MasukLeonardoDer Motor schnurrt gleichmäßig, aber die Luft im Wageninneren wird beinahe fest, gesättigt von Hitze und Spannung.Ich spüre, wie Nadia sich bewegt. Ihre Hände verkrampfen sich auf ihren Knien, ihre Schultern verraten die Anstrengung, aufrecht zu bleiben.Sie atmet ein, langsam, zitternd, bereit, ein Geheimnis preiszugeben, das sie zu lange gehütet hat.— Leonardo … beginnt sie schließlich, die Stimme zitternd, aber entschlossen, … die beiden anderen haben sich … geprügelt.Ich lasse ihre Worte fallen wie Steine in einen Brunnen. Die Stille, die folgt, ist schwer, wie ein Druck, der alles erdrückt. Ich antworte nicht sofort. Ich rieche bereits ihre Angst, ihre Herausforderung, das Adrenalin, das noch warm auf ihrer Haut liegt.— Geprügelt? wiederhole ich, ruhig, jedes Wort ein Peitschenhieb.— Ja … Fazy … Asta … sie verstehen sich nicht mehr. Sie … sie sind aneinandergeraten.Ich dehne die Stille. Sie wissen
Das RaubtierDie Tür knallt zu und isoliert den Klang ihres keuchenden Atems, das Bild ihres zarten und aufrechten Körpers, der noch immer die Gesetze der Physik und die meinen herausfordert. Das Echo ihrer heiseren Stimme, erfüllt von Gift und Wahrheit, bohrt sich in meine Schläfen.Ekel, Fäulnis, Leere.Diese Worte sind nicht neu. Ich habe sie in den Blicken meiner Feinde gesehen, in den Gemurmel derer gehört, die mich fürchten. Aber niemals wurden sie mit solcher Überzeugung geschleudert, mit solch verzweifelter Reinheit. Sie bekommen ein neues Gewicht, eine geschärfte Wirklichkeit, die einen Riss in meiner Rüstung sucht.Eine Vibration an meiner Brust. Mein Telefon. Ein schrilles Klingeln, vorprogrammiert für absolute Notfälle. Die Wirklichkeit, diese Welt, die ich an der Leine zu halten glaubte, reißt mich brutal aus diesem Raum, von ihr fort.Ich ziehe das Gerät heraus, der Schein des Bildschirms erhellt das Halbdunkel des
Sofia Die Tür knallt. Der Klang hallt in meinem steinernen Käfig wider wie eine Totenglocke. Drei Tage. Zweiundsiebzig Stunden, um über meine Seele zu entscheiden. Ich stehe auf, die Beine zitternd, und gehe bis zu dem trüben Spiegel an der Wand. Das Gesicht, das mich ansieht, ist nicht mehr meins. Es ist das Gesicht einer Gefangenen. Tiefe Ringe unter den Augen, eine blasse Haut, aber in den Augen … in den Augen eine Flamme, die sich weigert zu erlöschen. Die Flamme, die er auslöschen will. Hässlich. Ich habe es gesagt. Ich habe es gedacht. Ich denke es noch. Seine Schönheit ist nur eine Porzellanmaske über einem Dämonengesicht. Eine kalkulierte Eleganz, um die Fäulnis im Inneren zu verbergen. Ich balle die Fäuste, die Nägel in die Handflächen gegraben. Der Schmerz ist wirklich, greifbar. Er verankert mich. Er hindert mich, in den Nebel der Angst zu versinken, den er in diesen Raum geblasen hat.
LeonardoDer Schatten des Herrenhauses verschlingt mich, während ich in die steinernen Eingeweide hinabsteige. Jede Treppenstufe scheint unter meinen Schritten zu ächzen, als ahnte das Haus selbst die Konfrontation voraus. Die Luft wird kälter, feuchter und trägt jenen charakteristischen Geruch von Keller und Einsamkeit. Die flackernden Fackeln werfen tanzende Schatten auf die Granitwände und verwandeln den Durchgang in einen Schlauch, der in die Unterwelt führt.Ich halte einen Moment vor ihrer Tür inne, die Handfläche auf das massive Holz gelegt. Ich nehme den schwachen Atem ihrer Anwesenheit hinter dieser Barriere wahr. Mein eigener Puls beschleunigt sich, nicht vor Erregung, sondern vor jener kalten Ungeduld, die mich seit ihrer Unverschämtheit quält. Das Bild ihres trotzigen Blicks kehrt zurück, und ein schwarzer Zorn erwacht in meinen Eingeweiden.Das Schloss knarrt, als ich es zurückschiebe. Die Tür öffnet sich in unheilvoller Stille.
AstaDie Nacht dehnt sich wie eine Narbe, die man freiwillig wieder öffnet.Ich habe nicht geschlafen. Die Schlaflosigkeit hat Düfte der Hellsichtigkeit.Der Spiegel lügt nicht: Er wirft mir ein Bild zurück, das ich poliert, gemeißelt, gezähmt habe. Ruhig, bereit.Jeden Morgen richte ich mich vor ihm auf, wie man sich vor einem Schlachtfeld aufrichtet.Das Herrenhaus schnarcht leise, gesättigt von Geheimnissen. Ich kleide mich in Schweigen.Ein schwarzer Mantel, meine Schritte gedämpft in den noch schlaftrunkenen Fluren.Ich gehe nicht zu ihm – noch nicht.Ich gehe zu ihr.Zu Fazy.Fazy, die in Eleganz gekleidete Viper.Die ehemalige Vertraute, die Favoritin, die sich für ewig hielt.Jene, die zu viele Akten kennt, zu viele Gesichter, zu viele Seufzer, die im Schatten der Flure getauscht wurden.Sie und ich teilen einen zivilisierten Hass. Einen Krieg ohne Schreie, gewoben aus Ironie und Blicken.Aber h
AstaDer Spiegel wirft mir ein allzu ruhiges Bild zurück, eine falsche Gelassenheit. Ich nähere mich, und das Glas verurteilt mich nicht: Es erkennt mich. Es weiß, was kommt. Ein Jahr. Ein Jahr, dass ich durch dieses Herrenhaus streife wie ein notwendiger Schatten, ein Jahr, dass meine Nägel ihre Furchen in den Samt gegraben haben, dass meine Lächeln sich den Winkeln seiner Launen angepasst haben. Ich habe aufgehört, seine Geliebte zu sein, um seine geheime Architektur zu werden, der Kitt seiner Macht. Ich kenne ihre Risse.Meine Finger streifen die kalte Fläche. Ich sehe nicht mein Gesicht, ich sehe den Abdruck jeder Nacht, die damit verbracht wurde, dieses Imperium zu festigen. Mein Lippenstift ist eine Waffe, mein Parfüm ein kalkuliertes Verschwinden. Er flüsterte gern „schön wie der Tod", im Glauben, diese Worte sperrten mich in eine Rolle. Er wusste nicht, dass auch der Tod lernt, sich der Risse zu bedienen.Und heute … heute gibt es eine an
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m
SashaDer Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerr
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W







