Rowan wich zurück, als würde allein die Berührung mit mir ihn anekeln.

Seine Augen suchten die Menge ab und blieben schließlich an jemandem hängen.

Shea.

Er ging zu ihr, nahm sie in seine Arme und sagte:

„Das ist meine Gefährtin und eure zukünftige Luna.“

Das gesamte Rudel brach in Jubel aus.

Mutter war überglücklich.

Meine Schwester täuschte Mitleid vor und sah dabei so unschuldig aus, als wäre sie irgendwie selbst schuld daran, dass Rowan sie mir vorgezogen hatte.

Sein Blick fand wieder meinen.

Sein Gesicht war ausdruckslos.

„Bringt sie weg.“

Seine Stimme duldete keinen Widerspruch.

„In die Minen.“

Die Wachen kamen auf mich zu.

Doch in diesem Moment veränderte sich etwas.

Ich hob den Blick zum roten Mond über mir.

Und irgendwo zwischen Schmerz und Verzweiflung wurde etwas in mir still.

Mein Zittern hörte auf.

Meine Tränen versiegten.

Selbst die Qual, die ich empfand, schien sich in etwas Kälteres, Dunkleres zurückzuziehen.

Langsam stemmte ich mich hoch.

Die Wachen zögerten.

Und auch alle anderen.

Ich erhob mich auf meine Füße.

Mein Körper schwankte, doch ich blieb stehen.

Blut befleckte meine Lippen.

Mein Gesicht war nass von Tränen.

Aber meine Augen …

Meine Augen hatten sich verändert.

Zuerst sah ich Rowan an.

Mit einer ungekannten Wildheit in meinem Blick.

Dann wandte ich mich Bernard, Mutter und Shea zu.

Einen nach dem anderen prägte ich mir ihre Gesichter ein.

Jeden einzelnen Gesichtsausdruck.

Jeden Verrat.

Jede Grausamkeit, die in ihren Augen lag.

Als ich schließlich sprach, war meine Stimme leise und von einer erschreckenden Ruhe erfüllt.

„Ihr alle solltet lachen, solange ihr noch könnt.“

Niemand bewegte sich.

Niemand sagte etwas.

Ich fuhr fort.

„Eines Tages …“

Ich sah Bernard direkt in die Augen.

„…werdet ihr flehen.“

Sein Grinsen verblasste.

Ich wandte mich Mutter zu.

„Eines Tages wirst du bereuen, dass du mich nicht so geliebt hast, wie du es hättest tun sollen.“

Sie versteifte sich.

Dann sah ich Shea an.

„Eines Tages werde ich dafür sorgen, dass deine Schönheit und deine Arroganz dich nicht retten werden.“

Ihr Lächeln verschwand.

Schließlich fiel mein Blick auf Rowan.

Meinen zurückgewiesenen Gefährten.

Ich hielt seinem Blick stand.

Kalt.

Ruhig.

Keine Tränen waren mehr in meinen Augen zu sehen.

„Eines Tages werdet ihr alle mich ansehen …“

Ich machte eine Pause.

Der Wind heulte um uns herum.

Der Mond leuchtete über uns.

Und tief in meinem Inneren regte sich etwas.

Rache.

Ich musste meine Rache bekommen.

„…und euch wünschen, ihr hättet mich niemals zerbrochen.“

Die Wachen packten meine Arme.

Und dieses Mal wehrte ich mich nicht.

Die Menge brach in Gelächter aus, während ihr Spott mir folgte.

„Sie ist verrückt geworden!“

„War das etwa eine Drohung, dass sie sich rächen will?“

„Von einer wolflosen Omega zu einer wahnsinnigen, immer noch wolflosen und schändlichen Omega.“

„Wie lächerlich.“

Ich ignorierte sie.

Während die Wachen mich fortschleppten, sah ich ein letztes Mal zurück.

Zu jedem einzelnen Gesicht.

Ich brannte sie in mein Gedächtnis ein.

Dann wandte ich mich wieder nach vorn.

Der Dunkelheit entgegen.

Der Hölle entgegen.

Ich würde sie bezahlen lassen.

Das war ein Versprechen.

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