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Author: Mmeso Writes
last update publish date: 2026-08-20 22:24:49

Divina

Der heftige Regen schien kein Ende nehmen zu wollen und verwandelte den Waldboden in eine gefährliche Mischung aus Schlamm und verrotteten Blättern.

Meine Lungen brannten bei jedem keuchenden Atemzug, der metallische Geschmack der Panik lag scharf auf meiner Zunge. Der Saum meines zerrissenen Kleides, völlig durchnässt und mit Schmutz bedeckt, hatte sich wie Bleigewichte um meine Beine gewickelt und zog mich bei jedem Schritt nach unten.

„Sie haben deinen Geist unter Drogen gesetzt, seit
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  • Divina: Das Erwachen der Omega   31

    Marcellous„Du musst mit dem Training beginnen, Divina.“Die Worte waren kaum über meine Lippen gekommen, da spürte ich, wie sich der vertraute, bittere Knoten in meinem Magen zuzog. Verdammt, ich hasste es schon, es überhaupt zu ihr zu sagen. Das Letzte auf dieser gottverlassenen Erde, was ich wollte, war, Druck auf ihren zerbrechlichen, heilenden Körper auszuüben, aber Zeit war ein Luxus, den wir verdammt noch mal nicht hatten.Ein Sturm zog an unseren Grenzen auf. Blade und seine riesige, gierige Horde von Einzelgängern versammelten sich im Schatten und wurden von Tag zu Tag frecher. Krieg stand bevor, ganz einfach und klar. Ich brauchte die Festung Draven voll und ganz vorbereitet, und diese Vorbereitung musste bei meiner zukünftigen Luna beginnen.In dem Moment, in dem das Wort „Training“ in der kalten Stallluft hängen blieb, sah ich, wie ihr Gesichtsausdruck zerbrach.Divinas Gesicht entfärbte sich vollständig. Ihre dunklen Augen weiteten sich in purer Pani

  • Divina: Das Erwachen der Omega   30

    DivinaKira blinzelte mich an, ihre braunen Augen weit aufgerissen vor purem Schock.Ich wandte mich wieder Lunaris zu, schlang meine Arme sanft um ihren Hals und presste meine Stirn gegen ihre warme Wange. Etwas tief in meiner Seele verankerte sich an dieser ruhigen, gebrochenen Kreatur.Alles, was Kira gerade über sie gesagt hatte – die Schwäche, die Isolation, die Nutzlosigkeit –, hallte wie ein schmerzhafter Spiegel meines eigenen Lebens wider.Von den eigenen Leuten ausgegrenzt zu werden ... nicht wegen Stolz oder Arroganz, sondern wegen der schieren Demütigung, anders zu sein. Von allen um einen herum herabgesehen zu werden, weil der eigene Körper ihren Standards nicht entsprach.Lunaris war nicht wie die großen, aggressiven Kriegspferde am vorderen Ende des Stalls, genau wie ich nicht wie die wilden, mächtigen Lykaner-Weibchen war, die durch die Flure der Festung gingen. Wir wurden beide als defekt angesehen. Wir wurden beide als nutzloser Ballast in einer Welt angesehen, die f

  • Divina: Das Erwachen der Omega   29

    Divina„Komm schon, Divina! Du kannst nicht den Rest deines Lebens versteckt in vier Wänden verbringen!“Kira packte mein Handgelenk – ihr Griff war sanft, aber überraschend fest – und zerrte mich praktisch hinaus auf den großen Steinflur.Ich stolperte leicht, während mein Seidenrock gegen meine Beine raschelte. „Kira, warte –“„Kein Warten!“, trällerte sie und warf mir ein strahlendes Lächeln über die Schulter zu. „Mein Bruder hat mir strikte Anweisungen gegeben, sicherzustellen, dass du heute frische Luft bekommst, und ich nehme meine königlichen Pflichten sehr ernst.“Ich stieß einen leisen Seufzer aus und ergab mich meinem Schicksal, während sie mich durch das riesige Labyrinth der Festung Draven führte.In den letzten zwei Wochen hatte sich meine Welt auf die saphirblauen Samtvorhänge und die hohen Steinmauern meines Schlafzimmers beschränkt. Den Rest des Palastes zu sehen, fühlte sich überwältigend surreal an. Wir gingen vorbei an ragenden Marmorbögen, langen Korridoren voller

