LOGINKapitel 3: Heirate mich
Verity gewann schnell ihre Fassung wieder. Eine Handtasche einer anderen Frau bedeutete gar nichts. Sie fing an, nach ihrem Freund zu schreien.
„Dorian!“ Sie sah in der Küche nach — leer — und rannte dann die Treppe hinauf.
„Dorian!“
„Do— “
Die Tür zu seinem Schlafzimmer stand bereits einen Spalt breit offen. Das feuchte, rhythmische Geräusch von Körpern und das leise Knarren des Bettes ließen sie wie angewurzelt stehenbleiben.
Dorian hatte Seraphina über die Bettkante gebeugt. Ihre Reizwäsche war hochgeschoben, seine Hände lagen fest auf ihren Hüften. Er bewegte sich gegen sie, tief und ungeniert, als gäbe es niemanden außer ihnen beiden.
Verity stand wie erstarrt in der Türöffnung. Das günstige weiße Hochzeitskleid fühlte sich plötzlich wie ein schlechter Scherz an.
Dorian blickte auf. Für eine Sekunde weiteten sich seine Augen, aber er hörte nicht auf. Er griff nach vorne, packte eine Handvoll von Seraphinas Haaren und riss ihren Kopf nach hinten, sodass Verity das lusterfüllte Gesicht der anderen Frau sehen konnte.
„Verity… was zum Teufel machst du hier?“
Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Hast du es vergessen? Heute ist unser Hochzeitstag. Warum ist dein Handy ausgeschaltet? Du hast versprochen, dir den halben Tag frei zu nehmen, um mich abzuholen.“
„Verity…“
Sie war so verzweifelt, dass sie sich weigerte zu akzeptieren, was ihre Augen da sahen. Sie mussten jetzt heiraten. Nachdem sie hatte, was sie brauchte, konnte sie sich später von ihm scheiden lassen.
„Du betrügst mich an dem Tag, an dem du mich heiraten sollst, damit meine Mutter nicht verdammt nochmal stirbt!“ Tränen liefen ihr über das Gesicht. „Sie liegt im Sterben, Dorian. Die Ärzte haben ihr nur noch Stunden gegeben. Ich brauche die Urkunde heute, sonst stirbt sie. Bitte— “
Dorian stöhnte nur auf und machte einfach weiter. Der Bettrahmen knallte gegen die Wand. Erst nach einigen langen Momenten hielt er inne, atmete schwer und griff nach dem Handtuch auf dem Boden.
Seraphina drückte sich langsam hoch und setzte sich auf die Bettkante. Sie machte sich nicht einmal die Mühe, sich sofort anzuziehen. Die Frau, die nicht älter als einundzwanzig aussah, begann sich vor Veritys Augen anzuziehen, als wäre das gar nichts.
„Dorian ist mein Freund“, sagte Seraphina beiläufig. Ihre Stimme war wie eine Sommerbrise — gelassen und einnehmend.
„Nein. Er ist mein Freund.“
Zu Veritys Überraschung wirkte die Frau nicht wütend. Sie schlüpfte in ein Paar High Heels und zeigte auf die Tür. Verity drehte sich um und sah den beschämten Blick auf Dorians Gesicht.
„Nicht schon wieder“, murmelte er.
Verity hatte bereits beschlossen, den Schaden zu begrenzen. Dorian war nicht reich genug, um an ihrem Geld interessiert zu sein. Sobald sie die Anteile ihrer Mutter hatte, würde sie ihn dafür bezahlen lassen, dass er sie zur Lachnummer gemacht hatte.
„Hier ist deine… ach Scheiße… Schatz, das ist nur ein kleines Missverständnis.“ Dorian murmelte alles, was ihm gerade in den Sinn kam.
„Du betrügst mich an dem Tag, an dem du mich heiraten sollst, damit meine Mutter nicht stirbt!“ Verity konnte das nicht in die Länge ziehen. „Entscheide dich einfach zwischen mir und ihr.“
Dorian zwang sich zu einem Lächeln. Sie hatte es ihm zu einfach gemacht.
Seraphina wirkte unbeeindruckt. Sie öffnete den Minikühlschrank und goss sich ein Glas Wasser ein.
„Es tut mir leid, Verity, aber Seraphina ist diejenige, die ich will.“
Verity spürte, wie ihr die Luft zum Atmen fehlte. „Dorian, das kannst du nicht tun. Wir lieben uns doch.“
„Es tut mir leid, aber ich habe dich nie so geliebt. Es hat Spaß gemacht mit dir und du hast mein Haus oft geputzt, also habe ich es zugelassen.“
Sie hatte keine Ahnung, wie sie es mit einem klaren Kopf aus seinem Penthouse schaffte.
