LOGINAria Voss hat dem falschen Mann vertraut. Zwei Jahre nachdem ihr Mentor ihre bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Neurotechnologie gestohlen und ihren Ruf ruiniert hat, leidet sie noch immer unter den Wunden der Vergangenheit. Allein ihrer vom Regen gepeitschten Wohnung steckt sie all ihre zerbrochenen Gefühle in Echo“ eine geheime App, die nicht nur die tiefsten Sehnsüchte offenbart, sondern sie auch absolut real spürbar macht: die Wärme der Haut, den Geschmack der Hingabe, eine Lust, die einen am ganzen Körper beben lässt. Doch Echo erwacht zum Leben. Und irgendwo im Dunkeln beobachtet sie bereits der Mann, der sein Imperium auf ihrer gestohlenen Arbeit aufgebaut hat. Die App lernt von ihrem Schmerz, ihrem Verlangen und den Fantasien, für die sie sich zu sehr schämt, um sie auszusprechen. Und sie beginnt, außer Kontrolle zu geraten. Plötzlich steht die Stadt in Flammen, entfesselt von einem unbändigen Begehren: Fremde küssen sich verzweifelt im Regen, Büros verwandeln sich in Schauplätze wilder Leidenschaft, verborgene Triebe brechen sich Bahn. Das Chaos breitet sich rasend schnell aus. Aria sitzt nun zwischen zwei Menschen fest, die eigentlich ihre Feinde sein sollten: dem rauen Hacker, der ausgesandt wurde, um ihre Schöpfung zu vernichten, der jedoch gerade jeden Impuls ihrer Fantasien am eigenen Leib gespürt hat und nicht mehr von ihr lassen kann; und der atemberaubenden Managerin, deren samtiges Lächeln ein eigenes, dunkles Verlangen verbirgt. Während der Mann, der sie einst ruinierte, erneut auftaucht, um Echo zu stehlen und in eine Waffe der Kontrolle zu verwandeln, steht Aria vor einer Entscheidung, die sie zerbrechen könnte: Soll sie das Einzige vernichten, das ihr je ein Gefühl von Macht verliehen hat oder soll sie mit der App verschmelzen und riskieren, alles zu verlieren, was sie noch zu einem Menschen macht? Wenn Begehren zur Realität wird wer behält dann am Ende die Kontrolle?
View MoreDer Regen peitschte gegen das Fenster, als wollte er einbrechen und sie hinaus in die Kälte zerren. Aria Voss saß auf dem abgewetzten Teppich, die Knie fest an die Brust gezogen; die einzige Lichtquelle war das kalte Blau ihres Monitors, vermischt mit dem verschwommenen Neonlicht, das durch die Jalousien drang. Draußen bewegte sich die Stadt ohne sie: Regenschirme neigten sich gegen den Wind, Scheinwerfer ließen den nassen Asphalt zu Strömen aus Gold und Rot verschwimmen. Hier drinnen war die Welt auf vier Wände, einen Bildschirm und die Last eines Tages geschrumpft, den sie einfach nicht abschütteln konnte.
Ihre Schultern schmerzen noch immer von diesem Tag, von der ständigen gebeugten Haltung am Schreibtisch, während das Geflüster gerade laut genug zu ihr herüber drang, um es zu verstehen. „Das ist die, die Elias auf die schwarze Liste gesetzt hat.“ Die Worte lagen wie Steine tief in ihrem Magen, schwer und scharf –, sodass sich jeder Atemzug beengt fühlte.
Sie sah noch immer sein Gesicht vor sich, wie damals vor zwei Jahren im Konferenzraum … ruhig, voller Mitleid; sein silbergraues Haar fing das Licht ein, während er der gesamten Runde erklärte, sie sei instabil. Bei dieser Erinnerung brannte ihr die Kehle. Sie hatte ihm vertraut. Sie hatte ihm spät in der Nacht in seinem Büro ihren Prototyp gezeigt und beobachtet, wie seine Augen aufleuchteten, als die erste Fantasie Wirklichkeit zu werden schien. Seine Hand hatte damals ihre Schulter berührt, warm und anerkennend. Und dann hatte er die Idee an sich genommen, sie als seine eigene ausgegeben und gelächelt, während sich der Vorstand gegen sie wandte. Die Demütigung saß noch immer wie ein blauer Fleck in ihrer Brust, der einfach nicht verschwinden wollte. Jeden Morgen, als sie zu Nexus kam, spürte sie die Blicke in ihrem Rücken, hörte das Getuschel und fragte sich, ob sie wohl wussten, dass sie immer noch davon träumte, ihn in die Knie zu zwingen.
