INICIAR SESIÓNAria umklammerte den Becher so fest, dass ihre Knöchel schmerzten. Die Keramik fühlte sich kühl in ihrer Handfläche an, doch ihre Haut brannte noch von der Sitzung die Oberschenkel feucht, ihr Inneres noch immer pochend von Nachbeben, die einfach nicht abklingen wollten. Jax Harlan stand direkt im Türrahmen; Regen tropfte langsam von seiner Jacke auf ihre Dielen. Er war nicht näher gekommen, doch der Abstand zwischen ihnen wirkte geringer, als er sein sollte. Der Geruch von nassem Leder und Regen erfüllte die winzige Wohnung und vermischte sich mit dem Ozon ihrer Geräte auf eine Weise, die ihr schwindelig machte.
Sie schluckte. „Du hast es gespürt?“
Sein haselnussbrauner Blick wich nicht von ihr. „Jeden Impuls. Jedes Keuchen. Als würde es mir selbst widerfahren.“
Hitze stieg ihr wieder in die Wangen und tiefer hinab. Der phantomhafte Druck zwischen ihren Beinen verstärkte sich zu einem leichten, neckenden Ziehen. Sie presste die Oberschenkel fester zusammen und versuchte, das Gefühl zu unterdrücken. Doch das ließ ihr nur den Atem stocken. Scham und etwas Heißeres verkrampften sich in ihrem Bauch. Sie hasste es, dass ihr Körper immer noch reagierte, dass die Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen noch nicht getrocknet war, dass dieser Fremde irgendwie in den privatesten Winkel ihres Geistes eingedrungen war. In ihren innersten Kern.
„Verschwinde“, wiederholte sie, doch diesmal klangen die Worte schwächer, fast wie eine Bitte.
Jax schüttelte einmal den Kopf. „Das kann ich nicht. Noch nicht.“ Er hielt die Hände sichtbar, die Handflächen offen, als würde er sich einem verängstigten Tier nähern. „Deine App sendet Signale aus. Nicht nur an mich, sondern in der ganzen Stadt. Nexus hat die Ausschläge registriert. Sie haben mich beauftragt, den Ursprung zu finden und das Ganze zu stoppen, bevor es schlimmer wird.“
Arias Gedanken rasten. Nexus. Elias. Derselbe Ort, der zugelassen hatte, dass er sie demütigte; derselbe Ort, zu dem sie sich jeden Morgen schleppte, weil sie keine andere Wahl hatte. Wenn herauskäme, dass sie Echo in gestohlener Zeit entwickelt hatte, unter Verwendung von Fragmenten jenes Prototyps, den er für sich beansprucht hatte, würde sie alles verlieren. Wieder einmal. Bei diesem Gedanken schnürte es ihr die Kehle zu; die alte Panik stieg wie eine Galle in ihr auf und ließ ihre Augen brennen.
„Du lügst“, sagte sie, doch selbst sie hörte, wie hohl das klang, wie verzweifelt.
Jax’ Mundwinkel zuckten nur ein flüchtiger Moment, nicht ganz ein Lächeln. „Ich wünschte, das wäre so. Ich habe gespürt, wie du dich hast gehen lassen. Habe gespürt, wie sich dein Körper zusammenzog und bebte. Habe gespürt, wie sehr du es brauchtest. So etwas kann man nicht vortäuschen.“
Seine Worte wirkten wie eine Berührung. Ihre Brustwarzen verhärteten sich unter dem dünnen Tanktop. Sie hasste es, wie ihr Körper auf ihn reagierte. Wie sich das nachhallende Echo beim Klang seiner Stimme, die es beschrieb, in etwas Schärferes, Hungrigeres verwandelte. Feuchtigkeit machte ihren Slip noch glitschiger. Sie spürte, wie der Stoff an ihr klebte, und das langsame Pochen, das einfach nicht nachlassen wollte.
Sie hob die Tasse höher. „Noch ein Schritt, und ich schreie.“
Er musterte sie einen langen Moment lang; Regen tropfte von seiner Jacke auf ihren Boden. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich … kein Mitleid, keine Belustigung. Etwas Stilles. So etwas wie Wiedererkennen. Dann griff er langsam in seine Jackentasche. Sie spannte sich an, bereit zum Wurf.
Er zog ein schmales, schwarzes Gerät hervor, an dessen Seite das Nexus-Logo eingraviert war. Einen tragbaren Scanner. Er hielt ihn ihr hin wie ein Friedensangebot.
„Ein Beweis“, sagte er leise. „Das haben sie mir gegeben. Es hat das Signal, das von hier ausgeht, bereits registriert. Wenn ich ohne Antworten gehe, schicken sie morgen ein Team. Eine komplette Überprüfung. Dein Code. Alles.“
Arias Arm begann zu zittern. Die Tasse fühlte sich schwerer an, als sie eigentlich war. Tränen brannten in ihren Augen. Sie war es so leid zu verlieren, so leid, das Mädchen zu sein, über das alle tuschelten. Zwei Jahre lang hatte sie den Kopf eingezogen und jeden Morgen die Demütigung heruntergeschluckt und doch hatte ein Fremder um drei Uhr morgens die Macht, sie völlig aus der Bahn zu werfen. Genau das hasste sie am meisten.