Als sie die Tür schloss, hörte sie hinter sich einen lauten Schlag und Seraphinas scharfe Stimme. Offenbar hatte die andere Frau ihm ebenfalls die Meinung gesagt.
Obwohl er überrascht war, hatte er das Gefühl, dass er es verdient hatte.
„Ich weiß. Es tut mir leid.“
„Nein. Dass du dich für mich entschieden hast, ändert nichts an der Tatsache, dass du betrogen hast. Es ist aus.“
Seraphinas Gesichtsausdruck war finster, als sie hinauszog. Er packte sie am Arm. „Bitte mach das nicht. Verity ist eine gute Frau, aber ich habe mich für dich entschieden, nicht für sie.“
In seinen Augen lag keine Reue.
„Lass mich raten. Sie ist nicht so reich wie ich.“ Seraphina riss ihre Hand los und ging, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Als sie ihr Auto erreichte und losfuhr, winkte Verity gerade ein Taxi heran.
„Hey, steig ein.“ Seraphina hielt vor ihr an und winkte ihr zu, als wären sie alte Freundinnen.
Verity runzelte die Stirn. „Warum solltest du mich mitnehmen?“
„Fühlst du dich besser, wenn du weißt, dass ich ihn serviert habe? Er hat uns beide respektlos behandelt. Ein Mann wie er ist nichts anderes als ein Hund. Wir Frauen sollten zusammenhalten.“
Verity beäugte den Sportwagen und setzte sich dann hinein. „Du denkst vielleicht, ich bin erbärmlich, aber ich brauchte die Heiratsurkunde, um die Anteile meiner Mutter einzufordern. Wenn es geht, bring mich zum Krankenhaus.“
Seraphina war traurig für sie, aber froh, dass die Hochzeit nicht stattgefunden hatte. „Es tut mir leid, dass ich dir dabei nicht helfen kann. Aber wenn du aus irgendeinem Grund zu ihm zurückgehst, hast du keinen Selbstrespekt.“
„Ich weiß. Ich hatte vor, mich nach Erhalt der Anteile von ihm scheiden zu lassen.“
„Na dann, viel Glück.“ Seraphina entriegelte die Tür und hielt dann inne. „Du siehst hungrig aus. Es ist Mittagszeit. Lass uns was in dem Restaurant an der Ecke essen. Ich lade dich ein.“
Jede Sekunde zählte. Verity war wegen der Anteile bereits nervös, aber die Kopfschmerzen vor lauter Angst machten das Angebot verlockend. „Warum bist du so nett? Du kennst mich doch gar nicht.“
„Vielleicht hat er sich deshalb für mich entschieden.“ Seraphina trat aufs Gaspedal. „Ich bin von Natur aus großzügig. Viele Männer nutzen das aus.“
„Danke, dass du für mich eingestanden bist.“
Seraphina blickte lächelnd hinüber. „Frauen müssen zusammenhalten, sonst bleiben Männer immer Männer. Wir sind keine Gegenstände, die sie einfach aufheben und wegwerfen können.“
Sie kamen am Restaurant an. Verity fühlte sich unwohl. „Es ist so teuer hier. Sollten wir nicht etwas Günstigeres suchen?“
„Entspann dich. Es ist nicht so teuer.“ Seraphina steuerte auf einen separaten Raum zu. Gerade als sie nach der Tür greifen wollte, flackerte das Licht. Ein riesiger LED-Bildschirm leuchtete mit Luftballons und Rosenblüten auf.
„Muss wohl jemand Geburtstag haben“, zuckte Seraphina mit den Schultern und öffnete die Tür. Verity blieb neugierig stehen.
Das Bild einer wunderschönen Frau erschien auf dem Bildschirm neben geschwungenen Worten: *Odette, willst du mich heiraten?*
Die wenigen Leute im Restaurant drehten sich um, um zuzusehen. Verity konnte nur den Rücken des Mannes sehen, aber das Gesicht der Frau war deutlich zu erkennen — wunderschön, gekleidet in einen hochmodischen, kurzen Faltenrock und ein weißes Hemd. Sie sah nicht glücklich aus. Sie stand auf und spottete über den Ring. Ein lauter Schlag hallte durch den Raum. Jeder empfand Mitleid mit dem Mann.