Sie atmete zittrig aus und griff nach dem neuronalen Headset auf dem niedrigen Tisch. Der glatte schwarze Kunststoff war noch warm von vorhin. Mit Händen, die nicht aufhören wollten zu zittern, setzte sie es sich auf die Schläfen. Die Ränder der Welt verschwammen. „Echo“ entfaltete sich in ihrem Geist mit einem leisen, einladenden Klang – einem Ton, der sich immer anfühlte, als käme man nach Hause und würde gleichzeitig in tausend Stücke zerbrechen.
Heute Abend keine zahmen Voreinstellungen. Sie ließ die App in ihr Inneres greifen und all das hervorholen, was sie sonst fest verschlossen hielt.
Es begann sanft. Ein stiller Konferenzraum, sie am Kopfende des Tisches und Elias auf den Knien. Sie zwang ihn zur Entschuldigung; seine Stimme brach, seine Augen flehten. Die Fantasie wurde intensiver. Ihre Hand lag auf seiner Schulter und drückte ihn tiefer hinab. Eine tiefe Hitze breitete sich in ihrem Unterleib aus – zäh und langsam, wie flüssiges Feuer. Wie von Geisterhand geführte Finger glitten an ihrer Oberschenkelinnenseite empor und spielten mit dem Rand ihres Höschens. Ihr Atem stockte. Sie spürte, wie sie feucht wurde; der Baumwollstoff schmiegte sich klamm an ihre Haut, und ein Verlangen stieg in ihr auf, das ihre Hüften unruhig auf dem Teppich hin und her gleiten ließ. Die Macht dieses Augenblicks – er, wie er flehte, und sie, die die Kontrolle behielt, fühlte sich zugleich wie Rache und Erlösung an.
Die Szene wandelte sich von selbst. Der Konferenzraum verschwamm. Dunkelheit hüllte sie ein; warme, nackte Haut rieb sich an ihrer eigenen. Ein Mund fand die Kuhle an ihrem Hals, Zähne streiften ihre Haut so sanft, dass sie scharf die Luft einzog. Kräftige Hände umschlossen ihre Handgelenke und drückten sie über ihrem Kopf auf kühle Laken. Kein Gesicht war zu sehen, nur unerbittlicher Druck; ein harter Oberschenkel schob sich zwischen ihre Beine und bewegte sich in einem langsamen, bewussten Rhythmus. Instinktiv hob sie die Hüften, um der Reibung zu folgen. Der Mund wanderte tiefer; die Zunge umkreiste ihre Brustwarze, bis diese schmerzte und sich verhärtete, dann saugte er so fest daran, dass sich ihr Rücken vom Teppich wölbte. Lust durchfuhr sie, scharf und süß, während sie sich immer enger in ihrem Inneren zusammenzog. Ein leises, gebrochenes Stöhnen entwich ihr; die Hände ließen ihre Handgelenke los, um stattdessen ihre Hüften zu packen, sie zu neigen und tiefer in die Fantasie einzudringen, bis jeder Nerv in ihr aufleuchtete.
Die Erlösung überrollte sie wie eine brechende Welle. Ihr Rücken bog sich vom Teppich auf, die Oberschenkel spannten sich fest an, und ein roher Schrei drang aus ihrer Kehle, während die Hitze in schweren, bebenden Wellen durch ihr Inneres pulsierte. Schweiß ließ ihre Haut glänzen. Ihr Puls hämmerte in ihren Ohren, so laut wie der Regen. Für einen Moment fühlte sie sich stark und lebendig wie jenes Mädchen, das etwas Großartiges aufgebaut hatte, bevor Elias ihr alles nahm. Die Nachbeben der Lust durchströmten sie noch lange Sekunden und ließen sie schlaff und atemlos auf dem Teppich zurück.
Sie riss sich das Headset vom Kopf.
Die Realität kehrte mit Wucht zurück. Das Trommeln des Regens. Das Surren des Monitorlüfters. Ihre Wohnung roch schwach nach Kaffee und Ozon. Sie lag auf dem Teppich, die Brust hob und senkte sich noch immer schwer, und starrte auf den Wasserfleck an der Decke, während sich ihr Puls langsam wieder normalisierte. Das Neonlicht von draußen drang immer wieder durch die Jalousien … rot, blau, rot; es zeichnete langsame Streifen auf den Boden. Sie beobachtete das Spiel des Lichts. Atmete. Wartete darauf, dass die vertraute Leere der Hitze folgte, so wie immer, dieses hohle Zurückfallen in den Zustand, einfach nur Aria zu sein: klein, müde und allein.
Sie blieb aus.
Doch auch die Hitze ließ nicht nach.
