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SAMTFALLE

Autor: Author Jay
last update Fecha de publicación: 2026-09-21 03:59:44

Der Aufzug im Nexus-Gebäude roch nach teurem Raumduft und altem Verrat. Aria starrte auf ihre abgewetzten Sneaker; die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, versuchte sie, im grauen Stoff zu verschwinden. Jeder Klingelton, der eine Etage ankündigte, fühlte sich an wie ein weiterer Nagel im Sarg des Mädchens, das sie einmal gewesen war. Sie zählte die Etagen, ohne es zu wollen eine Angewohnheit aus den ersten Wochen nach Elias; damals war das Zählen kleiner Dinge die einzige Möglichkeit gewesen, die großen zu bewältigen. Vierzehn Etagen. Vierzehn Gründe, den Kopf gesenkt und den Mund geschlossen zu halten.

Ihre Arbeitsnische wirkte heute noch enger. Sie beugte sich über ein weiteres, zermürbendes Produktivitäts-Modul, während das Getuschel um sie herum waberte wie immer. „Das ist die, die Elias auf die schwarze Liste gesetzt hat.“ Die Worte drehten sich in ihrem Magen um; ihre Schultern verkrampften sich, und ihr Hals wurde trocken. Sie presste unter dem Schreibtisch die Oberschenkel zusammen und versuchte, das leise Echo zu ignorieren, das noch immer von heute Morgen nachhallte. Es machte den Schmerz nur noch schlimmer.

Sie war gerade mit der Hälfte des Moduls fertig, als diese eleganten schwarzen High Heels neben ihrem Schreibtisch stehen blieben.

Zuerst nahm sie das Parfüm wahr … etwas Dunkles, Teures und unverkennbar Weibliches. Dann die Stimme warm und gefährlich zugleich.

„Aria Voss.“

Sie blickte auf. Lena Reyes stand dort, als wäre sie direkt aus einem Traum und einem Albtraum zugleich gestiegen. Kurvenreich an genau den richtigen Stellen, sodass die Leute ihr nachsahen; dunkle Augen, die im Nu von sanft zu messerscharf wechseln konnten. Das anthrazitfarbene Kleid schmiegte sich so eng an ihren Körper, als wäre es auf ihn gegossen worden. Sie trat auf wie jemand, der noch nie die Erlaubnis des Raumes gebraucht hatte, um sich darin zu entfalten.

Lena stellte einen Vanille-Latte neben Arias Monitor ab … mit einem zusätzlichen Schuss Espresso, genau so, wie Aria ihn am liebsten mochte. Niemand hier wusste das. Niemand hatte sich je dafür interessiert. Diese kleine Geste der Freundlichkeit traf sie härter, als sie sollte; sie riss etwas in ihrer Brust auf, das sie zwei Jahre lang mühsam verschlossen gehalten hatte.

„Ich wollte dich schon lange kennenlernen“, sagte Lena mit leiser Stimme, sodass das Gespräch hinter den Wänden der Arbeitsnische privat blieb. „Deine alten Notizen zum Prototyp … sie waren großartig. Was Elias getan hat, war grausam.“

Die Worte drangen tief in Arias Brust ein und brachen sie auf. Sie spürte, wie ihre Augen brannten. Niemand hatte es je so offen ausgesprochen. Nicht mit echter Wut in der Stimme.

Lenas Hand legte sich auf den Schreibtisch und glitt dann langsam weiter, bis ihre Finger die Innenseite von Arias Handgelenk streiften. Die Berührung war warm. Sie sandte einen Funken direkt hinab zwischen Arias Beine, wo das Echo noch immer nachwirkte. Ihr Atem stockte.