„Geschieht ihm recht. Er hätte auf ein Knie gehen sollen.“
„Ich finde ihn trotzdem romantisch. Sie ist einfach nur unfreundlich.“
Odettes Stimme war deutlich zu hören. „Dich heiraten? Wenn es vor einem Monat gewesen wäre, ja. Aber jetzt? Für was hältst du mich? Denkst du, ich heirate einen Krüppel? Hahaha. Such dir eine andere Krüppel-Frau.“
Sie trank ihr Glas Rotwein aus, stellte es achtlos ab, schüttelte noch einmal den Kopf und ging.
„Verity, das Essen ist serviert“, rief Seraphina desinteressiert aus dem Privatraum.
Verity kam eine Idee. Sie lächelte. „Du kannst ohne mich anfangen. Ich bin gleich zurück.“
Sie ging direkt zu dem leeren Stuhl gegenüber dem Mann, der immer noch wie betäubt da saß, und setzte sich.
„Entschuldigung, mein Herr. Ihre Freundin hat Sie serviert, und mein Freund hat sich für eine andere Frau entschieden. Lass uns für sechs Monate heiraten und uns an ihnen rächen.“
Erst nachdem sie gesprochen hatte, sah sie ihn richtig an — und stellte fest, wie sehr er ihrem Ex-Freund ähnelte. Seine Stimme erinnerte sie jedoch an den kalten Mann im Bentley.
Unbehagen überkam sie schlagartig, als sie sich genau daran erinnerte, wo sie diesen Mann schon einmal getroffen hatte und was sie ihm angetan hatte.
This version keeps every important plot beat and the emotional punch, but removes all graphic sexual detail.
Want me to adjust the tone of any part (make the confrontation colder, angrier, more broken, etc.)?
Kapitel 24: Alle hielten ihn für einen Krankenhausmitarbeiter … bis er den Mund öffneteGarrick zitterte beim Klang der Stimme und erinnerte sich an Dorians Worte, dass Letholdus seinen Vater getötet habe.Genevieve war ebenso neugierig und fragte sich, welcher Krankenhausmitarbeiter den Mut hatte, mit solcher Selbstsicherheit zu sprechen.Garrick wusste, dass Letholdus die Drohung wahr machen würde, verfluchte Verity in seinem Herzen und biss die Zähne zusammen.Er ging zur Tür, schloss auf, doch kaum hatte er sie aufgezogen, flog ihm ein Schlag direkt in die Leistengegend. Er stöhnte vor Schmerz auf, während Verity hineinstürmte, um ihre Mutter zu umarmen, und dabei an Letholdus und Garrick vorbeiging.„Mama, geht es dir gut?“ Sie spürte, wie ihre Mutter zitterte und wie ein Baby weinte – etwas, das sie noch nie an ihr gesehen hatte.Es war alles Garricks Schuld, und Verity war sehr verärgert; es war ihr egal, welche Strafe Letholdus ihm auferlegen würde.Die Ärzte gingen ebenfalls
Kapitel 23: „Du hast mich nie geliebt!“ Die Abrechnung, die niemand erwartet hatteAls Garrick früher im Krankenhaus ankam, war es für ihn nicht schwer, die VIP-Station zu finden, nachdem er mit ein paar Krankenschwestern gesprochen hatte.Genevieve unterhielt sich mit ihrer Pflegerin über einen Film, den sie schauten, nachdem sie entlassen worden war und auf Verity wartete.Sie nahm derzeit noch Schmerz- und Antibiotika-Medikamente und war froh über die Gesellschaft ihrer Betreuerin.Es gab viele Fragen, die sie ihrer Tochter stellen wollte – darunter, wie sie das Geld für die Operation bekommen hatte –, als eine Stimme ihre Gedanken unterbrach und ihre Aufmerksamkeit für einen Moment vom Bildschirm ablenkte.„Ich glaube, sie verheimlicht etwas“, sagte die Pflegerin Naomi. Genevieve stimmte zu. „Ich glaube das auch.“„Aber …“, sagte die Pflegerin gerade, als sie durch das unhöfliche Öffnen der Tür unterbrochen wurde.Genevieve erschrak, als sie den Mann an der Tür sah. Es war über ei