Jax’ Stimme wurde ein wenig sanfter. „Ich bin nicht hier, um dich zu ruinieren. Ich habe genug von diesem Konzern-Mist gesehen. Du hast etwas Unglaubliches erschaffen. "Ich möchte es verstehen, bevor sie es oder dich begraben.“
Sie starrte ihn an. Regen lief in Schlieren über das Fenster hinter seinem Kopf, Neonlicht flackerte über sein Gesicht. Er wirkte müde, wie jemand, der zu vielen Signalen durch zu viele verregnete Nächte nachgejagt war. Seine Haltung verriet keine Arroganz. Nur stille Gewissheit. Und noch etwas anderes. Neugier. Vielleicht sogar Respekt. Etwas in ihrer Brust fühlte sich gegen ihren Willen zu ihm hingezogen so wie sich eine Pflanze dem Licht zuneigt, dem sie noch nicht traut.
Die Konsole gab erneut einen Ton von sich, diesmal schärfer.
Unbekannter Zugriffsversuch eskaliert. Firewall-Durchbruch im Gange.
Arias Blick huschte zum Bildschirm. Codezeilen liefen zu schnell vorbei, als dass man sie hätte lesen können. Echo wehrte sich.
Jax bemerkte es. „Ich versuche gerade, den Ursprung sauber zurückzuverfolgen. Ich kann aufhören, aber nur, wenn du mich ranlässt.“
Sie hasste es, wie sehr sie ihm glauben wollte. Und noch mehr hasste sie es, dass seine Anwesenheit das Nachglühen in ihr nicht abklingen ließ, sondern noch verstärkte. Die Luft zwischen ihnen war elektrisiert, wie in dem Moment, bevor ein Blitz einschlug.
Sie senkte die Tasse. Ganz langsam. Stellte sie mit einem leisen Klirren auf den Tisch.
„Nichts anfassen“, sagte sie. „Nur gucken, nicht bewegen.“
Er nickte einmal und trat einen Schritt vor. Der Duft von Regen und Leder umgab ihn. Er blieb am Schreibtisch stehen, den Blick auf den Monitor gerichtet. Sie stellte sich so nah zu ihm, dass sie die Tasse bei Bedarf wieder hätte greifen können nah genug, um die Wärme zu spüren, die von seiner regennassen Jacke ausging. Nah genug, um sich dabei zu ertappen, wie sie unwillkürlich das Heben und Senken seiner Brust verfolgte.
Eine Zeit lang arbeiteten sie schweigend nebeneinander. Jedes Mal, wenn er sich vorbeugte, um auf eine Zeile zu deuten, wärmte sein Atem ihren Nacken. Mit ihm im Raum wirkte die Wohnung kleiner. Nicht so, wie ein Raum schrumpft, wenn eine Bedrohung droht, sondern eher wie bei einem Feuer, das alles in sein Zentrum zieht.
Echo gab ein leises Signal von sich.
Diesmal stieg die Wärme langsam in ihr auf. Zuerst nur eine Hitze tief im Unterleib. Dann der Druck … sanfte, neckende Kreise. Sie krallte sich am Schreibtisch fest, ihre Knöchel traten weiß hervor. Ein leiser, brüchiger Laut entwich ihr.
Jax erstarrte. Sie spürte, wie sein Körper im selben Moment reagierte wie ihrer: das plötzliche, schwere Pochen vorne an seiner Jeans, das Stocken seines Atems, der einfach nicht mehr einsetzen wollte.
„Aria …“ Seine Stimme klang rau, aufgewühlt. „Sag mir, dass ich aufhören soll.“
Sie konnte es nicht. Denn ein Teil von ihr jener Teil, der zwei Jahre lang gehungert hatte wollte nicht, dass es aufhörte.
