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Etwas hat sich verändert.
Ich weiß nicht was, ich weiß nicht wann, ich weiß nicht warum. Aber etwas hat sich verändert. Die Luft ist schwerer. Die Blicke sind kälter. Das Flüstern verstummt, wenn ich näherkomme.
Ich bin in den Umkleideräumen, räume meine Sachen weg, bereite mich auf die Nacht vor. Um mich herum reden, lachen, schminken sich die Mädchen. Aber wenn ich aufblicke, sehe ich sie. Ihr
LouisIch fahre zu schnell.Aber das ist mir egal.Die Welt könnte einstürzen, es würde nichts ändern.Die Scheinwerfer zerreißen die Nacht.Die Stadt verschwindet hinter mir, weggefegt wie Staub auf einem zersprungenen Spiegel.Ich schaue nicht mehr in den Rückspiegel. Ich will nicht mehr wissen, was ich zurücklasse.Ich habe keine Angst mehr.Keine Zweifel mehr.Keine Ketten mehr.Es bleiben nur sie.Sie.Und dieses Kind, das sie trägt, ohne es noch zu wissen.Ich spüre es. Ich weiß es.Ihr Körper hat sich verändert.Ihre Gesten sind sanfter, ihr Atem kürzer.Sie hat sich zweimal im Schlaf umgedreht, neulich nachts, die Hand auf dem Bauch.Sie hat es nicht bemerkt. Ich schon.Und seitdem denke ich nur noch daran.An dieses winzige Herz, das vielleicht schon schlägt.An dieses Leben, das ich beschützen könnte.An diese zweite Chance.Und ich ertappe m
LouisDie Morgendämmerung bricht gerade an.Ich habe nicht geschlafen.Ich fahre weiter, diesmal ans Meer. An ein vergessenes Stück Küste, wo mich niemand suchen kommt.Ich habe die Akte neben mir. Die unterschriebenen Papiere. Die Beweise.Meine Freiheit, endlich.Aber es ist keine Erleichterung, die ich fühle.Es ist Leere.Ich lasse das Fenster herunter. Der Wind peitscht mir ins Gesicht. Die Luft hat diesen salzigen Geschmack, brutal, wie eine Ohrfeige, die nicht will, dass man vergisst.Ich atme tief ein. Nichts geht weg.Weder der Geschmack der Vergangenheit.Noch der Geruch ihrer Haut.Noch das Gefühl ihrer Hände auf meinen, in jener Nacht, als ich nur noch ein müder Mann war, am Ende, und sie mich ansah, als wäre ich noch ganz.Ich denke an sie.Nicht Camille.Die andere.Die, die mich nie gebeten hat zu bleiben.Aber die mich wieder atmen gelehrt hat.Die nie etwas verlangt hat
LouisDie Stadt schläft, aber ich nicht.Ich fahre ohne Musik, ohne Worte.Nur die Scheinwerfer, die die Nacht durchschneiden, und diese dumpfe Wut, die mich wach hält.Ich kenne die Adresse auswendig. Ich habe sie gefunden. Ich habe den Mietvertrag unterschrieben.Ich zahle noch immer die Rechnungen.Eine Villa im Norden der Stadt.Modern. Kühl. Zu groß für eine einzelne Frau.Zu kalt für eine beendete Geschichte.Aber perfekt für eine goldene Flucht.Ich passiere das automatische Tor.Der Kies knirscht unter meinen Reifen.Alle Lichter sind an.Sie erwartet mich.CamilleSie öffnet die Tür, bevor ich klingle.Seidenkleid in Elfenbein. Barfuß.Ein Glas in der Hand, immer noch. Wie immer.Sie ist schön. Verhängnisvoll. Leer.— Du solltest nicht hier sein, flüstert sie.Sie neigt den Kopf. Müde. Ein wenig theatralisch, ein wenig resigniert.Aber da ist eine Spannung in ih
AnnaZwei Tage.Das ist wenig. Und doch hat sich alles verändert.Der Lärm des Krankenhauses ist verstummt. Die Maschinen, die eiligen Schritte, die der Angst abgerungenen Herzschläge — all das liegt hinter mir.Man hat mich mit strengen Anweisungen entlassen. Ruhe. Kein Stress. Aber wie soll das gehen, wenn die Liebe selbst zum Schlachtfeld wird?Louis hat meine Hand genommen. Er hat keine großen Reden gehalten. Keine flammenden Versprechen, keine Schwüre auf die Ewigkeit.Nur ein Schlüssel.Ein bescheidener Schlüsselbund. Ein abgenutzter Anhänger.Er hat ihn in meine Handfläche gelegt.Und seine Augen sagten:„Komm. Hier beginnt alles von vorn."LouisSie wusste es nicht.Ich wollte ihr eine Zuflucht schenken. Einen Ort, an dem Camille nicht mehr existiert. Wo die Wände nicht bei jeder Erinnerung zittern.Ich habe es zwei Tage zuvor gefunden. Ein kleines Haus abseits, in einer ruhigen Gegend, ohne Ans
Anna Der Tag zieht sich langsam hin. Man hat mich in ein etwas helleres Zimmer verlegt. Die Wände sind cremefarben, auf einem Regal steht eine kleine Plastikpflanze. Ein verzweifelter Versuch, den Ort lebendig wirken zu lassen. Aber es bleibt ein Krankenhaus. Ein Ort, an dem alles kippen kann. Ein Ort, an dem man die Herzschläge zählt, die Tränen, die Abwesenheiten. Ein Ort, an dem sich Leben und Tod streifen, ohne Vorwarnung. Das Licht zeichnet Schatten auf den Boden. Eine fahrbare Trage quietscht im Flur. Louis ist hinausgegangen, um einen Kaffee zu holen. Ich bin allein, zum ersten Mal seit gestern. Und alles kommt zurück. Der Schmerz. Die Angst. Dieser schwebende Moment, in dem ich glaubte, dass alles zusammenbricht. Die erstickten Schreie der Krankenschwestern. Der Schwindel. Das Gefühl, aus meinem eigenen Körper zu gleiten.
Anna Das Krankenhaus riecht nach Desinfektionsmittel, Angst und rasenden Herzschlägen. Jeder Schritt hallt wider in diesem zu weißen, zu sauberen Flur. Da sind Schritte, ersticktes Stöhnen, eine weinende Stimme hinter einem Vorhang. Aber ich, ich höre nur eines: das dumpfe Summen meiner Angst. Ich drücke Louis' Hand so fest, dass meine Finger taub sind. Aber ich kann nicht loslassen. Ich kann jetzt nicht loslassen. Er ist hier. Bei mir. Und wenn ich loslasse, werde ich zusammenbrechen. Louis „Es wird alles gut", murmele ich. „Ich bin hier." Anna Ich nicke, automatisch. Aber es stimmt nicht. Es geht nicht gut. Ich spüre die Krämpfe noch. Diesen dumpfen, fremden Schmerz, der in meinem Bauch zieht. Jede Minute, die wir warten, ist eine Bedrohung. Jede Sekunde ein in der Schwebe hängendes Urteil. Ist er noch da?
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m
SashaDer Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerr
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W