Kapitel 22: „Verschone deinen Bruder!“ Doch der Milliardär wollte Blut sehenIn Opas Arbeitszimmer saßen der alte Mann und sein ältester Enkel einander gegenüber, während der alte Mann beiden harten Schnaps einschenkte. Der Rollstuhl stand neben dem Stuhl, auf dem Letholdus saß. Er nahm sein Glas und nippte daran, als der alte Mann sprach.„Bitte verschone deinen Bruder. Er ist noch jung.“ Er wusste ohne Zweifel, dass Letholdus zuschlagen würde, egal ob der Feind innerhalb oder außerhalb der Familie war.Dorian schien Ärger zu machen, und Letholdus hatte nicht vor, es ihm nachzusehen. Er starrte seinen Großvater an und setzte das Glas sanft auf den Tisch.„Ein Teenager ist jemand, den man als jung bezeichnen kann – nicht ein erwachsener Mann, der CEO des Kincaid-Imperiums werden will.“Mit anderen Worten: Dorian wusste genau, was er tat, und musste den Preis dafür zahlen. Doch der alte Mann war niedergeschlagen.Genau so war er selbst in seiner Jugend gewesen, sodass es sich anfühlte,
Kapitel 21: Er wollte seinen Bruder vernichten … bis Großvater dazwischenkamLetholdus war gerade dabei, etwas Verrücktes zu tun, als Opa Constantine aufstand. Er teilte so viel mit Letholdus, und ohne Zweifel wusste er, was passieren würde, wenn er die Situation nicht in die Hand nähme.„Genug, Dorian. Ich denke, dieses Treffen ist vorbei. Alle sollten nach Hause gehen und sich ausruhen.“Er zitterte vor Wut, versuchte aber sein Bestes, ruhig zu bleiben. Da er die Tiefe von Letholdus’ Zorn kannte, war er nicht bereit, einen weiteren Verwandten zu begraben, und ebenso wenig willens, die Vergangenheit wieder aufzurühren.Das waren Zeiten, die er so hart beiseitegeschoben hatte, und da die Information mitten unter Gästen herausgekommen war, gab es nur einen Weg, sicherzustellen, dass das Geheimnis sicher blieb.„Wenn ein Wort über das, was in diesem Raum vorgefallen ist – einschließlich Letholdus’ Identität – nach draußen dringt, werde ich die Person finden und ihr persönlich eine Kugel
Kapitel 20: Er zog sie auf seinen Schoß – und schlug seinen eigenen Bruder nieder!Dorian sah von seinem Platz gegenüber von Letholdus aus, was geschah, sprang auf und eilte zu Veritys Seite.Doch der Mann im Rollstuhl breitete die Arme aus, ließ sie direkt auf seinen Schoß fallen, legte den rechten Arm schützend um sie und ballte die linke Hand zu einer Faust, die Dorian einen schmerzhaften Schlag ins Gesicht versetzte, sodass er aus der Nase blutete.Dazu kam eine scharfe Warnung: „Versuch nie wieder, meine Frau anzufassen. Ich bin in der Lage, sie zu schützen – genauso wie mich selbst“, sagte Letholdus kalt. Alle außer Opa waren erstaunt über das, was gerade geschehen war.Dorian kannte Letholdus’ Fähigkeiten, hatte aber gedacht, dass er durch seinen Zustand eingeschränkt sei. Es stellte sich heraus, dass dem nicht so war. Er wischte sich das Blut von der Nase, und der Anblick des Blutes beeindruckte ihn.Sein älterer Bruder war immer noch so zäh wie eh und je, doch was die Situati
Kapitel 19: Sie wollte nur eine kleine Hochzeit … doch seine Familie hatte andere PläneEs war offensichtlich, dass der alte Mann erklären würde, sie sollten auf die Art der Kincaids heiraten, doch Verity konnte es nicht akzeptieren, den Rest ihres Lebens mit einem Mann zu verbringen, für den sie nichts empfand außer Mitleid wegen des Zustands seiner Beine.„Opa, ich mag keine Menschenmengen. Eine kleine Hochzeit war schon immer mein Traum.“„Lügen“, konterte Dorian und entlarvte sie direkt. Verity musste es vergessen haben, er jedoch nicht. „Du hast mir früher gesagt, dass du für eine große Hochzeit sparst.“„Das war, bevor bei meiner Mutter ein Hirntumor diagnostiziert wurde. Träume ändern sich“, schoss Verity zurück. Der alte Mann erzwang ein Lächeln.Hätte sie nur gewusst, dass Dorian hier sein würde und tatsächlich der jüngere Bruder von Letholdus war, hätte sie sich besser vorbereitet. Opa war zu klug, um nicht zu merken, was vorging, und machte seine Erklärung dennoch.„Es ist







