INICIAR SESIÓNSofia Der Geruch des Abendessens, ein würziger Eintopf, den meine Mutter unbedingt zubereiten wollte, liegt noch in der Wohnung, vermischt mit dem von Rotwein und Kaffee. Die Atmosphäre ist sanft, laut, familiär. Um den Esstisch im Wohnzimmer herum schaffen das Lachen meines Vaters und Camilles Anekdoten eine goldene Blase der Normalität. Eine Blase, in der ich wie eine Eindringling treibe. Meine Mutter strickt, im Sessel nahe der Fensterfront. Von Zeit zu Zeit hebt sie den Blick. Ihr Blick wandert von Camille, die sprüht, zu mir, schweigsam auf dem Sofa, dann zu Leonardo. Ihr Lächeln ist noch da, aber diese leichte Falte zwischen ihren Augenbrauen, die am Morgen aufgetaucht ist, hat sich nicht geglättet. Sie spürt das Gewitter. Sie weiß nicht, dass es bereits losgebrochen ist. Leonardo steht an der Hausbar. Er schenkt meinem Vater einen Digestif ein. Er hört Marco zu, seinem Mann fürs Vertrauen, der gekommen ist, um über
Sofia Der Kosename klingt falsch. Ein Codewort. Eine Erinnerung an unseren Pakt. Schatz. Lächeln. Ich nehme die Tasse. Unsere Finger berühren sich nicht. Wir haben in dieser Nacht gelernt, Berührungen zu vermeiden. — Wo ist Camille? Ist sie noch nicht auf? fragt meine Mutter und wirft einen Blick in den Flur, der zum Gästezimmer führt. — Sie hat wohl nach ihrer Feier gestern ausgeschlafen, sage ich zu schnell, in der Hoffnung, dass sie nicht beschließt, sie zu wecken. — Also, die Verlobung! sagt meine Mutter, während sie die Marmelade bringt. Reden wir heute darüber? Ich hatte eine Idee für die Einladungen… Und Camille hatte gestern Abend so lustige Vorschläge! Sie redet, sie sprudelt vor Begeisterung. Namen, Daten, Farben. Jedes Wort ist ein Nagel, der den Deckel unseres Lügengebäudes ein Stück weiter zudrückt. Und die Erwähnung von Camille, ihrer fröhlichen und unschuldigen Pr
SofiaDer Wecker klingelt, ein elektronisches Knirschen, das die Stille des Zimmers zerreißt. Ich schalte ihn mit einer schnellen Handbewegung aus, noch bevor der zweite Ton uns verraten kann. Mein Körper ist schwer, wie mit Blei beschwert, und jeder Muskel schreit vor Müdigkeit nach einer schlaflosen Nacht.Ich bleibe regungslos liegen, den Rücken immer noch zu Leonardo gewandt. Der Raum zwischen uns im Bett ist eine kalte Kluft. Ich halte den Atem an und lausche auf seinen. Er ist regelmäßig, zu regelmäßig. Er tut auch nur so, als würde er schlafen.Eine Tür knarrt im Flur. Die des Badezimmers. Mein Vater. Das vertraute Geräusch der Toilettenspülung. Das normale Leben der Wohnung, das seinen Lauf wieder aufnimmt, gleichgültig gegenüber dem Riss, der sich zwischen diesen Wänden aufgetan hat.Ich muss mich bewegen. Aufstehen. Theater spielen.Ich richte mich langsam auf, die Bettlaken rascheln wie eine Anklage. Das Morgenlicht f
SofiaDas Wasser läuft weiter, als er sich endlich zurückzieht, als weigere sich die Dusche anzuerkennen, was gerade zwischen diesen zu dünnen Wänden geschehen ist. Mein Körper zittert noch, geschüttelt von stummen Nachbeben, während ich mich am Rand der Kabine festhalte, um nicht zu schwanken. Meine Beine versagen mir.Wenige Meter von uns entfernt, getrennt durch eine lächerliche Trennwand, schlafen meine Eltern. Oder tun so. Dieser Gedanke pulsiert in meinem Schädel wie eine verspätete Warnung.Leonardo sieht mich nicht sofort an. Er bleibt da, reglos, die Hände gegen das beschlagene Glas gelegt, sein Atem noch schwer. Diese schweigende Nähe ist gefährlicher als alles andere. Es gibt keinen Schwung mehr. Keinen Schutz des Unwiderstehlichen. Es bleibt nur das Gewicht dessen, was wir gewagt haben, hier, bei ihnen.— Sieh mich an, murmelt er schließlich.Ich hebe langsam den Kopf. Sein Blick ist nicht mehr trüb. Er ist klar. Sch
Sofia Das Wasser läuft weiter, als er sich endlich zurückzieht, als weigere sich die Dusche anzuerkennen, was gerade zwischen diesen zu dünnen Wänden geschehen ist. Mein Körper zittert noch, geschüttelt von stummen Nachbeben, während ich mich am Rand der Kabine festhalte, um nicht zu schwanken. Meine Beine versagen mir. Wenige Meter von uns entfernt, getrennt durch eine lächerliche Trennwand, schlafen meine Eltern. Oder tun so. Dieser Gedanke pulsiert in meinem Schädel wie eine verspätete Warnung. Leonardo sieht mich nicht sofort an. Er bleibt da, reglos, die Hände gegen das beschlagene Glas gelegt, sein Atem noch schwer. Diese schweigende Nähe ist gefährlicher als alles andere. Es gibt keinen Schwung mehr. Keinen Schutz des Unwiderstehlichen. Es bleibt nur das Gewicht dessen, was wir gewagt haben, hier, bei ihnen. — Sieh mich an, murmelt er schließlich. Ich hebe langsam den Kopf. Sein Blick i
SofiaDie Schlafzimmertür schließt sich hinter mir mit einem leisen Klicken, ein Seufzen der Erleichterung nach diesem endlosen Tag. Die Absätze meiner Pumps hallen schwach auf dem gebohnerten Parkett wider, bevor ich sie mit einer müden Geste von mir schleudere und sie neben dem zerwühlten Bett landen. Meine Finger zittern leicht, als ich die Knöpfe meiner Seidenbluse löse. Der Stoff gleitet über meine Schultern in einem sinnlichen Rascheln. Ich lasse sie zu Boden fallen, gefolgt von meinem Bleistiftrock, der noch meine Hüften umschloss, bevor er sich in einem schwarzen Kreis zu meinen Füßen bauscht.Der BH folgt, befreit meine schweren Brüste, die leicht nachfedern, meine Brustwarzen bereits hart geworden von der kühleren Luft des Zimmers. Ein Schauer läuft mir über den Rücken, als ich meinen String die Oberschenkel hinunterschiebe. Er bleibt einen Moment an meinen Knöcheln hängen, bevor ich ihn mit einem Fußtritt wegschleudere.Das Badezimmer
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m