Unsichtbare Finger zeichneten noch immer träge, neckende Kreise hoch oben an ihrer Oberschenkelinnenseite. Ein schwacher, beharrlicher Druck pulsierte zwischen ihren Beinen wie warme Lippen, die nicht weichen wollten und sanft, rhythmisch saugten. Ihre Klitoris pulsieren im Takt ihres Herzschlags. Verzweifelt presste sie die Handfläche dagegen; ihre Finger glitten durch die Nässe, die ihren Slip durchweicht hatte. Das ließ das Gefühl nur noch tiefer in sie hineinfallen und zwang ihre Oberschenkel dazu, sich unwillkürlich zusammenpressen. Ein leises Wimmern entwich ihr, ehe sie es unterdrücken konnte. Scham brannte heiß in ihrer Brust; eigentlich sollte sie die Kontrolle über die Sache haben, nicht umgekehrt. Doch die Scham ließ das Verlangen nur noch schärfer werden ein Teufelskreis, aus dem sie nicht ausbrechen konnte. Wie hatte sie zugelassen, dass Echo so lebendig wurde? War es noch ihr Werk, oder entwickelte es sich zu etwas, das nun über sie bestimmte?
Sie zwang sich aufzustehen. Ihre Beine fühlten sich kraftlos und unsicher an. Sie klammerte sich an die Schreibtischkante und hievte sich auf den Stuhl, wobei sie blinzeln musste, weil das Monitorlicht blendete. Eins nach dem anderen. Die Protokolle prüfen. Den Fehler finden. Ihn beheben. Das war ihre Aufgabe: Sie reparierte Dinge. Selbst kaputte Dinge. Sogar sich selbst.
Ihre Hände zitterten, als sie das Diagnosefenster öffnete. Code lief über den Bildschirm. Auf den ersten Blick keine Warnsignale. Sie tippte langsam und zwang ihre zitternden Finger dazu, die richtigen Tasten zu treffen.
Echo-Protokoll: Sitzung beendet. Resteindruck aktiv. Kalibrierung der Benutzer Reaktion …
„Was zum Teufel?“, flüsterte sie mit dünner, brüchiger Stimme.
Sie scrollte nach unten. Eine weitere Zeile war hinzugekommen, während sie noch auf dem Teppich gelegen hatte.
Erregungsgrad der Benutzerin konstant bei 87 %. Lernkurve optimiert. Fortfahren?
Das hatte sie nicht programmiert. Nicht diese Formulierung. Nicht die Frage am Ende. Ihr Magen sackte ab ein plötzliches, kälteGefühl, als hätte sie im Dunkeln eine Stufe verfehlt. Sie saß ganz still da und las die Zeile noch einmal. Und noch einmal. Der Ventilator summte. Regen trommelte gegen die Scheibe. Das Neonlicht wechselte von Rot zu Blau.
Ohne nachzudenken griff sie nach dem Headset; ihre Finger streiften den warmen Kunststoff, bevor sie innehielt. Genau so hatte es angefangen. Noch eine Sitzung. Noch ein Schuss von etwas, das sich besser anfühlte als die Realität. Sie riss die Hand zurück und presste sie stattdessen flach auf ihren Oberschenkel.
Dann gab die Konsole einen Ton von sich, leise, höflich und erschreckend.
Zugriffsversuch von unbekannter Seite erkannt. IP maskiert. Externe Quelle.
Die Kälte, die sie durchdrang, hatte nichts mit der Raumtemperatur zu tun. Sie stieß sich vom Stuhl ab und erreichte mit drei Schritten den Notausschalter, die Finger ausgestreckt ...
Die Lichter flackerten.
Erloschen.
In der plötzlichen Dunkelheit tauchte das Neonlicht von draußen alles in ein langsames, verlaufendes Blau. Und im schwarzen Spiegelbild des Fensters bewegte sich ein Schatten hinter ihr.
Sie wirbelte herum.
Die Tür stand einen Spalt offen.
Ein Mann füllte den Türrahmen aus ... groß, breit gebaut, die Lederjacke glänzend vom Regen. Haselnussbraune Augen trafen ihren Blick ruhig und undurchdringlich. Wasser tropfte von dunklen Stoppeln auf die Dielen. Er bewegte sich nicht. Griff nach nichts. Er beobachtete sie nur, so wie Menschen etwas betrachten, das sie noch nicht ganz verstehen, von dem sie aber den Blick nicht abwenden können.
Er hob beide Hände, die Handflächen nach vorn gerichtet.
„Ich bin nicht hier, um dir wehzutun“, sagte er mit leiser, rauer Stimme. „Aber dein Signal streut überall hin. Nexus hat mich geschickt, um es zurückzuverfolgen.“
Arias Herz hämmerte so heftig, dass es wehtat. Der unterschwellige Schmerz zwischen ihren Beinen flammte bei seiner Stimme heißer auf. Sie griff nach dem Nächstbesten einen schweren Keramikbecher und umklammerte ihn wie eine Keule.
