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Kapitel 75: Die Geburt

Penulis: Viv Rex
last update Tanggal publikasi: 2026-06-04 18:50:31

Die Wehen setzten in einer stürmischen Nacht ein, als der Regen gegen die Quarzfenster peitschte und der Wind die Palmen bog wie Grashalme.

Elias erwachte von Kaelens Hand, die sich in seinen Arm krallte. Nicht spielerisch, wie sonst, sondern mit einer Kraft, die Knochen hätte brechen können.

„Es ist Zeit“, sagte sie. Ihre Stimme war ruhig, aber ihre goldenen Augen waren weit und wild vor Schmerz und Vorfreude. „Das Baby kommt. Ich spüre es. Es will raus. Es will die Welt sehen. Es will uns seh
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  • GEBISSEN VOM MONDLICHT   Kapitel 75: Die Geburt

    Die Wehen setzten in einer stürmischen Nacht ein, als der Regen gegen die Quarzfenster peitschte und der Wind die Palmen bog wie Grashalme.Elias erwachte von Kaelens Hand, die sich in seinen Arm krallte. Nicht spielerisch, wie sonst, sondern mit einer Kraft, die Knochen hätte brechen können.„Es ist Zeit“, sagte sie. Ihre Stimme war ruhig, aber ihre goldenen Augen waren weit und wild vor Schmerz und Vorfreude. „Das Baby kommt. Ich spüre es. Es will raus. Es will die Welt sehen. Es will uns sehen. Hilf mir, Elias. Hilf mir, unser Kind auf die Welt zu bringen. Ich habe Angst. Aber ich habe auch Mut. So viel Mut, dass ich fast platze. Hol die Decken und das Wasser und die Tücher, die wir vorbereitet haben. Beeil dich. Aber nicht zu schnell. Ich brauche dich ruhig. Ruhig und stark. Wie immer. Wie du immer bist, wenn ich dich am meisten brauche. Also los. Hol die Sachen. Und dann komm zurück und halt meine Hand. Und lass mich nie wieder los. Nie wieder. Versprich es. Versprich—"„Ich vers

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    Die Schwangerschaft veränderte Kaelen auf eine Weise, die Elias nicht erwartet hatte.Nicht körperlich — darauf war er vorbereitet. Er hatte erwartet, dass ihr Bauch wachsen würde, dass sie müder sein würde, dass sie seltsame Gelüste entwickeln würde. Was er nicht erwartet hatte, war die emotionale Veränderung. Die wilde, unberechenbare Wölfin, die Armeen zerrissen und Schatten erlöst hatte, wurde plötzlich still. Nicht traurig, nicht deprimiert, sondern nachdenklich. Als würde sie die Welt mit neuen Augen sehen.„Ich habe früher nie über den Tod nachgedacht“, sagte sie eines Abends, als sie auf der Terrasse saßen und den Sonnenuntergang beobachteten. Ihre Hand lag auf ihrem Bauch, der jetzt deutlich gewölbt war. „Nicht wirklich. Der Tod war immer da, aber er war abstrakt. Ein Feind, den man besiegen konnte. Ein Ende, das zu jedem Abenteuer dazugehörte. Aber jetzt... jetzt denke ich über das Leben nach. Über das, was ich diesem Kind geben will. Über die Welt, in der es aufwachsen wird

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    Der Sommer kam mit voller Kraft. Die Tage wurden länger, die Nächte wärmer, und das Meer glitzerte wie flüssiges Glas unter der gleißenden Sonne. Kaelen hatte begonnen, einen Garten hinter dem Haus anzulegen. Nichts Großes, nur ein paar Beete mit Kräutern und Gemüse und den Samen, die Sylva ihnen aus Xylos mitgebracht hatte. Sie arbeitete barfuß in der Erde, ihre Hände schmutzig, ihre Haare zu einem wilden Knoten gebunden, und sie summte leise vor sich hin, während sie Unkraut jätete und Setzlinge goss.Elias saß auf der Terrasse und beobachtete sie. Er hatte ein Buch auf dem Schoß, aber er las nicht. Er konnte den Blick nicht von ihr abwenden. Da war etwas an der Art, wie sie sich bewegte, langsamer als sonst, fast bedächtig, als würde sie etwas in sich tragen, das sie noch nicht preisgegeben hatte.„Du starrst wieder“, sagte sie, ohne sich umzudrehen. „Ich spüre deinen Blick auf meinem Rücken. Er ist schwer. Schwerer als sonst. Was ist los? Ist etwas anders? Habe ich einen Sonnenbra

