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Der eisige Griff

Autor: Beauty-gid
last update Data de publicação: 2026-06-30 22:32:55

Eine riesige, eiskalte Hand packte mich und riss mich in der dunklen Bibliothek herum.

Ich schrie laut auf und ließ das schwere rote Buch fallen.

Es schlug mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden.

Als ich aufsah, blickte ich direkt in Elias' blasses Gesicht.

Doch er sah nicht mehr aus wie der sanfte Geist, den ich kennengelernt hatte.

Seine Augen waren vollkommen schwarz.

Kein einziger Lichtschimmer war darin zu erkennen.

Dunkle Adern zogen sich über seinen Hals bis hinauf zu seinem Gesicht.

Aus seinem Mund strömte dichter weißer Nebel.

Seine Finger gruben sich wie eiserne Klauen in meine Schulter.

Ich versuchte verzweifelt, mich loszureißen.

Vergeblich.

„Lass mich sofort los, Elias!“, schrie ich.

Er legte den Kopf schief und schenkte mir ein grausames Lächeln.

Das uralte Schattenwesen war nicht im oberen Stockwerk zurückgeblieben.

Während ich die Treppe hinuntergerannt war, hatte es Besitz von Elias' Geist ergriffen.

Nun benutzte es seinen Körper, um mich gefangen zu halten.

Langsam hob er die andere Hand und legte sie an meinen Hals.

Eine eisige Kälte drang tief in meine Haut und bis in meine Knochen.

Ich trat nach seinen Beinen.

Doch meine schweren Stiefel glitten einfach durch ihn hindurch.

Er war fest genug, um mich festzuhalten...

und zugleich zu geisterhaft, um ihn auf normale Weise bekämpfen zu können.

„Jetzt gehörst du mir, kleines Mädchen“, sagte das Wesen.

Die Stimme war eine schreckliche Mischung aus Elias und dem Monster.

Verzweifelt tastete ich nach dem silbernen Schlüssel auf dem Tisch.

Er war meine einzige Hoffnung.

Ich griff danach und stieß ihn mit aller Kraft in Elias' Brust.

Sofort begann das Silber zu zischen.

Die dunkle Haut des Monsters verbrannte unter der Berührung.

Ein entsetzlicher Schrei erfüllte die Bibliothek.

Sein Griff lockerte sich.

Ich fiel rückwärts gegen den schweren Lesetisch.

Keuchend rang ich nach Luft und rieb mir den schmerzenden Hals.

Der besessene Geist taumelte zurück und krallte sich an die Brust.

Der silberne Schlüssel fiel klirrend auf den Boden.

Mit seinen pechschwarzen Augen starrte er mich voller Hass an.

Ich hob das geöffnete rote Buch wieder auf.

Die Zeichnung meines blutüberströmten Körpers war noch immer auf der ersten Seite zu sehen.

Ich musste endlich herausfinden, wie sich der Fluch brechen ließ.

Hastig blätterte ich weiter.

Die alten Worte waren mit dunkelroter Tinte geschrieben, die wie Blut aussah.

„Du darfst dieses Buch nicht lesen!“, brüllte der besessene Elias.

Er stürmte auf mich zu.

Im letzten Moment schleuderte ich einen schweren Holzstuhl in seinen Weg.

Er stolperte darüber und stürzte auf den staubigen Boden.

Schnell blätterte ich weiter.

Schließlich fand ich eine Seite mit einer Zeichnung des silbernen Schlüssels.

Darauf war eine mutige Frau zu sehen, die den Schlüssel in ein Feuer warf.

Sofort erinnerte ich mich an den großen Steinkamin im Wohnzimmer.

Wenn ich den silbernen Schlüssel verbrannte...

würde der uralte Fluch gebrochen werden.

Ich klappte das rote Buch zu und drückte es fest an mich.

Dann hob ich den silbernen Schlüssel vom Boden auf.

Der Geist erhob sich wieder.

Ein wütendes Brüllen ließ die Fensterscheiben erzittern.

Ich rannte aus der Bibliothek.

Mit letzter Kraft sprintete ich den langen Flur entlang.

Der besessene Geist folgte mir lautlos.

Mit jeder Sekunde wurde die Luft kälter.

Schließlich erreichte ich das Wohnzimmer.

Dort stand der große Steinkamin.

Trockenes Holz lag bereits darin.

Ich ließ das rote Buch fallen und tastete die Taschen meiner Jacke ab.

Endlich fand ich eine kleine Schachtel Streichhölzer aus meinem Mietwagen.

Meine Hände zitterten.

Ich zog ein Streichholz heraus und zündete es an.

Eine kleine gelbe Flamme flackerte auf.

Ich warf das brennende Streichholz auf das trockene Holz.

Innerhalb weniger Augenblicke loderten helle Flammen im Kamin.

Ihre Wärme vertrieb die eisige Kälte.

Ich hielt den silbernen Schlüssel über das Feuer.

In diesem Moment stürmte Elias ins Wohnzimmer.

Er blieb im Türrahmen stehen.

„Bitte... wirf den Schlüssel nicht ins Feuer“, flehte er.

Für einen kurzen Augenblick klang seine Stimme wieder wie die des echten Elias.

Das Schwarz in seinen Augen verschwand.

Sie wurden wieder warm braun.

„Bitte tu mir nicht noch einmal weh, Zara“, sagte er leise.

Ich stand reglos vor dem Feuer.

Der Schatten spielte mit meinen Gefühlen.

Er wollte mein Mitleid wecken.

Er wollte, dass der Fluch gewann.

Ich schloss kurz die Augen.

Dann ließ ich den Schlüssel los.

Er fiel mitten in die Flammen.

Mit einem lauten Krachen traf das Silber auf das brennende Holz.

Im selben Augenblick explodierte eine gewaltige Druckwelle aus dem Kamin.

Sie schleuderte mich zu Boden.

Ich sah, wie Elias auf die Knie fiel und laut aufschrie.

Dichter schwarzer Rauch quoll aus seinem Mund und seinen Augen.

Das Schattenwesen wurde aus seinem Körper gerissen.

Es verbrannte mitten in der Luft.

Wenige Sekunden später war alles vorbei.

Der Rauch löste sich vollständig auf.

Tiefe Stille erfüllte das Herrenhaus.

Langsam kroch ich zu Elias hinüber.

Zögernd streckte ich meine warme Hand nach ihm aus.

Er bewegte sich nicht.

Er gab keinen Laut von sich.

Verwirrt blickte ich auf meine Hände.

Sie waren mit warmem, dunkelrotem Blut bedeckt.

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