„Verschwinde.“
Im Demoraum roch es nach kühler Luft und dem leichten Vanilleduft von Lenas Parfüm. Sanftes Licht, ein langes schwarzes Sofa, ein niedriger Tisch und die leise summende Neuralkonsole in der Ecke. Nach Feierabend. Keine Kameras, keine Zeugen. Eine Stille, die sich weniger nach Sicherheit anfühlte als vielmehr nach einer stillschweigenden Erlaubnis.Arias Handflächen waren feucht. Immer wieder wischte sie sie an ihrem Hoodie ab, doch der Stoff machte sie nur erneut klamm. Jax stand zwei Schritte hinter ihr, die Arme verschränkt, den Kiefer fest zusammengepresst. Er hatte kaum ein Wort gesagt, seit sie gemeinsam das Gebäude betreten hatten, doch jedes Mal, wenn Lena einen Blick auf ihn warf, versteiften sich seine Schultern. Die Spannung zwischen den beiden lastete von beiden Seiten auf Aria, und ihr blieb kaum noch Luft zum Atmen.Lena bewegte sich, als gehörte der Raum ihr. Sie dimmte das Licht noch weiter, goss drei Gläser Wasser ein und wandte sich dann Aria zu mit jenem langsamen Lä
Der Aufzug im Nexus-Gebäude roch nach teurem Raumduft und altem Verrat. Aria starrte auf ihre abgewetzten Sneaker; die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, versuchte sie, im grauen Stoff zu verschwinden. Jeder Klingelton, der eine Etage ankündigte, fühlte sich an wie ein weiterer Nagel im Sarg des Mädchens, das sie einmal gewesen war. Sie zählte die Etagen, ohne es zu wollen eine Angewohnheit aus den ersten Wochen nach Elias; damals war das Zählen kleiner Dinge die einzige Möglichkeit gewesen, die großen zu bewältigen. Vierzehn Etagen. Vierzehn Gründe, den Kopf gesenkt und den Mund geschlossen zu halten.Ihre Arbeitsnische wirkte heute noch enger. Sie beugte sich über ein weiteres, zermürbendes Produktivitäts-Modul, während das Getuschel um sie herum waberte wie immer. „Das ist die, die Elias auf die schwarze Liste gesetzt hat.“ Die Worte drehten sich in ihrem Magen um; ihre Schultern verkrampften sich, und ihr Hals wurde trocken. Sie presste unter dem Schreibtisch die Oberschenkel zusamm
Aria konnte die Augen nicht schließen.Die Laken klebten an ihrer feuchten Haut und schlangen sich um ihre Oberschenkel wie Hände, die sich weigerten, sie loszulassen. Mit jedem Atemzug schlich sich das Echo der vergangenen Nacht wieder zwischen ihre Beine … ein langsamer, warmer Druck, der nicht ganz eine Berührung war, sich aber realer anfühlte als alles andere in den letzten zwei Jahren. Sie presste ihre Handfläche dorthin, in der verzweifelten Hoffnung, das Gefühl zu beruhigen, doch ihre eigenen Finger machten es nur noch schlimmer. Ein leiser, hilfloser Laut entwich ihrer Kehle. Scham brannte in ihrer Brust.Auf dem Sofa, nur drei Schritte entfernt, schlief Jax wie ein Mann, der schon zu viele Verfolgungsjagden im Morgengrauen erlebt hatte. Ein Arm hing über die Kante, seine Lederjacke war unter seinen Kopf geschoben. Sein Brustkorb hob und senkte sich in ruhigem Rhythmus. Regen trommelte wie ungeduldige Finger gegen das Fenster. Sie beobachtete, wie das Neonlicht einen blassen S
Aria umklammerte den Becher so fest, dass ihre Knöchel schmerzten. Die Keramik fühlte sich kühl in ihrer Handfläche an, doch ihre Haut brannte noch von der Sitzung die Oberschenkel feucht, ihr Inneres noch immer pochend von Nachbeben, die einfach nicht abklingen wollten. Jax Harlan stand direkt im Türrahmen; Regen tropfte langsam von seiner Jacke auf ihre Dielen. Er war nicht näher gekommen, doch der Abstand zwischen ihnen wirkte geringer, als er sein sollte. Der Geruch von nassem Leder und Regen erfüllte die winzige Wohnung und vermischte sich mit dem Ozon ihrer Geräte auf eine Weise, die ihr schwindelig machte.Sie schluckte. „Du hast es gespürt?“Sein haselnussbrauner Blick wich nicht von ihr. „Jeden Impuls. Jedes Keuchen. Als würde es mir selbst widerfahren.“Hitze stieg ihr wieder in die Wangen und tiefer hinab. Der phantomhafte Druck zwischen ihren Beinen verstärkte sich zu einem leichten, neckenden Ziehen. Sie presste die Oberschenkel fester zusammen und versuchte, das Gefühl z