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    Der Winter ging, der Frühling kam, und mit ihm erwachten die Blumen in der Bucht zu neuem Leben. Die Büsche mit den blauen Blüten, die sie bei ihrer Ankunft entdeckt hatten, explodierten regelrecht in einem Meer aus Farbe, und der Duft von Honig und Zitrusfrüchten hing schwer in der warmen Luft.Kaelen hatte eine neue Leidenschaft entdeckt: das Schwimmen im offenen Meer. Nicht nur am Strand entlang, sondern weit hinaus, wo das Wasser tiefer und dunkler wurde und die Wellen sie trugen wie eine Mutter ihr Kind. Ihr Wolfsinstinkt machte sie zu einer kraftvollen Schwimmerin, und sie konnte länger unter Wasser bleiben als jeder Mensch, den Elias kannte.Eines Morgens, als die Sonne gerade erst über den Horizont kroch, zog sie ihn aus dem Bett. „Komm mit. Ich will dir etwas zeigen. Etwas, das ich gestern gefunden habe, als du in deiner Bibliothek gesessen und geschrieben hast. Es ist wunderschön. Fast so wunderschön wie du. Aber nur fast. Komm jetzt. Keine Ausreden. Das Wasser ist warm. Der

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    Der Winter kam sanft in die Bucht. Kein Schnee, kein Eis, nur kühlere Nächte und ein Himmel, der sich öfter grau als blau zeigte. Das Meer wurde rauer, die Wellen höher, und der Wind trug den Geruch von fernen Regenfällen heran, die über dem offenen Wasser niedergingen, aber die Bucht nur selten erreichten.Elias hatte begonnen, die Bibliothek einzurichten. Das Buch, das Tyra für ihn geschrieben hatte, stand auf dem ersten Regal, das er gebaut hatte, aber daneben gab es jetzt auch andere Bücher. Nicht viele, aber genug, um den Raum nach Papier und Tinte und alten Geschichten riechen zu lassen. Er hatte Aufzeichnungen über ihre Reise geschrieben, detaillierte Beschreibungen der Knotenpunkte, der Wesen, denen sie begegnet waren, der Magie, die sie gewirkt hatten. Es war kein Tagebuch, sondern eine Chronik. Ein Vermächtnis für die, die nach ihnen kommen würden.„Für wen schreibst du das?“, fragte Kaelen eines Nachmittags, als sie in der Tür der Bibliothek lehnte und ihm zusah. Sie trug e

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    Nach dem Besuch aus Xylos kehrte Ruhe in die Bucht ein. Aber es war keine leere Ruhe, keine Stille, die nach etwas fehlendem klang. Es war die Ruhe von zwei Menschen, die genau wussten, dass sie am richtigen Ort waren.Die Wochen verstrichen, und das Leben in der Bucht folgte dem Rhythmus der Jahreszeiten. Der Sommer brachte warme Nächte, in denen sie nackt auf der Terrasse schliefen, nur von der dünnen Decke der Sterne bedeckt. Kaelens Haut wurde dunkler von der Sonne, ihre Muskeln geschmeidiger vom täglichen Schwimmen im Meer. Elias' Hände wurden rauer von der Arbeit in der Werkstatt, aber seine Berührungen blieben sanft, wenn er sie nachts an sich zog.Eines Abends, als sie nach dem Schwimmen am Strand lagen, den Sand noch warm unter ihren Körpern, rollte Kaelen sich auf ihn und sah ihn mit einem seltsamen Ausdruck an. Nicht hungrig diesmal. Nicht fordernd. Sondern nachdenklich.„Was ist?“, fragte er und strich ihr eine nasse Strähne aus dem Gesicht.„Ich denke nach. Über uns. Über

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