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Kapitel 242 – Der Preis des Verrats

Auteur: Déesse
last update Date de publication: 2026-08-01 09:34:44

Louis

Ich stehe hier, reglos in meinem Büro, die Fäuste auf das massive Holz des Tisches gepresst. Meine Augen auf die geschlossene Tür gerichtet. Eine dumpfe Wut frisst mich von innen auf. Jede Minute, die vergeht, macht mich wahnsinniger.

Endlich kommen sie. Zwei meiner Männer. Diejenigen, die ich persönlich ausgewählt hatte, um sie zu bewachen. Diejenigen, denen ich anvertraut hatte, was mir am kostbarsten ist. Und sie haben versagt.

Sie treten ein, den Kopf
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    AnnaDie Zeit vergeht anders, seit ich diese Worte gesagt habe. Als hätte sich etwas in meinem Inneren gelöst. Ein Riss. Ein Sprung im Panzer. Ich habe lange geglaubt, dass das, was ich erlebt hatte, mich für immer bestimmen würde. Dass dieser Schmerz, dieser ursprüngliche Verrat, das Prisma sein würde, durch das ich alles sehen würde. Sogar die Liebe. Sogar das kommende Leben. Aber an jenem Morgen, als ich Louis versprechen hörte, dass unser Kind frei sein würde, geliebt, habe ich verstanden, dass ich das Recht hatte, auf etwas anderes zu hoffen.Das Haus ist still. Es ist noch Nacht. Kurz vor der Morgendämmerung. Dieser schwebende Moment zwischen Schatten und Licht. Louis schläft noch. Ich stehe auf, barfuß auf dem Parkett, eine Hand auf meinem Bauch. Er bewegt sich. Sanft. Eine Präsenz. Ein Versprechen.Ich schließe die Augen.Er oder sie wird der Anfang sein, nicht die Fortsetzung einer zerbrochenen Geschichte. Ich habe die Scham get

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    LouisDie Stunden, die folgen, sind ein Wirbel aus schweigenden Gesprächen, aus Lächeln und abgemessenen Gesten. Meine Mutter hat diese Art, Dinge zu sagen, ohne sie jemals wirklich auszusprechen. Die Worte schweben, aber sie bleiben außer Reichweite. Und doch ist alles da, in der Luft, in den verstohlenen Blicken und den Andeutungen. Es ist, als wären wir zu zweit, vielleicht zu dritt, aber das eigentliche Gespräch hätte nie stattgefunden. Anna und ich, stets in Abwehrhaltung, und meine Mutter, die jede Bewegung analysiert, jeden Atemzug, als wäre all das nur ein Spiel, eine Art Tanz, den wir vollführen müssen, bevor wir zur nächsten Etappe übergehen können.Wir sind an dieses lastende Schweigen gewöhnt. Meine Mutter und ich haben immer auf diese Weise kommuniziert. Kein Bedarf an vielen Worten. Nur Gesten, Blicke, Absichten, die sich ausdrücken, ohne ausgesprochen werden zu müssen. Aber heute, mit Anna, ist alles anders. Und genau das verunsichert mich.

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