LOGINLorenzoSie liegt da, an mich geschmiegt, ihre Haut noch fiebrig an der meinen. Ihr Atem ist jetzt ruhig, rhythmisch wie eine besänftigte Flut nach dem Sturm. Ich lasse meine Finger durch ihr zerzaustes, schweißfeuchtes Haar gleiten und fühle, wie mein Herz vor Freude so rein anschwillt, dass es fast schmerzt. Dio mio, sie ist perfekt. Meine Aurélie, so eng, so empfänglich, als wäre ihr Körper nur für den meinen geschaffen worden. Gestern, mit Béatrice, war es gut – roh, animalisch –, aber das hier. Das hier ist etwas anderes. Eine göttliche Verbindung, ein Feuer, das mich verzehrt und in jedem Augenblick neu erschafft.Ich halte sie fester, meinen Arm besitzergreifend um ihre schmale Taille. Sie bewegt sich nicht, reglos, aber warm, und diese vertraute Stille macht mich wahnsinnig vor Glück. „Meine Frau“, murmele ich erneut, die Worte schwer von Triumph. Sie gehört m
AurélieEr akzeptiert es. Er ist sanft, wie versprochen. Vorsichtig, geduldig. Er sucht, führt mit einer nervtötenden und köstlichen Langsamkeit. Der Druck an meinem Eingang wird eindringlicher, fast fragend, dann direkt, entschlossen.Der Schmerz ist ein weißer Blitz. Kurz, scharf, blendend, ein brennender Messerstich, der mich entzweireißt. Ein schrilles, völlig authentisches Stöhnen entweicht meiner Kehle, vom Kissen erstickt. Ein Laut, den ich nicht wiedererkenne, der Laut eines verwundeten Tieres.Er hält sofort inne. Sein ganzer Körper spannt sich, alarmiert.„Geht es? Dio mio, Aurélie, geht es?“Seine Stimme ist ein raues Flüstern, erfüllt von einer Besorgnis, die mir das Herz grausam zusammenschnürt und mich mit einer so tiefen Scham erfüllt, dass mir übel wird.Ich nicke hektisch, die Augen fest geschlossen, Tränen de
AurélieDer Kellner tritt ein, schiebt seinen silbernen Servierwagen. Neutrales Lächeln, ein Blick, der nichts sieht, auf einen Punkt über unserer Schulter geheftet. Das Klappern des Silberbestecks, das Flüstern des feinen Porzellans auf der Marmorplatte. Dann der Geruch. Frischer Kaffee, herb und kräftig. Warme Butter, fast karamellisiert, süße Himbeermarmelade. Der saubere, beruhigende Geruch von Toastbrot. Er erobert den Raum, greift den anderen Geruch an, den fleischlichen, nächtlichen, überdeckt ihn allmählich. Es ist eine körperliche Erleichterung. Ich kann wieder atmen, ohne dass sich mir der Magen umdreht.Lorenzo hat sich aufgesetzt, das Laken bis zur Taille hochgezogen. Er beobachtet die Szene, amüsiert, die Augen noch schwer, aber ein Funkeln von Appetit blitzt darin auf, auf die goldenen Croissants gerichtet.Als wir allein sind, serviere ich den Kaffee. Schwarz, brühheiß, dampfend. Ich reiche ihm die Tasse. Unsere Finger berühren sich. Ein Funke, ein elektrisierender Kont
AurélieDie Tür der Suite schließt sich hinter mir mit einem dumpfen, endgültigen Klicken. Dasselbe Geräusch wie vor einigen Stunden. Aber alles hat sich verändert.Die Luft ist dick, gesättigt. Ein Geruch von warmer Haut, getrocknetem Schweiß, Sex und verschmutztem Leinen. Ihre Nacht. Mein Magen verkrampft sich, zieht sich zusammen bis zur Übelkeit. Das Morgenlicht, golden und scharf, sickert durch die Schlitze der Vorhänge, streift das Halbdunkel und beleuchtet den tanzenden Staub. Es erhellt das Bett. Ein Schlachtfeld. Zerwühlte Laken, Kissen auf den Boden geschleudert, die Decke zu einem Knäuel am Fußende der Matratze. Ein schwarzer Seidenstrumpf hängt schlaff an einer Ecke des Bettpfostens, wie eine verlassene Fahne auf einem Ort der Niederlage.Lorenzo ist da. Auf der Seite liegend, nackt. Der Rücken mir zugewandt. Eine Masse entspannter Muskeln, goldener Haut. Strähnen seines dunklen Haares kleben an seinem feuchten Nacken. Und ich sehe die Spuren. Leuchtend rote, parallele Str