  • Divina: Das Erwachen der Omega   28

    DivinaKira beugte sich automatisch hinab, ihre Hand streckte sich aus.Ehe ich meine Stimme finden konnte, um sie aufzuhalten, hob sie das Brötchen vom Boden auf.Sie blickte auf das Brot in ihrer Hand.Dann blickte sie zu mir hoch.Dann glitt ihr Blick zurück zum Bett.Langsam ... bedächtig ... streckte sie die Hand aus und hob die Ecke des schweren Seidenkissens an.Fünf weitere Brötchen, ordentlich in Papier gewickelt, starrten uns im hellen Morgenlicht entgegen.Totenstille legte sich über den Raum.Mein Magen sackte in ein bodenloses, eisiges Loch. Entsetzen, scharf und blindmachend, krallte sich meine Kehle hoch.Für was würde sie mich jetzt halten?In meinem alten Rudel galt das Verstecken von Essen als Diebstahl. Es war ein Vergehen, das mit öffentlichen Peitschenhieben oder Tagelangem Einsperren im Dunkeln ohne Wasser bestraft wurde.Was, wenn es hier noch schlimmer war? Was, wenn ich zu Monaten in ihren Verliesen verurteilt werde? Was, wenn —?Meine Atmung geriet ins Stocke

  • Divina: Das Erwachen der Omega   27

    DivinaZwei Wochen.Zwei ganze Wochen waren vergangen, seit ich in der Festung Draven aufgewacht war.Zwei Wochen, ohne dass mich jemand an den Haaren aus dem Bett zerrte.Zwei Wochen, ohne eine Ohrfeige ins Gesicht zu bekommen, weil das Frühstück nicht schnell genug fertig war.Zwei Wochen, ohne Bernards schwere, angsteinflößende Stiefel vor meiner Schlafzimmertür stoppen zu hören.Es hätte sich wie Freiheit anfühlen sollen. Es hätte sich anfühlen sollen, wie frische Luft zu atmen, nachdem man zwei Jahre lang in einem dunklen Brunnen ertrunken war.Stattdessen fühlte es sich falsch an. Es fühlte sich furchterregend, unbeaglich falsch an.Jeden einzelnen Morgen fuhren meine Augen Stunden vor Sonnenaufgang auf, meine Brust hob und senkte sich schwer und mein Herz hämmerte bereits einen hektischen Rhythmus gegen meine Rippen. Ich lag gelähmt im Dunkeln da und wartete nur darauf, dass jemand durch die Tür platzte, mich am Nachthemd griff und mich daran erinnerte, dass Frieden nicht für L

  • Divina: Das Erwachen der Omega   26

    DivinaBUMM!Die Tür flog auf und schlug mit einem gewaltsamen, donnernden Krachen, das wie ein Pistolenschuss durch den Raum hallte, gegen die Steinwand.Ich wirbelte scharf herum, mein gesamter Körper erstarrte in augenblicklicher, blindmachender Todesangst. Mein Herz setzte einen heftigen Schlag aus und sackte direkt in ein Loch aus schwarzem Eis.Sie sind drinnen.Der Gedanke traf mein Gehirn wie ein physischer Schlag. Das Black Moon Rudel hatte die Tore durchbrochen. Alpha Darius’ Krieger waren in die Festung eingedrungen. In diesen grauenerregenden Millisekunden wappnete ich mich für den Albtraum – in der Erwartung, einen blutrünstigen Wächter auf mich zustürmen zu sehen, oder noch schlimmer, Rowan, der kam, um seine entlaufene Sklavin einzufordern, oder Bernard, der kam, um mich in die Dunkelheit zu zerren.Sie waren es nicht.Es war Marcellous.Er stürzte wie ein Sturm in den Raum, seine Brust hob und senkte sich schwer unter seinem schwarzen Hemd, als wäre er durch die gesamt

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