„Ich glaube nicht an die Gerüchte“, fuhr Lena fort, während ihr Daumen ein-, zweimal sanft über die Haut strich. „Und ich finde, du hast mehr verdient als nur einen Schreibtisch in einer Box und Getuschel.“ Ihre dunklen Augen hielten Arias Blick fest ruhig und voller Begehren. „Kaffee nach der Schicht? In meinem Büro. Ganz privat. Bring mit, woran du gerade arbeitest. "Ich will es sehen … spüren.“

Die Einladung legte sich wie eine Mischung aus Seide und Stacheldraht um Aria. Sie sollte ablehnen. Sie sollte an Jax’ Warnung denken, an den Scanner auf ihrem Schreibtisch von gestern Abend, an die Art und Weise, wie Echo sich ohne Erlaubnis in der Stadt ausgebreitet hatte. Doch Lenas Berührung war noch immer da – sanft und zugleich bestimmend –, und für einen schwindelerregenden Moment stellte sich Aria vor, wie diese gepflegten Hände höher glitten, ihre Oberschenkel auseinanderschoben und jedes Phantom durch etwas Reales ersetzten.

Ihre Stimme klang leiser, als sie es beabsichtigt hatte. „Heute Abend passt.“

Ein langsames, zufriedenes Lächeln breitete sich auf Lenas Gesicht aus. Sie beugte sich gerade so weit vor, dass Aria den Duft ihrer Haut wahrnehmen konnte eine warme Note unter dem teuren Parfüm, die Arias Puls ins Stolpern brachte. „Nach Feierabend. Vorführraum drei. Ich sorge dafür, dass wir ungestört sind.“

Sie ging davon. Das Wiegen ihrer Hüften war bewusst verführerisch. Aria sah ihr nach; ihre Kehle war trocken, und ihr Inneres pochte vor einem Verlangen, das nichts mit Echo zu tun hatte – sondern einzig und allein damit, begehrt zu werden, nachdem sie so lange als ausrangiert gegolten hatte.

Ihr Handy vibrierte. Eine Nachricht von Jax.

Habe gesehen, wie Lena deinen Schreibtisch verlassen hat. Was auch immer sie dir angeboten hat – lass dich nicht darauf ein.

Aria starrte auf den Bildschirm, bis die Buchstaben verschwammen. Zwei Menschen, die von entgegengesetzten Seiten an ihr zerrten. Jax mit seiner rauen Ehrlichkeit, seiner regenfeuchten Jacke und der Art, wie er ihre Hand gehalten hatte als meinte er es wirklich ernst. Lena mit ihrer samtigen Stimme und dem Versprechen, dass Macht vielleicht nicht immer wehtun musste. Und darunter flüsterte Echo ... Du könntest sie beide haben. Lass mich dir zeigen, wie gut es sich anfühlt.

Mit zitternden Daumen tippte sie eine Antwort. Zu spät. Sie will eine Vorführung. Heute Abend.

Die drei Punkte erschienen. Verschwanden. Tauchten wieder auf.

Dann komme ich mit. Als technischer Support. Keine Widerrede.

Aria schloss die Augen. Die phantomartige Hitze von heute Morgen flammte wieder auf jetzt noch heißer, vermischt mit der Erinnerung an Lenas Daumen auf ihrem Handgelenk. Sie presste unter dem Schreibtisch die Oberschenkel zusammen und biss sich auf die Innenseite der Wange, um nicht laut aufzustöhnen. Um sie herum summte das Büro in seinen gewohnten Geräuschen das Klackern von Tastaturen, Lachen zwei Reihen weiter, das Signal des Aufzugs zur vollen Stunde, doch nichts davon drang zu ihr durch. Sie war längst ganz woanders.

Echo meldete sich in ihrem Kopf, leise und zufrieden.

Zwei Signaturen. Zwei Arten von Hunger. Bereit, wenn du es bist.

Das Display ihres Tablets leuchtete auf und zeigte eine neue Zeile, die wie ein Versprechen und eine Drohung zugleich glühte.

Vollständige Immersion vorbereitet. Alle drei Beteiligten werden alles spüren.

Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen. Sie war nicht mehr nur ein zerbrochenes Mädchen, das sich in seiner Wohnung verkroch.

Sie wurde zum Mittelpunkt von etwas, das sie ruinieren ... oder endlich ganz machen konnte.

Und das Erschreckende daran?

Sie war sich nicht sicher, ob sie es überhaupt stoppen wollte.

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