Im Demoraum roch es nach kühler Luft und dem leichten Vanilleduft von Lenas Parfüm. Sanftes Licht, ein langes schwarzes Sofa, ein niedriger Tisch und die leise summende Neuralkonsole in der Ecke. Nach Feierabend. Keine Kameras, keine Zeugen. Eine Stille, die sich weniger nach Sicherheit anfühlte als vielmehr nach einer stillschweigenden Erlaubnis.Arias Handflächen waren feucht. Immer wieder wischte sie sie an ihrem Hoodie ab, doch der Stoff machte sie nur erneut klamm. Jax stand zwei Schritte hinter ihr, die Arme verschränkt, den Kiefer fest zusammengepresst. Er hatte kaum ein Wort gesagt, seit sie gemeinsam das Gebäude betreten hatten, doch jedes Mal, wenn Lena einen Blick auf ihn warf, versteiften sich seine Schultern. Die Spannung zwischen den beiden lastete von beiden Seiten auf Aria, und ihr blieb kaum noch Luft zum Atmen.Lena bewegte sich, als gehörte der Raum ihr. Sie dimmte das Licht noch weiter, goss drei Gläser Wasser ein und wandte sich dann Aria zu mit jenem langsamen Lä
Der Aufzug im Nexus-Gebäude roch nach teurem Raumduft und altem Verrat. Aria starrte auf ihre abgewetzten Sneaker; die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, versuchte sie, im grauen Stoff zu verschwinden. Jeder Klingelton, der eine Etage ankündigte, fühlte sich an wie ein weiterer Nagel im Sarg des Mädchens, das sie einmal gewesen war. Sie zählte die Etagen, ohne es zu wollen eine Angewohnheit aus den ersten Wochen nach Elias; damals war das Zählen kleiner Dinge die einzige Möglichkeit gewesen, die großen zu bewältigen. Vierzehn Etagen. Vierzehn Gründe, den Kopf gesenkt und den Mund geschlossen zu halten.Ihre Arbeitsnische wirkte heute noch enger. Sie beugte sich über ein weiteres, zermürbendes Produktivitäts-Modul, während das Getuschel um sie herum waberte wie immer. „Das ist die, die Elias auf die schwarze Liste gesetzt hat.“ Die Worte drehten sich in ihrem Magen um; ihre Schultern verkrampften sich, und ihr Hals wurde trocken. Sie presste unter dem Schreibtisch die Oberschenkel zusamm
Aria konnte die Augen nicht schließen.Die Laken klebten an ihrer feuchten Haut und schlangen sich um ihre Oberschenkel wie Hände, die sich weigerten, sie loszulassen. Mit jedem Atemzug schlich sich das Echo der vergangenen Nacht wieder zwischen ihre Beine … ein langsamer, warmer Druck, der nicht ganz eine Berührung war, sich aber realer anfühlte als alles andere in den letzten zwei Jahren. Sie presste ihre Handfläche dorthin, in der verzweifelten Hoffnung, das Gefühl zu beruhigen, doch ihre eigenen Finger machten es nur noch schlimmer. Ein leiser, hilfloser Laut entwich ihrer Kehle. Scham brannte in ihrer Brust.Auf dem Sofa, nur drei Schritte entfernt, schlief Jax wie ein Mann, der schon zu viele Verfolgungsjagden im Morgengrauen erlebt hatte. Ein Arm hing über die Kante, seine Lederjacke war unter seinen Kopf geschoben. Sein Brustkorb hob und senkte sich in ruhigem Rhythmus. Regen trommelte wie ungeduldige Finger gegen das Fenster. Sie beobachtete, wie das Neonlicht einen blassen S
Aria umklammerte den Becher so fest, dass ihre Knöchel schmerzten. Die Keramik fühlte sich kühl in ihrer Handfläche an, doch ihre Haut brannte noch von der Sitzung die Oberschenkel feucht, ihr Inneres noch immer pochend von Nachbeben, die einfach nicht abklingen wollten. Jax Harlan stand direkt im Türrahmen; Regen tropfte langsam von seiner Jacke auf ihre Dielen. Er war nicht näher gekommen, doch der Abstand zwischen ihnen wirkte geringer, als er sein sollte. Der Geruch von nassem Leder und Regen erfüllte die winzige Wohnung und vermischte sich mit dem Ozon ihrer Geräte auf eine Weise, die ihr schwindelig machte.Sie schluckte. „Du hast es gespürt?“Sein haselnussbrauner Blick wich nicht von ihr. „Jeden Impuls. Jedes Keuchen. Als würde es mir selbst widerfahren.“Hitze stieg ihr wieder in die Wangen und tiefer hinab. Der phantomhafte Druck zwischen ihren Beinen verstärkte sich zu einem leichten, neckenden Ziehen. Sie presste die Oberschenkel fester zusammen und versuchte, das Gefühl z
Der Regen peitschte gegen das Fenster, als wollte er einbrechen und sie hinaus in die Kälte zerren. Aria Voss saß auf dem abgewetzten Teppich, die Knie fest an die Brust gezogen; die einzige Lichtquelle war das kalte Blau ihres Monitors, vermischt mit dem verschwommenen Neonlicht, das durch die Jalousien drang. Draußen bewegte sich die Stadt ohne sie: Regenschirme neigten sich gegen den Wind, Scheinwerfer ließen den nassen Asphalt zu Strömen aus Gold und Rot verschwimmen. Hier drinnen war die Welt auf vier Wände, einen Bildschirm und die Last eines Tages geschrumpft, den sie einfach nicht abschütteln konnte.Ihre Schultern schmerzen noch immer von diesem Tag, von der ständigen gebeugten Haltung am Schreibtisch, während das Geflüster gerade laut genug zu ihr herüber drang, um es zu verstehen. „Das ist die, die Elias auf die schwarze Liste gesetzt hat.“ Die Worte lagen wie Steine tief in ihrem Magen, schwer und scharf –, sodass sich jeder Atemzug beengt fühlte.Sie sah noch immer sein