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KAPITEL 9 Der Morgen der Entscheidung

Author: Lady P❣️
last update publish date: 2026-08-14 16:42:05

Ich wachte im grauen Licht auf, das durch meine dünnen Vorhänge fiel.

Meine Augen flatterten auf, schwer und brennend von einer Nacht voller Tränen. Das Erste, was ich wahrnahm, war das ungewohnte Gewicht auf meiner Brust – ein sanfter Druck, der mich in der Realität festhielt. Ich sah runter.

Eine Decke lag über mir. Ich konnte mich nicht erinnern, sie mir übergelegt zu haben.

Langsam hob ich den Kopf, mein Nacken war steif und tat weh vom aufrechten Schlafen auf dem Boden. Mein Rücken lehnte
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    Ich hatte keine Zeit, das Foto zu verarbeiten.Ich hatte keine Zeit zu weinen, zu schreien oder Matt anzurufen und Antworten zu verlangen. Denn bevor ich das Foto überhaupt aus meinen zitternden Händen senken konnte, hallte ein Klopfen durch meine Wohnung.Drei scharfe Schläge. Bedächtig. Selbstsicher.Ich wusste, wer es war, noch bevor ich durch den Spion sah.Greg.Er stand im dämmrigen Flur, in einem dunkelblauen Anzug, die Krawatte am Kragen leicht gelockert. In der Hand hielt er eine Flasche Rotwein – teuer, dunkles Glas, mit einem Etikett, das ich nicht kannte.Er wirkte völlig entspannt. Als würde er nur kurz vorbeikommen. Als hätte er nicht gerade ein Foto geschickt, das meine Welt auseinandergerissen hatte.Ich machte die Tür nicht auf. Ich stand einfach nur da, den Rücken gegen das kalte Holz gepresst, das Herz raste.„Ich weiß, dass du zu Hause bist, Emma“, sagte er durch die Tür. Seine Stimme war weich, Seide über Stahl. „Und ich weiß, dass du das Foto gesehen hast. Mach d

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    Ich wachte am nächsten Morgen mit dem Geruch von frischem Kaffee und etwas Warmem, Butterigem auf.Ich blinzelte, die Augen schwer und brennend von einer unruhigen Nacht. Sonnenlicht fiel durch meine dünnen Vorhänge und warf blass-goldene Streifen über die abgewetzten Dielen. Einen Moment lang dachte ich, ich würde träumen. Dann hörte ich ein leises Klopfen aus der Küche.Langsam setzte ich mich auf, mein Herz hämmerte. Ich zog die abgewetzte Decke bis zur Brust hoch und lauschte.Schritte. Leicht, vorsichtig, ungewohnt.„Emma?“Matts Stimme. Tief, warm, völlig unbedrohlich.Ich ließ einen Atemzug raus, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn angehalten hatte, und schwang die Beine vom Sofa. Barfuß ging ich in die Küche, die Dielen kalt unter meinen Füßen, und blieb wie angewurzelt stehen.Matt stand an meiner winzigen Arbeitsplatte, in der einen Hand eine Papiertüte von der Bäckerei um die Ecke und in der anderen ein Tablett mit zwei dampfenden Kaffees. Er trug einen verwaschenen grau

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    Matts alte Limousine hielt vor meinem Haus, der Motor hustete, als er den Zündschlüssel abzog. Ich saß noch einen Moment da, die Finger um den Riemen meiner Tasche gekrampft, und starrte auf den vertrauten, abgewetzten Eingang.Gregs Stimme hallte noch immer in meinem Kopf wider. „_Ablenkungen sind gefährlich._“Ich sah Matt an. Er sah mich an, seine blauen Augen weich, aber suchend. Das Morgenlicht fing sich in den Strähnen seines Haares und ließ die zerzausten blonden Haare wie einen goldenen Heiligenschein wirken. Er sah so offen aus. So sanft. So komplett anders als das kalte, berechnende Monster, dem ich gerade gegenüber gestanden hatte.„Soll ich dich hochbringen?“, fragte er.„Nein“, sagte ich schnell. Dann leiser: „Ich brauche einen Moment allein.“Er nickte und drängte nicht. Er dr&

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    Ich wachte im grauen Licht auf, das durch meine dünnen Vorhänge fiel.Meine Augen flatterten auf, schwer und brennend von einer Nacht voller Tränen. Das Erste, was ich wahrnahm, war das ungewohnte Gewicht auf meiner Brust – ein sanfter Druck, der mich in der Realität festhielt. Ich sah runter.Eine Decke lag über mir. Ich konnte mich nicht erinnern, sie mir übergelegt zu haben.Langsam hob ich den Kopf, mein Nacken war steif und tat weh vom aufrechten Schlafen auf dem Boden. Mein Rücken lehnte an der Seite des Sofas, die Beine ausgestreckt auf dem abgewetzten Teppich. Ich blinzelte und versuchte, die Bruchstücke der letzten Nacht zusammenzusetzen.Der Anruf. Der Vertrag. Das Klopfen an der Tür.Und dann Matt.Ich drehte den Kopf.Er lag auf meinem winzigen Sofa, sein Körper unbeholfen und zusammengequetscht verdreht. Die Beine baumelten über der Armlehne, die Füße berührten fast den Boden. Ein Arm lag über seinem Gesicht und schirmte seine Augen vor dem Morgenlicht ab, und seine Brust

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    Donnerstagabend.Ich saß an meinem wackeligen Küchentisch und starrte auf den weißen Umschlag. Den schlichten, unbeschrifteten Umschlag, den Greg mir vor zwei Tagen unter der Tür durchgeschoben hatte. Der Vertrag war drin. Den ich bis Freitag unterschreiben sollte. Morgen.Die Uhr an der Wand tickte laut, jede Sekunde trommelte gegen meine Trommelfelle wie ein Countdown.Ich hatte den Umschlag seitdem ich ihn in die Schublade gestopft hatte nicht mehr angefasst. Aber heute Nacht hatte ich ihn wieder rausgeholt. Ich hatte die Papiere auf dem Tisch ausgebreitet, die Knicke glatt gestrichen und den kleinen, dichten Text gelesen. Er war kalt, sachlich, voller juristischer Fachbegriffe, von denen mir der Kopf schwirrte. _Sorgerecht für Vermögenswerte. Finanzielle Haftung. Besitzrechte._Ich war ein Gegenstand. Das stand im Vertrag. Ich war ein Tausch gegen Geld, ein Vermögenswert, der von meinem Vater an Greg Hawthorne übertragen werden sollte.Und morgen, wenn ich nicht unterschrieb, würd

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