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Das dunkle Biest

Author: Beauty-gid
last update publish date: 2026-06-30 22:31:17

Das Monster riss sein gewaltiges Maul auf und entblößte seine nassen, messerscharfen Zähne. Schwere Glasscherben regneten auf den kalten Holzboden. Ich umklammerte seine warme Hand mit aller Kraft. Die rote Farbe wirkte wie ein magischer Schutzschild zwischen uns.

Er stellte sich mutig vor mich.

Der schwarze Schatten glitt lautlos über die dunklen Dielen. Seine glühend roten Augen ruhten voller Hass auf meinem Gesicht.

Ich wollte zurückweichen, doch der Geist hielt mich fest.

Mit seiner freien Hand streckte er sich dem finsteren Wesen entgegen.

Ein grellblauer Lichtstrahl schoss aus seiner Hand.

Die magische Energie traf das Monster mitten in die Brust.

Es stieß einen markerschütternden Schrei aus, wurde zurückgeschleudert und prallte gegen die weiße Wand.

Schwarzer Rauch quoll aus seinem Maul und erfüllte den Raum.

„Du musst sofort von hier verschwinden!“, rief er.

„Ich kann Sie doch nicht allein gegen dieses Ding kämpfen lassen!“

Das Monster erhob sich wieder und schüttelte den gewaltigen Kopf. Mit erschreckender Geschwindigkeit machte es sich erneut zum Sprung bereit.

Im nächsten Augenblick schoss es durch die eisige Luft auf uns zu.

Der Geist stieß mich mit aller Kraft zur Seite.

Wir stürzten auf die harten, staubigen Holzdielen.

Das Monster verfehlte uns knapp und krachte mit voller Wucht gegen die Staffelei.

Das Holz splitterte in zahllose Stücke.

Die Leinwand riss entzwei und fiel zu Boden.

Als wir einander losließen, wurde unsere Verbindung durch die rote Farbe unterbrochen.

Sofort kehrte die eisige Kälte zurück und biss sich in meine Haut.

Der Geist wurde wieder halb durchsichtig.

Ängstlich kroch ich auf Händen und Knien rückwärts.

Das Schattenwesen drehte sich langsam zu mir um.

Es ignorierte den Geist völlig.

„Du bist die reine Seele, die es sucht“, rief er. „Der uralte Fluch hat dieses Wesen erschaffen, um dich zu bestrafen.“

Verzweifelt sah ich mich nach einer Waffe um.

Schließlich griff ich nach einem scharfkantigen Holzsplitter.

Ich hielt ihn wie ein Schwert vor mich.

Das Monster lachte.

Sein Lachen klang wie Metall, das über Stein kratzte.

Langsam hob es seine riesige schwarze Pranke.

Ich schloss die Augen und wartete auf den Schmerz.

Doch plötzlich fegte ein eisiger Wind durch das Zimmer.

Die Böe riss das Monster von den Beinen.

Als ich die Augen wieder öffnete, stand der Geist über ihm.

Mit seiner geisterhaften Kraft hielt er das Wesen nieder.

Dafür brauchte er diesmal nicht einmal die rote Farbe.

Doch die Anstrengung war deutlich sichtbar.

Sein blasses Gesicht wirkte erschöpft.

Sein durchsichtiger Körper flackerte wie die Flamme einer Kerze.

„Du musst das wahre verborgene Buch finden!“, rief er.

„Dieses Schattenwesen ist nur eine Täuschung, um dich aufzuhalten!“

Das Monster schlug mit seinen scharfen Klauen nach seiner Brust.

Der Geist wurde zurückgeschleudert und hielt sich schmerzhaft die Brust.

Mir wurde klar, dass ich ihm helfen musste.

Da erinnerte ich mich an den schweren silbernen Schlüssel in meiner Jackentasche.

Ich zog ihn hervor und umklammerte das kalte Metall.

Mit einem Schrei rannte ich auf das Monster zu und stieß ihm den Schlüssel entgegen.

Das Wesen brüllte vor Schmerz.

Das Silber brannte sich wie Feuer in seinen Schattenkörper.

Zischend wich es zurück.

Es hatte Angst vor dem reinen Silber.

Ich stellte mich schützend vor den Geist.

„Stehen Sie auf! Sagen Sie mir, was ich tun soll!“

Langsam richtete er sich wieder auf.

Sein Körper wirkte nun etwas fester.

„Der Schlüssel ist nur der erste Teil des Rätsels“, sagte er. „Bring ihn in die Bibliothek im Erdgeschoss. Dort liegt auf einem Schreibtisch ein verschlossenes rotes Buch.“

Währenddessen hatte sich das Schattenwesen wieder erholt.

Langsam begann es, uns einzukreisen.

Es wollte uns in die dunkle Ecke drängen.

„Wir müssen sofort los!“, sagte ich mit zitternder Stimme.

Ich rannte auf die offene Tür zu und hielt den silbernen Schlüssel fest in der Hand.

Doch das Monster sprang direkt vor den Ausgang.

Noch bevor es mich erreichen konnte, stürmte der Geist nach vorn.

Er rammte das Wesen mit voller Wucht.

Beide wurden in den Flur geschleudert und prallten gegen die Wand.

„Lauf zur Bibliothek und finde das Buch!“, rief er.

Ich wollte ihn nicht allein zurücklassen.

Doch er war bereits vor langer Zeit gestorben.

Ich musste seinen Anweisungen vertrauen.

Also rannte ich los.

Hinter mir hallten die Geräusche ihres Kampfes durch das Herrenhaus.

Ich erreichte die große Treppe und stürmte hinunter.

Die Bibliothek lag auf der rechten Seite des Flurs.

Ich stieß die hohen Eichentüren auf und trat ein.

Der Raum war dunkel und voller gewaltiger Bücherregale.

Zwischen den Reihen alter, staubiger Bücher entdeckte ich tief im Schatten ein leuchtend rotes Buch.

Ich rannte zu dem großen Tisch und griff danach.

Ein silbernes Schloss hielt die dicken Seiten fest verschlossen.

Mit meinem kleinen Schlüssel öffnete ich es.

Das Schloss klickte leise.

Die leeren Seiten begannen sich wie von selbst umzublättern.

Plötzlich erschien darauf eine frische Zeichnung.

Sie zeigte...

meinen eigenen leblosen Körper.

Blutüberströmt.

In diesem Moment legte sich eine riesige, eiskalte Hand auf meine linke Schulter.

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