BéatriceDas Wort hallt seltsam nach. Empfänglich. Nicht leidenschaftlich, nicht glühend. Empfänglich. Wie ein Gefäß. Der Gedanke schießt mir durch den Kopf, brennend und demütigend, und doch schürt er das Feuer in mir.Plötzlich zieht er sich zurück, lässt mich leer, zitternd, frustriert. Bevor ich protestieren kann, legt er sich auf den Rücken.„Komm. Ich will dich sehen.“Ich drehe mich um, wankend. Seine Augen leuchten im Halbdunkel, auf mich geheftet. Ich verstehe. Ich setze mich rittlings auf ihn, lasse mir Zeit, spüre jeden Millimeter seiner Erektion an mir, bevor ich mich hinabsenke. Diese Position gibt mir eine Illusion von Kontrolle. Ich lege meine Hände auf seinen Brustkorb, spüre sein Herz unter meinen Handflächen pochen. Und ich beginne mich zu bewegen. Zuerst langsam, kreisend, den Winkel suchend, der Blitze hinter meinen Lidern funkeln lässt. Dann auf und ab, seine ganze Länge nehmend, mich bei jedem Absenken bis zum Hals füllend.Er sieht mich an, fasziniert. Seine Hän
BéatriceSeine Arme, so fest wie Eichenpfähle, tragen mich aus der Dusche. Meine Beine sind aus Marshmallow, mein Kopf ruht weich an seiner Schulter. Die kühle Luft des Badezimmers nach der feuchten Glut lässt mich erschauern. Er sagt nichts, seine Schritte sind lautlos auf den nassen Fliesen. Sanft legt er mich auf das riesige, zerwühlte Bett, auf die zerknitterten Seidenlaken, die noch den warmen Abdruck unserer Körper und den herben Geruch unserer nächtlichen Spiele tragen.Das Morgenlicht, nun klarer, sickert durch die Ritzen der Vorhänge und streift das Dämmerlicht des Zimmers mit blassgrauen Klingen. Ich kann ihn deutlich sehen. Das Wasser perlt auf seiner gebräunten Haut, auf den gespannten Muskeln seiner Schultern, auf dem dunklen Flaum seiner Brust. Er betrachtet mich, wie ich vor ihm liege, nackt, dargeboten, noch zitternd von den letzten Nachwehen des Orgasmus und dem Schock der Dusche. Sein Blick ist nicht länger fragend. Er ist bewohnt, besitzergreifend. Als hätte er gera
DianeIch bin schon über ihm.Die Wut ist ein roter Schleier vor meinen Augen. Ich schleudere meinen Arm zurück, die ganze Kraft meines Körpers, meiner Demütigung, konzentriert in der Handfläche meiner Hand. Ich will ihn auslöschen. Dieses
DianeEr antwortet nicht mit Worten. Seine Antwort ist körperlich, absolut. Er beugt sich vor, nimmt eine Brust in den Mund, Zunge und Zähne attackieren sie mit einer grausamen Präzision, die mich aufschreien lässt ein erstickter Laut, den er mit einem weiteren Ku
DianeDer schwarze Bentley steht vor der Auffahrt, glänzend im feinen Nieselregen, der gerade einsetzt. Eine Welle unerwarteter Wärme überkommt mich, als ich ihn sehe. Vater ist da. Für ein Wochenende, vielleicht zwei. Es ist eine Tatsache. Es ist ein Zufluchtsort. Es ist aber auch, sofort, eine Ge
DIANELiams Kuss ist keine Unterwerfung, er ist eine Detonation. Seine Lippen auf meinen sind eine wilde Beanspruchung, ein Schweigen, das endlich in einer Sprache explodiert, die beredter ist als all seine gemessenen Worte. Seine Hände, gebieterisch geworden, verlassen meine Arme und vergraben sic